BMW 4er

Ästhetisches Coupé fährt sich hervorragend

8,3
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Überzeugendes Fahrwerk
  • Tolle Motoren im Angebot
  • Attraktives Design
  • Wenig Platz im Fond
  • Extras sind teuer
  • Sicherheitssysteme kosten extra

40.400 € - 62.700 € Preisklasse

4 Sitze

4,6 - 7,9 l/100km

Test

Das viersitzige Cabrio von BMWs Mittelklasse kam im Sommer 1985 als Klassiker zur Welt, das Coupé einige Jahre später. Heute vereinen sich beide Karosserievarianten in nur einem Auto. Das 4er Cabrio ist mit seinem elektrischen Hardtop offen ein Cabrio und geschlossen ein Coupé mit vier Sitzen. Gleichzeitig wird der 4er auch als reines Coupé mit festem Dach angeboten.

Wegen des attraktiven Auftritts, der reizvollen Motorisierungen und den überzeugenden Fahrwerksqualitäten gehören das 4er Coupé und das 4er Cabrio zu den beliebtesten Fahrzeugen ihrer Klasse. Die Konkurrenten heißen dabei Audi A5 und Mercedes C-Klasse.

Besonders empfehlenswert unter den Benzinmotoren ist im 4er ein BMW Klassiker: der 326 PS starke 3,0-Liter-Reihensechszylinder des 440i. Unter den Dieselmotoren zählen der sparsame 420d und der souveräne 3,0-Liter-Sechszylinder im 430d und 435d zu den Favoriten. Die Kraftübertragung erfolgt im 4er immer über das Sechsgang-Handschaltgetriebe oder die Achtgang-Automatik auf die Hinterräder oder in den xDrive-Modellen auf alle vier Räder.

Das 4er-Fahrwerk bietet eine eindrucksvolle Kombination aus Fahrfreude und Fahrkomfort. Wie hoch der Komfort der Ausstattung ist, bestimmen Sie als Kunde. Der Preis hängt im 4er, wie in jedem BMW, ganz stark von den gewählten Extras ab. Das Angebot an Zubehör ist, vom brillanten Head-up-Display bis zum komfortablen Stop & Go-Tempomat, groß.

Der beste Platz in einem BMW befindet sich zumeist vorne links, das ist auch im 4er Coupé und 4er Cabrio nicht anders. Dort sitzt man einfach am besten. Die beiden hinteren Plätze sind eher etwas für Kurzstrecke oder Kinder. Letztere dürfen den Vierer ja sowieso noch nicht fahren. Üppiger als das Raumangebot im Fond fallen die Platzverhältnisse im Kofferraum aus.

Das Interieur

Im Innenraum präsentieren sich das 4,64 Meter lange 4er Coupé und 4er Cabrio so angenehm klassisch wie von außen. Im Zuge des Facelifts wurde das Interieur weiter aufgewertet, indem sich nun auf dem Armaturenbrett eine doppelte Ziernaht befindet, die Mittelkonsole in Schwarz glänzt und das Sportlederlenkrad einen neuen Kranz hat.

Die gut ablesbaren Rundinstrumente können mittlerweile auch digital anzeigen, während sich an der geradlinigen Bedienbarkeit sinnvollerweise nichts geändert hat. Nur die Benutzeroberfläche begrüßt den Fahrer seit dem Facelift in Kacheloptik. Das rasch zu durchschauende Bediensystem iDrive mit Touchpad und Spracherkennung gehört einfach zu den Besten auf dem Markt.

Im 4er sitzt man richtig gut. Zumindest vorne, speziell auf den optionalen Sportsitzen. Der Einstieg zu den zwei hinteren Plätzen gestaltet sich trotz der elektrischen Einstiegshilfe eng. Die Kopffreiheit hängt von der Körpergröße und die Beinfreiheit unmittelbar von der eigenen Beinlänge sowie der Sitzposition der vorne sitzenden ab.

Im 4er Cabrio lässt sich, wenn die Seitenscheiben ausgefahren und das Windschott eingebaut ist, auch im Winter offen fahren. Die tiefe Sitzposition im 4er Cabrio sorgt für Distanz zum stürmischen Element.

Der kopfnahe Windschutzscheibenrahmen stört das Cabriogefühl ein wenig und das langsame elektrische Verdeck eilige Menschen. Das Dach öffnet sich elektrisch in 20 Sekunden. Auch in Fahrt bis zu einer Geschwindigkeit von 18 km/h. Ist es geschlossen, fällt die Übersicht so vorbildlich aus wie im 4er Coupé, da keine Mittelsäule den Schulterblick durchschneidet.

