Dein Weg zum neuen Auto
Als ich den Zeekr 7X auf der Autobahn fuhr, stieg mein Stresslevel rasant an. Komfortabel ist er – aber ich finde, er sollte spätestens bei 180 km/h elektronisch abgeregelt sein. Selten habe ich mich in einem Auto bei hohen Geschwindigkeiten derart unsicher gefühlt.
Beim Zeekr liegt das an einer unausgewogenen Mischung aus weichem Fahrwerk, direkter Lenkung und einfach viel zu viel Leistung.
Doch so nervös er sich bei hohen Geschwindigkeiten geben mag, im Alltag ist der Zeekr 7X ein wahres Raumwunder und Hightech-Feuerwerk. Er kombiniert Power, Komfort, Platz und intelligente Technik auf eine ansprechende Weise.
Außen: Understatement, das Größe suggeriert

Der Zeekr 7X wirkt von außen elegant, fast skandinavisch sauber, entwickelt in Göteborg. Kein übertriebener Schnickschnack, sondern klare Linien, schlanke Matrix-LED-Scheinwerfer und ein harmonisches Hecklichtband. Er wirkt massiv, aber nicht klobig – ein SUV, das Präsenz zeigt, ohne protzig zu sein. Praktisch: Die Fondtüren öffnen um 90 Grad, perfekt für Kinder oder Einkäufe, und ein kleiner Frunk vorne bietet zusätzlichen Stauraum, selbst beim Allradmodell noch 42 Liter.
Innenraum: Lounge statt Plastikburg

Im Inneren überrascht der Zeekr 7X mit einer luxuriösen Lounge-Atmosphäre. Die Sitze sind amerikanisch sofaähnlich, extrem bequem, optional mit Massage- und Belüftungsfunktion. Praktisch: Unter den Armlehnen und Rücksitzen gibt es Schubladen, die Mittelkonsole bietet Platz für zwei induktive Ladeschalen.

Das Infotainment-System erinnert stark an Tesla – im Positiven wie im Negativen. Der 16-Zoll-Touchscreen reagiert flott, das 13-Zoll-Digitalinstrument zeigt alle relevanten Infos. Aber viele Funktionen sind in Menüs versteckt: Sitzheizung, Spiegel- oder Lenkradeinstellungen müssen über mehrere Untermenüs aktiviert werden. Wer sich einarbeitet, wird mit einem 36,2-Zoll-AR-Head-up-Display belohnt – ein echter Pluspunkt für Navigation und Orientierung.
Platz & Alltagstauglichkeit: Ein Raumwunder

Der Zeekr 7X ist ein echtes Raumwunder. Der Kofferraum fasst 539 Liter, umgelegt auf bis zu 1.978 Liter, genug für große Einkäufe oder das Familiengepäck. Die Fondbeinfreiheit ist beeindruckend. Praktische Features wie die per Luftfederung absenkbare Ladekante, der Frunk oder die Anhängelast von bis zu 2 Tonnen runden die Alltagstauglichkeit ab.

Hinten sitzt es sich unglaublich luftig. Und weil der Zeekr in China unter anderem als Chauffeurs-Auto unterwegs ist, kann man vom Sitz hinten rechts aus auch die Position des Beifahrersitzes elektrisch verstellen.
Performance: Zu viel des Guten

Unter der Haube verbirgt sich ein echtes Powerpaket: AC-Synchronmotor hinten mit 422 PS, Asynchronmotor vorne mit 224 PS – zusammen 646 PS und 710 Nm Drehmoment. Der Allradler sprintet in 3,8 Sekunden auf 100 km/h.
Das Luftfahrwerk ist dem nicht gewachsen: Beim Beschleunigen hebt sich die Front wie bei einem Boot, er folgt Windböen und Spurrillen, die Lenkung ist zwar direkt, aber kann das indirekte Fahrwerk nicht kaschieren.

Das Gefühl ist schwer greifbar: Ständig bin ich am Nach- und Überkorrigieren. Der Zeekr 7X möchte partout nicht die Spur halten und vermittelt mir gleichzeitig keinen Kontakt zur Fahrbahn. Auch das Anhalten quittiert das Fahrwerk mit einem gediegenen Schunkeln.
Unter Umständen fahren sich die günstigeren Varianten, ohne die Luftfederung, die beim Privilege-Modell serienmäßig ist, besser.

Ab 190 km/h beginnt dazu ein penetranter Warnton mit der Meldung „Sie werden die Höchstgeschwindigkeit erreichen. Fahren Sie sicher.“ Ein ungewöhnliches Gefühl für ein Elektro-SUV – und eines von mehreren Dingen, durch die ich mich im Zeekr bei 210 km/h Höchstgeschwindigkeit noch unsicherer fühle.
Im Alltag ist das sehr weiche Fahrwerk besser aufgehoben. Bei normaler Geschwindigkeit gibt sich der Zeekr 7X sehr angenehm, ruhig und komfortabel, und die Lenkung ist ausreichend präzise für Stadt, Landstraße und entspanntes Autobahnfahren.
Seine größte Stärke: die Ladeleistung

Positiv beeindruckend ist dafür die Ladeleistung. Dank 800-Volt-Architektur lädt der Zeekr 7X von 10 auf 80 % in nur 16 Minuten – schnell genug, um auf Langstrecken keinen Ladefrust zu haben. Selbst die kleinere Batterie profitiert von der starken Ladeleistung von bis zu 480 kW. Zum Ausstattungsumfang des Zeekr 7X gehört dabei natürlich auch eine elektrisch öffnende Ladeklappe.
Hohe Sicherheitsausstattung

Der Zeekr 7X kommt serienmäßig mit Luftfederung, Panorama-Glasdach, Nappaleder, haptischen Tasten für Schnellzugriffe und optionalen Features wie Massage- und Belüftungsfunktionen. Advanced-Pakete bieten elektrisch öffnende Türen, 36,2-Zoll-AR-Head-up-Display, 21-Lautsprecher-Soundsystem und sogar ein Duftsystem.
Sicherheitsfeatures: Notbrems-, Spurhalte- und Totwinkelassistent sowie Kamera für Kinderüberwachung im Fond. Kurios: Es gibt eine mechanische Vorrichtung zum Zerschlagen des Fensters auf der Fahrerseite. Das soll helfen, aus dem Auto herauszukommen, wenn es im Wasser versinkt.
Verbrauch: Kein Sparmeister

Das Gewicht und die Ausstattung sorgen für einen Verbrauch zwischen 20 und 25 kWh/100 km, bei flotter Autobahnfahrt auch über 30 kWh. Wer lange unterwegs sein will, sollte das bedenken, doch die Ladeleistung macht das wieder wett.
Fazit: Einer für Platz, Komfort und Ausstattung

Der Zeekr 7X ist ein eher unbekanntes E-SUV, das Komfort, Hightech, Platz und Leistung kombiniert. Ja, er bietet ein sehr interessantes Preis-Leistungs-Verhältnis, viel Luxus und mehr als genug Power. Gleichzeitig wirkt er noch eine Spur hochwertiger als beispielsweise der Xpeng G9.
Aber er zeigt massive Schwächen bei der Fahrwerksabstimmung und ist definitiv nichts für Autobahnraser.