Audi Q2

Kompakter Trendsetter ist gut verarbeitet

7,9
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Geringes Gewicht
  • Gutes Raumangebot
  • Sparsame Motoren
  • Schlechte Übersicht
  • Nur zwei Jahre Garantie
  • Hoher Preis mit Extras

23.400 € - 36.350 € Preisklasse

5 Sitze

4,1 - 6,1 l/100km

Test

SUVs liegen im Trend und das schon für eine ganze Weile. Je kompakter sie ausfallen, umso besser stehen die Chancen für den großen Erfolg. Das weiß man auch bei Audi. Die SUVs der Marke wurden mit den Jahren mit jeder Präsentation immer kompakter. Zuletzt der gründlich abgespeckte Q7.

Der Audi Q2 fällt mit 4,19 Metern Länge sogar sieben Zentimeter kürzer aus als ein VW Golf. Das hat viele positive Effekte: Da das Gewicht niedrig ausfällt, verbessert sich das Handling und weniger Motorleistung ist notwendig, was wiederum den Verbrauch verbessert.

Außen ist der Audi Q2 kompakt, innen aber nicht. Mit dem 405 Liter großen Kofferraum und vier vollwertigen Plätzen taugt auch der kompakteste SUV aus Ingolstadt zum Familienauto – im Vergleich: Das Gepäckabteil des Golf schluckt 380 Liter. In leicht erhöhter Sitzposition bietet der 1,51 Meter hohe SUV einen etwas besseren Überblick und einen leichteren Zustieg.

Im Interieur und Exterieur präsentiert sich das erste Q-Modell, das mehr auf Kanten als auf Rundungen setzt, jugendlich frisch. Kontrastfarben an den C-Säulen und bunte Farben an der Karosse und im Innenraum unterstreichen das.

Und auch in der Sicherheits- und Komfortausstattung setzt sich der Q2 von der Konkurrenz ab mit Extras wie dem phantastischen virtuellen Cockpit, dem Head-up-Display und einer Vielzahl von Assistenten.

In einen SUV umzusteigen, der kürzer ausfällt, fällt also nicht schwer. Damit hat der Audi Q2 beste Chancen, einem Mini Countryman oder auch einem preiswerteren Kompakt-SUV wie dem Seat Ateca und Nissan Qashqai oder einem teuren SUV wie dem Mercedes GLA Paroli zu bieten. Selbst der 20 Zentimeter längere Audi Q3 sieht im Vergleich zum Audi Q2 schon etwas alt aus.

In der Kürze liegt die Würze. Der Audi Q2 bietet eine leicht erhöhte Bodenfreiheit, leichteren Ein- und Ausstieg und gute Platzverhältnisse und darüber hinaus auch noch einen ordentlichen Kofferraum.

Das Interieur

Der Innenraum des Q2 wirkt vertraut. Er erinnert an den jüngst überarbeiteten Audi A3. Materialqualität und Verarbeitungsgüte werden auch hier hochgehalten. Die Türen fallen satt ins Schloss. Die Schalter fassen sich genauso gut an wie der weich aufgeschäumte Kunststoff der Armaturentafel oder das Lederlenkrad.

Die Anzahl der Schalter konnte auf ein Minimum reduziert werden, da ein Großteil der Bedienung über den zentralen MMI-Dreh-Drück-Steller, das optionale Touchpad oder die Tasten am Lenkrad erfolgt. Da die Bedienmöglichkeiten per Multifunktionslenkrad zahlreich sind, erfordern sie etwas Eingewöhnung.

An die Platzverhältnisse hat man sich schnell gewöhnt. Auf den vorderen Plätzen sitzt man acht Zentimeter höher als im Audi A3. Daraus ergibt sich eine einwandfreie Sitzposition, die in den Sportsitzen, die mehr Seitenhalt als die Seriensitze bieten, noch ein wenig überzeugender ausfällt.

Auch auf der Rücksitzbank steht, obwohl die Dachlinie relativ flach verläuft, genug Kopffreiheit zur Verfügung. Der Ausstieg fällt hinten etwas eng aus und da keine Dachrinne das Wasser im Q2 aufhält, kann es beim Türöffnen von oben etwas heruntertropfen.

Um die Übersicht im Heckbereich ist es auch nicht zum Besten bestellt. Man sieht nicht viel, da die dicken C-Säulen den Blick nach hinten beeinträchtigen. Deshalb bestellt man den Q2 mit Parksensoren oder noch besser mit der Rückfahrkamera.

