Jaguar I-Pace Test

Vollwertiger Elektro-SUV

7/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Starke Fahrleistungen
  • Satte Straßenlage
  • Sehr gutes Raumangebot
  • Hoher Preis
  • Hohes Gewicht
  • Hoher Verbrauch

75.352 € - 91.923 € Preisklasse

5 Sitze

- l/100km

Test

Geht der I-Pace das Tempo mit? Angesichts von zwei Elektromotoren, den 400 PS Leistung und üppig Drehmoment kann man davon ausgehen. Aber erst einmal überrascht das Design des Elektro-Jaguar, der als schicke Mischung aus SUV und Limousine Elektroautos wie dem Audi e-tron und Mercedes EQC aus vielen guten Gründen Konkurrenz macht.

Über 30 Zentimeter kürzer und 12 Zentimeter tiefer als der E-SUV Tesla Model X erinnern die Proportionen wenig an die von Jaguar gewohnten. Die Motorhaube baut eher kurz, das Dach verläuft rundlich. Das zeigt Vorteile im Vergleich zu Jaguars Limousinen, die in Sachen Raumnutzung in der Vergangenheit nicht so gut abschnitten.

Durch den weniger platzbedürftigen Elektromotor, den Akku im Fahrzeugboden und den Verzicht auf Tank und Abgasanlage ist das I-Pace-Package ein ganz anderes. Für 4,68 Meter Länge steht im Innenraum und Kofferraum erfreulich viel Platz zur Verfügung.

Elektroautos machen Raumwunder möglich. Das Ein- und Aussteigen gelingt bequem, weil die Sitze im I-Pace höher eingebaut sind als in einer Limousine, und das Finden der passenden Sitzposition gelingt schnell. Da das Raumangebot der Jaguar XJ Limousine ähneln soll – die misst 5,13 Meter in der Länge – sitzen fünf Passagiere im I-Pace bequem.

Genauso luftig geht es im Kofferraum zu, der mit seinem Basisvolumen von 656 Liter und seiner Breite von 1,06 Meter (gemessen zwischen den Radkästen) beim Laden von schwerem Gepäck schwer Eindruck macht. Normalerweise ist die Ladefläche 97 Zentimeter lang. Wird die Rückbank flach gelegt, sind es 180 Zentimeter.

Damit steht der I-Pace seinen rauen Alltag. Genauso ist es mit dem Allradantrieb. Der wird mit den zwei Elektromotoren realisiert, die sich getrennt die Vorder- und Hinterräder krallen. Und auch die Luftfederung, mit der sich der Jag um fünf Zentimeter nach oben liften lässt, sorgt dafür, dass es gut mit dem i-Pace über Stock und Stein geht.

Die Geländegängigkeit ist im Elektro-SUV so etwas besonderes wie die Bedienung im I-Pace. Die Bedienung der Automatik über die vier Knöpfe statt über einen klassischen Automatikwahlhebel hat man schnell erlernt. Aber das Herumfingern auf den drei Bildschirmen, die in der Mittelkonsole nicht spiegelfrei sind, muss erst verinnerlicht werden. Das erfordert etwas mehr Konzentration wie auch die nach hinten schlechte Übersicht. Genau deshalb gehört die Rückfahrkamera zur Serienausstattung des I-Pace – immerhin.

Die Navigation weist den Weg zu den Ladestationen auf der Strecke. Ist die kurvenreich, umso besser. Der I-Pace liegt mit dem massigen 90-kWh-Akku und dem dadurch tiefen Fahrzeugschwerpunkt, der optimalen 50:50-Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, der üppigen Breite von 2,01 Meter ohne viel Seitenneigung, satt und sicher auf der Straße. Und der aus der gelungenen Abstimmung und dem langen Radstand von 2,99 Meter resultierende Federungskomfort, der mit der Luftfederung auch modulierbar ist, profitiert von dieser Konstellation.

