Renault Mégane Test

Französischer Kompaktwagen mit ordentlich Temperament

0/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Viel Platz vorne
  • Ausgewogenes Fahrwerk
  • Expressives Design
  • Bedienung des Unterhaltungssystems
  • Schlechte Rundumsicht
  • Schwacher Basismotor

18.890 € - 29.090 € Preisklasse

5 Sitze

4,3 - 6 l/100km

Test

Auch in seiner vierten Generation stellt sich der Renault Megane wieder dem scheinbar aussichtslosen Kampf gegen den ewigen Klassenbesten Volkswagen Golf. Wo der Franzose früher versuchte, sich um jeden Preis vom Wolfsburger Original zu unterscheiden und dabei auch gerne danebengriff, setzt der neue Megane deutlich ausgewogenere Akzente.

Die geänderten Vorzeichen in der Strategie offenbaren sich auf den ersten Blick: Nach der rundum unspektakulären Gestaltung des direkten Vorgängers traut sich Renault beim Design einiges zu und verpasst dem Megane eine muskulöse, selbstbewusste Außenhülle. Vor allem die dynamische Linienführung und die markante Lichtgestaltung der LED-Leuchtbänder an Front und Heck sorgen dafür, dass der aktuelle Megane aus der Masse der Kompakten deutlich heraussticht.

Im Gegensatz zu seinen Vorgängern beschränkt sich Renault bei der Modellauswahl auf die fünftürige Limousine sowie eine Kombivariante (Renault Megane Grandtour) und verzichtet auf Coupé und Cabrio.

Der Megane bietet auf der vorderen Plätzen durchaus viel Platz. Allein die etwas zu klein ausgefallene Heckscheibe trägt dem Franzosen Minuspunkte in Sachen Übersichtlichkeit ein.

Das Interieur

Der erste Eindruck des Innenraums ist fast schon erstaunlich positiv, waren doch die eher biedere Gestaltung und die bestenfalls soliden Materialien ein wiederkehrendes Manko der Vorgängermodelle. Ganz anders die aktuelle Version, die wie die Modelle Espace und Talisman nun auf der CMF-Plattform von Renault-Nissan basiert und sich einige Technologien der großen Geschwister zu eigen macht.

Hartplastik dominiert das Cockpit zwar nach wie vor, fühlt sich aber deutlich wertiger an und wird geschmackvoll mit Türgriffen aus Aluminium und zahlreichen verchromten Akzenten kombiniert. Je nach Ausstattungslinie trifft man auf Leder- oder Stoffpolsterung an Sitzen und Lenkrad, während die Mittelkonsole vom zentralen, bis zu 8,7 Zoll großen Touchscreens dominiert wird.

Die R-Link 2 Software an sich macht durchweg einen soliden, wenn auch nicht immer ganz durchdachten Eindruck. So versteckt sich manch oft genutzte Einstellung in der verschachtelten Menüführung und macht beispielsweise die Regulierung des Gebläses der Klimaautomatik zur Klick-Odyssee durch das Infotainmentsystem. Hier hätte ein analoger Drehknopf Abhilfe schaffen können.

Ein weiterer Hingucker in Innenraum des Megane ist das Head-up-Display, das sich in Form einer kleinen Plastikscheibe zwischen Lenkrad und Frontscheibe ausfährt und Tachostand sowie Navigationshinweise im Blickfeld des Fahrers anzeigt.

Man sitzt gut im Megane, auch wenn die Frontsitze in den unteren vier Ausstattungslinien zwar sportlich anmuten, in der Praxis aber eher Reisecharakter haben. Auch die Rückbank bietet im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein ordentliches Sitzgefühl, nur vom leicht erhöhten mittleren Platz ist vor allem größeren Menschen bei längeren Ausfahrten abzuraten.

Der Kofferraum

Als vergleichsweise eher großes Modell seiner Klasse stellt der Megane neben aller Dynamik auch einen praktischen Anspruch. Trotz des ordentlichen Ladevolumens zwischen 384 und 1247 Litern leistet sich der Franzose in Sachen Kofferraum allerdings einen groben Schnitzer: sowohl in ihrer Breite als auch in der Höhe (72 Zentimeter) ist die Ladekante zu groß ausgefallen, wodurch das Be- und Entladen eher zur Tour de Force wird, bei der neben orthopädischen Schäden auch Lackkratzer kaum ausbleiben dürften.

Für letzteres Problem hat Renault wenigstens mittels im Zubehörkatalog verfügbarem Ladekantenschutz Abhilfe geschaffen – gegen Aufpreis, versteht sich. Beim Umklappen der 40:60 teilbaren Rücksitzlehnen entsteht außerdem eine unpraktische Stufe, die gerade den Transport von sperriger Ladung deutlich erschwert.

Im Kombimodell des Megane ist beides wesentlich befriedigender gelöst, was den Grandtour mit einem Volumen von 521 bis 1504 Litern zum klaren Favoriten für Umzüge, Wocheneinkäufe und längere Familienurlaube machen dürfte.