Der Kofferraum

Das Ladeabteil des Audi Q2 fasst in der Grundkonfiguration 405 Liter. Das ist eine gute und für Familien befriedigende Portion Gepäck, mit der ein Q2 in einem Vergleich mit einem Mini Countryman (350 l) oder dem längeren Mercedes GLA bestehen kann (421 l). Fällt die dreigeteilt umklappbare Rückbank in die Ebene, kommt ein Volumen von 1.050 Liter auf der Ladefläche unter.

Wenig Gewicht ist eine gute Voraussetzung für gutes Handling. Weitere gute Voraussetzungen sind eine direkte Lenkung und ein straffes Fahrwerk. Das Q2-Fahrwerk wird in der Version mit Frontantrieb mit einer Verbundlenker-Hinterachse und in der Version mit Vierradantrieb mit einer Vierlenker-Hinterachse ausgeliefert. Wichtiger als die letzten Technikdetails ist aber, wie es sich in Fahrt anfühlt: komfortabel (komfortabler als im Q3) und auch auf Langstrecke angenehm.

Die serienmäßige Progressivlenkung reagiert variabel. Bei stärkerem Lenkeinschlag arbeitet sie direkter, bei wenig Lenkeinschlag fährt sie die Direktheit wieder zurück. Der Grad der Direktheit lässt sich mit der Fahrprofileinstellung Drive Select und den optionalen adaptiven Stoßdämpfern beeinflussen.

Unbedingt notwendig sind die adaptiven Dämpfer nicht, da schon das Serienfahrwerk im Q2 einen guten Kompromiss aus Komfort und Sportlichkeit abliefert. Auch der Allradantrieb gehört bei den wenigen Schneetagen pro Jahr nicht zum Pflichtprogramm. Die stärkeren Benzin- und Dieselmotoren erhalten den Quattro-Antrieb trotzdem ab Werk.

Das bedeutet aber nicht, dass der Audi Q2 einen Geländeauftrag hat. Der nur angedeutete Unterfahrschutz und das bisschen Bodenfreiheit offenbaren, für welches Terrain der Audi SUV konstruiert wurde: für die Straße. Auf der spürt man, wie gut auch eine steife Karosserie für das Handling ist.

Ein starker Motor tut nicht Not, wenn das Fahrzeug 1,2 Tonnen leicht ist. Eine normale Portion Kraft unter der Motorhaube reicht. 116 bis 190 PS genügen, die mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe oder der Siebengang-Doppelkupplungsautomatik verwaltet werden.

Die Benziner

Der hinter dem eindrucksvollen Singleframe-Kühlergrill arbeitende 1,0-Liter-Dreizylinder ist der kleinste Motor. Der quirlige 1.0 TFSI, der dank Turboaufladung stramme 200 Newtonmeter Drehmoment und 116 PS Leistung herauskitzelt, sorgt für Lebendigkeit im leichten Q2. Aber auf der Autobahn verebbt die Kraft dann spätestens beim ersten steileren Anstieg.

Im Q2 1.4 TFSI, der mit vier Zylindern 250 Nm und 150 PS erarbeitet, geht es noch erquicklicher voran und mit mehr Durchzug und leise. Das neue Start-Stopp-System, das den Motor schon beim Ausrollen vor der Ampel abschaltet, ist im Q2 serienmäßig installiert. Mit diesem Motor, der auch mit einer Zylinderabschaltung spart, dürfte sich der Verbrauch in der Praxis um die 6,5 bis 7,0 Liter Super einpendeln.

Der stärkere 2.0 TFSI verbraucht mit seinen 2,0 Litern Hubraum, 320 Nm und 190 PS am Allradantrieb etwas mehr.

Die Diesel

Die Vierzylinder-Diesel mit 1,6 und 2,0 Liter Hubraum sind die sparsamsten Antriebsquellen im Audi Q2. Der 1.6 TDI mit 116 PS und 250 Newtonmetern ist die erste Wahl für alle, die gerne Diesel fahren, aber nicht so viel bei der Anschaffung bezahlen wollen.

