Die wahren Kosten des Skoda Peaq: So teuer ist der Elektro-7-Sitzer wirklich!
03. November 2026 von Irene Wallner
Mit dem Škoda Peaq hat die tschechische Marke 2026 ihr bislang größtes Elektro-SUV auf den Markt gebracht. Das neue Flaggschiff misst knapp 4,90 Meter, bietet sieben Sitze und schafft mit der größten Batterie über 600 Kilometer Reichweite. Trotz seiner Größe startet der Peaq bereits bei 49.900 Euro und ist damit vergleichsweise günstig positioniert.
Škoda Peaq: Das kostet er im Unterhalt
Doch wie sieht es mit den laufenden Kosten aus? Schließlich können gerade bei einem großen Elektro-SUV Versicherung, Strom und vor allem der Wertverlust einiges an Geld verschlingen. Wir haben nachgerechnet, wie viel der Škoda Peaq über drei Jahre tatsächlich kosten könnte.

Für unseren Unterhaltscheck nehmen wir den Škoda Peaq Selection 60 mit Heckantrieb und 204 PS als Grundlage. Wie bei unseren bisherigen Berechnungen gehen wir von einem Barkauf zum Listenpreis, einer Haltedauer von drei Jahren und insgesamt 45.000 gefahrenen Kilometern aus.
Finanzierungskosten, Wartung, Reifen, Wallbox, Parkgebühren und mögliche Einnahmen aus der THG-Quote berücksichtigen wir nicht. Auch individuelle Rabatte und mögliche staatliche Förderungen bleiben außen vor, damit unsere Berechnung mit den bisherigen Unterhaltschecks vergleichbar bleibt.
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Da der Peaq erst 2026 auf den Markt gekommen ist, können wir insbesondere beim Wertverlust noch nicht auf langfristige Erfahrungen zurückgreifen. Hier müssen wir deshalb mit einer realistischen Modellannahme arbeiten.
Anschaffungspreis: Der Škoda Peaq startet bei 49.900 Euro
Der neue Škoda Peaq kostet in der Einstiegsversion Selection 60 mindestens 49.900 Euro. Dafür gibt es einen Elektromotor mit 150 kW beziehungsweise 204 PS und Hinterradantrieb. Die Batterie besitzt eine nutzbare Kapazität von 59 kWh. Damit soll das große SUV nach WLTP bis zu 456 Kilometer weit kommen.
Wer mehr Reichweite benötigt, kann zum Peaq 90 greifen. Dieser startet bei 57.900 Euro, leistet 286 PS und schafft mit seiner größeren Batterie bis zu 642 Kilometer. Darüber rangiert der Peaq 90x mit Allradantrieb und 299 PS, der mindestens 60.400 Euro kostet.

Für unseren Kostencheck konzentrieren wir uns allerdings auf den günstigsten Peaq Selection 60 ohne Sonderausstattung. Schließlich beeinflussen eine größere Batterie, zusätzliche Ausstattungsmerkmale und ein höherer Kaufpreis auch die späteren Gesamtkosten.
Kfz-Steuer: Der Škoda Peaq bleibt steuerfrei
Bei der Kfz-Steuer profitiert der Peaq von denselben Vorteilen wie andere reine Elektroautos. Fahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen werden, sind bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Die Befreiung endet spätestens am 31. Dezember 2035.
Wer sich 2026 oder 2027 einen neuen Peaq kauft, muss während unseres dreijährigen Betrachtungszeitraums somit überhaupt keine Kfz-Steuer bezahlen. Für unsere Rechnung setzen wir deshalb 0 Euro Kfz-Steuer an.
Stromkosten: Wie teuer ist das Laden des Škoda Peaq?
Für ein fast 4,90 Meter langes SUV präsentiert sich der Peaq ziemlich sparsam. Der offizielle WLTP-Verbrauch der günstigsten Version beginnt bei 14,9 kWh pro 100 Kilometer. Rechnen wir diesen Wert auf 45.000 Kilometer hoch, ergibt sich ein Strombedarf von insgesamt 6.705 kWh.
Um den Peaq mit unseren bisherigen Unterhaltschecks vergleichen zu können, verwenden wir dieselben Strompreise. Als Grundlage dient deshalb weiterhin der durchschnittliche Haushaltsstrompreis von 39,6 Cent pro Kilowattstunde aus dem Jahr 2025.
Wer seinen Peaq überwiegend zu Hause lädt, bezahlt damit über drei Jahre rechnerisch rund 2.655 Euro für Strom. Pro 100 Kilometer entspricht das gerade einmal 5,90 Euro.
