Volvo XC60

Sicherer Kompakt-SUV souverän auf jedem Terrain

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Niedriges Geräuschniveau
  • Gute Biturbo-Dieselmotoren
  • Rückmeldearme Lenkung
  • Hohes Gewicht
  • Hoher Preis

41.400 € - 72.250 € Preisklasse

5 Sitze

2,2 - 7,6 l/100km

Test

Hat die Neuauflage des XC60 das Zeug zum Bestseller? Der XC60 ist seit Jahren Volvos meistverkauftes Auto und der bestverkaufte SUV in seinem Segment. Seit 2008 wurden über eine Millionen Exemplare abgesetzt, darunter 90.000 in Deutschland. Damit verkaufte Volvo mehr SUVs in der 4,70-Meter-Klasse als Audi vom Q5, BMW vom X3 und Mercedes vom GLC. Auch SUV-Neulinge wie der Alfa Romeo Stelvio und Jaguar F-Pace sehen sich im XC60 einem starken Konkurrenten gegenüber.

Die zweite Generation des XC60, die an der Front, in der Seitenlinie und aus der Heckansicht an Volvos großen SUV XC90 erinnert, hat beste Anlagen ein Erfolg zu werden. Das beginnt im edel ausstaffierten Innenraum mit zahlreichen innovativen Lösungen, großartiger Verarbeitung und liebevollen Details.

An Platz und Bewegungsfreiheit herrscht auf 4,69 Meter Länge x 1,90 Meter Breite kein Mangel.

Die Ruhe beim Fahren macht den Volvo SUV genauso zum bequemen Reisewagen wie seine hintergründig laufenden Vierzylindermotoren, zu denen auch ein 407 PS starker Plug-in-Hybrid zählt. Besonders der 235-PS-Diesel überzeugt dank der raffinierten PowerPulse-Technik, die mit Druckluft das Turboloch wegpustet. Die Lenkung und das Übergewicht gefallen jedoch weniger.

Bei der Sicherheitsausstattung fährt der XC60 – typisch Volvo – wieder ganz groß auf. Das Gleiche gilt auch für die Ausstattung, die das Interieur des Kompakt-SUVs zu einer noblen, unaufdringlich eleganten Partie macht. Das hat allerdings seinen Preis.

“Wir haben ein unheimlich schönes Auto auf die Beine gestellt”, freut man sich bei Volvo. Das gilt für das harmonisch gezeichnete Karosseriekleid und setzt sich im Interieur fort. Bei der Bedienung geht der XC60 neue Wege.

Das Interieur

Das fängt schon beim Motorstart an. Ein Startdrehschalter, kein Startknopf, befindet sich auf der Mittelkonsole. Den Touchscreen, der viele manuelle Schalter einspart, bedient man wie ein Computer oder Tablet.

Bei der Temperatureinstellung geht ein Pop-up-Menü mit Gradzahlen auf und der Weg ins zurückliegende Menü erfolgt über den „X“-Button (für Schließen). Jung gebliebene begreifen das sofort, ältere, in der Analog-Gesellschaft verhaftete eher nicht.

Auch beim Material schlägt der Volvo-SUV neue Wege ein. Etwa beim Holz am Armaturenbrett. Es ist Treibholz aus dem Meer und erstmals in einem Auto längs gemasert (Serie im Inscription). Sonst verbaut man nur quer gemasertes.

Der Fahrmodus-Drehschalter und die Luftdüseneinsteller bestehen aus gestanztem Metall. Die ebenfalls metallene Zierleiste, die sich quer durchs ganze Armaturenbrett zieht, ist mit einer schwedischen Flagge versehen. Diese hat jedoch nicht nur eine dekorative Funktion, sondern auch eine praktische. Wenn man genau hinschaut, dann erkennt man, dass es sich hierbei um eine Dehnfuge handelt, die Wärmedehnungen kompensieren kann.

Der Sitzkomfort überzeugt schon beim ersten Platz nehmen. An Bewegungsfreiheit mangelt es nicht. An Übersicht aber schon. Deshalb freut man sich über das 360-Grad-Rundumsicht-System auf dem 9-Zoll-Hochkant-Monitor. Dass die hinteren Scheiben sich nicht voll im Fensterschacht versenken lassen, mag stören, ist in anderen SUVs aber auch nicht anders.

Der Kofferraum

Zielerfüllung liefert der Volvo XC60 auch im Kofferraum. Unter der elektrischen Heckklappe (gegen Aufpreis) lassen sich 505 Liter und bei umgeklappten Rücksitzen maximal 1.432 Liter verstauen. Über die hohe Ladekante kann man sich mokieren, es macht nur wenig Sinn den XC60 genau hierfür zu kritisieren, denn man sitzt in einem Fahrzeug mit erhöhter Bodenfreiheit.