Das neue Design des Megane kündet bereits vom Anspruch, auch der sportlich veranlagten Zielgruppe zu gefallen – und das gelingt dem Franzosen auch diesseits der GT-Variante durchaus. Dynamische Vierzylindermotoren treffen auf ein ausgewogenes, vielleicht etwas zu komfortabel abgestimmtes Fahrwerk und eine stark verbesserte, weil direktere Lenkung als im Vorgänger.

So ist auch ohne die derzeit noch dem GT vorbehaltene Allradlenkung präzises Steuern auch außerhalb von optimalen Bedingungen und bei voller Beladung möglich. Auch wenn der Renault in seiner Abstimmung die Sphären der deutschen Konkurrenten wie Audi, VW oder BMW nicht erreicht, wirkt der Megane ab den mittleren Motorisierungen doch deutlich agiler und lebendiger als viele Mitbewerber.

Als verlässlicher Allrounder meistert er kurze Stadtfahrten ebenso wie ausgedehnte Überland- oder Autobahnfahrten, ohne Komfort und Laufruhe je vermissen zu lassen.

Renault spendiert dem Megane insgesamt 10 verschiedene Motorisierungsvarianten, wobei ausschließlich kleinvolumige Turbodirekteinspritzer Verwendung finden und die kraftvollsten Vertreter dem Megane GT und Megane R.S. vorbehalten sind.

Die Benziner

Im Megane arbeiten drei verschiedene Benziner mit 74, 97 oder 151 kW Leistung und 1,2 oder 1,6 Litern Hubraum, die für ein Drehmoment zwischen 175 und 280 Nm sorgen. Der mittlere Vierzylinder wartet mit einem Normverbrauch von 5,4 Litern recht sparsam auf, die er in der Praxis aber nicht halten kann – Werte um 7,4 Liter sind realistischer. Ihn gibt es sowohl mit Handschaltung, als auch mit Doppelkupplungsgetriebe.

Die Diesel

Die Selbstzünder im Renault Megane beschränken sich auf zwei kleinvolumige Varianten mit 1,4 oder 1,6 Litern Hubraum und 66 bis 120 kW. Hier dürfte der 96 kW starke dCi 130 mit 320 Nm Drehmoment weiteste Verbreitung finden, der trotz manuellem Schaltgetriebe einen Realverbrauch von ordentlichen 6,4 Litern im Durchschnitt erreicht.

Das übersteigt die werkseitigen Angaben zwar wiederum um mehr als zwei Liter, lässt sich aber im Hinblick auf Durchzug und Leistung im unteren Drehzahlbereich erklären. Vor allem die Laufruhe der Dieselaggregate überzeugen durch die Bank, hier schließt der Megane technologisch zur eigenen Oberklasse und den teureren Konkurrenten auf.

Der Renault erreicht fünf Sterne im NCAP-Crashtest und sahnt auch in Sachen kleine Passagiere die volle Punktzahl ab. Was Assistenzsysteme angeht, ist der Megane ebenfalls bestens ausgestattet: Neben dem adaptivem Tempopiloten, einem vollautomatischen Notbremsassistenten sowie einem Toter-Winkel-Warnsystem umfasst das “Safety-Paket” Verkehrszeichenerkennung, Spurhaltewarner und Fernlichtassistent, wobei nur letzterer wirklich zuverlässig arbeitet.

Zu häufig werden Verkehrszeichen und Farhbahnmarkierungen nicht oder nur unzureichend erkannt. Verlässt man sich Straßenverkehr blind auf diese Helfer, sind Unfälle vorprogrammiert.

Ab der Ausstattungslinie Intens sind ein Großteil der Sicherheitspakete serienmäßig enthalten, weitere können für meist faire Preise zugekauft werden.

Die insgesamt sechs Austattungslinien bieten in Kombination mit den verschiedenen Motorisierungen für jeden das richtige Paket, wobei vor allem die vernünftige Intens sowie die üppig bestückte Bose Edition überzeugen.

Während erstere bereits über sämtliche, für den Megane charakteristischen Extras wie die C-förmigen Tagfahrlichter, Multi-Sense und verschiedene Assistenten verfügt, verspricht die Bose Edition echtes Premiumerlebnis in der Kompaktklasse.

Dazu zählen dann das namensgebende BOSE-Soundsystem, Navigationspaket sowie der Fahrersitz mit Massagefunktion. Mit weiteren Extras wie dem 8,7-Zoll großen Touchscreen, Voll-LED-Scheinwerfern und dem praktischen Head-up Display überschreitet man mit dem Megane schnell die magische 30 000 Euro-Grenze, die das Fahrzeug dann aber auch wert ist.

Zusammenfassung

Erstmals wirken beim Megane Optik, Leistung und Ausstattung stimmig in einem hochwertigen Chassis vereint – und das zu einem wettbewerbsfähigen Preis. Renault kommt zum selben Ergebnis und stattet den jüngsten Spross der CMF-Plattformfamilie selbstbewusst mit einer 5-jährigen Garantie aus. Zumindest in dieser Kategorie schlägt der Megane den Platzhirsch VW Golf (2 Jahre) deutlich.

Suchen Sie die besten Renault Mégane Angebote?

On carwow you can easily compare the best new car offers from local and national dealers. Get a great Mégane deal without any of the usual hassle!

Mégane Angebote vergleichen Sparen Sie im Schnitt 5.336 €