Schnäppchen oder einfach nur billig? – Wir sind den Dacia Spring gefahren

Cvetko Mijatov
Content Director
12. April 2026

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4,6/5 aus 23.096 Bewertungen

Offiziell startet der Dacia Spring bei 16.900 Euro, nur gibt es da einen Haken: Die Basisversion ist aktuell nicht bestellbar und wird es vermutlich auch nicht mehr sein, bis der Spring-Nachfolger auf den Markt kommt. Wir sind den aktualisierten Dacia Spring mit dem neuen 100 PS Motor gefahren und sagen dir, ob die Preis-Leistungs-Rechnung auch ohne Einstiegsversion noch aufgeht.

Basismodell hin oder her, der Dacia Spring ist auch so das günstigste E-Auto Deutschlands, nur beginnen die Preise dann bei 18.700 Euro, wobei unser Testwagen in der Ausstattung Extreme, mit besagtem 100 PS Motor und ein paar Extras knapp unter 22.000 Euro kostet.

Dacia Spring Testbericht lesen

In dieser Preisregion wird es spannend, denn hier tauchen weitere günstige E-Auto Alternativen auf dem deutschen Markt wie Leapmotor T03 (ab 18.900 Euro) und Citroen e-C3 (ab 20.140 Euro) auf, die dem Spring ernsthafte Konkurrenz machen können. Doch Dacia hat dem Spring ein Update verpasst, um ihn für den harten Wettbewerb zu wappnen.

Dacia Spring Ladeeinheit vorne

Batterie und Ladedauer: Mehr Leistung dank LFP-Akku

Die wohl größte Änderung, die das Update mit sich bringt, ist der neue LFP-Akku mit 24,3 kWh. Damit hat der Spring als erstes E-Auto im Renault-Konzern einen Akku mit dieser fortschrittlichen Technologie. Damit kommt der kleine E-SUV laut WLTP bis zu 225 Kilometer weit und hat eine maximale Ladeleistung von 40 kW. Diese Ladeleistung ist zwar 10 kW mehr als vor dem Update, jedoch weniger als beim Leapmotor T03, der mit 45 kW auch kein Schnelllade-Wunder ist, und beim Citroen e-C3, der 100 kW maximal schafft. So kommt der Spring auf eine Ladedauer von 29 Minuten von 20 auf 80 Prozent.

Der kombinierte WLTP-Verbrauch liegt bei 12,4 kWh/100 km für den 100 PS Motor. Im Test kamen wir bei niedrigen Temperaturen auf einen Realverbrauch von 14,7 kWh pro 100 km, wobei wir relativ viel auf der Landstraße und Autobahn gefahren sind, was einer Realreichweite von 165 Kilometer entsprechen würde.

Dacia Spring hinten dreiviertel

Motor und Fahrleistung: 2 neue Motoren, kein One-Pedal-Drive

Wie bereits erwähnt, sind wir die 100-PS-Version gefahren, die den Spring angenehm spritzig macht, gerade im Stadtverkehr. Die Beschleunigung ist deutlich besser als bei den Vorgänger-Versionen, die wir in der Vergangenheit ebenfalls gefahren sind, und insgesamt fühlt sich das Auto deutlich lebendiger an dank der neuen Motorenauswahl.

Beim Fahren wird trotzdem schnell klar, dass der Spring vor allem für die Stadt gemacht ist. Dort fühlt er sich wohl, ist leicht, wendig und einfach zu manövrieren. Sobald es schneller wird, zeigen sich die Schwächen. Die schmale Bauweise sorgt dafür, dass sich das Auto in Kurven stärker neigt und über die Vorderräder schiebt und insgesamt wirkt das Fahrverhalten eher nervös als souverän. Die Lenkung verlangt oft kleine Korrekturen und auf der Autobahn fühlt sich der Spring schlicht fehl am Platz – auch wegen der 125 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Dazu kommt ein hartes Fahrwerk, das Unebenheiten direkt an die Insass:innen weitergibt, sowie ein insgesamt hoher Geräuschpegel. Komfort ist hier kein Fokus und das merkt man in jeder Situation. Auch bei der Rekuperation bleibt der Spring simpel: Einen echten One-Pedal-Drive gibt es nicht, stattdessen nur einen einfachen B-Modus, der etwas mehr Verzögerung bietet.