Der XC60 gehört mit der schon gefahrenen optionalen Luftfederung (Serie im T8 Plug-in-Hybrid) zu den Sänften auf dem Markt. Die Fahrgeräusche werden äußerst effektiv von den Insassen ferngehalten. Das liegt einerseits an der hervorragenden Geräuschdämmung und andererseits am Akustikglas im Testwagen (optional).

Der Auftrag bei der Entwicklung der zweiten Generation des XC60 hieß eindeutig Komfort. Das lässt einen der sanfte Schwede permanent spüren. Beim simulierten Slalom taucht er ein und wankt. Seine Lenkung, die sehr leichtgängig und abgehoben rückmeldungsarm arbeitet, scheint für Nordamerika gemacht, wo geschmeidiges Belag-Absorbieren mehr zählt als perfektes Kurvenhandling.

Versucht man es im XC60 trotzdem sportlich, gerät er schnell untersteuernd an seine Grenzen. Verwunderlich ist das nicht, denn der gefahrene XC60 D5 AWD mit dem 235-PS-Diesel steht mit 1.990 Kilogramm auf der Waage. Sein Fahrverhalten ist dem 4,95 Meter langen und 2,1 Tonnen schweren XC90 damit ähnlicher, als man vor der ersten Ausfahrt denkt.

In der Ruhe liegt die Kraft, die zumeist mit dem permanenten Allradantrieb und einem Dieselmotor auf die Straße kommt.

Volvo setzt im XC60 allein auf Vierzylinder und sagt innerhalb der nächsten zehn Jahre dem Dieselmotor ade. Trotzdem kommen im neuen SUV hauptsächlich Dieselmotoren zum Einsatz, für die sich bereits 80% der Kunden der Vorgängergeneration entschieden hatten. Alle Triebwerke werden zum Marktstart von einer Achtgang-Automatik mit optionalen Schaltwippen verwaltet. Ein Schaltgetriebe reicht Volvo später nach. Vermutlich in einer neuen Einstiegsvariante mit Frontantrieb.

Die Benziner

Die Benzinmotoren sind die Nebendarsteller, die in Zukunft als Hauptdarsteller auftreten sollen. Drei Motoren stehen bei der Markteinführung zur Wahl. Zwei 2,0-Liter-Turbodirekteinspritzer mit 254 PS und 320 PS sowie ein Plug-in-Hybrid mit 407 PS.

Der schwächere Benziner beschleunigt in 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht ein Spitzentempo von 220 km/h. Der stärkere schafft das Gleiche in 5,9 Sekunden und mit maximal 230 km/h. Die Verbrauchsangaben (7,2 und 7,7 l/100 km) wirken ähnlich realitätsfremd wie beim Hybrid.

Der produziert mit der Kraft der zwei Herzen 640 Nm Drehmoment, sprintet in 5,3 Sekunden auf 100 und fährt bis zu 45 Kilometer rein elektrisch, aber wohl selten mit einem Verbrauch von 2,1 l/100 km. Und was soll man unter dem Strich noch sparen, wenn man bei der Anschaffung schon mehr als 21.000 Euro im Vergleich zum Einstiegsdiesel D4 draufgelegt hat?

Die Diesel

Deshalb fahren die meisten Kunden wohl auch in Zukunft in Deutschland den XC60 mit Dieselmotor. Der fühlt sich in der stärkeren Variante des Biturbo-Diesels nach mehr als vier Zylindern und 2,0 Liter Hubraum an, was auch am Klangbild liegt, das manchmal mehr an einen Benziner als einen Selbstzünder erinnert. Mit 235 PS Leistung und 480 Nm Drehmoment steht der D5 sehr gut im Futter.

Seinen spürbar starken Antritt erreichte man durch einen technischen Trick: In einem Behälter wird Druckluft gesammelt, die bei starker Beschleunigung im ersten und zweiten Gang die Turboaufladung unterstützt. Das nennen sie bei Volvo PowerPulse.

Der 190-PS-Biturbo-Diesel (D4) hat die Luftpumpe zwar nicht an Bord, ist aber auch kein Kind von schlechten Eltern. Er liefert 400 Newtonmeter an die vier Antriebsräder. Das reicht um adäquat unterwegs zu sein, aber trotzdem ist der D5, der in 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und 220 km/h läuft, temperamentvoller als der D4 (8,4 s, 205 km/h). Bei etwa gleichem Verbrauch von 5,5 statt 5,1 l/100 km.

Keine Automarke stand in der Vergangenheit mehr für das Thema Sicherheit als Volvo. Auch beim XC60 bleibt sich Volvo treu und packt viel Sicherheitsausstattung mit ein. Das vorrangige Ziel der Assistenzsysteme ist die Unfallvermeidung.

