Volkswagen Passat

Mittelklasse-Limousine mit Oberklassegefühl

8,5
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Solidität
  • großzügiges Raumangebot
  • umfangreiche Sicherheitsausstattung
  • Mit vielen Extras hoher Preis
  • Kopffreiheit hinten
  • Teurer Topdiesel

26.750 € - 46.850 € Preisklasse

5 Sitze

3,7 - 7,1 l/100km

Test

Ein neuer VW Passat muss sich hauptsächlich mit einem harten Gegner messen: dem alten Passat. Der stand schon vor zwei Dekaden im Ruf des aufgeräumten und praxisorientierten Lehrerautos. Heute sieht man in der Kombiversion Variant eher das Vertreterauto. Die Profis stehen auf den Passat. Ein gutes Indiz für Langstrecken- und Langzeitqualität.

Auch für diejenigen ohne professionellen Anspruch, die ihr Auto ohne große technische Probleme lange Jahre bewegen wollen. Warum der Passat nach dem Golf der populärste Volkswagen ist, beantwortet daher nicht die biedere, manche sagen: langweilige Karosserie des Bestsellers, sondern das Leben.

Dort glänzt die nun schon achte Generation nicht nur mit einem breit gefächerten Motorenangebot vom klassischen Ottomotor bis zum modernen Plug-in-Hybrid, breiter Leistungsspanne (120 – 280 PS) und mit drei Karosserievarianten (Limousine, Kombi und 4×4-Kombi Alltrack), sondern mit all dem, was Wolfsburg heute, fern von Dieselgate, immer noch ausmacht. Etwa die hohe Verarbeitungsqualität, die routinierte Alltagstauglichkeit und die souveräne Fahrsicherheit. Ein anderer Grund, warum der Passat heute immer noch so populär ist, ist sein Raumangebot.

Mit dem Raumangebot liegt der Passat weit vorn. Im Vergleich zum Vorgänger verfügen Passat Limousine und Passat Kombi der achten Generation, obwohl mit 4,77 Metern nahezu gleich lang, über einen um fast acht Zentimeter längeren Radstand. Daraus resultiert in Verbindung mit kurzen Überhängen an der Karosserie viel Platz im Innenraum und Kofferraum.

Das Interieur

Direkte Konkurrenten bieten weniger Platz. Im Wolfsburger fällt der Raumeindruck äußerst großzügig aus. Man sitzt bequem. Speziell hinten, wo VWs Mittelklasse manche Oberklasselimousine in der Beinfreiheit düpiert. Sitzriesen sitzen gut, in der Limousine hinten allerdings manchmal etwas nahe am Dachhimmel.

Zudem wird dem Passat auch vorgeworfen, das hat wohl wieder etwas mit individueller Körpergröße und subjektiver Einschätzung zu tun, dass die Sitzposition auf den Vordersitzen zu hoch ausfällt. Das war es dann schon mit Klagen. Nur einer, der auch noch dem gleichen Mutterkonzern angehört, übertrifft den Passat im Raumangebot: der superb geräumige Skoda Superb.

Der Kofferraum

Viel innere Größe beweist die Passat Limousine im Kofferraum mit einem Volumen von 586 bis 1.152 Litern. Noch eindrucksvoller geht es im Passat Variant mit 650 bis 1.780 Litern Kofferraum zu. Den bestellt man idealerweise mit der umklappbaren Beifahrersitzlehne, um von noch mehr Variabilität zu profitieren. Damit übertrifft der Passat Variant die Kontrahenten Audi A4, BMW 3er, Mercedes C-Klasse und Opel Insignia in der Kofferraumkapazität nochmals um ein paar Liter.

Auch der Komfort spricht an. Besonders gegen Zuzahlung. Schon der Federungskomfort des Serienfahrwerks überzeugt, aber mit den adaptiven Stoßdämpfern, die sich zwischen Komfort und Sport einregeln lassen, wird es noch besser. So ausgerüstet, fällt der Komfort ausgewogen aus und das Handling feinfühlig.

Wenn der Frontantrieb an den Grenzen der Haftung schnuppert, untersteuert der Passat brav. Wie eigentlich schon immer, womit er tatsächlich einem Konkurrenten, nennen wir ihn ruhig: BMW 3er, hinterherfährt.

Ein reiches Angebot aus VWs Motorenbaukasten mit 125 bis 280 PS als Benziner und 120 bis 240 PS Leistung als Diesel steht zur Wahl. Darunter ein moderner und besonders sparsamer Plug-in-Hybrid.

Die Benziner

Der Passat GTE ist mit seinem Plug-in-Hybrid-Antrieb der sparsamste Benziner im Passat-Programm. Hier erarbeiten der 1.4 TSI-Vierzylinder und der Elektromotor eine Systemleistung von 218 PS. Bei einem Verbrauch von unter 1,7 l/100 km – wer es glaubt?

