Dein Weg zum neuen Auto
Der Renault Clio mit dem 115-PS-Einstiegsbenziner und der Handschaltung ist der Inbegriff eines günstigen Kleinwagens – zumindest auf dem Papier. Wir sind ihn gefahren und sagen dir, ob die Einstiegsversion reicht und ob er sogar besser ist als der VW Polo.
Ab 19.900 Euro bietet Renault den neuen Clio an und unterbietet somit die 20.000 Euro Marke. Das schaffen der VW Polo (ab 20.135 €), Skoda Fabia (20.190 €) und Hyundai i20 (21.950 €) alle nicht.
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Dafür erhält man einen 1,2‑Liter‑Dreizylinder-Benziner mit 115 PS und Handschaltung, der nicht nur für die Stadt, sondern auch für längere Strecken genug Power liefert. Doch kann der Clio sich in diesem Konkurrenzumfeld durchsetzen?

Motor und Fahrleistung: 3 Antriebsvarianten, darunter ein Vollhybrid
Der Einstiegsbenziner hat sich bei unseren Testfahrten als gute Wahl erwiesen. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 10,1 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h machen ihn zu einem soliden Alltagsbegleiter, auch wenn der Motor bei höheren Drehzahlen etwas rauer und die Geräuschkulisse des Getriebes hörbar wird. Das ist jedoch bei einem solchen Preis und in dieser Klasse kein Weltuntergang.
Mithilfe der Handschaltung lassen sich die Gänge zwar problemlos wechseln, jedoch ist der Zugewinn an Komfort bei der Automatik so groß und das Platzangebot im Innenraum besser, da der Automatikwählhebel in der Lenksäule verschwindet, sodass wir zur Automatik tendieren würden. Bei den Fahrleistungen im Alltag kommt der Clio jedenfalls gut zurecht und das zu einem günstigen Einstiegspreis, der im Vergleich zum VW Polo, der in der Basisversion mit einem 80‑PS‑Motor ab 20.135 Euro bzw mit dem vergleichbaren 95 PS-Motor bei 24.545 Euro startet, verlockend wirkt.
Doch wie sieht der Verbrauch des Clio aus? Der Hersteller gibt einen WLTP‑Verbrauch von 5,1 l/100 km an, was auf dem Papier sehr vernünftig klingt. In der Praxis liegen die Werte jedoch etwas höher: Unsere Testfahrten ergaben meist einen Realverbrauch von etwa 6,0 l/100 km. Das ist angesichts der Motorisierung und der Nutzung absolut vertretbar. Noch effizienter wird es mit dem Vollhybrid, der laut WLTP 4,1 l/100 km verbraucht, und 158 PS Systemleistung liefert. Eine Vollhybrid-Version sucht man beim Polo vergebens.

Platz und Praxistauglichkeit: Großer Kofferraum, hohe Ladekante
Der Clio punktet im Vergleich zu seinen Wettbewerbern durch ein bemerkenswert großes Kofferraumvolumen von 391 Litern, das bei Umklappen der Rückbank auf bis zu 1.176 Liter erweitert werden kann. Im Vergleich dazu bietet der Polo lediglich 351 Liter bis 1.125 Liter, was den Clio im Kofferraum zu einem klaren Gewinner macht.
Nur hat der Kofferraum des Clio eine relativ hohe Ladekante, was das Einladen von Gepäck und Einkäufen etwas mühsam macht – hier könnte Renault in der Handhabung noch nachbessern. Auch der Kofferraum‑Öffner ist wenig ergonomisch positioniert und etwas schwieriger zu erreichen, weil er an der Unterseite der Heckklappe angebracht ist, und somit in einem schmalen Spalt zwischen Heckklappe und hinteren Stoßfänger ertastet werden muss. Das sind jedoch kleine Mängel, die im Gesamteindruck nicht allzu stark ins Gewicht fallen.
Außerdem kann die Größe der Ablagen in den Türinnenverkleidungen überzeugen, während die Becherhalter in der Mittelkonsole insbesondere in der Handschaltungs-Version eher klein ausfallen.

Innenraum und Infotainment: Einiges an Hartplastik
Im Innenraum findet man ein durchaus modernes und funktionales Design vor. Das optionale 10‑Zoll‑Kombiinstrument und das serienmäßige 10,1‑Zoll‑Infotainment sind angenehm groß und bieten ein gutes Maß an Übersichtlichkeit und überzeugen mit ihrer Variabilität. Das Android Automotive System basiert auf Googles Plattform und funktioniert problemlos, auch wenn die Auflösung von App-Symbolen wie Spotify etwas pixelig wirkt. Die Bedienung ist intuitiv, aber die Hebel am Lenkrad und die Bedienlogik können anfangs gewöhnungsbedürftig sein, da neben den standardmäßigen Hebeln wie Blinker und Scheibenwischer noch der serienmäßige und Renault-spezifische Bediensatellit fürs Infotainment hinzukommt und ggfs noch der Automatikhebel dazustößt.
In Sachen Materialien setzt Renault auf eine Mischung aus Hartplastik und etwas Stoff – was für den Preis in Ordnung geht, aber sich nicht als besonders hochwertig anfühlt. Wer also auf hochwertige Materialien und echtes Premiumgefühl aus ist, wird hier nicht voll auf seine Kosten kommen.
Der Innenraum bietet trotzdem einen sehr guten Sitzkomfort – vor allem in der Techno‑Ausstattung, wo die Sitze bequem sind und ausreichend Seitenhalt bieten. Leider konnten wir leichte Vibrationen der Heckscheibe bei lauterer Musik feststellen, was vermutlich auf eine nicht perfekt isolierte Subwoofer‑Position hindeutet. Das Soundsystem ist okay, aber nicht herausragend.

Die Platzverhältnisse im 4,12 m langen, 1,77 m breiten und 1,45 m hohen Clio sind insgesamt solide, auch wenn der Fond für größere Passagiere schnell unbequem wird. Die Kopffreiheit ist in Ordnung, aber die Beinfreiheit für Personen ab 1,80 Meter wird im hinteren Bereich sehr eng. Für Kinder oder kleinere Fahrgäste ist der Platz jedoch völlig ausreichend und es gibt insgesamt drei Isofix-Halterungen: zwei hinten sowie eine vorne. Eine Stärke des Clio ist die gute Rundumsicht, die das Einparken und Navigieren im Stadtverkehr vereinfacht. Auch der Wendekreis von 10,42 Metern unterstützt die Stadt‑Alltagstauglichkeit genauso wie das Lenkgefühl, das ausreichend präzise ist.

Fazit: Selbst in der Basis kann der Clio überzeugen
Der Renault Clio TCe 115 mit Handschaltung ist ein guter Einstiegs‑Kleinwagen, der in puncto Preis‑Leistung, Kofferraum und Verbrauch überzeugt. Wer keine Platzwunder im Fond erwartet und mit der ein oder anderen Hartplastik-Oberfläche zurecht kommt, der bekommt hier ein gutes Gesamtpaket, welches den VW Polo an einigen Stellen alt aussehen lässt.