Ladefrust? Jein… – Wir sind den Volvo EX30 knapp 1.000 Kilometer quer durch Deutschland gefahren

Patrik Chen
Online Redakteur
14. Februar 2026

Dein Weg zum neuen Auto

Der kostenlose und einfache Weg, Ihr Auto online zu wechseln.
4,6/5 aus 22.651 Bewertungen

E-Autos und Langstrecke? Das funktioniert selbst ohne 800 Volt-Architektur besser als du denkst. Wir sind mit dem Volvo EX30 quer durch Deutschland gefahren und haben getestet wie sich der E-SUV über 1.000 Kilometer bewährt. Reichweitenangst? Nicht wirklich, aber dafür haben andere Dinge die Tour verhagelt.

Ich bin den Volvo EX30 fast 1.000 Kilometer quer durch Deutschland gefahren, um folgender Frage nachzugehen: Ist der Einstiegs-SUV von Volvo ein geeignetes Langstreckenauto? Die Antwort: Eigentlich ja, aber es gibt leider den ein oder anderen Haken.

Volvo EX30 Testbericht lesen

Innenraum: Geräumig und komfortabel, zumindest vorn

Volvo EX30 Langstrecke Fond

Von außen sorgt die SUV-Form dafür, dass der Volvo EX30 deutlich größer wirkt, als er tatsächlich ist. Im Innenraum entpuppt sich der Schwede aber als etwas kleiner, vor allem die Rückbank leidet unter den kleinen Dimensionen. Die Sitze sind zwar komfortabel, aber mit knapp 1,80 Meter hatte ich leider nur begrenzt Platz für die Knie und längere Strecken über mehrere Stunden hören sich nicht gerade verlockend an. Daran ändert auch das Panoramaglasdach leider nichts.

Aber auf den Vordersitzen wird der Volvo seinem Premiumanspruch eher gerecht. Hier ist der EX30 einfach in sich stimmig, gemütliche Sitze, angenehme Materialien mit guter Verarbeitung und ein modernes Bedienkonzept. Das luftige Interieur bietet auf den Vordersitzen eine angenehm geräumige Atmosphäre, in der sich hunderte Kilometer ohne Probleme abspulen lassen. Zahlreiche Staufächer unter der Mittelkonsole und in den Türen sorgen dafür, dass deine Habseligkeiten sicher verstaut, aber trotzdem griffbereit sind. Während der Fahrt war der Volvo angenehm unauffällig, keine besonders lauten Windgeräusche, auch das ein oder andere Schlagloch machte sich nicht wirklich negativ bemerkbar.

Volvo EX30 Langstrecke Cockpit

Plastik ist natürlich wie bei mittlerweile allen Premiummarken verbreitet, auch der leicht zu verschmutzende Klavierlack findet sich, aber hier spielen eben auch die preislichen Realitäten eines Einstiegsautos ihre Rolle.

Bedienkonzept: Etwas gewöhnungsbedürftig

Beim Blick vorne ins Cockpit kommen wir allerdings auch schon zu einem der Kritikpunkte beim Volvo Ex30. So schick und modern der Innenraum mit einem einzelnen zentralen Touchscreen auch aussieht, so nervig ist dieses Design beim tatsächlich Fahren. Kein Tacho, nicht einmal irgendeine Form von digitalen Instrumenten, findet sich hinter dem Lenkrad, stattdessen grüßt da bloß die Kamera für das Ablenkungs- bzw. Müdigkeitswarnsystem.

Volvo EX30 Langstrecke Schulterblick nach vorn

Wie bei Tesla sind die wichtigen Informationen wie Geschwindigkeit, Akkustand, Verbrauch, Gang und mehr alle im oberen Teil des zentralen Infotainmentscreens verbaut. Beim Fahren wandert also zwangsläufig der Blick weg von der Straße nach rechts auf den Bildschirm. Auch andere Funktionen sind unnötigerweise nur über den Touchscreen steuerbar: Seitenspiegel, Handschuhfach oder auch die Klimasteuerung. Klar ist das alles eine Gewohnheitssache, aber glücklich war ich damit auch nach knapp 1.000 Kilometern nicht. Da bin ich mit den altbewährten physischen Knöpfen zufriedener. Zwar lassen sich adaptiver Tempomat und Medienwiedergabe über die Knöpfe am Lenkrad steuern, aber teilweise musste ich da schon sehr fest auf den Knopf drücken, bevor der Volvo tatsächlich das nächste Lied abspielte.

Verbrauch: Gesundes Mittelmaß

Volvo EX30 Langstrecke Frontansicht

Zunächst muss ich erst einmal zugeben, dass ich nicht unbedingt langsam auf der Autobahn unterwegs bin. Auf Strecken ohne Tempolimit und bei freier Bahn fahre ich gerne auch länger meine 150 km/h, um zügig ans Ziel zu kommen. Also nicht gerade der ideale E-Auto-Fahrer. Das konkrete Modell, das ich fahren durfte war der Volvo EX30 Cross Country Twin Motor Performance mit 428 PS, Allradantrieb, 180 km/h Höchstgeschwindigkeit und einer Beschleunigung von 3,7 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h.

