KIA killt den Ceed – Wir sind den KIA K4 gefahren

Timon Werner-Pachmayr
Senior Online-Redakteur Test
18. Februar 2026

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Der neue Kia K4 ersetzt den Ceed und bietet eine frische Perspektive auf das, was ein kompaktes Familienauto sein kann. Aber ist er wirklich die beste Wahl, die man im Segment bekommen kann? Und ist er besser als der Ceed? Lassen wir die Fakten sprechen.

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Exterieurdesign: Ein Kompromiss zwischen Schick und Zweckmäßigkeit

Die Maße des K4 sind deutlich größer als die des Ceed, was ihm eine breitere und längere Präsenz auf der Straße verleiht. Mit 4.440 mm Länge und 1.850 mm Breite ist er spürbar größer als der Ceed, aber auch etwas niedriger. Der größere Kühlergrill und die schmaleren Scheinwerfer verleihen ihm eine sportlichere Note, auch wenn die 17-Zoll-Räder in den großen Radkästen etwas verloren wirken. Trotz dieser modernen Elemente bleibt das Design eindeutig im Kia-Stil, mit charakteristischen LED-Lichtern, die dem K4 eine eigenständige, aber erkennbare Identität verleihen.

Innenraum: Komfortable, aber unauffällige Funktionalität

Im Innenraum setzt der K4 auf die bewährte Layout-Philosophie von Kia. Ein 12,3-Zoll-Touchscreen und ein weiteres 12,3-Zoll-Instrumentendisplay stehen prominent auf dem Armaturenbrett. Die Bedienelemente sind ergonomisch sinnvoll angeordnet, aber leider gibt es ein kleines Manko: Die Klimaanlagenregler sind für den Fahrer schwer erreichbar und werden teilweise vom Lenkrad verdeckt. Das ist zwar kein Dealbreaker, aber in einem ansonsten gut durchdachten Innenraum stört es doch ein wenig.

Was den Komfort angeht, so ist der Innenraum des K4 großzügig und bietet sowohl vorne als auch hinten ausreichend Platz. Die Sitzpolsterung aus Kunstleder mit weißen Akzenten ist angenehm und sorgt für eine angenehme Atmosphäre, die den gewohnten schwarzen Look des Ceed auflockert. Praktisch ist auch das große Gepäckabteil mit 438 Litern, das sogar den VW Golf um 57 Liter übertrifft, auch wenn er hinter der Skoda Octavia zurückbleibt. Es gibt auch ausreichend Platz, wenn die Rücksitze umgeklappt werden, was den K4 zu einem praktischen Begleiter für größere Gepäckmengen macht.

Motoren und Reichweite: Keine Revolution, aber solide

Der K4 wird mit einer Reihe bewährter Benzinmotoren angeboten, die aus anderen Kia-Modellen bekannt sind. Der Einstiegsmotor ist ein 1.0 T-GDi mit 113 PS, gefolgt von einem kräftigeren 1.6 T-GDi mit 150 PS, der das Modell zu einer ordentlichen, aber nicht atemberaubenden Wahl macht. Der stärkste Motor im Angebot, der 180 PS starke 1.6 T-GDi, kommt ausschließlich im GT-Line. Bei den Fahrleistungen erreicht der K4 0-100 km/h in 8,4 Sekunden, was für einen kompakten Familienwagen akzeptabel ist, aber nicht gerade umwerfend. Der Motor bietet eine ruhige, gleichmäßige Leistungsentfaltung, ohne großartige Spannung, was den K4 zu einem entspannten, wenn auch nicht aufregenden Fahrerlebnis macht.

In Sachen Verbrauch und Reichweite bewegt sich der K4 im typischen Bereich für Fahrzeuge seiner Klasse – kein Rekord, aber durchaus solide für den Alltagseinsatz. Der Fahrkomfort ist im Allgemeinen gut, wenn auch die Federung auf unebenen Oberflächen etwas grob wirken kann. Das Fahrverhalten ist durch die fehlende Rückmeldung des Lenkrads und das sanfte Untersteuern eher sicherheitsorientiert als dynamisch.

Fahrverhalten: Gut für den Alltag, aber nicht für die Rennstrecke

Die Straßenlage des K4 ist auf normalen Straßen und bei Autobahngeschwindigkeiten insgesamt zufriedenstellend. Das Fahrwerk absorbiert größere Unebenheiten recht gut, aber das ständige „Pattern“ bei unebenen Straßenbelägen bleibt störend. Der K4 fühlt sich bei sportlicherer Fahrt etwas wankig an, was vor allem in Kurven auffällt. Das Fehlen von Fahrwerk-Feedback und die mangelnde Kommunikation des Lenkrads sind bei einem Fahrzeug dieser Klasse nichts Neues, aber es lässt den K4 eher als praktisches Familienauto erscheinen, das seine Stärken in der Ruhe und Ausgewogenheit hat.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Ein attraktives Paket, aber kein Schnäppchen

Die Preise für den K4 beginnen bei 28.890 €, was einen Aufpreis von rund 5.000 € im Vergleich zum Ceed darstellt. Allerdings bekommt man auch ein größeres Auto mit mehr Ausstattung – insbesondere im Vergleich zum Sportage, der nur etwa 4.000 – 5.000 Euro teurer ist. Die Frage, ob der K4 Käufer von SUVs zurück zu Kompaktwagen bewegen kann, bleibt jedoch fraglich. Während der K4 eine interessante Alternative darstellt, ist es unwahrscheinlich, dass er die SUV-Dominanz aufbrechen wird.

Fazit: Ist der Kia K4 besser als der Kia Ceed?

Der Kia K4 ist eine solide Wahl für alle, die nach einem größeren, gut ausgestatteten und zuverlässigen Kompaktwagen suchen, der mehr Platz und eine ordentliche Fahrleistung bietet als der Ceed. Der K4 ist jedoch nicht besonders aufregend und es fehlen ihm die sportlichen Elemente, die andere Konkurrenten wie der Ford Focus bieten. Für Familien, die ein praktisches und gut ausgestattetes Auto suchen, ist der K4 jedoch eine ausgezeichnete Wahl – er ist bequem, gut ausgestattet und bietet ein angenehmes Fahrerlebnis, das im Alltag überzeugt.

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