Volkswagen Golf Sportsvan Test

Geräumiger Van ideal für die Familie

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Erhöhte Sitzposition
  • Bequemes Adaptivfahrwerk
  • Gute Sicherheit
  • Hoher Preis
  • Geringe Zuladung
  • Sicherheitssysteme kosten extra

20.475 € - 31.550 € Preisklasse

5 Sitze

4,9 - 5,1 l/100km

Test

Früher hieß der Golf Van mit Hochdach Golf Plus. Das klang VW offensichtlich zu altbacken und zu sehr nach 50+. Also dachte man sich für den im Jahr 2014 neu aufgelegten Golf Van den Modellnamen Sportsvan aus, was die Frage aufwirft: Was ist hier „Sport“, was „Van“?

Mit 4,34 Meter Länge positioniert sich der Golf Sportsvan zwischen dem 4,26 Meter langen Golf Steilheck und dem 4,56 Meter langen Golf Variant. Dem 4,53 Meter messenden Familienvan VW Touran kommt er im Raumgefühl mit dem erhöhten Aufbau und in der Kopffreiheit nahe, aber der bietet bis zu sieben Sitze. Immerhin: Eine verschiebbare und in der Neigung verstellbare Rücksitzbank ist auch im Golf Sportsvan mit an Bord.

Beim Facelift Ende 2017 wurden die Schürzen vorne und hinten modifiziert und der Kühlergrill abgeändert. Auch die Frontscheinwerfer strahlen in überarbeiteter Form.

Das Kofferraumvolumen fällt im Vergleich zur Konkurrenz BMW 2er Active Tourer, Citroen C4 Picasso, Ford C-MAX, Mercedes B-Klasse und Renault Scénic durchschnittlich aus. Das Platzangebot auf den vorderen und hinteren Sitzen übertrifft das des Golf Variant und der Zustieg ist bequemer.

Auch sonst gerät der Golf Sportsvan mit dem komfortablen Fahrwerk, sicherem Handling, 85 bis 150 PS starken Motoren und guter Sicherheitsausstattung nicht so leicht aus der Spur. Nur eines stört beim Kauf eines Golf Sportsvan, der sich für junge Familien genauso eignet wie für Menschen, die bequemer und gesünder einsteigen und sitzen wollen: der hohe Preis.

Ein luftiger Innenraum, viel Kopffreiheit, Beinfreiheit und mehr Vielseitigkeit – das unterscheidet einen Golf Sportsvan von einem Golf Variant. Der Grund, warum man sich für den Sportsvan entscheidet, ist aber auch die erhöhte Sitzposition.

Das Interieur

Der Einstieg ist bequemer als in einem tiefer liegenden Golf Variant. Genauso kommod sind die Sitze, auf denen fast jeder Fahrer eine bequeme Sitzposition findet. Der Dachhimmel liegt dank 1,61 Meter Fahrzeughöhe weit über den Köpfen der Insassen, weshalb auch Sitzriesen einwandfrei mitreisen.

Die Rundumsicht ist besser als im Variant. Das etwas steiler ausgerichtete Cockpit und die Bedienung wirken so aufgeräumt wie dort, wobei im Laufe des Facelifts der optionale 9,2-Zoll-Touchscreen mit der Gestensteuerung Einzug erhielt. Auch auf der höher bauenden Rücksitzbank sitzt man ergonomischer als im Golf Variant. Lange Beine kommen auch sehr gut unter. Besonders dann, wenn die um 18 Zentimeter verschiebbare Rücksitzbank ganz nach hinten gerückt wird. Damit herrscht im Fond Wahlfreiheit zwischen mehr Beinfreiheit oder Kofferraum.

Der Kofferraum

Das Ladeabteil ist das variabelste der Golf-Familie. In fünfsitziger Konfiguration kommen 210 Liter mehr unter als im Golf Steilheck (380 – 1.270 l) und bei heruntergeklappter Rückbank 250 Liter. Auch ein Golf Variant bietet, obwohl 22 Zentimeter länger, mit einem Plus von rund 100 Litern nicht entscheidend mehr Platz im Kofferraum (605 bis 1.620 l).

Das Ladevolumen lässt sich mit der Rückbank zwischen 500 und 590 Liter variieren. Bei Bepackung bis unters Dach passen 1.520 Liter hinein. Dank der umklappbaren Beifahrersitzlehne kann auch noch Längeres zugeladen werden.

Zudem lässt sich die Gepäckablage praktischerweise im Kofferraumboden verstauen. Und das Laden geschieht bequem, da die Ladekante in packfreundlicher Höhe von 66 Zentimeter verläuft.

Schon das Fahrwerk und das Fahrverhalten des VW Golf gehören zum Besten, was die Kompaktklasse hergibt. Durch den um fünf Zentimeter längeren Radstand verbessert sich der Federungskomfort im Sportsvan. Bestellt man das Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern, wird alles noch besser.

Das Handling ist sicher und bis in den Grenzbereich neutral. Erst dann setzt Untersteuern ein. Bei Fahrzeugen mit Frontantrieb ist das ganz normal. Mit großen 18-Zoll-Rädern mit Breitreifen lässt sich dieser Moment etwas herauszögern, allerdings ist das Komfortbild dann nicht mehr ganz so stimmig.

Dass ein Golf Sportsvan trotz seines sportiv klingenden Namens etwas langsamer beschleunigt als ein Golf und sich deutlicher in die Kurve neigt, liegt am 12 Zentimeter höheren Aufbau – und beweist, dass das „Van“ im Modellnamen mehr der Realität entspricht als das „Sport“.