Aber manchmal verbraucht der Passat GTE tatsächlich gar keinen Kraftstoff, denn mit dem E-Motor geht es bis zu 50 Kilometer rein elektrisch voran. Mit dem Einstiegsbenziner eher gemächlich, denn hier stehen 125 PS Leistung gegen 1,4 Tonnen Gewicht. Deshalb muss man den hubraumschwachen 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbo, der bei ruhigem Gleiten mit Zylinderabschaltung arbeitet, mit Schalten bei Laune halten.

Die Diesel

Im Diesel schaltet man seltener. Der 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel hat im Passat 1.6 TDI ein leichteres Geschäft. Nicht nur weil der aktuelle Passat gegenüber dem Vorgänger bis zu 85 Kilo abgenommen hat, sondern weil die 120 PS im Diesel weniger eine Rolle spielen als die 250 Newtonmeter.

Noch stärker fällt der Schub mit dem Topdiesel im Passat aus. Der 240 PS leistende 2,0-Liter-Biturbodiesel, der statt ans Sechsgang-Schaltgetriebe, dem manchmal die etwas zu langen Schaltwege angekreidet werden, an das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gekoppelt ist, produziert mit 500 Newtonmetern Drehmoment eine wohlige Überportion Kraft, die ab Werk immer mit Allradantrieb auf die Straße gelangt. Und das bei einem sparsamen Verbrauch von 5,3 l/100 km.

Alle Passat Modelle sind gut gedämmt und haben so ein ruhiges Betriebsgeräusch. Auch der überzeugende Topdiesel, jedoch zahlt man bei ihm vorher drauf: in der Ausstattungslinie Comfortline fast 10.500 Euro auf den Einstiegsdiesel 1.6 TDI mit DSG.

Im Euro NCAP-Crashtest erreichte der VW Passat die maximale Wertung von fünf Sternen. Sicherheit definiert sich hier jedoch auch über eine Flut an Assistenten, die in der Mehrzahl extra kosten. Für die LED-Scheinwerfer, die die Straße mit hellerem, gleichmäßigerem und breiterem Lichtpegel ausleuchten, blättert man 1.090 Euro hin. Für den ACC-Tempomat, der nach der Aktivierung selbstständig den eingestellten Abstand zum Vordermann hält, zahlt man faire 375 Euro zusätzlich.

Weitere Möglichkeiten, den Preis der Sicherheit nach oben zu treiben, bestehen zuhauf mit Features wie dem 360-Grad-Rundumsichtsystem, dem bequemen Parkhelfer für parallel und quer zur Fahrbahn liegende Parklücken, dem Querverkehrwarner, dem Trailer Assist für das Rangieren mit dem Anhänger und vielem mehr.

Der Passat ist vielleicht langweilig, aber nicht sein Kauf bei den vielen Extras, die man erst einmal auswählen muss. Nachdem im ersten und zweiten Schritt Motor und Getriebe beschlossene Sache sind, muss zwischen den drei Ausstattungslinien Trendline, Comfortline und Highline entschieden werden.

Schon im Trendline sind die Klimaanlage, das kühlbare Handschuhfach, der 5-Zoll-Touchscreen und die höhenverstellbaren Vordersitze inklusive. Dann wird es immer komfortabler und nobler. Dafür sorgen auch die Extras, die einst der Oberklasse vorbehalten blieben und jetzt in der Mittelklasse angeboten werden: das Head-up-Display, der Fahrersitz mit Massagefunktion und das digitale Instrumenten-Cockpit (Active Info Display), dessen 31-cm-TFT-Bildschirm sich mit den Anzeigen an die eigenen Vorlieben anpassen lässt.

Auch das mit dem Infotainment und der Vernetzung klappt heute besser als im Vormodell. Mit MirrorLink wird das Smartphone angedockt, über Car-Net geht es online und hinten kommen auch die Kurzen nicht zu kurz, denn die Tablets der mitreisenden Kinder lassen sich von vorne mit Inhalten beliefern.

Zusammenfassung

Der Volkswagen Passat hat in seiner achten Generation zum Audi A4, BMW 3er und der Mercedes C-Klasse aufgeschlossen. Im Raumangebot lässt der Norddeutsche die Süddeutschen sogar hinter sich. Das macht ihn zum vollwertigen Familienauto, aber nicht zum lupenreinen „Volkswagen“: Der Einstiegspreis von 26.400 Euro hegt zwar noch den Anschein von Volksnähe, aber damit hat man die Rechnung ohne die begehrenswerten Extras gemacht.

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