Volkswagen Golf Variant

Geräumiges Allroundtalent mit guter Verarbeitung

8,7
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Geräumiger Innenraum
  • Großer Kofferraum
  • Komfortables Fahrwerk
  • Hoher Preis
  • Nur zwei Jahre Garantie
  • Biederes Design

21.575 € - 35.100 € Preisklasse

5 Sitze

4,0 - 5,6 l/100km

Test

31 Zentimeter, ein riesiger Unterschied – Der Golf Variant misst 4,57 Meter und überragt so den 4,26 Meter langen Golf deutlich. Da sich beide Versionen bis zur mittleren Dachsäule gleichen, kommt dieses Wachstum nicht dem Innenraum zugute, sondern dem Gepäckraum. Hier bietet die Kombiversion des Golf sichtbar mehr Platz als das Golf Steilheck und der Golf Sportsvan. Sieben Sitze wie beim VW Touran werden beim Variant jedoch nicht angeboten und auch keine verschiebbare Rückbank wie beim Sportsvan, aber die praktische umklappbare Beifahrersitzlehne.

Damit ist der Golf Variant besser in Form denn je. Der Fahrkomfort gehört zum Besten, was die Klasse zu bieten hat. Die Passagiere sitzen bequem und mit reichlich Platz. Diese Kombination aus großzügigem Raumangebot und langer Ladefläche macht den Golf für alle interessant, die viel zu laden haben: Familien einen Kinderwagen, Vertreter die Musterkoffer oder Handwerker die Werkzeugkisten.

Im Motorraum arbeiten Benziner mit 110, 125 oder 150 PS und Dieselmotoren mit 115 oder 150 PS. Zudem steht mit dem Golf Variant TGI eine Motorvariante mit Erdgasantrieb im Angebot, die wie die meisten Triebwerke mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe oder dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ausgeliefert wird.

In seinem Konkurrenzumfeld, zu dem der Ford Focus Turnier, der Hyundai i30 Kombi, der Opel Astra Sports Tourer, der Peugeot 308 SW oder der Toyota Auris Touring Sports gehören, ist der Golf Variant der beliebteste Kombi. Nicht ohne Grund.

Der Golf bietet viel Platz im Innenraum und viel Platz im Kofferraum. Der Golf Variant bietet viel Platz im Innenraum und sehr viel Platz im Kofferraum – wer den praktischsten Golf sucht, hat ihn im Variant schon gefunden.

Das Interieur

Man sitzt gut im Golf, das ist im Kombi nicht anders. Zwei Millimeter mehr Innenraumlänge schaffen zwar kein neues Raumerlebnis, aber sie gestalten das Interieur noch ein wenig luftiger. Wie im Steilheck sitzt man vorne besonders gut auf den Sportsitzen. Auch große Fahrer, denn die Verstellwege fallen großzügig aus. Besonders an Kopffreiheit mangelt es nicht.

Die Instrumente sind sehr gut ablesbar, die Bedienung erklärt sich von selbst und alles wirkt hochwertig und präzise verarbeitet. Seit dem Facelift lässt sich der Innenraum mit dem digitalen Kombiinstrument Active Info Display ausstatten und der Touchscreen des Top-Navigationssystems ist von 8-Zoll auf 9,2-Zoll angewachsen. Ebenfalls neu ist die Gestensteuerung, mit der man unter anderem Radiosender wechseln oder die Lautstärke ändern kann.

Nimmt man im Fond Platz, dann genießt man reichlich Beinfreiheit. Überboten wird der Golf Variant hier nur vom Golf Sportsvan, da der serienmäßig mit einer verschiebbaren Rücksitzbank ausgeliefert wird, die es beim Variant nicht einmal als Zubehör gibt.

Der Kofferraum

Die Zahlen sprechen für sich, mit 605 bis 1.620 Liter ist das Ladeabteil des Variant nicht nur deutlich größer als das des Golf Steilheck (380 – 1.270 l), es ist obendrein noch sehr praktisch. Schon beim Öffnen der Heckklappe fällt das auf. Unter der gibt es auch für 1,90-Meter-Formate genug Stehhöhe. Die Ladekante sitzt mit 63 Zentimeter Höhe angenehm tief und wenn die Rückbank in der Ebene liegt, dann tut sich eine über 1,80 Meter lange und 1,10 breite Fläche vor dem Packenden auf.