Die Auswahl an Motoren ist im Golf Sportsvan nicht so groß wie im Golf. Zwischen Benzinern mit 85, 110, 130 oder 150 PS und Dieselmotoren mit 115 oder 150 PS fällt die Wahl. Auf Alternativen wie Elektroantrieb, Erdgasantrieb, Plug-in-Hybrid und Sportmotoren muss man im Sportsvan ganz verzichten. Auf die volle Spanne an Getrieben nicht. Lediglich der Benziner mit 85 PS wird mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe ausgeliefert. Bei den anderen Motoren erfolgen die Gangwechsel mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe oder der Sechs- oder Siebengang-Doppelkupplungsautomatik.

Die Benziner

Unter der Haube des Golf Sportsvan arbeiten TSI-Direkteinspritzer mit 1,0 und 1,5 Liter Hubraum. Der stärkste Motor, der 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbo, leistet 150 PS. Die leistungsschwächeren Benziner stehen ihr Preis-Leistungs-Verhältnis mit niedrigem Verbrauch.

Die 85-PS-Variante, die im Sportsvan schnell überfordert wirkt, spart man sich lieber und spart noch ein paar Euro mehr auf den 110 PS starken Motor. Der aufgeladene 1,0-Liter-Vierzylinder mit 110 PS eignet sich für Wenigfahrer. Der 150 PS starke 1.5 TSI macht mehr Laune, verbraucht aber im Van in der Praxis schnell 2,5 Liter mehr als der ebenso 150 PS starke 2,0-Liter-Dieselmotor, den man in der Regel mit etwa 5,5 bis 6,5 l/100 km bewegt.

Die Diesel

Der Diesel ist die von Langstreckenfahrern bevorzugte Motorgattung im Golf Sportsvan. Der 115 PS starke 1.6 TDI ist günstiger als der Zweiliter und verbraucht nach Werksangabe 4,0 bis 4,2 Liter.

Der 2.0 TDI gießt sich aus dem 50-Liter-Tank nur ein paar Zehntelliter mehr ein. Mit 340 statt 250 Newtonmetern hält er seine 1,5 Tonnen aber souveräner in Schwung. Und dass ein Diesel nicht viel drehen muss um zu leisten, beweist er mit zumeist niedrigen Drehzahlen, woraus ein relativ ruhiges Geräuschniveau resultiert.

Die friedvollen Reaktionen eines an den Vorderrädern angetriebenen Fahrzeugs und die Reaktionen eines gut entwickelten Fahrwerks sorgen im Golf Sportsvan für Fahrsicherheit. Mit an Bord sind ab Werk immer sieben Airbags, ESP, Reifendrucküberwachung, Rückstrahler an allen Türen, Abstandswarner und die automatisch nach einem Crash bis in den Stillstand abbremsende Multikollisionsbremse.

Je nachdem in welcher Ausstattungslinie und mit welchen Ausstattungspaketen der Sportsvan bestellt wird, sind zudem die Müdigkeitserkennung, das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist und das City-Notbremssystem mit an Bord. Bestellt man das Fahrerassistenz-Paket dazu, rollt der Van mit adaptivem ACC-Tempomat, Spurhalteassistent, Ausparkassistent, Fernlichtassistent, Regensensor und Toter-Winkel-Warner aus dem Verkaufsraum.

Auch beim Verzögern ist bis auf die Unruhe beim harten Bremsen aus hohen Geschwindigkeiten alles in Ordnung. Im ADAC-Bremstest kam der VW Golf Sportsvan nach einer Vollbremsung aus 100 km/h flotter zum Stehen (34,2 m) als ein Golf GTI (34,3 m). Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen gewürdigt.

Zwar sind die wichtigsten Dinge im Basismodell wie die Zentralverriegelungs-Fernbedienung, das Radio Composition Colour, die elektrischen Fensterheber, die elektrisch verstellbaren Außenspiegel, der Bordcomputer und die manuelle Klimaanlage inklusive, jedoch fällt sie ansonsten eher karg aus. Wem das genügt, für den ist der Sportsvan Trendline die richtige Wahl.

Im zweiten Ausstattungslevel Comfortline gehören 16-Zoll-Leichtmetallräder, Parksensoren an Bug und Heck, Klapptische an den Rückseiten der Vordersitze und das Umfeldbeobachtungssystem zum Paket.

Noch besser ausgestattet ist der Highline mit LED-Scheinwerfern, Zwei-Zonen-Klimaautomatik und beheizbaren Vordersitzen. Ebenso gehören Nebelscheinwerfer, Abbiegelicht und 17-Zoll-Räder zum Ausstattungsumfang.

Zwischen der Topausstattung Highline und der mittleren Comfortline sortiert sich das Sondermodell JOIN ein. Es bündelt die 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, die 2-Zonen-Klimaautomatik, die Sitzheizung vorne und das Radio Composition Media mit Navigationssystem zu einem attraktiven Paket.

Zusammenfassung

Was ist am Golf Sportsvan „Sport“, was „Van“? Für den Sport gibt es den Golf GTI. Mit dem Hochdach, der höheren Sitzposition, dem bequemen Ein- und Ausstieg und den großzügigen Raumverhältnissen ist dieser Golf eindeutig eher ein Van.

Dabei bleibt er ganz Golf. Mit all seinen guten Eigenschaften: klare Verhältnisse bei der Bedienung und im Fahrverhalten, guter Fahrkomfort und hohes Sicherheitsniveau. Nur eines stört beim Kauf eines Golf Sportsvan: der hohe Preis.

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