Oldtimer-Messe: Highlights der Retro Classics Stuttgart 2023

27. Februar 2023 von

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Ob klassische Fahrzeuge, Youngtimer oder (Super)Sportwagen – auch in diesem Jahr ließ die Oldtimer-Messe Retro Classics Stuttgart wieder die Herzen der Autofans höher schlagen.

Jedes Jahr aufs Neue zieht die Oldtimer-Messe Retro Classics Autoliebhaber aus Nah und Fern nach Stuttgart. Von 23. bis 26. Februar 2023 war es wieder soweit: Zahlreiche Besucher strömten auf das Messegelände am Stuttgarter Flughafen, um zu staunen, zu fachsimpeln … oder um sich einen lang gehegten Traum zu erfüllen. Mit mehr als 82.000 Besucher:innen verbuchte die 22. Ausgabe sogar ein Rekordergebnis. Die Gründe dafür waren vielfältig:

  • 7 Hallen
  • Oldtimer, Youngtimer und aktuelle Modelle
  • Mehrere Sonderschauen
  • Private Verkaufsbörse
  • Autoauktion

Auf einem Messe-Rundgang zeigen wir Ihnen die Höhepunkte der Retro Classics Stuttgart 2023. So viel sei verraten: Es ist für jeden was dabei!

Mercedes-Benz 300 SL: Die Ikone

Ein Mercedes-Benz 300 SL Coupé darf auf keiner Messe für klassische Fahrzeuge fehlen. Der sehenswerte Flügeltürer ist wohl wie kein anderes Fahrzeug der Inbegriff des Oldtimers.

Sie hätten auch gerne einen in der Garage? “Preis auf Anfrage” hieß es für das wertvolle Stück (1956, knapp 53.000 Meilen), das am Stand von HK-Engineering die Blicke auf sich zog. Rechnen Sie mit einer Million Euro aufwärts.

Aston Martin Valkyrie AMR Pro – Flügeltürer, Teil 2

Während vom Mercedes-Benz 300 SL mehrere Exemplare auf der Retro Classics standen, war der Aston Martin Valkyrie AMR Pro nur einmal zu sehen. Nicht ohne Grund: Das sogenannte Hypercar ist in dieser Rennsport-Version auf 40 Stück weltweit limitiert. Von der straßenzugelassenen Variante soll es am Ende 150 Stück geben.

Noch mehr als die Daten (6,5-Liter-V12-Motor, 1.014 PS) begeistert die aerodynamische Form, die sofort an einen Rennwagen erinnert. Im Vergleich zum “zivilen” Bruder haben die Entwickler noch einmal den Heckflügel vergrößert und die Frontschürze modifiziert. Das Ziel ist klar: maximaler Anpressdruck für eine verdammt schnelle Rundenzeit.

75 Jahre Porsche Sportwagen

1948 konstruierte Ferry Porsche den Porsche 356 Nr. 1 Roadster und verwirklichte damit seine Vorstellung von einem Sportwagen. Ein Meilenstein, den die Zuffenhausener 75 Jahre später mit einer Sonderschau auf der Retro Classics feierten.

So zeigte Porsche auf der Messe mehrere Modelle, die Sportwagen-Geschichte schrieben. Eins davon: der Porsche 956, der in den 1980er-Jahren auch auf keiner Kinder-Carrerabahn fehlen durfte. Der 956 dominierte zusammen mit dem Nachfolgemodell 962 C den Langstreckenrennsport bis zum Ende der 80er.

Ford Mustang – US-Klassiker schlechthin

Auch wenn sich der Standort der Retro Classics nahe Stuttgart durch die zahlenmäßige Überlegenheit von Mercedes- und Porsche-Modellen ausdrückt, so kommen auch US-Fans auf ihre Kosten. Ein beliebtes Modell ist … Sie ahnen es schon … der Ford Mustang. Speziell die 67er-Fastback-Modelle sind gefragt.

Doch auch für das hier gezeigte Modell, einen restaurierten Ford Mustang Mach 1 aus 1969, gibt es durchaus solvente Käufer:innen. So standen stolze 76.000 Euro auf dem Preisschild. V8, Big Block, 6,4 Liter – willkommen im amerikanischen Autohimmel.

Citroën 2CV – der französische Käfer

Nein, sie müssen nicht Großunternehmer bzw. Multimillionär sein, um auf der Retro Classics etwas Passendes zu finden. Wie wäre es mit einem Citroën 2CV? Vielen besser bekannt als “Ente”. Das französische Pendant zum VW Käfer erfreut sich großer Beliebtheit in der Oldtimer-Szene.

Für 14.800 Euro hätte dieses Exemplar Ihres sein können. Das restaurierte Modell aus 1981 hatte überschaubare 60.000 Kilometer auf dem Tacho und gehört zur Sonderserie “Charleston”. Mit 29 PS gilt die Ente nicht als Ausgeburt der Fahrdynamik – wohlwollende Blicke auf der Straße sind Ihnen aber garantiert.

Zwei Supersportler auf einen Streich

Wer die Halle 1 der Retro Classics betrat, der konnte schnell von seinen Gefühlen überwältigt werden. Zu viele Traumwagen standen dort aufgereiht.