Deutlich teurer wird es an öffentlichen Ladesäulen. Bei einem angenommenen Preis von 52 Cent pro kWh an AC-Ladesäulen steigen die Stromkosten auf rund 3.487 Euro. Wer dagegen ausschließlich an DC-Schnellladern für 60 Cent pro kWh lädt, muss über drei Jahre etwa 4.023 Euro einplanen.
Zwischen überwiegendem Laden zu Hause und ausschließlichem Schnellladen liegen damit rund 1.368 Euro.
In der Praxis können die Stromkosten allerdings höher ausfallen. Bei ersten Testfahrten wurden etwa 18 kWh pro 100 Kilometer gemessen. Mit diesem Verbrauch würden die Stromkosten zu Hause über drei Jahre auf rund 3.208 Euro steigen. Auch Ladeverluste und die persönliche Fahrweise spielen eine Rolle.
Übrigens: Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis ist laut BDEW 2026 auf etwa 37 Cent pro kWh gesunken. Damit könnten die tatsächlichen Ladekosten zu Hause auch niedriger ausfallen als in unserer Vergleichsrechnung.
Kfz-Versicherung: Hier wird der Peaq vergleichsweise teuer
Bei der Versicherung könnte der Škoda Peaq deutlich teurer werden als seine kleineren Geschwister. Schließlich ist das große Elektro-SUV bereits in die entsprechenden Versicherungstypklassen eingestuft worden.
Für den Peaq 60 gelten laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft folgende Typklassen:
- Haftpflicht: Typklasse 14
- Teilkasko: Typklasse 21
- Vollkasko: Typklasse 25
Besonders die Vollkaskoeinstufung fällt auf. Zum Vergleich: Der kleinere Škoda Elroq liegt hier lediglich in Typklasse 20. Der Peaq ist damit fünf Stufen höher eingestuft, was sich beim Versicherungsbeitrag bemerkbar machen kann.
Wie teuer die Versicherung tatsächlich wird, hängt allerdings stark von der Person am Steuer ab. Schadenfreiheitsklasse, Alter, Wohnort, jährliche Fahrleistung und Selbstbeteiligung beeinflussen die Beiträge erheblich.
Da für den Peaq noch keine belastbaren pauschalen Grundbeiträge vorliegen, rechnen wir mit einem geschätzten Versicherungsbeitrag von 1.600 Euro pro Jahr für Haftpflicht und Vollkasko zusammen.
Über drei Jahre ergibt das insgesamt 4.800 Euro. Dieser Betrag ist ausdrücklich eine Modellannahme und kein konkretes Versicherungsangebot. Je nach persönlichem Tarif können die tatsächlichen Kosten deutlich höher oder niedriger liegen.
Wertverlust: So viel könnte der Škoda Peaq in drei Jahren verlieren
Die größte Kostenposition dürfte auch beim Škoda Peaq der Wertverlust werden. Gerade bei neuen Elektroautos ist es allerdings schwierig, den späteren Wiederverkaufswert zuverlässig vorherzusagen.
Da der Peaq erst 2026 auf den Markt gekommen ist, gibt es bislang noch keine drei Jahre alten Gebrauchtwagen, anhand derer sich eine belastbare Prognose erstellen ließe.
Für unsere Berechnung orientieren wir uns deshalb an unserem Unterhaltscheck des kleineren Škoda Elroq und gehen ebenfalls von einem geschätzten Wertverlust von 45 Prozent innerhalb von drei Jahren aus.

Bei einem Listenpreis von 49.900 Euro wäre der Peaq Selection 60 nach drei Jahren und 45.000 Kilometern demnach noch rund 27.445 Euro wert. Der rechnerische Wertverlust beträgt damit 22.455 Euro. Das entspricht durchschnittlich rund 624 Euro pro Monat – ohne dass der Peaq auch nur einen Kilometer gefahren ist.
Wie realistisch ist dieser Wertverlust?
Die angenommenen 45 Prozent sind eine Schätzung und kein bereits beobachteter Wertverlust. Es gibt durchaus Argumente, die für stabile Gebrauchtwagenpreise sprechen. Der Peaq bietet sehr viel Platz, auf Wunsch sieben Sitze und vor allem in den größeren Batterieversionen eine hohe Reichweite. Diese Eigenschaften könnten ihn auch auf dem Gebrauchtwagenmarkt attraktiv machen.
Andererseits steht der Markt für gebrauchte Elektroautos unter Druck. Technische Weiterentwicklungen, neue Modelle mit größeren Reichweiten und hohe Rabatte auf Neuwagen können dazu führen, dass ältere Fahrzeuge schneller an Wert verlieren.
