Auto verkaufen Angebote von ausgewählten Händlern erhalten

BMW i4 im Test

Ihr nächstes Auto soll ein BMW i4 werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

4,7/5 aus 13.366 Bewertungen

Nach dem i3 kam lange nichts - jetzt legt BMW mit dem i4 mächtig nach. Das Elektro-Coupé basiert auf dem 3er und macht im Test vieles richtig. Einen Benzin- oder Dieselmotor wird hier keiner vermissen. Und endlich stimmt auch die Reichweite.

  • Tolles und souveränes Fahrverhalten
  • Enorme Reichweite in beiden Motorisierungen
  • Niedrige Kopfhöhe auf der Rückbank
  • Selbst mit E-Bonus hoher Preis

BMW hat sich mit der E-Mobilität lange schwergetan. Zwar hatten die Bayern mit dem i3 bereits ab 2013 einen Stromer im Programm, doch der Kompaktwagen mit seinem eigenwilligen Design war nie ein wirklicher Erfolg und blieb ein einmaliger Ausrutscher. Stattdessen konzentrierte sich BMW auf das Bewährte: sportliche Benziner und Diesel, die der Hersteller zunehmend durch Plug-in Hybride ergänzte. Diese Strategie funktioniert mit der wachsenden E-Mobilität und dem sich wandelnden Zeitgeist aber nicht mehr.

Der Prämie sei Dank

Mittlerweile hat sich der Markt geändert, strenge CO2-Vorgaben aus Brüssel zwingen die Hersteller sich umzustellen, die Klimakrise bedroht uns alle - die Herausforderungen an die Automobilindustrie sind groß. Jetzt sollen Elektroautos im großen Stil das Überleben sichern. Und mit den Förderprogrammen der Bundesregierung stimmen auf einmal auch die Absatzzahlen.

BMW will hier mithalten und sich in diesem Segment behaupten. Vor allem zwei Modelle sollen Marktanteile sichern: das Luxus-SUV BMW iX, eine Art elektrischer X5, und das Coupé BMW i4, das seit Herbst 2021 verkauft wird. Letzteres dürfte besonders für eingefleischte BMW-Fans interessant sein. Sportliche Limousinen waren einst der Markenkern des Münchner Automobilherstellers. Warum soll das nicht auch als Stromer funktionieren? Statt eines sonor brummenden Sechszylinders gibt es nun eben einen leise surrenden Elektromotor.

Die Doppelniere spaltet Fans

Rein optisch unterscheidet sich der BMW i4 kaum von den aktuellen Modellen mit konventionellem Motor, die der Hersteller aktuell anbietet. Da wäre zunächst die markante überdimensionale Doppelniere als Kühlergrill, die die Gemüter spaltet. Die einen sehen darin die Rückkehr zu großen Modellen der BMW-Historie, andere spotteten darüber.

Fakt ist: Der BMW i4 fällt mit seinem Kühlergrill, der gar keiner ist, auf. Was in der oft gleichförmigen Mittelklasse durchaus ein Kompliment ist. Einige Wermutstropfen: das Nummernschild teilt den Kühlergrill, das stört das Design. Und In der Variante i4 M50 findet sich noch ein M-Logo auf der Niere, das dort ziemlich verloren aussieht.

Ansonsten ist der E-Motor im 4er nur an den blauen Details im Blech zu erkennen, mit denen BMW seine Stromer schmückt. Beim i4 finden sie sich unter anderem an der Umrandung der Doppelniere oder an den Flanken unter den Türen. Ansonsten ist der BMW i4 ein klassisches Gran Coupé: vier Türen, fünf Sitzplätze, mit 4,78 Meter ganz schön lang und als i4 M50 natürlich in noch sportlicherer Optik. Ein wenig zwiegespalten steht man auch hinter dem Diffusor mit den Zierblenden, welche die Reliquien ehemaliger Ausschnitte für Auspuffrohre nachahmen. Naja, Zeit einzusteigen.