Der Kofferraum

Das Ladeabteil des 4er Coupé bietet einer 2+2-Besatzung auf der Reise mit 445 Liter Volumen reichlich Stauraum. Im 4er Cabrio ist die Kofferraumkapazität abhängig vom Wetter: Scheint die Sonne und ist das Dach geöffnet, steht im Kofferraum ein Volumen von 220 Liter zur Verfügung. Das ist wenig.

Praktisch beim Bepacken ist nur, dass sich das Dachpaket um 20 Zentimeter nach oben klappen lässt. Bei schlechtem Wetter und geschlossenem Dach wird der flache und verwinkelte Stauraum zum ordentlichen Kofferabteil von 370 Liter Volumen, das sich mit der umklappbaren Rücksitzlehne sogar noch praktisch erweitern lässt.

Das 4er-Fahrwerk sorgte bereits vor dem Facelift mit dem langen Radstand von 2,81 Meter und der breiten Spur für eine erhabene Straßenlage. Nun wurden das Fahrwerk und die Lenkung neu abgestimmt, um noch mehr Harmonie beim Fahren zu erzeugen.

Der mit einer idealen 50:50-Gewichtsverteilung und dem tiefen Schwerpunkt wohl austarierte 4er hinterlässt schon nach wenigen Kilometern Fahrstrecke dieses schwer in Worte zu fassende Gefühl, sehr gut auf der Straße zu liegen und trotzdem komfortabel zu sein.

Der Heckantrieb befreit die Lenkung, die elektromechanisch arbeitet und seit dem Facelift noch feinfühliger anspricht, von den Antriebseinflüssen. So gibt die Steuerung reichlich Feedback vom Belag. Das Fahrwerk ist straff, aber nicht hart. Mit den optionalen Adaptivdämpfern lässt es sich entweder in Richtung Komfort oder Sport trimmen.

Extras wie die Sportlenkung, das M Sportfahrwerk oder große 18-Zoll-Räder sorgen für noch mehr Freude auf kurvigen Landstraßen. Sind diese im Winter öfter verschneit, macht es Sinn sogar das Cabrio mit Allradantrieb zu bestellen – möglich ist das im 430i, 440i und 435d.

Das 4er Cabrio ist 1,8 Tonnen schwer. Es wiegt, weil es gründlich versteift und abgesichert wurde, über 200 Kilo mehr als das Coupé. Damit verliert sich die Leichtigkeit des Fahrens ein wenig. Spürbar ist dies allerdings nur im direkten Vergleich mit dem Coupé.

Weniger Speck auf der Hüfte hat ein anderes 2+2-Cabriolet von BMW. Das 2er Cabrio fällt im Innenraum zwar deutlich kompakter aus, aber es erinnert an das alte 3er Cabrio mit seinem unbeschwerten Handling. Allerdings kommt hier nicht der famose Reihensechszylinder zum Einsatz.

Auch Schalten ist im 4er Genuss. Die Gänge werden mit dem Sechsgang-Handschaltgetriebe, der Achtgang-Automatik oder -Sportautomatik mit Schaltwippen in den Kraftfluss eingepflegt. Mit jedem Motor steht der 4er dank 184 bis 326 PS Leistung gut im Futter.

Die Benziner

Am souveränsten fährt sich der Vierer mit den großen Motoren. Wenn das Portemonnaie es hergibt, ist der früh anpackende und hoch jubelnde Reihensechszylinder des 440i die erste Wahl.

Eine vernünftigere Option ist der 420i mit seinen 184 PS und eine bessere als nur vernünftige der 252 PS leistende, früh am Gas hängende und elastisch durchziehende 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbo im 430i. Dessen Performance fällt überzeugend aus: Der 430i läuft genau wie der 440i 250 km/h, sprintet aber mit 6,4 Sekunden lediglich eine Sekunde langsamer aus dem Stand auf 100 km/h.

Die Diesel

430d Cabrio und 430d Coupé stellen für Viele das Ideal dar. Hier wird viel geleistet, aber wenig verbraucht. Der 3,0-Liter-Sechszylinder schickt 560 Newtonmeter und 258 PS an die Gummis, begnügt sich im Normverbrauch aber mit 5,3 bis 5,5 l/100 km. Im Test verbrauchte er etwas mehr, aber immer noch wenig für so viel Leistung: 7,2 Liter.