Besonders wichtig ist deshalb der tatsächliche Kaufpreis. Wer den Peaq bei Carwow deutlich unter Listenpreis bekommt, kann seinen absoluten Wertverlust möglicherweise reduzieren. Allerdings können hohe Neuwagenrabatte langfristig auch die Gebrauchtwagenpreise beeinflussen.
Bei einem Wertverlust von nur 40 Prozent würde der Peaq in drei Jahren lediglich 19.960 Euro verlieren. Bei 50 Prozent wären es dagegen bereits 24.950 Euro. Die tatsächlichen Unterhaltskosten hängen somit entscheidend davon ab, wie sich die Restwerte entwickeln.
So viel kostet der Škoda Peaq über drei Jahre
Addieren wir die wichtigsten Kosten, ergibt sich für den Škoda Peaq Selection 60 folgende Rechnung:
| Kostenposition | Kosten über 3 Jahre |
|---|---|
| Kfz-Steuer | 0 € |
| Stromkosten bei überwiegendem Laden zu Hause |
2.655 € |
| Geschätzte Kfz-Versicherung | 4.800 € |
| Geschätzter Wertverlust | 22.455 € |
| Gesamtkosten über drei Jahre | 29.910 € |
Damit kostet der Škoda Peaq in unserem Rechenbeispiel rund 831 Euro pro Monat beziehungsweise 66,5 Cent pro gefahrenem Kilometer.
Wer ausschließlich an öffentlichen Schnellladesäulen lädt, muss mit Gesamtkosten von etwa 31.278 Euro rechnen. Die monatliche Belastung steigt dadurch auf rund 869 Euro.
Zum Vergleich: In unserem bisherigen Unterhaltscheck kam der kleinere Škoda Elroq auf etwa 661 Euro monatlich. Der Peaq würde damit rund 170 Euro mehr pro Monat kosten. Der Unterschied entsteht hauptsächlich durch den höheren Anschaffungspreis und den damit verbundenen Wertverlust sowie die höher angesetzte Versicherung.
Wichtig ist außerdem, dass Wartung, Reifen und andere individuelle Nebenkosten in dieser Rechnung nicht enthalten sind. Die tatsächlichen Gesamtausgaben können deshalb höher ausfallen.
Ist Leasing beim Škoda Peaq die bessere Wahl?
Gerade bei einem neuen Elektroauto wie dem Škoda Peaq kann Leasing eine interessante Alternative zum Kauf sein. Der größte Vorteil besteht darin, dass das Risiko eines sinkenden Marktwerts bei regulärer Rückgabe normalerweise nicht beim Leasingnehmer liegt.
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Das könnte beim Peaq besonders wichtig sein, weil sich die Restwerte aktuell noch schwer einschätzen lassen. Sollten die Gebrauchtwagenpreise in den kommenden Jahren stärker fallen als erwartet, wäre das beim Kauf mit einem entsprechend höheren Wertverlust verbunden.
Ob Leasing tatsächlich günstiger ist, hängt allerdings vom konkreten Angebot ab. Für einen fairen Vergleich müssen sämtliche Leasingraten, mögliche Sonderzahlungen, Überführungskosten sowie Strom und Versicherung berücksichtigt werden. Auch Kosten bei der Fahrzeugrückgabe können eine Rolle spielen.
Wer seinen Peaq dagegen langfristig fahren möchte, kann vom Kauf profitieren. Denn nach den ersten Jahren verteilt sich der hohe anfängliche Wertverlust auf eine längere Nutzungsdauer.
Fazit: Der Škoda Peaq ist sparsam, aber kein günstiges Auto
Der Škoda Peaq überrascht vor allem beim Stromverbrauch. Für ein großes Elektro-SUV mit fast 4,90 Metern Länge sind rechnerische Stromkosten von weniger als sechs Euro pro 100 Kilometer ein guter Wert. Auch bei der Kfz-Steuer entstehen während unseres Betrachtungszeitraums keine Ausgaben.
Trotzdem ist der Peaq im Gesamtunterhalt kein besonders günstiges Fahrzeug. In unserer Rechnung entstehen über drei Jahre rund 29.900 Euro Kosten. Etwa drei Viertel davon entfallen allein auf den geschätzten Wertverlust.
Hinzu kommt eine vergleichsweise hohe Vollkaskoeinstufung, die die laufenden Kosten zusätzlich belasten kann. Entscheidend wird deshalb sein, wie stabil sich die Gebrauchtwagenpreise entwickeln und zu welchem Preis der Peaq tatsächlich gekauft wird.
Wer beim Neuwagenkauf einen guten Rabatt erhält, günstig zu Hause laden kann und das Fahrzeug möglichst lange behält, hat die besten Voraussetzungen, die Kosten niedrig zu halten.