Welchen Automarken vertrauen die Deutschen am meisten?
22. Juli 2026 von Irene Wallner
Deutschland gilt seit langem als einer der wichtigsten Automärkte der Welt. Die Loyalität gegenüber etablierten heimischen Herstellern wie Volkswagen, BMW und Mercedes-Benz ist tief verwurzelt.
Doch durch gestiegene Lebenshaltungskosten, die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen (EVs) und den Markteintritt chinesischer Hersteller wandelt sich das Konsumverhalten derzeit spürbar.
In diesem Bericht werfen wir einen Blick auf die sich ändernde Wahrnehmung von Automarken. Wir analysieren, welchen Marken die Deutschen am meisten vertrauen und welche gerade richtig an Fahrt gewinnen.
Deutschlands vertrauenswürdigste Automarken
Wenn es um den Autokauf geht, gibt es in Deutschland einen klaren Favoriten, dem mehr vertraut wird als jedem anderen: Volkswagen.
Zum Stand Januar 2026 bleibt Volkswagen mit 10.315.640 Zulassungen und einem Marktanteil von 20,8 % die dominierende Marke. Auch im Jahr 2025 allein lag VW mit 560.796 Neuzulassungen (19,7 % Marktanteil) unangefochten an der Spitze.
Auf dem zweiten Platz folgt Mercedes. Zum Jahresbeginn 2026 kommt die Marke auf insgesamt 4.735.891 Zulassungen (9,6 % Anteil). Damit liegt Mercedes komfortabel auf Rang zwei – genau wie bereits 2025, als sie 260.415 Neuzulassungen (9,2 %) verzeichneten.
Opel komplettiert die Top 3 mit insgesamt 3.809.136 Zulassungen. Der Marktanteil liegt mit 7,7 % etwas niedriger als bei VW und Mercedes. Zudem musste Opel als einzige Marke in den Top 3 einen leichten Rückgang der Neuzulassungen um 2,6 % im Jahresvergleich hinnehmen. Interessanterweise landete Opel 2025 in der reinen Jahresstatistik nur noch auf dem siebten Platz (136.189 Zulassungen, 4,8 % Anteil).
Die beliebtesten Marken nach Anfragen
Betrachten wir die Marken mit den meisten Anfragen auf unserer Website, zeigt sich, wonach deutsche Autofahrer aktiv suchen und was sie als Nächstes Auto in Betracht ziehen.
Skoda führt hier das Feld an: Die Marke erreicht einen Anteil von 12,74 % an allen Anfragen – das sind 1,93 % mehr als beim zweitplatzierten Volkswagen (10,81 %). Auffällig ist: Während die Anfragen für VW zwischen 2025 und 2026 um 12 % sanken, legte Skoda im gleichen Zeitraum um 26 % zu. Das deutet auf ein Umdenken hin – die Dominanz von VW schwindet leicht, denn deutsche Kunden werden zunehmend preisbewusster.

Das größte Plus an Anfragen verzeichnete BYD: Ein Zuwachs von sage und schreibe 25.360 % zwischen 2025 und 2026 katapultierte die chinesische Marke auf einen Anteil von 8,71 %. Das zeigt, wie schnell neue Hersteller an Aufmerksamkeit gewinnen können, sobald das Interesse einmal geweckt ist.
Auch Kia auf dem vierten Platz wächst rasant: Ein Plus von 211 % gegenüber dem Vorjahr setzt den Trend fort, denn schon von 2024 auf 2025 verzeichnete Kia eine Steigerung von 133 %. Mit einem Anteil von 7,84 % an allen Anfragen liegt Kia nur knapp hinter BYD.
Während Skoda, BYD und Kia bei der Beliebtheit zulegen, geht es für SEAT in die entgegengesetzte Richtung: Die Marke verzeichnete zwischen 2025 und 2026 den größten Einbruch an Anfragen: minus 78 %.
Wer dominiert bei Verbrennern und Elektroautos?
Ein Blick auf die gefilterten Anfragen für E-Autos versus Verbrenner liefert spannende Erkenntnisse darüber, welche Marken in beiden Welten oder nur in einer dominieren.