Der 2.0 TDI erfüllt mit 150 PS und 340 Newtonmetern den Wunsch nach uriger Dieselkraft aus dem Drehzahlkeller zum noch vernünftigen Anschaffungspreis. Der ist im Fall des Q2 2.0 TDI Quattro mit 190 PS sehr hoch. Trotzdem hat auch dieser Motor mit bärigen 400 Newtonmetern Kraft seinen Reiz, denn mit ihm beschleunigt der Q2 fast wie ein Sportwagen in etwa sieben Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Verbrauch aber bleibt der eines Kleinwagens.

Früher waren nur Fahrzeuge der Oberklasse richtig sicher. Heute muss man nicht einen Riesen-SUV wie den Audi Q7 fahren, um sicher ans Ziel zu gelangen. Nicht nur der Allradantrieb kann im fast einen Meter kürzeren Audi Q2 bestellt werden, sondern auch die modernen Assistenzsysteme kommen zum Einsatz, womit sich der Audi Q2 von der Masse der Kompakt-SUVs unterscheidet.

Einen Stauassistenten, Spurwechsel- und Spurhalteassistenten, Querverkehrwarner, eine Verkehrszeichenerkennung, einen Einparkassistenten und einen adaptiven Tempomat hat in dieser Klasse nicht jeder im Angebot. Serienmäßig kommen im Audi Q2 die Airbags, das ESP und das Pre-sense-front-System zum Einsatz. Letzteres erkennt Fußgänger und kritische Verkehrssituationen vor dem Fahrzeug und leitet im Notfall autonom eine Vollbremsung bis zum Stillstand ein.

Im ADAC-Bremstest wurde der Audi Q2 zum Redaktionsschluss noch nicht getestet. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest ebenfalls noch nicht bewertet. Die maximale Wertung von fünf Sternen kann für den Q2, weil er ein Fahrzeug mit hohem Sicherheitsversprechen ist, aber erwartet werden.

Das Basismodell bietet zwar den niedrigsten Einstiegspreis, aber nicht viel mehr. Zumindest von dem nicht, was heute schon in einem Kompakt-SUV wie dem Q2 möglich ist. Etwa Voll-LED-Scheinwerfer statt nur Halogenleuchten. Oder das Head-up-Display. Oder das Soundsystem von Bang & Olufsen. Oder die elektrische Heckklappe. Oder das eindrucksvolle Audi virtual cockpit, das in einem Audi Q3 nicht einmal zu bekommen ist.

Spendiert man weitere Euros, navigiert man den Q2 mit der MMI-Navigation über das Touchpad oder die Sprachsteuerung, die auch „gesprochene Sprache“ akzeptiert. Über den WLAN-Hotspot kann im Internet gesurft oder Musik gestreamt werden. Die dafür benötigte Daten-Flatrate ist mit der fest im Auto verbauten SIM-Karte inklusive.

Audi Connect erlaubt das Navigieren mit Google Earth und Street View und liefert Infos über die aktuelle Verkehrslage, über freie Parkplätze oder das Reiseziel. Und das beste Stück? Das Smartphone wird ganz flott via Apple Carplay oder Android Auto eingebunden und an die Außenantenne gekoppelt. Induktives Laden ohne Kabel ist ebenfalls möglich.

Auch bei der Individualisierung geht im Q2 viel. Neben Rädern, die mit bis zu 19 Zoll die Radkästen füllen (Basismodell: 16 Zoll), lässt sich der Audi mit bunten Applikationen und Polstern, hinterleuchteten Konsolen oder feschen „Q2“-Emblemen an den Dachsäulen bestellen. Damit steigt der Preis und das Preis-Leistungs-Verhältnis, das im Audi Q2 1.0 TFSI mit 22.900 Euro noch überzeugen kann, verschlechtert sich. Ein Q2 2.0 TDI Quattro mit 190 PS steht für 34.000 Euro in der Preisliste – ohne Zubehör.

Zusammenfassung

Der Kompakt-SUV liegt im Trend. Der Audi Q2 ist ein Trendsetter, weil er nicht nur in enge Parklücken passt, sondern mit seinem geringen Gewicht und Verbrauch auch in seine Zeit. Zudem erledigt er vieles edler, qualitativer, technisch ausgeklügelter und sicherer als die meisten Kontrahenten. Wenn man dafür bezahlt. Trotzdem bietet er einen Preisvorteil. Ein Audi Q2 ist 7.000 Euro günstiger als der schon etwas in die Jahre gekommene Audi Q3.

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