Macht das und die große Batterie den Jaguar I-Pace zu einem Elektroauto, mit dem man bequem lang reisen kann? Wie lang reicht die Reichweite? Steht dem I-Pace dabei sein Gewicht im Weg? Wie hoch ist der Verbrauch? Und wie steht es um die Ausstattung? Viele Fragen – wir haben viele Antworten in dieser Kaufberatung.

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 4,68 Meter
Breite 2,01 Meter
Höhe 1,57 Meter
Kofferraumvolumen 656 bis 1.453 Liter
Türen 5
Leergewicht 2.208 Kilogramm
Zuladung 462 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 2.670Kilogramm
Zulässige Anhängelast  750 Kilogramm

Der Jaguar I-Pace ist ein Elektroauto mit richtig schwerer Batterie. Elektroautos in dieser Klasse, mit denen man ausreichend Kilometer mit einer Ladung zurücklegen kann, gibt es mit dem Audi e-tron und Mercedes EQC schon. Aber erreicht der I-Pace die 400 Kilometer, die mit einem Tesla Model S oder Model X möglich sind?

Sein Gewicht von 2,2 Tonnen, das aus dem schweren Akku resultiert, steht dem Engländer im Weg, aber die Beschleunigung ist trotzdem überragend. Mit den 696 Nm Drehmoment, die sofort greifen, und den 400 PS an beiden Radpaaren fühlt man sich wie der Stein in der Zwille. In nur 4,8 Sekunden reißt der I-Pace seine Kilo nach vorne. Wenn das keine Pace ist, was dann? Auch Supersportwagen sind nicht schneller auf den ersten Metern.

Erst bei 200 km/h, die auch mit einem Elektromotor nicht mehr leise sind, weil nun die Abroll- und Windgeräusche zunehmen, wird abgeregelt, denn sonst würde der große 90 kWh-Akku zu schnell zur Neige gehen.

Die Ladestationen auf der Strecke werden angezeigt, die schneller ladenden aber leider nur versteckt im Untermenü. Dann kann es mit dem von Jaguar angegebenen Verbrauch von 22,0 bis 24,8 kWh/100 km bis zu 470 Kilometer weit gehen. Was die Praxis daraus macht, die mit kalten Temperaturen, voll laufender Klimaanlage und strammem Gasfuß den Ladestand reduzieren kann?

Mit zurückhaltendem Gasfuß, der Wahl des Eco-Modus, nicht zu hohen Geschwindigkeiten und häufiger Rekuperation (Bremsenergierückgewinnung), mit der man beim Fahren das Fahrzeug ohne Druck aufs Bremspedal nur durch vom Gas gehen abbremst, lässt sich die Reichweite erhöhen.

In der Praxis liegt der Verbrauch zwischen 24 und über 30 kWh. Damit ist eine Reichweite von 300 bis knapp 380 Kilometer praktikabel. Damit steckt ordentlich Reserve im 90 kWh-Akku, der nach 40 Minuten an der Schnellladesäule wieder zu 80 Prozent gefüllt ist. Am Haushaltsstecker dauert eine Vollladung allerdings nicht 40 Minuten, sondern rund 40 Stunden.

I-Pace
Batteriekapazität [kWh] 90
Leistung [PS] 400
Getriebe 1-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Vmax  [km/h
4,8 | 200
Kraftstoff Strom

Die Entscheidung fällt im I-Pace zwischen drei Ausstattungslinien. Der S markiert den Einstieg, der SE verlangt gegenüber dem S nach 7.950 Euro Zuzahlung und der Aufstieg vom SE zum HSE kostet nochmal 5.990 Euro extra. Der Preisunterschied zwischen dem Einstiegsmodell und dem Topmodell liegt damit bei 13.490 Euro.

I-Pace S

In der Basisversion des I-Pace, die auf 18-Zoll großen Rädern steht, umfasst die Serienausstattung den schlüssellosen Fahrzeugzugang, die LED-Scheinwerfer, den Allradantrieb, die 2-Zonen-Klimaautomatik, die Ambiente-Innenraumbeleuchtung, das Sonnenbrillenfach in der Dachkonsole, die 8-fach verstellbaren Sportsitze und das Lederlenkrad.