Das macht den EX30 auf der einen Seite zu einem wirklich guten Auto, das auch auf der Autobahn ohne Probleme noch Reserven für Überholvorgänge auspackt. Die leichtgängige Lenkung und wie satt der SUV auf der Straße liegt, verführen geradezu zum schnellen Fahren, wodurch dann aber leider auch der Verbrauch mächtig ansteigt.

Starte jetzt dein neues Autokapitel mit einem Neu– oder Gebrauchtwagen über Carwow und spare bei unseren exklusiven Angeboten und Leasingdeals!

Dennoch hat sich der 69 kWh-Akku besser geschlagen als ich erwartet habe. Bei Reisegeschwindigkeiten zwischen 120 und 150 km/h pendelte sich der Verbrauch bei knapp 23 kWh/100 km ein. Nicht gerade gut und weit entfernt von den 18,3 kWh/100 km der gewichteten WLTP-Angabe, aber den Umständen entsprechend auch nicht schlecht. Die WLTP-Reichweite von 436 Kilometer hat der Volvo EX30 damit natürlich nicht geschafft, aber rund 250 km im nasskalten Winter bei meiner Fahrweise ist dann doch besser als erwartet. Was also tun, wenn der Akku nun unter 10 % anzeigt? Ab zur Ladesäule natürlich, und ich schaue mir mal genau an wie sich der Volvo EX30 beim für Langstrecken so wichtigen Laden schlägt.

Laden: Langsam, aber gar nicht mal schlecht für 400 Volt-Architektur

Fast wichtiger als die maximale Reichweite bei 100 % Ladung ist bei modernen E-Autos die Ladegeschwindigkeit, sodass du nicht zulange an der Ladesäule stehen musst. Volvo hat für den EX30 158 kW Ladeleistung in der Spitze angegeben und erfreulicherweise hat der EX30 diese auch fast erreicht.

Volvo EX30 Laden mit Vorkonditionierung

Mit Vorkonditionierung der Batterie erreicht der Volvo EX30 sehr schnell mit 157 kW fast das maximale an Ladeleistung und kann diese zumindest für eine kurze Zeit lang halten, aber danach geht es in Stufen relativ zügig bergab. Vor allem ab rund 50 % Ladung des Akkus ist er sogar schon unter der 100 kW-Grenze und die letzten 20 % sind kein Ruhmesblatt für den Volvo. Ohne Vorkonditionierung ist die Ladekurve leider noch ernüchternder.

Volvo EX30 Langstrecke Laden ohne Vorkonditionierung

Hier erreicht der Volvo EX30 nur noch 114 kW in der Spitze und braucht deutlich länger um auf diesen Wert zu kommen, der dann auch kurz darauf schon wieder abbaut. Wer den Volvo EX30 längere Strecken fährt, sollte unbedingt darauf achten die Vorkonditionierung der Batterie über die Auswahl einer Ladesäule im Navigationssystem zu starten, sonst wird das Laden zur Geduldsprobe. Ebenfalls wichtig ist, dass das Navigationssystem hin und wieder bei der Routenplanung aktualisiert wird, in meiner Erfahrung unterschätzt die Ladeplanung beim Start der Fahrt den Verbrauch etwas, sodass man mit 10 bis 15 % weniger Akku an der Säule ankommen kann als geplant, leider konnte ich keinen “Verbrauch nachkalkulieren”-Knopf finden, sondern musst die Navigation abbrechen und neu starten, um eine aktualisierte Planung mit dem momentanen Vebrauch und Akkustand zu bekommen.

Möglicherweise lag dieses Problem aber auch an meiner eher verschwenderisch schnellen Reisegeschwindigkeit.

Volvo EX30 Langstrecke Ladevorgang

Diese Ladeleistungen im Praxistest können sich natürlich nicht messen mit den neuesten E-Autos, die auch mit 800 Volt-Technik ausgestattet sind, aber alles in allem sind die Volvo-Werte eigentlich in Ordnung. Der schwedische Autobauer gibt 30 Minuten für die Ladung von 10 auf 80 % an und dieser Wert stimmt auch im Großen und Ganzen mit der Realität überein. Damit ist der Volvo EX30 eigentlich ganz okay für die Langstrecke, solange du eh eine größere Pause etwa für eine Mahlzeit geplant hast, falls du aber nur eine kurze Klopause machen und dann weiterfahren wolltest, stößt du hier leider an technische Grenzen der “veralteten” 400 Volt-Technik.