Dacia Spring innen mit Cvetko Mijatov

Platz und Praxistauglichkeit: Vorne ok, hinten eher Notlösung

Mit seinen 3,73 m Länge, 1,58 m Breite und 1,52 m Höhe darf man beim Spring keine Raumwunder erwarten. Vorne sitzt man ordentlich, auch wenn sich die Sitze eher klein und schmal angefühlt haben. Der Platz reicht aus und man fühlt sich nicht eingeengt. Cupholder hat der Spring im konventionellen Sinn keine, außer man beschafft sich eine entsprechende YouClip-Befestigung aus dem Dacia-Zubehörkatalog.

Dacia Spring Kofferraum

Erfreulich sind der Platz, den die Ablagen in den Türinnenverkleidungen vorne bieten, und der Kofferraum des Mini-SUVs: Mit 308 Litern bietet er ordentlich Platz für ein Auto dieser Größe. Bei umgelegten Rücksitzen wächst das Volumen auf knapp über 1.000 Liter an. Dazu kommt im Testwagen ein zusätzlicher, optionaler Frunk, der 34 Liter Stauraum bietet und vor allem für Ladekabel praktisch ist.

Dacia Spring Frunk

Hinten sieht die Sache ganz anders aus. Hier wird es schnell eng, sowohl für die Beine als auch für den Kopf. Erwachsene sitzen hier nur ungern und längere Strecken sind definitiv keine gute Idee. Die Rückbank ist damit eher als Notlösung oder für Kinder gedacht.

Dacia Spring Rücksitzbank mit Cvetko Mijatov

Immerhin gibt es zwei ISOFIX-Plätze, was den Spring zumindest für junge Familien nicht komplett disqualifiziert.

Dacia Spring Innenraum

Innenraum und Infotainment: Hartplastik dominiert

Wenn man in den Dacia Spring einsteigt, die Türe schließt und das blecherne Geräusch der Türen einen begrüßt, weiß man spätestens, worauf man sich einlässt. Das Hartplastik dominiert praktisch jede Fläche, egal ob Armaturenbrett, Türverkleidungen oder Mittelkonsole. Hochwertig fühlt sich hier nichts an und an manchen Stellen sieht man einen blanken Schraubenkopf oder einfach lackierte Flächen ohne weitere Verkleidung.

Das klingt erstmal ernüchternd – ist aber nur die halbe Wahrheit. Trotz der einfachen Materialien wirkt der Innenraum solide und robust. Nichts klappert, nichts wirkt instabil. Es ist mit günstigen Materialen gemacht, aber nicht schlecht verbaut.

Die Ausstattung im Extreme-Modell ist dabei absolut in Ordnung. Es gibt einen optionalen 10,1-Zoll-Infotainmentbildschirm mit Android Auto und Apple CarPlay, eine Rückfahrkamera und die wichtigsten Basics, die man im Alltag braucht.

Allerdings fehlt alles, was über das Nötigste hinausgeht. Die Sitze vorne kann man nicht in der Höhe verstellen, während man das Lenkrad nicht längs verstellen kann. Eine Klimaautomatik sucht man genauso vergeblich wie eine Mittelarmlehne – die kostet extra. Der Auto-Schlüssel muss klassisch ins Schloss gesteckt und umgedreht werden, um das Auto zu starten. Die Schalter für die Fensterheber sind nicht in den Türen angebracht, sondern aus Kostengründen in der Mittelkonsole. Das sind einige Beispiele, die zeigen sollen, an welchen Stellen gespart wird.

Dacia Spring vorne dreiviertel

Fazit: Günstig, aber nicht automatisch ein guter Deal

Der Dacia Spring versucht erst gar nicht, mehr zu sein, als er ist. Das Update verleiht ihm eine moderne LFP-Batterie mit mehr Ladeleistung und bessere Motoren. Der Spring bleibt auch ohne Basisversion günstig, effizient und erfüllt seinen Zweck im Stadtalltag. Wem das reicht, der ist beim Spring an der richtigen Stelle.

Doch zum Vergleich: Für 200 Euro mehr erhält man einen Leapmotor T03, der mit 45 kW etwas mehr maximale Ladeleistung hat, mit bis zu 265 km etwas weiter kommt laut WLTP-Zyklus und in der Serienausstattung unter anderem mit 15-Zoll-Leichtmetallfelgen, Panoramadach, Rückfahrkamera, schlüssellosem Startsystem, adaptiver Geschwindigkeitsregelung und 10,1-Infotainmentdisplay besser ausgestattet ist.

Macht man einen Strich unter diese Preis-Leistungs-Rechnung, dann wird es trotz des Updates schwer für den Dacia Spring in diesem Konkurrenzumfeld zu glänzen.

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