Skoda zum Beispiel belegt Platz eins bei E-Auto-Anfragen (13,76 % Anteil) und Platz zwei bei Verbrennern (15,16 %). Das zeigt, dass die Marke bei deutschen Kunden unabhängig vom Antrieb hoch im Kurs steht. Besonders bei den E-Autos wächst das Interesse enorm (157 % mehr Anfragen in 2026).
Volkswagen führt das Feld bei den Verbrenner-Anfragen an (24,38 % Anteil). Trotz eines Rückgangs von 27 % im Jahresvergleich bleibt VW hier die Nummer eins. Im E-Auto-Ranking reicht es jedoch nur für Platz fünf (7,3 % Anteil) – hier schauen sich Kunden häufiger bei der Konkurrenz um.
Kia ist ein spannender Fall: Bei den E-Autos landen sie auf Platz zwei (9,86 %), bei den Verbrennern lediglich auf Platz acht (3,91 %). Die Anfragen für Kias E-Autos stiegen um 404 %, während das Interesse an ihren Verbrennern um 39 % sank.
BYD konzentriert sich ausschließlich auf E-Autos und belegt dort den dritten Platz (7,91 % der Anfragen) – mit einem beeindruckenden Wachstum von 19.380 % im letzten Jahr. Beeindruckende Zahlen für eine Marke, die erst seit Oktober 2022 auf dem deutschen Markt erhältlich ist.
Dacia wiederum ist stark bei den Verbrennern (Platz drei, 10,19 % aller Anfragen), spielt aber bei den E-Autos mit Rang sechs (5,52 %) eine untergeordnete Rolle.
Die beliebtesten Modelle
Wir haben nicht nur Marken, sondern auch Modelle analysiert. Da Volkswagen die beliebteste Marke ist, überrascht es nicht, dass auch die ersten drei Plätze an VW gehen.
Der VW Golf war 2025 das beliebteste Modell (85.023 Neuzulassungen). Zudem ist die Stimmung gegenüber dem Golf sehr gut: 92 % der Nutzer online äußerten sich neutral oder positiv.
Auf dem zweiten Platz folgt der VW T-Roc (78.264 Neuzulassungen). Auch hier ist die Stimmung mit 92 % positiven oder neutralen Erwähnungen exzellent. Den dritten Platz sichert sich der VW Tiguan (63.316 Neuzulassungen, 89 % positive/neutrale Stimmung).
Das erste Modell, das nicht von VW stammt, ist der Opel Corsa auf dem vierten Platz (48.581 Neuzulassungen). Er macht stolze 35,7 % aller Neuzulassungen der Marke Opel aus. Den fünften Platz belegt der BMW X1 (47.143 Neuzulassungen), der mit 93 % positiven/neutralen Erwähnungen besonders gut bei den Kunden ankommt.
Spannend: Einige Modelle tragen einen enormen Teil zum Erfolg ihrer Marke bei. Der Volvo XC60 macht beispielsweise 39,3 % aller Zulassungen der Marke aus, gefolgt vom Dacia Sandero (35,9 %), auch der bereits erwähnte Opel Corsa ist mehr als ein Drittel aller Opelkäufe verantwortlich (35,7 %) und 34,2 % aller Toyota Zulassungen entfallen auf den Yaris.
Konfiguriert vs. gekauft
Kaufen deutsche Autofahrer immer das Auto, das sie auch konfiguriert haben? Meistens ja, aber nicht ausnahmslos.

Bei Skoda ist die Loyalität am höchsten: 62 % der Kunden, die in der ersten Hälfte des Jahres einen Skoda auf Carwow konfiguriert haben, kauften am Ende auch einen. Bei BYD sind es immerhin 59 %.

Interessant ist der Fall Volkswagen: Nur 39 % der Kunden, die einen VW konfiguriert haben, blieben am Ende auch dabei. Ganze 15 % dieser Kunden wechselten zu Skoda – der Marke, die unter dem Dach des gleichen Konzerns offensichtlich viele VW-Interessenten abgreift.
Was halten die Deutschen von chinesischen Marken?
Die Wahrnehmung chinesischer Marken verbessert sich stetig. Dazu wollten wir die Meinung unserer Kunden genauer betrachten und haben intern Umfragen durchgeführt:
Während im Dezember 2022 nur 30 % der Befragten einen chinesischen Hersteller für ihr nächstes Auto in Erwägung gezogen hätten, sind es im Januar 2026 bereits 44 %.
Die häufigsten Gründe noch keinen EV in Betracht zu ziehen sind auch in 2026 weiterhin politische Aspekte und die Qualität des Kundenservices (jeweils 22 % der Befragten).
BYD ist Anfang 2026 die bekannteste chinesische Marke (37 % Bekanntheit), gefolgt von Xpeng (20 %) und NIO (18 %). Während die Bekanntheit von BYD und Xpeng seit 2023 deutlich gestiegen ist, stagniert NIO auf einem ähnlichen Niveau wie zuvor.
Fazit: Deutschlands Automarkt steckt im Wandel
Wenn wir das Gesamtbild betrachten, zeigt sich: Deutsche Kunden bevorzugen zwar nach wie vor heimische Marken, aber der Markt wird vielfältiger.
Während Volkswagen die Spitze behauptet, ist der Aufstieg von Skoda nicht zu leugnen. Dass Skoda auch bei Elektroautos führt, zeigt, dass die Marke zukunftsorientiert aufgestellt ist. Auch wenn Skoda zum VW-Konzern gehört, ist die Bereitschaft der Kunden, über den Tellerrand der klassischen Marktführer hinauszublicken, spürbar gewachsen. Das gilt auch für chinesische Hersteller wie BYD, die immer mehr Vertrauen gewinnen.
Die steigende Nachfrage nach E-Autos und die wachsende Offenheit gegenüber neuen Playern zeigen: Die deutsche Autolandschaft verändert sich. Auch wenn die angestammten Platzhirsche weiterhin fest im Sattel sitzen, wird der Wettbewerb deutlich spannender.
Methodik
Die deutschen Kfz-Zulassungsdaten stammen aus der Veröffentlichung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) vom Dezember 2025 und basieren auf den Gesamtzahlen der Pkw-Zulassungen von Januar bis Dezember 2025.
Die Zahlen auf Markenebene wurden den Zwischensummenzeilen des KBA entnommen, wobei die Zulassungen von Elektro- und Hybridfahrzeugen als BEV plus alle Hybridzulassungen, einschließlich Plug-in-Hybriden, definiert wurden. Als zusätzliche Kennzahl für reine Elektrofahrzeuge wird auch eine eingeschränkte BEV- und PHEV-Zahl angegeben
- Sentiment-Analyse: Die Daten zur Kundenzufriedenheit basieren auf Brandwatch. Die Werte für „positiv/neutral“ wurden berechnet, indem der Anteil der negativen Diskussionen von 100 % abgezogen wurde.
- EV-Info: Elektro-Zulassungen beziehen sich auf BEV + PHEV.
Alle Angaben entsprechen dem Stand vom 23.06.26. Die Ranglisten wurden unter Verwendung der oben genannten Quellen und Methoden erstellt