Bei kaum mehr Verbrauch bietet der 435d mit 313 PS noch mehr Power. Der 420d ist mit seinen 190 PS die vernünftigste Kombination aus viel Kraft und wenig Verbrauch. Mit 400 Newtonmetern ist der 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel fast so drehmomentstark wie das Benziner-Topmodell 440i mit 450 Newtonmetern, aber bei der Anschaffung und im Unterhalt mit einem Verbrauch von 4,0 bis 5,1 Litern Diesel weit günstiger.

Ein gut abgestimmtes Fahrwerk und eine sensible Lenkung sind in kritischen Fahrsituationen die halbe Miete. Bevor es kritisch wird, regeln es die Assistenten, die im 4er zahlreich vertreten sind. Zumeist als Option. Zu bestellen sind Extras wie Spurwechsel- und Spurverlassenswarner, Tempomat mit Stop & Go-Funktion, LED-Scheinwerfer mit blendfreiem Fernlichtassistenten oder der Parkassistent.

Neben der Rückfahrkamera und der Park Distance Control steht auch das grandiose Rundumsichtsystem Surround View im Angebot. Dieses zeigt das Fahrzeug aus der Vogelperspektive auf dem Monitor beim Parken und bei Geschwindigkeiten unterhalb von 20 km/h kann mit der Funktion Side View auch der Querverkehr beobachtet werden – praktisch in schwer einsehbaren Ausfahrten.

Mit der Active Protection werden die Fahreraktionen von der Elektronik und den Sensoren überwacht. Das System bittet den Fahrer eine Kaffeepause einzulegen, bremst in brenzligen Situationen selbstständig, strafft vor einem Crash automatisch die Sicherheitsgurte und setzt automatisch einen Notruf ab. Im 4er Cabrio sichert zudem ein Überrollschutz die Insassen mit Rollbars, die bei einem Überschlag in nur 200 Millisekunden ausfahren.

Im ADAC-Bremstest stand der BMW 4er nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach sehr guten 35,8 Metern. Im Euro NCAP-Crashtest wurden das 4er Coupé und das 4er Cabrio bis heute noch nicht geprüft.

Für 40.400 Euro sitzt man in einem 4er Coupé und für 47.700 Euro in einem 4er Cabrio. Damit ist das Fahrzeug zwar schon gut ausgestattet, aber das Bestellen zumeist noch nicht zu Ende. Die Liste der möglichen Extras ist lang.

Wer sich beim Ordern in den Ausstattungslinien, Ausstattungspaketen und Optionen verliert, kreiert aus einem mit 40.400 Euro ausgepreisten 4er, rascher als es einem Preisbewussten lieb sein kann, ein 60.000 Euro kostendes Fahrzeug. Da heißt es, die Kreuzchen beim Bestellen mit Bedacht zu setzen.

Zusätzlich zur Basisausstattung stehen die vier Ausstattungslinien Advantage, Sport Line, Luxury Line und M Sport im Angebot. So lässt sich der Look des Fahrzeugs im Interieur und Exterieur an die eigenen Vorlieben anpassen.

Mit Extras wie dem kontrastreichen Head-up-Display, dem praktischen Fernlichtassistenten, dem komfortablen Stop & Go-Tempomat, der teuren Navigation Professional und der besonders empfehlenswerten Achtgang-Sportautomatik steigt der Preis genauso wie mit dem Comfort-Paket, dem Innovationspaket oder dem Open-Air-Paket.

Im 4er Cabrio sollte in jedem Fall, das ist eine Empfehlung aus der Praxis, die dreistufig einstellbare Nackenheizung für die Vordersitze mitbestellt werden und eventuell auch das Windschott. Beide Extras machen das 4er Cabrio tatsächlich zum Ganz-Jahres-Cabrio.

Zusammenfassung

Das 4er Coupé ist ein elegantes Coupé, das 4er Cabrio jedoch ein elegantes Coupé und ein elegantes Cabriolet in einem Fahrzeug. Das macht diese Karosserievariante so attraktiv. Sie glänzt nicht nur mit den sehr guten Benzin- und Dieselmotoren und dem harmonischen Fahrwerk, sondern mit gut nutzbaren Qualitäten im Alltag. Die Nachteile des Hardtop-4er im Vergleich zum Coupé sind nur der deftige Aufpreis von 7.300 Euro und der mit dem Öffnen schwindende Kofferraum.

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