Curved-Display im BMW i4

Im Inneren muss sich die BMW-Kundschaft nicht groß umstellen. Das zum Fahrsitz geneigte Cockpit, der bekannte iDrive-Regler für die Funktionen des Autos, selbst der Gang-Wahlhebel, das alles sieht bekannt aus.

Das ist kein Wunder, der BMW i4 ist weitestgehend baugleich mit dem BMW 4er und dem 3er und wird im selben Münchner Stammwerk gebaut. Eine eigene Basis für Stromer soll es nicht mehr geben. Während Hyundai das mit dem Kona schon vor Jahren vorgemacht hat, ist das für BMW etwas Neues.

Einen Unterschied gibt es aber: Das zentrale Display des BMW i4 ist deutlich größer als im bald auslaufenden 3er und 4er. Der gebogene Widescreen setzt sich aus zwei Elementen zusammen und zieht sich bis zum Beifahrersitz. Auf dem linken Abschnitt sehen Fahrende alle relevanten Informationen wie Geschwindigkeit, Verbrauch etc. Der rechte Teil, der satte 14,9 Zoll misst, dient als Infotainment-Zentrale. Er beinhaltet das neueste 8.0 Betriebssystem, das over-the-air upgedatet wird. Bedient wird es per Sprache, Touch oder mit dem bekannten iDrive in der Mittelkonsole.

Kaum noch Knöpfe

Insgesamt weiß das System zu gefallen mit seinen gestochen scharfen und detaillierten Darstellungen. Die Umsetzung und Informationsvielfalt des digitalen Kombiinstruments fällt deutlich verbessert aus gegenüber dem System, das noch im BMW M3 zum Einsatz kam.

Nur leider werden auch bei BMW die letzten physischen Knöpfe wegrationalisiert. Etwa zur Bedienung der Klimaanlage, die nun ebenfalls über das Touchpad gesteuert wird. Das gelingt zwar besser als mit VWs ungeliebten Touchslidern, aber nicht so optimal wie im analogen Zeitalter - eine digitale Verschlimmbesserung.

Die Sprachbedienung verschafft dabei leider keine Abhilfe, reagiert unzuverlässig oder sucht im Kartenmaterial nach Orten, wenn man doch eigentlich bloß die Temperatur umstellen möchte.

Auf der Rückbank heißt es Kopf einziehen

Die Sitzposition im BMW i4 ist tiefer als in der 3er-Limousine, es handelt sich schließlich um ein Coupé. Das Elektroauto liegt durch die Batterien im Unterboden zudem noch einmal einen halben Zentimeter tiefer als die Benziner und Diesel. Das heißt: Wer das bequeme Einsteigen in ein SUV bevorzugt, ist beim BMW i4 komplett falsch. Stattdessen artet der Einstieg eher in Klettern aus. Stoffsitze gibt es für den i4 nicht, BMW bietet Leder, Teilleder, Alcantara und eine vegane Alternative an.

Das Platzangebot vorne ist gut, bis 1,95 Meter Körpergröße sollten Reisende keine Probleme haben. Hinten sieht das in einem Coupé etwas anders aus. Obwohl: Fußraum ist sogar mehr als vorne vorhanden. Nur stoßen Mitfahrende bereits ab 1,80 Meter an die Grenzen aufgrund der abfallenden Dachlinie.

Elektroauto mit Verbrenner-Nachteilen

Etwas wundern kann man sich auf der Rückbank des BMW i4 über den Mitteltunnel. Eigentlich eine Stärke von Elektroautos gegenüber Verbrennern, dass dieser nicht nötig ist. Doch weil sich der i4 zumindest einige Teile mit dem 3er teilt, geht hier etwas Fußraum verloren.

