Dein Weg zum neuen Auto
In Indien ist der KIA Seltos ein Bestseller – jetzt kommt das Kompakt-SUV nach Deutschland und bietet einige Überraschungen.
Bei uns ist der KIA Seltos noch weitestgehend unbekannt, obwohl sogar schon die zweite Modellgeneration an den Start geht. Der Grund ist einfach: Bisher bot KIA das Verbrenner-SUV auf anderen Märkten wie beispielsweise Indien an – und das sehr erfolgreich.
Grund genug, den Seltos 2026 auch nach Deutschland zu bringen. Wir konnten im Kompakt-SUV bereits Platz nehmen: Vieles kam uns vertraut vor, doch technisch gibt es auch ein paar Überraschungen.

Design: Robuster Look inklusive Optik-Kniff
Der Seltos präsentiert sich – typisch KIA – in einem markanten Design, das vorne von einem breiten Kühlergrill und den “Star Map”-Tagfahrlichtern dominiert wird. Die schwarz abgesetzten Kotflügel sorgen für einen robusten SUV-Look. Einen Optik-Kniff, den die Südkoreaner aktuell gerne anwenden: Sie positionieren die Scheinwerfer und Rückleuchten weit außen. Dadurch wirkt das Fahrzeug noch breiter. Am Ende ist das optische Erscheinungsbild immer Geschmackssache, aber eine gewisse Präsenz kann man dem Seltos nicht absprechen.
Mit einer Länge von 4,43 Metern, einer Breite von 1,83 Metern und einer Höhe von 1,60 Metern positioniert sich der Seltos im Kompakt-SUV-Segment. Er soll die Lücke zwischen den Modellen Xceed, Niro und Sportage schließen. Preislich könnte es dann bei etwa 30.000 Euro losgehen, vermuten wir. KIA selbst hüllt sich noch in Schweigen.

Sitzprobe: Viel Platz und schickes Panoramadisplay
Die erste Sitzprobe im KIA Seltos fällt durchaus positiv aus. Der Innenraum bietet vorne als auch hinten ausreichend Platz – besonders die neigungsverstellbare Rückbank im Fond sorgt für zusätzlichen Komfort. Wer sich eine Pause gönnen will, der bringt einfach den „Premium-Relaxation“-Fahrersitz mit einem Knopfdruck in Liegeposition.
Was uns noch aufgefallen ist: Das große, ansprechende Panoramadisplay kennen wir z. B. aus dem Elektro-Modell EV2 – es gefällt auch hier. Genauso wie die echten Tasten und Drehrädchen am Lenkrad oder die Bedienleiste unterhalb des Touchscreens.

Der Kofferraum wartet mit einem höhenverstellbaren Boden auf und schluckt stolze 536 Liter. Zum Vergleich: Der Audi Q3 (4,53 Meter) schafft nur 488 Liter, ein Volvo XC40 (4,43 Meter) liegt mit 460 Liter nochmal darunter. Praktisch: Mit dem Schienensysten Kia AddGear lässt sich Zubehör, ob Netz, kleinere Boxen oder Halterungen, anbringen.

KIA hat nach eigener Aussage sein Elektroauto-Innenraumdesign auf ein SUV mit konventionellem Antrieb übertragen. Und ja, das ist in großen Teilen geglückt. Auch wenn der Seltos an ein paar Stellen im Innenraum etwas grobschlächtiger wirkt. Im Detail nicht ganz so fein wie der neue EV2, den wir kurz zuvor gefahren sind.

Antriebe: Benziner oder Hybrid – auch mit Allrad
Bei den Antriebsvarianten hast du die Wahl zwischen Benziner und Hybrid. Besonders interessant: Beide sind auch mit Allradantrieb zu haben – eine Seltenheit im Segment. Der 1,6-Liter-Turbobenziner liefert wahlweise 132 kW/180 PS oder 142 kW/193 PS. Die schwächere Version lässt sich mit einem
Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe (DCT) oder einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombinieren, die stärkere mit einer Acht-Stufen-Automatik. Zudem soll es einen 2,0-Liter-Benziner mit 110 kW/149 PS geben.
Spannend ist die Vollhybridvariante, einmal mit 113 kW/154 PS und Zweiradantrieb oder mit 131 kW/178 PS und Allrad. Letztere Version verfügt über einen zusätzlichen Elektro-Motor an der Hinterachse. Etwas, das man vor allem von Plug-in-Hybriden und Elektroautos kennt: die Vehicle-to-Load-Funktion (V2L). So lassen sich auch externe Geräte bequem über die Fahrzeugbatterie laden.

Ausstattung: Basis, GT-Line oder X-Line
Wie genau welche Features von welcher Ausstattung abhängen, ist noch nicht final bekannt. Bei den drei Ausstattungslinien – dem Basis-Modell, der GT- und der X-Line – sollte aber für jeden Geschmack etwas dabei sein. Für einen modernen Look innen sorgt das Panoramadisplay, bestehend aus einem 12,3 Zoll großen, digitalen Kombiinstrument, einem Touchscreen zur Klimasteuerung und einem 12,3-Zoll-Infotainment-Display an. Dazu gesellen sich Features wie der KIA-KI-Assistent, der die Sprachsteuerung mit Künstlicher Intelligenz ergänzt, eine Ambientebeleuchtung, ein Panoramaglasdach, ein Premium Soundsystem oder der „Premium-Relaxation“-Fahrersitz.

Der Seltos bietet auch zahlreiche Fahrerassistenzsysteme wie den Autobahnassistenten 2.0, den Frontkollisionswarner 2.0 oder den Ausstiegsassistenten. Hinzu kommen z. B. eine Rundumsichtkamera sowie Parksensoren vorn, hinten und an der Seite. Zur Sicherheit trägt auch das Head-up-Display bei, das wichtige Fahrinformationen direkt auf die Frontscheibe projiziert. Und der Digital Key 2.0 ermöglicht es, ein Smartphone oder eine Smartwatch als Autoschlüssel zu nutzen. Wie gesagt – was alles davon zur Serie gehört und was Aufpreis kostet, wird sich noch zeigen.

Fazit: Vielversprechendes Kompakt-SUV
Der neue Kia Seltos bringt alles mit, was man von einem modernen SUV erwartet: ordentlich Platz, moderne Technik und effiziente Antriebsoptionen. Die Möglichkeit, Benziner und Hybrid jeweils mit Allradantrieb zu konfigurieren, und die V2L-Funktion des Vollhybrid-Modells stechen hervor.
Wenn jetzt auch noch der Preis stimmt und der Seltos auch gut ausgestattet nicht die Bodenhaftung verliert, könnte das Kompakt-SUV nicht nur in Indien, sondern auch in Deutschland ein Erfolg werden.