Audi Q4 e-tron im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Audi Q4 e-tron werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Der Elektro-SUV Audi Q4 e-tron präsentiert sich optisch und von der Technik als typischer Audi. Mit ein oder zwei Elektromotoren, Front- oder Allradantrieb und bis zu 299 PS Leistung. Der Elektroantrieb ermöglicht viel Platz im Innen- und Gepäckraum. Die Infotainment- und Sicherheitstechnik ist auf dem neuesten Stand.

  • Eindrucksvoll: der Antritt auf den ersten Metern
  • Komfortabel: das Fahrwerk
  • Top: die Verarbeitung
  • Fehlen: verschiebbare Rückbank und „Frunk“

Was ist typisch Audi? Der Auftritt und das Cockpit. Der Q4 e-tron startet an der Front mit einem expressiven Grill. Das Digitalcockpit mit der Navikarte direkt hinter dem Lenkrad macht sofort Eindruck. Die Cockpitlandschaft prägt gutes Design und hochwertige Verarbeitung. Wie in einem Audi SUV mit Benzin- oder Dieselmotor, aber hier flüstert der Antrieb nur.

In Audis E-Palette ordnet sich der 4,59 Meter lange Q4 e-tron unterhalb der größeren und teureren SUVs e-tron und e-tron Sportback und unterhalb des High-end-Stromers e-tron GT ein. Mit dem VW ID.4 und Škoda Enyaq iV teilt sich Audis kompakter Elektro-SUV, dem bis 2025 über 15 weitere E-Audis folgen sollen, VWs Modularen Elektrobaukasten (MEB). Gegenüber den Plattformbrüdern von VW und Škoda will sich der Audi mit dem dynamischeren Auftritt und feinen Details absetzen.

Der Audi Unterschied

Das zum Fahrsitz orientierte Cockpit und das edle, unten abgeflachte Lederlenkrad zählen in einem SUV der Mittelklasse ebenso wenig zum Standardprogramm wie Gemischtbereifung auf den Rädern der Vorder- und Hinterachse und Tagfahrleuchten mit verstellbarer Lichtsignatur. Das ist nicht günstig, aber spektakulär. Wenn 1.130 Euro in die hervorragenden Matrixleuchten investiert wurden (Serienausstattung: LED-Scheinwerfer), darf im Q4 e-tron zwischen vier Lichtsignaturen gewählt werden.

In das brillante, 10,25 Zoll große Digitalcockpit, das wie der 10,1 bis 11,6 Zoll große Touchscreen die Navikarte anzeigt, hat man sich schnell verguckt und an die Touchflächen am Lenkrad schnell gewöhnt. Dass es Audi bei der Bedienung bei den konventionellen Tasten für die Klimaautomatik belassen hat, lernt man genauso schnell schätzen wie die im Vergleich zum VW ID.3 unkomplizierte Lautstärkenverstellung.

Das neue, nur in Kombination mit der 2.930 Euro teuren MMI Navigation Pro bestellbare Head-up-Display projiziert ein sehr großes, dem Anzeigenbereich eines 70-Zoll-Monitors entsprechendes Bild auf die Frontscheibe. Dank Augmented Reality schwebt der Abbiegepfeil scheinbar einige Meter über dem Asphalt vor dem Fahrzeug. Falsch abbiegen? Geht kaum noch.

Ein elektrisches Raumlayout

Wie von der Brillanz der Instrumente und der Bedienung weiß der Audi Q4 e-tron genauso im Platzangebot zu überzeugen. Trotz der kompakten Dimension von 4,59 Meter (die Variante Sportback misst 4,60 Meter) steht im Innen- und Kofferraum reichlich Raum zur Verfügung.

Ein Verbrennermotor benötigt samt aller Nebenaggregate mehr Platz. Da der Akkupack im Fahrzeugboden sitzt, gestaltet sich der Ein- und Ausstieg im 1,63 Meter hohen Q4 e-tron, der 10 bis 20 Zentimeter höher als ein Mittelklassekombi baut, bequem.