Bestellt man die umklappbare Beifahrersitzlehne (Serie ab Comfortline) passen auch lange Gegenstände hinein. Und auch in den Details überzeugt der Kofferraum. Mit Dingen wie den Ösen zum Verzurren der Ladung, der Steckdose im Ladeabteil (12 Volt Serie, 230 Volt optional), der Durchreiche in der Rückbankmitte und der Gepäckabdeckung, die solide konstruiert ist und wie das Trennnetz ordentlich im Kofferraumboden zu verstauen ist.

Wenn noch mehr untergebracht werden soll, geht das auf dem Dach (Dachreling Serie) und am Heck, denn mit dem 150 PS-TDI dürfen bis zu 1,8 Tonnen schwere Anhänger hinten an den Haken genommen werden. Das macht den Golf Variant zum perfekten Transporter? Fast, denn die verschiebbare Rückbank fehlt.

Schon im Golf fällt der Fahrkomfort überzeugend aus. Im Golf Variant noch mehr. Fugen und Fahrbahnrillen, die bei der kürzeren Steilheckversion noch zu spüren sind, werden beim Variant gelassen überrollt. Das gelingt noch gekonnter, wenn das adaptive DDC-Fahrwerk, das sich in den vier Modi Eco, Normal, Sport und Individual feinjustieren lässt, bestellt wird.

Schaltet man den Sportmodus ein, dann liefert die Servolenkung, die schon in Normalstellung angenehm leichtgängig und ausreichend direkt arbeitet, mehr Rückmeldung von der Straße. Dann steckt der Golf Variant lange Bodenwellen noch besser weg. Mit einem Wendekreis von 10,9 Metern gehört er noch zu den Handlichen. Auch die Bremsanlage verzögert sehr effektiv. Das sind alles Gründe, warum sich der Golf Variant sowohl sehr komfortabel als auch sehr sicher anfühlt – ein beruhigendes Gefühl in einem Familienkombi.

Motoren von 110 bis 150 PS stehen im Golf Variant zur Wahl. Nur beim 115 PS-Diesel werden die Gänge mit dem nicht mehr ganz zeitgemäßen Fünfgang-Schaltgetriebe gewechselt. In Kombination mit den anderen Motoren herrscht im Variant Wahlfreiheit zwischen dem Sechsgang-Schaltgetriebe oder der Sechsgang- oder Siebengang-Doppelkupplungsautomatik.

Die Benziner

Unter der Haube des Golf Variant arbeiten TSI-Direkteinspritzer mit 1,0, 1,4 oder 1,5 Liter Hubraum, wobei Letzterer neu im Motorenprogramm ist. Der aufgeladene 1,0-Liter-Dreizylinder im Golf Variant ist mit seinen 110 Pferden ein guter und sparsamer Zieher, wenngleich die rund 80 Kilogramm mehr Gewicht gegenüber dem Golf Steilheck spürbar an der Dynamik zerren. Der 1.0 TSI ist somit der vielleicht zufriedenstellendere Motor für Wenigfahrer.

Der 150 PS starke 1.4 TSI macht mehr Laune, aber verbraucht auch gut und gerne zwei Liter mehr als der gleichstarke Dieselmotor, der mit 2,0 Liter Hubraum mit geringeren Drehzahlen arbeitet und damit nur so um 5,0 bis 6,0 Liter verbraucht. Der sparsamste Benziner tankt Gas. Im Golf Variant TGI werden die 110 PS mit Kraftstoff aus dem Erdgas- und Benzintank produziert. Das bringt Vorteile bei der Reichweite, reduziert aber das Ladevolumen auf 424 bis 1.439 Liter.

Die Diesel

Wegen dem hohen Drehmoment und der Sparsamkeit sind die Diesel für Viele die erste Wahl im Golf Variant. Der 115 PS starke 1.6 TDI verbraucht im Mittel 3,9 bis 4,6 l/100 km. Der 2.0 TDI mit 150 PS konsumiert mit 4,3 bis 4,9 l/100 km kaum mehr, steht mit 340 statt 250 Newtonmetern Drehmoment aber besser im Futter.

Nur der 1.6 TDI wird in der günstigsten Variante mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe ausgeliefert. Im 2.0 TDI werden die Gänge serienmäßig mit dem 6-Gang-Schaltgetriebe verwaltet. Den 200 km/h schnellen Variant 1.6 TDI überholt der 2.0 TDI mit 218 km/h. Der Verbrauch liegt in der Praxis im Mittel zwischen 5,5 und 6,5 Liter.