Beispiel gefällig? Wenden wir uns zunächst dem Fahrzeug vorne zu: ein superseltener Mercedes-Benz CLK GTR. Eigentlich als GT1-Rennwagen für die Rennstrecke konzipiert, ließen es sich die Stuttgarter nicht nehmen und bauten ein paar wenige Straßenversionen. Mit damals über 3.000.000 DM war der CLK GTR seinerzeit das teuerste Serienauto der Welt.

Nicht weniger begehrenswert ist das Auto im Hintergrund, das in den 80er- und 90er-Jahren als Poster viele Kinderzimmer zierte. Es handelt sich um einen Ferrari F40. Es war das letzte Modell, das unter der Ägide des legendären Firmengründers Enzo Ferrari entstand. Biturbo-V8, 478 PS, über 320 km/h Top-Speed: Was heute manch einen nur müde lächeln lässt, suchte damals seinesgleichen.

Dodge Viper RT/10 – Schlange mit Biss

Kaum zu glauben, die ersten Dodge Viper RT/10 (ab 1992) sind mittlerweile reif fürs H-Kennzeichen. Das bedeutet aber nicht, dass das US-Muscle-Car etwas an seiner Giftigkeit verloren hätte.

Wer sich für eine Viper entscheidet, sollte wissen, was er tut. Unter der Haube wartet ein V10-Motor nur darauf, seine knapp 400 PS aus 8 Litern Hubraum (!) ausschließlich auf die Hinterachse los zu lassen. Noch nicht beeindruckt? ABS und ESP waren damals Fremdworte. Sprich, hier ist noch echtes fahrerisches Können gefragt … sonst beißt die Schlange zu.

Echter Wolf im Schafspelz

Warum wir an dieser Stelle einen auf den ersten Blick schnöden Kombi vorstellen? Weil die Ingolstädter Familienkiste es faustdick hinter den Ohren hat. Kenner werden es schon längst erkannt haben: Es handelt sich um einen begehrten Audi RS4 Avant der ersten Generation. Bedeutet, V6-Motor, 381 PS und 440 Nm Drehmoment.

Die Preise für diesen Power-Kombi haben in den letzten Jahren ordentlich angezogen. So wundert es auch kaum, dass dieses rote Exemplar (Erstzulassung: 2000) mit stolzen 347.200 Kilometern immer noch 58.000 Euro wert sein soll.

Traum-Coupés von BMW

Neben Porsche und Mercedes darf eine Marke auf einer Oldtimer-Messe nicht fehlen: BMW. So waren die Münchner selbst auf der Retro Classics vertreten und zeigten z. B. den brandneuen BMW M2. Auch die verschiedenen Markenclubs präsentierten ihre Schätze, von M3 Cabrio bis M1.

Dieser wunderschöne BMW 3.0 CSI stand bei Scuderia Sportiva Colonia zum Verkauf. Die Coupés der Baureihe E9 sind gefragt, besonders die Top-Motorisierung 3.0 CSI (200 PS), die nur noch vom 3.0 CSL übertroffen wird. Dass dieses Exemplar die Blicke auf sich zog, hatte einen einfachen Grund: Der Wagen war erst frisch restauriert und neu lackiert worden.

Exklusive Fritz-Neuser-Sonderschau

Bei diesem Ferrari 512 TR handelte es sich nicht um irgendein Exemplar. Das gute Stück gehört zur Sammlung  Fritz Neusers. Der Nürnberger gilt als der älteste Automobil-Händler Deutschlands und setzte bereits früh als bundesweit bester Goggomobil-Verkäufer ein Ausrufezeichen.

Später entflammte die Liebe zum Cavallino Rampante und Neuser entwickelte sich zu einem der umsatzstärksten Ferrari-Händler Deutschlands. Neben dem 515 TR gab es auf der Sonderschau zu Ehren Fritz Neusers z. B. auch den Vorgänger des 512 TR, den Ferrari Testarossa, sowie den Nachfolger (Ferrari 512 M) zu bestaunen.

Nutzfahrzeuge aller Couleur

Wer glaubt, auf der Retro Classics seien nur Autos zu sehen, der täuscht sich. Der Begriff “klassische Fahrzeuge” ist breit gefächert. So kommen auch Fans von Nutzfahrzeugen auf ihre Kosten – seien es Busse, Lkws oder Traktoren.

Dass Porsche einst Traktoren gebaut hat, ist vielen wohl genauso wenig bekannt wie die Tatsache, dass auch der Supersportwagenbauer Lamborghini etliche Landwirte beglückte bzw. das sogar immer noch tut. Dieses Exemplar muss wohl nicht mehr auf dem Acker schuften – wäre doch viel zu schade um die “spezielle” Principessa-Lackierung.

VW Bulli – zu heiß gewaschen?

Zum Ende noch eine Kuriosität, die viele zum Schmunzeln brachte. Ist der VW T1, besser bekannt als Ur-Bulli, schon so der Liebling der Massen, bediente diese extrem gekürzte Ausführung zusätzlich das Kindchenschema. So kurz, klein und knuffig.

Wir wollen nicht wissen, wie abenteuerlich das Fahrverhalten bei solch einem minimalen Radstand ist – mitgenommen hätten wir den Kleinen trotzdem gerne.