In der ersten Reihe fühlt man sich nach dem einfachen Finden der richtigen Sitzposition vor dem feschen Lenkrad auf den erstklassigen Vordersitzen mit reichlich Seitenhalt schnell zuhause.

Wo Stärken sind, sind aber auch Schwächen. So geniale Ausblicke, besser als im Cabrio, wie im IONIQ 5 genießt man im Audi nicht, denn eine mit der optionalen Panoramascheibe des IONIQ 5 vergleichbare Dachlösung steht für den Ingolstädter E-SUV nicht im Angebot, nur ein Panoramaglasdach.

Auf den hinteren drei Sitzplätzen, auf denen man ein paar Zentimeter höher sitzt, herrscht reichlich Beinfreiheit. Variieren lässt sie sich aber nicht, da der Audi Q4 e-tron auf eine verschiebbare Rückbank verzichtet. Mit ihr ließe sich die Beinfreiheit wie in einem IONIQ 5 oder Volvo XC40 Recharge Pure Electric individualisieren.

Und obwohl der Q4 e-tron viele Verstaumöglichkeiten im Innenraum bietet (Gesamtvolumen: fast 25 Liter), verzichtet er auf das praktische kleine Staufach unter der Fronthaube („Frunk“), in dem sich in einem Ford Mustang Mach-E oder Jaguar I-Pace die Ladekabel verstauen lassen, ohne dass man das Gepäck von der Ladefläche räumen muss.

Im Audi landen die Ladestrippen unter dem höhenverstellbaren Ladeboden des 520 bis 1.490 Liter großen Kofferraums (Sportback: 535 bis 1.460 Liter). 75 Kilogramm dürfen aufs Dach und wird zusätzlich die Anhängerkupplung mitbestellt, darf der elektrische Audi sogar bis zu 1,2 Tonnen schwere Anhänger ziehen – mehr zur Anhängelast in den technischen Daten.

Handliches Schwergewicht

Vom Reisekomfort gefällt der Audi Q4 e-tron nicht nur mit hoher Zuladung und Platz fürs Gepäck. Der Fahrkomfort des Fahrwerks, das optional mit adaptiven Dämpfern ausgerüstet werden kann, ist hoch. Mit den serienmäßigen 19- und 20-Zoll-Rädern ist er höher als mit den optionalen, lauter abrollenden 21-Zoll-Pneus.

Die serienmäßige Mischbereifung im Breitformat (35 und 40 e-tron: 235/55 R19 vorne und 255/50 R19 hinten), die harmonisch abgestimmte Servolenkung, der kompakte Wendekreis der Heckantriebsvarianten und die vorteilhafte Gewichtsverteilung eines Elektroautos sorgen trotz Übergewicht für ein leichtfüßiges Handling.

Ein Großteil des Gewichts sitzt nicht wie im SUV mit Benzin- und Dieselmotor über der Vorderachse, sondern in Form der 350 Kilogramm (kleiner Akku) und 500 Kilogramm schweren Batterie (großer Akku) flach verpackt am Fahrzeugboden. Dies sorgt für einen niedrigen Fahrzeugschwerpunkt und ein Handling, das sich nicht nach 1.965 bis 2.210 Kilogramm Gewicht anfühlt.

Zwei Akkus & drei Motoren

Im Q4 e-tron kommen als Stromspeicher ein Akkupack mit 55 kWh oder 82 kWh Kapazität und drei Antriebe mit 170 PS, 204 PS und 299 PS Leistung zum Einsatz. Die ersten beiden Varianten setzen im Q4 35 e-tron und 40 e-tron auf einen Elektromotor und Heckantrieb. Das Topmodell Q4 50 e-tron besitzt zwei E-Motoren und Allradantrieb.

Die populärste Version, vermutet man bei Audi, wird der 204 PS leistende Q4 40 e-tron sein. Der ist ein vernünftiger Kompromiss. Im Sprint von 0 auf 100 km/h nimmt der 40 e-tron dem 35 e-tron zwar nur eine halbe Sekunde ab, aber der massive Antritt auf den ersten Metern macht Eindruck.