Die Außenspiegel sind beheizbar, besitzen eine Umfeldbeleuchtung und die Heckklappe öffnet sich auf dem manuellen Weg. Die Infotainment- und Fahrassistenzausstattung fällt im Einstiegsmodell schon üppig aus.

Zum Infotainment gehören das digitale 12,3-Zoll-TFT-Instrumentendisplay, das 380-Watt-Soundsystem von Meridian mit 11 Lautsprechern inklusive Subwoofer, das Navigationssystem, der Wi-Fi-Hotspot und das Smartphone-Paket, mit dem das beste Stück per Android Auto oder Apple CarPlay ins System eingebunden wird.

Zu den Fahrassistenten zählen im I-Pace S der Aufmerksamkeitsassistent, der autonome Notfall-Bremsassistent, die Rückfahrkamera, die Verkehrszeichenerkennung mit adaptivem Geschwindigkeitsbegrenzer, die 360-Grad-Einparkhilfe, das Kollisionswarnsystem bei Rückwärtsfahrten, der Toter-Winkel-Warner bei Türöffnung und der Parkassistent.

I-Pace SE

Der SE steht auf mächtigen 20-Zoll-Rädern. Die LED-Scheinwerfer besitzen eine LED-Signatur und das Fernlicht eine Abblendautomatik. Die Sportsitze sind mit genarbtem Leder bezogen, 10-fach verstellbar und verfügen über eine Memory-Funktion für verschiedene Fahrer. Die Memory-Funktion besitzen auch die Außenspiegel, die zudem elektrisch einklapp- und beheizbar sind und automatisch abblenden.

Die Heckklappe öffnet sich im SE serienmäßig elektrisch. Das Infotainment entspricht exakt dem des I-Pace S. Bei der Fahrassistenzausstattung ändert sich aber einiges, denn nun sind auch der adaptive ACC-Tempomat mit Stauassistent, der Notfall-Bremsassistent für hohe Geschwindigkeiten und der Toter-Winkel-Spurassistent mit dabei.

HSE

Das Topmodell gibt sich an den Matrix-LED-Scheinwerfern und einem anderen Felgendesign der 20-Zöller zu erkennen. Die Heckklappe öffnet sich nicht nur elektrisch, sondern auch per Gestensteuerung (ein Fußkick in Richtung Stoßfänger).

Die Sportsitze sind mit edlem Windsor-Leder bezogen und 18-fach verstell-, beheiz- und kühlbar. Die Rücksitze lassen sich im Top-I-Pace ebenfalls beheizen. Und auch in Sachen Infotainment und Fahrassistenz legt der HSE noch eine Schippe zu.

Das Meridian Surround-Soundsystem sorgt mit 825 Watt und 15 Lautsprechern für Wohlklang. Die Fahrassistenzausstattung wird mit dem adaptiven ACC-Tempomat mit Lenkassistent und dem Surround-Kamerasystem erweitert.

Die Sicherheit ist besser als die Bremse. Im ADAC-Bremstest kam der Jaguar I-Pace nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach noch akzeptablen 37,1 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest aber mit der Maximalwertung von fünf Sternen bewertet.

Zusammenfassung

Der I-Pace geht das Tempo mit. Und wie. Die Beschleunigung und die Kurvenlage des E-Jaguar sind eindrucksvoll. Der große Akku verfügt über ordentliche Reserven. Das macht den I-Pace, der auch mit Platz- und Kofferraumangebot sowie angenehmen Fahr- und Geräuschkomfort überzeugen kann, zum Langstreckenbesteher.

Mit mehr Geduld (Ladezeiten) kommt man zwar nicht so weit wie mit einem Diesel, aber der Jaguar I-Pace ist ein höchst beeindruckender Luxusstromer. Nicht umsonst wurde dem Briten im Jahr 2019 die renommierte Auszeichnung „Car of the Year“ verliehen.

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