Das City Safety Notbremssystem erkennt Fahrzeuge, Motorräder, Fußgänger und auch einen Elch vor dem Fahrzeug. Wenn eine automatische Notbremsung nicht mehr ausreicht, um einen Unfall zu verhindern, und das System einen Lenkimpuls vom Fahrer am Lenkrad registriert, unterstützt es den Fahrer dabei, das Hindernis zu umfahren und das Fahrzeug danach wieder sauber in die Spur zu lenken.

Der Assistent arbeitet im neuen XC60 bis 60 km/h. Ganz neu sind auch der Gegenverkehr-Assistent, der mit einem Lenkimpuls verhindert, dass man in den Gegenverkehr gerät, und der Toter-Winkel-Assistent mit Lenkeingriff.

Zu den weiteren Assistenzsystemen zählen das 360-Grad-Rundumsicht-System, das Head-up-Display, der Kreuzungs-Bremsassistent und das Pilot Assist System, das teilautonomes Fahren bis zu einem Tempo von 130 km/h gestattet, auch ohne dass ein anderes Fahrzeug vorausfährt. Weitere Sicherheitsposten sind die steife Karosserie des XC60 und sein Allradantrieb.

Anhand des ganzen Aufwands, den Volvo in die Sicherheit seiner Modelle steckt, ist es wenig überraschend, dass der XC60 beim Euro NCAP-Crashtest die volle Punktzahl von 5 Sternen einfuhr.

Sehr gut ausgestattet ist der Volvo XC60 immer, egal welche der Ausstattungslinien Momentum, R-Design und Inscription man wählt. Die Linie Kinetic kommt erst nach der Markteinführung auf den Markt.

In der Einstiegsversion Momentum gehören das City Safety Notbremssystem, der Kreuzungs-Bremsassistent, der Gegenverkehr-Assistent, die Verkehrszeichenerkennung und die Anhänger-Stabilisierung mit zum Ausstattungspaket. Des Weiteren sind das Infotainmentsystem Sensus Connect mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Audio-Streaming, Sprachsteuerung und Internetzugang sowie ein Audiosystem mit zehn Lautsprechern Serie.

Ebenso inklusive sind die Zwei-Zonen-Klimaautomatik, die LED-Scheinwerfer und die Aluminium-Dachreling. Die Linie rollt auf 18-Zoll-Leichtmetallrädern und setzt auf beheizte Scheibenwischer mit integrierten Wasserdüsen, die unter allen Umständen eine gleichmäßige Wischleistung gewähren sollen.

Oberhalb des Momentum stehen der elegante Inscription und die sportliche R-Design-Variante. In beiden Versionen sind die 12,3 Zoll große digitale Instrumentenanzeige mit zwei variablen Rundinstrumenten und einem Info-Display, ein automatisch abblendender Innenspiegel und der Drive Mode-Schalter zur variablen Anpassung von Motor, Getriebe, Lenkung, Bremsen und Fahrwerk mit an Bord.

Der Inscription verfügt dazu über Leder-Komfortsitze, einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz mit Memory-Funktion, die schon erwähnten Treibholzplanken am Armaturenbrett („Drift Wood“), eine erweiterte Ambientebeleuchtung und 19-Zoll-Leichtmetallräder.

Die Variante R-Design erkennt man von außen schnell an der sportiveren Front- und Heckschürze und den Außenspiegeln im Chrom-Look. Im Innenraum machen das Sportlenkrad, die Sportpedale, der Dachhimmel in Anthrazit und die Sportsitze mit Nubuk-Textil/Nappaleder-Bezug den Unterschied. Der XC60 im R-Design besitzt ein straffer abgestimmtes Sportfahrwerk und steht auf 19 Zoll-Leichtmetallrädern.

Im T8 Plug-in-Hybrid fällt der Ausstattungssegen mit dem serienmäßigen Panorama-Glas-Schiebedach, der Standheizung, einem Subwoofer sowie einem handgefertigten Schalthebel aus schwedischem Orrefors-Kristallglas noch großzügiger aus.

Mit weiteren Extras wie Massagesitzen oder dem toll klingenden Bowers & Wilkins Soundsystem sowie reichlich Ausstattungspaketen lässt sich das hohe Preisniveau des XC60 weiter nach oben liften.

Zusammenfassung

Qualität hat ihren Preis. Daraus resultiert ein hoher Preis. Dafür erhält man ein SUV, das sich im repräsentativen Auftritt, mit den Motoren, beim Infotainment und der hervorragenden Sicherheitsausstattung am großen Bruder XC90 anlehnt.

Diese unübersehbare Familienähnlichkeit wird in Zukunft dafür sorgen, dass sich mancher, der sich für einen XC90 interessiert hat, schließlich im XC60 wiederfindet, weil er sich im kompakteren Volvo SUV wohler als im ausladenden SUV-Topmodell fühlt. Deswegen und aus vielen anderen guten Gründen wird der XC60 der Bestseller bleiben, der er immer war.

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