Zudem spart man mit dem Q4 40 e-tron mit nur einem Motor erheblich Gewicht und fast 6.000 Euro bei der Anschaffung gegenüber dem Topmodell Q4 50 e-tron quattro.

Starke Performance im Top-Q4

Der Allradantrieb des Q4 50 e-tron quattro bietet auf nassen Straßen oder im Winter auf Schnee aber auch klare Vorteile bei der Traktion. Zudem sorgt die Topmotorisierung für die mit Abstand dynamischsten Fahrleistungen im Q4 e-tron.

Der 50 e-tron lässt die beiden einmotorigen e-trons, die in 9,0 und 8,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen, schnell weit hinter sich. Zuerst beim Beschleunigen, wenn er seine 2,2 Tonnen in 6,2 Sekunden auf Tempo 100 wuchtet, und dann auf der Autobahn.

Die schwächeren Versionen des Q4 e-tron erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Das Topmodell ist bis 180 km/h freigegeben und damit fast so flott wie der stärkere, 400 PS leistende Jaguar I-Pace EV400, der in der Spitze 200 km/h läuft.

Schneller fahren, öfter laden

Wer so schnell fährt, verbraucht mehr. Oder anders formuliert: Wer schneller fährt, sieht schneller die Ladesäule. Mit dem auf Tempo 130 limitierten Fahrprogramm „Efficiency“, häufigem „Segeln“ (automatischem Auskuppeln beim vom Gas gehen) und dem stärksten der drei Rekuperationsmodi kommt man im Audi Q4 e-tron am weitesten.

Die Stärke der Rekuperation (Rekuperation = Bremsenergierückgewinnung) wird automatisch oder manuell in drei Stufen an der Schaltwippe am Lenkrad eingestellt. Die Temperierung des Batteriesystems, sich automatisch verstellende Luftklappen an der Fahrzeugfront oder die optionale Wärmepumpe helfen, den Verbrauch niedrig zu halten.

Der Verbrauch pendelt in der Werksangabe je nach Modell zwischen 15,8 und 16,5 kWh/100 km. Die von Audi angegebenen Reichweiten pendeln abhängig von der Q4-Version, der Ausstattung und den Fahrverhältnissen zwischen 338 und 515 Kilometern. Hilfreich und im E-Auto unverzichtbar: Die Restreichweite wird zusammen mit dem Akkustand im Cockpit angezeigt.

Geladen wird mit Wechselstrom (AC) und Gleichstrom (DC). Je nach Batterie mit unterschiedlicher Leistung. Mit dem 55-kWh-Akku sind es bis zu 7,2 kW beim AC-Laden und bis zu 100 kW mit Gleichstrom an der HPC-Schnellladesäule (HPC = High Power Charging).

Der 82-kWh-Akku ermöglicht serienmäßig bis zu 11 kW im AC-Ladeprozess und bis zu 125 kW beim HPC-Laden. Unter idealen Bedingungen lädt man so in rund zehn Minuten Strom für zirka 130 Kilometer Strecke in den Akku.

Auf den Akku gibt Audi eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometer Fahrtstrecke. Der Audi Q4 35 e-tron mit der 170-PS-Maschine startet zu einem Preis von 41.900 Euro. Der Preis des Q4 40 e-tron liegt bei 47.500 Euro und der des Q4 50 e-tron quattro bei 52.900 Euro.

Der Sportback liegt jeweils rund 2.000 Euro über den Grundpreisen der drei Modelle. Das ist nicht wenig, aber nach Abzug der Umweltprämie von 9.000 Euro überzeugt der kompakte E-SUV von Audi trotzdem im Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ein typischer Audi

Vom Auftritt und vom Fahren erfüllen sich auch mit dem rein elektrischen Antrieb die Erwartungen, die man an einen Audi stellt. Der geräumige Q4 e-tron glänzt vom Komfort, der Qualitätsanmutung und in manchem Detail. Mit nur kleinen Schwächen. Eine gelungene Vorstellung.

8/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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