Vor allem mit Gedanken an die neuesten Modelle auf dem Markt wie etwa der BMW iX3 mit deutlich besseren technischen Daten oder auch dem Volvo EX60 von den Schweden selbst, ist der EX30 kein wirklich gutes Langstreckenauto, aber für ein 400 Volt-Auto ist der Einstiegs-SUV ein durchaus brauchbarer Autobahngefährte, der nur ein wenig Planung braucht, damit Langstrecken nicht zu nervig sind.

Pilot Assist: Licht und Schatten beim Adaptiven Tempomat

Ein guter adaptiver Tempomat mit Spurhaltefunktion ist vor allem auf Langstrecken ein Feature, das ich bei modernen Autos nicht mehr missen möchte. Auch der Volvo EX30 kommt mit dem “Pilot Assist” genannten System an Bord und dieses funktioniert fast schon zu gut. Das System hält gut die Spur, übernimmt Tempolimits fast komplett ohne falsche Verkehrszeichenerkennung und hält den Sicherheitsabstand gut ein. Allerdings gilt dies nur bei guten Sichtverhältnissen, bei Nacht oder tief stehender Sonne hatte das System bei meinen Fahrten starke Probleme damit die Fahrspur zu erkennen und manchmal driftete der Assistent sogar stark an die Ränder der Spur und ich musste stark selber gegenlenken.

VOlvo EX30 Langstrecke Seitenansicht

Der Pilot Assist ist also ein durchaus guter Begleiter, um Langstrecken angenehmer zu machen, aber bei schlechten Sichtverhältnissen bietet es sich dann doch eher an ohne zu fahren, damit man sich den Kampf ums Lenkrad mit dem Computer spart.

Aufmerksamkeitswarner: Nerviges Gebimmel

An sich bin ich eigentlich ein Freund der zahlreichen Sicherheitsassistenten, die mittlerweile in modernen Autos eingebaut sind, aber beim Aufmerksamkeitswarner im Volvo EX30 erwischt ich mich irgendwann mit dem Gedanken: “Wer hat dieses Teil so entwickelt, dass es mehr ablenkt als nützt?”

Volvo EX30 Langstrecke Vordersitze

Über die Kamera hinter dem Lenkrad überprüft das System permanent, ob du auf die Straße achtest und nicht durch andere Sachen abgelenkt wirst. Allerdings ist das System so sensibel eingestellt, dass es mich bei zahlreichen unnötigen Situationen anbimmelte. Häufig etwa beim Auffahren auf die Autobahn, wenn der Blick natürlich über die Schulter und aus dem Seitenfenster geht, um den Verkehr auf der Autobahn zu sehen. Noch nerviger war es tatsächlich, dass es mich auch anklingelte, wenn ich etwas zu lange auf den oberen Teil des Touchscreens geschaut habe, um etwa den Verbrauch zu überprüfen oder die Geschwindigkeit.

Da zeigte sich meiner Meinung nach ganz deutlich wie unpraktisch dieser einzelne Touchscreen für alles ist. Wenn sogar das eigene Warnsystem vor Ablenkung den Blick zum Tacho bestraft, dann sollte man vielleicht ein anderes Design wählen, bei dem die wichtigsten Informationen im Fahrersichtfeld sind. Ein Head-up-Display würde das Problem elegant lösen, aber dieses findet sich tatsächlich nicht einmal als Option beim Volvo EX30.

Fazit: Der Volvo EX30 ist ein gutes Auto mit zahlreichen Stärken, aber einigen deutlichen Schwächen

Volvo EX30 Langstrecke Heckansicht

Der Volvo EX30 Cross Country ist ein echt gutes Auto: Starke Leistung, guter Komfort sowie moderne und sichere Ausstattung. Aber leider gibt es einige bedeutende Abstriche zu machen. So ist der Komfort eher nicht im Fond zu finden, auch der Kofferraum von nur 318 Litern ist nicht gerade der größte in seinem Segment. Der Premiumanspruch macht sich zwar bemerkbar in der Ausstattung bei den Assistenzsystemen und der Materialqualität, aber das Bedienkonzept und die nur mittelmäßige Ladeleistung bei Langstrecken sind Negativpunkte, die davon nicht ausgeglichen werden.

Falls du aber maximal zu zweit unterwegs bist und auch nur selten auf Langstrecke, dann ist der EX30 ein echt starkes Gesamtangebot, das dir fast alles was du von einem Premium-SUV erwartest anbieten kann. So angenehm lässt es sich wohl kaum in einem anderen Auto dieses Segments fahren.


Starte dein neues Autokapitel auf Carwow!

Du wechselst dein Auto? Dann starte dein neues Autokapitel über Carwow und verkaufe deinen Gebrauchten. Wir verbinden dich schnell, sicher und einfach mit professionellen Händlern, die auf dein Auto bieten. Mehr Informationen bekommst du auf unserer Übersicht:

Verkauf dein Auto über Carwow!