Immer wieder der gleiche Satz: Die größte Sicherheit bieten im Auto ein gut gemachtes Fahrwerk und gute Bremsen. Der Golf Variant hat beides und ist darüber hinaus ab Werk serienmäßig mit sieben Airbags, ESP, Müdigkeitserkennung und der Multikollisionsbremse ausgestattet. Letztere bremst das Fahrzeug nach einem Unfall automatisch bis zum Stillstand ab.

Auch der Allradantrieb 4Motion steht im Angebot. Weitere elektronische Helfer wie der Spurhalteassistent, der Totwinkelwarner, der Anhängerrangierassistent, der bis 210 km/h arbeitende adaptive Tempomat, die Verkehrszeichen- und Fußgängererkennung, der Fernlichtassistent, die Rückfahrkamera, die hinteren Seitenairbags oder der Einparkassistent kosten extra und machen das Variant-Fahren noch sicherer und komfortabler.

Die Bremsen sind phantastisch. Die Familienkutsche bremst wie ein Sportwagen. Im ADAC-Bremstest kam der VW Golf Variant nach einer Vollbremsung aus 100 km/h schon nach 33,1 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie des Golf und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen gewürdigt.

Wie sich das Variant-Fahren anfühlt, entscheiden die Motoren, das gewählte Fahrwerk, die Extras und die drei Ausstattungslinien. Rationaler denkende Naturen sitzen im Golf Variant Trendline und erfreuen sich an der manuellen Klimaanlage, dem Radio Composition Colour inklusive 5-Zoll-Touchscreen und dem höhenverstellbaren Fahrersitz. Jedoch lassen sich Extras wie Ledersitze und stärkere Motoren in dieser Ausstattungslinie erst gar nicht bestellen.

Der Variant in der Comfortline-Ausstattung bietet da mehr. Hier ergänzen die 16-Zoll-Leichtmetallräder, die Parksensoren vorne und hinten, das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist inklusive Notbremsfunktion, die Fußgängererkennung, das Multifunktions-Lederlenkrad und die Komfortsitze mit Lendenwirbelstütze die Ausstattung.

In der höchsten Ausstattungsstufe Highline rollt der Golf Variant auf 17-Zoll-Felgen und hat zudem LED-Scheinwerfer inklusive Reinigungsanlage, eine 2-Zonen-Klimaautomatik, Sportsitze vorne und die Sitzheizung vorne serienmäßig an Bord.

Und das Infotainment? Das Smartphone lässt sich bequem über eine AUX-IN Multimediabuchse mit dem Multimediasystem Composition Colour verbinden. Ein SD-Kartenslot ist beim Golf Variant stets Serie, während USB-Schnittstellen, eine Sprachbedienung, eine Festplatte, ein Navigationssystem und ein Soundsystem extra kosten. Das Gleiche gilt für Assistenzsysteme wie den Parkassistenten, die Verkehrszeichenerkennung, den Spurhalteassistenten, den adaptiven Tempomat und die Rückfahrkamera.

Leider wirkt VWs Garantie nicht sehr selbstbewusst. Hyundai gibt fünf und Kia sogar sieben Jahre. Volkswagen nur zwei und das zu deutlich höheren Verkaufspreisen. Trotzdem kann die Rechnung beim Preis-Leistungs-Verhältnis für den Besitzer im Variant gut aufgehen: Der Preis eines Golf Variant ist hoch, aber wie gut das Preis-Leistungs-Verhältnis ist, offenbart ein Vergleich mit dem Passat Variant. Der ist geräumig und bietet viel Kofferraum, aber er ist dem Golf Variant in vielem lange nicht mehr so überlegen wie früher, kostet aber deutlich mehr – aus dieser Perspektive ist das Preis-Leistungs-Verhältnis eines VW Golf Variant sehr gut.

Zusammenfassung

31 Zentimeter machen einen riesigen Unterschied. Vom Ladevermögen, von der Vielseitigkeit, vom Alltagsnutzen, vom Komfort – die rund 2.000 Euro, die ein Golf Variant mehr als ein Golf Steilheck kostet, sind gut investiertes Geld. Viele Schwächen leistet sich der Golf Variant nicht.

Das, was einen Golf ausmacht, bietet er genauso. Allerdings sind ihm die Konkurrenten dicht auf der Spur: der Skoda Octavia Combi und der Opel Astra Sports Tourer. Beide bieten noch etwas mehr Platz im Kofferraum und sind deutlich günstiger. Im Skoda sitzt man hinten noch besser. Da muss sich der Variant ganz schön lang machen, um vor der Konkurrenz zu bleiben.

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