Dafür ist das Kofferraumvolumen erstaunlich gut. 470 bis 1.290 Liter passen in den BMW i4, das ist exakt so viel wie beim 4er mit konventionellem Motor. Zudem ist der Laderaum praktikabel eingerichtet. Die Ladekante fällt niedrig aus, der Platz ist gut nutzbar und auch an Netzen, Haken oder der 12-Volt-Steckdose fehlt es nicht. Angenehm gestaltet sich dazu die Durchlademöglichkeit der Rückbank. Nur für das Umklappen der Rückbank muss man noch zur Seitentür schreiten.

Unter dem Kofferraumboden befindet sich ein weiterer kleiner Stauraum, in dem das Ladekabel verstaut ist. Hier verspricht der BMW i4 übrigens erstaunliches: Er kann mit bis zu 205 kW laden und erreicht in 31 Minuten 80 Prozent seiner Ladung. Mehr als acht Stunden dauert es allerdings, wenn nur eine 11 kW Wallbox zur Verfügung steht und der BMW von 0 auf 100 Prozent geladen werden soll.

Viel PS, viel Reichweite

Die Kundschaft kauft ein Coupé aber vor allem, weil sie Freude am Fahren hat. Das Spezialgebiet von BMW - nicht ohne Grund ist es das Motto der Marke. Doch wenn es um Elektroautos geht, gab es im Bereich der sportlichen Limousinen bis auf Tesla bisher wenig. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass der i4 ziemlich genau auf das Model 3 oder auch den Polestar 2 abzielt.

Die Daten sprechen zumindest für sich: 340 PS leistet der BMW i4, in 5,7 Sekunden beschleunigt er auf 100 km/h. Die Reichweite liegt bei satten 590 Kilometer. Das ist erstmals wirklich eine Konkurrenz zu Tesla. Um den sportlichen Charakter zu betonen, regelt BMW erst bei 190 km/h ab. Wem das noch zu brav ist, für den baut BMW eine M-Version des i4 mit 544 PS, den BMW i4 M50. Der beschleunigt in 3,9 Sekunden auf 100 km/h, Topgeschwindigkeit: 225 km/h, maximale Reichweite: 521 Kilometer.

In unserem Test gelingt es dem i4 M50 sogar noch schneller, als die Werksangabe behauptet. In 3,6 Sekunden schießt das bayerische Modell auf 100 km/h hoch. Genau so schnell wie ein M3 mit Verbrenner. Natürlich schrumpft nach häufigen Sprints und beim flotten Fahren auf der Autobahn die Reichweite. Trotzdem ist die vom Werk angegebene Distanz nicht weit weg von der Praxis.

Auf Wunsch mit Klang

Verbrenner aufgepasst - auch das Fahrgeräusch ist im i4 M50 mit BMW IconicSounds Electric (200 Euro, ab i4 M50 Serie) nicht zu verachten. Die Geräuschuntermalung wurde von keinem geringeren als Hollywood-Komponist Hans Zimmer kreiert. Dabei ändert sich der Sound je nach Fahrmodus, klingt aber durchweg sowohl elektrisch als auch tiefkernig sportlich.

Nur der Unterschied der Soundkulisse fällt zwischen den Modi Sport und Komfort ziemlich gering aus. Im Eco Pro Modus fährt der i4 flüsterleise, ganz ohne ein künstliches Geräusch zu produzieren.

Präzise Lenkung, exakte Bremsen

Die Abstimmung ist BMW typisch straffer, aber bequem. Selbst innerorts schluckt der i4 Fahrbahnunebenheiten unaufgeregt weg. Die M-Version liegt naturgemäß härter auf der Straße. Die Beschleunigung ist in beiden brachial - so weit waren wir schon.

Die Straßenlage ist gut. Das liegt auch an dem hohen Gewicht - der BMW i4 ist zwei Tonnen schwer - das dem Coupé einen niedrigen Schwerpunkt verleiht. Nur in wirklich schnellen Kurven kann der Elektro-BMW sein Gewicht nicht mehr ganz kaschieren. Ansonsten arbeitet der serienmäßige Allradantrieb optimal und verleiht dem i4 selbst bei Regen enorme Traktion.

Die Bremsen lassen sich exakt dosieren, die Lenkung ist präzise, gibt aber etwas wenig Rückmeldung über das Lenkrad. Autonomes Fahren ist beim BMW i4 kein Thema, das bleibt unter den Elektroautos der Marke zunächst dem BMW iX vorbehalten.

40 Assistenzsysteme für den BMW i4

Das heißt aber nicht, dass das Coupé in Sachen Assistenzsysteme zurückstehen muss. 40 digitale Helfer stehen zur Auswahl, deren Kameras, Ultraschall- und Radarsensoren hauptsächlich in der Doppelniere sitzen. Das lässt sich BMW einiges kosten. Der i4 eDrive40 startet ab 58.300 Euro - mehr als 10.000 Euro teurer als Polestar 2 und Tesla Model 3.

Enthalten sind ein akustischer Fußgängerschutz, ein Parkassistent, Tempomat, ein Kollisionswarner mit Notbremsfunktion und ein System, das beim Verlassen der Spur warnt. Erstmals erkennt der 4er auch Verkehrsschilder. Die M-Variante (ab 62.200 Euro) rundet das Angebot mit den üblichen sportlichen Ergänzungen des Hersteller eigenen Tuners ab. Aufpreispflichtig sind aktive Geschwindigkeitsregelung und Ampelerkennung.

In der Praxis wissen die kleinen Helferlein zu überzeugen. Besonders auf der Autobahn überzeugt der i4 bei eingeschaltetem adaptiven Tempomat in Verbindung mit der Verkehrszeichenerkennung, übernimmt selbstständig erkannte Tempolimits und bewegt sich dabei auch noch enorm leise. Ganz so, wie man es von einem Elektroauto erwartet.

Fazit: BMWs bestes Elektroauto

Ist BMW mit dem i4 das gelungen, worauf die deutsche Autoindustrie seit Jahren hinarbeitet? Ist das Coupé der bessere Tesla? Die Fakten sprechen zumindest für sich.

Der BMW fährt sich hervorragend, er ist erstklassig verarbeitet und endlich stimmt die elektrische Reichweite. Bis zu 590 Kilometer verspricht der bayerische Hersteller. Das einzige Manko: Der BMW i4 ist teuer. 58.300 Euro, abzüglich eines E-Bonus von 7.500 Euro, sind eine Menge Geld. Dafür bekommen Autofahrende aber eine Menge Auto - und den besten Stromer, den BMW aktuell baut.

8/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

Vergleichen Sie den BMW i4 mit Alternativen

Auf carwow haben Sie eine große Auswahl an Fahrzeugen, die Sie einfach miteinander vergleichen können. So finden Sie stressfrei und einfach genau das Auto, das am besten zu Ihnen passt und können sich Angebote unserer Partnerautohäuser aus Ihrer Region und ganz Deutschland zukommen lassen.

Modell vergleichen

Vergleichen Sie die besten Angebote – ganz ohne Verhandeln

BMW Finanzierung

  • Lieferung Ihres Neuwagens nach Hause möglich
  • Erhalten Sie Ihr individuelles Finanzierungsangebot
  • Sie entscheiden, ob Sie eine Anzahlung möchten
carwow Preis ab
256 € / Monat
Finanzierungen anzeigen

BMW Tageszulassung

  • Finden Sie Ihr passendes Fahrzeug aus einer großen Auswahl an Tageszulassungen
  • Sparen Sie mehr mit Tageszulassungen
  • Nehmen Sie Ihr neues Auto sofort mit nach Hause
carwow Preis ab
34.610 €
Tageszulassungen anzeigen

BMW Jahreswagen

  • Jahreswagen von top bewerteten Vertragsautohäusern
  • Eine große Auswahl sofort verfügbarer Fahrzeuge
  • Keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte
carwow Preis ab
32.890 €
Jahreswagen anzeigen