BMW X3 Test

Agiler SUV mit Allroundtalent

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Agiles Fahrverhalten
  • Erstklassige Motoren
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Hoher Preis
  • Preistreibende Extras
  • Keine verschiebbare Rückbank

44.600 € - 68.700 € Preisklasse

5 Sitze

5,3 - 9,1 l/100km

Test

Für die „Freude am Fahren“ steht der BMW X3 seit 2003 wie kaum ein anderer SUV. Daran ändert sich auch in der dritten Generation nichts. Im Gegenteil, es wird noch besser. So gut, dass es den Konkurrenten Audi Q5 und Mercedes GLC schwerfällt, von der Fahr- und Kurvendynamik mitzuhalten.

Das tendenziell hecklastig abgestimmte Fahrwerk, die verbindliche Traktion des Allradantriebs, die fein austarierte Lenkung und die bis zu 360 PS starken Vier- und Sechszylindermotoren bewegen den X3 in dritter Serie sehr dynamisch um Kurven.

In seinen Proportionen erinnert BMWs SUV an das Vormodell, aber in der Länge (4,71 m), Breite (1,89 m) und Höhe (1,68 m) hat er deutlich zugelegt.

Der auf 2,86 Meter gewachsene Radstand tat dem Fahrkomfort und vor allem dem Platzangebot im Innenraum gut. Am Volumen des Kofferraums änderte sich nichts (Volumen: 550 Liter).

In der Vorgeneration zählte der X3 in BMWs SUV-Palette zu den kompakteren Exemplaren. Heute präsentiert er sich erwachsener. Vorne sitzt man bequem und dahinter spürbar bequemer als früher. Das Aufgebot an Fahrassistenzsystemen und Infotainment erreicht jetzt das hohe Niveau von BMWs 5er.

Die neue Frontpartie mit steilerer Nase und nicht mehr runden, sondern länglichen Nebelleuchten liefert dem Wind mit verbesserter Aerodynamik weniger Widerstand (cw-Wert: 0,29 statt 0,34). Das sorgt wie die leichte Gewichtsreduzierung für schnelleres Vorankommen und etwas niedrigere Verbrauchswerte.

Bis heute hat sich der BMW X3 mehr als 1,5 Millionen Mal verkauft. Wie seine Chancen in Zukunft stehen, was der X3 so an Platz, Kofferraum, Motoren, Sicherheit und Ausstattung zu bieten hat – und was nicht –, zeigt sich bei genauerem Hinsehen.

Der BMW X3 ist gewachsen. Das tut ihm vor allem im Innenraum gut. Im Kofferraum bleibt von der Kapazität alles beim alten, aber einige Neuerungen sorgen dafür, dass es mit dem Laden und der Ladungssicherung besser als bisher klappt.

Das Interieur

Das Cockpit wirkt vertraut und penibler verarbeitet als bisher. Der große 10,2-Zoll-Monitor thront über allem. Die galvanisierten Schaltknöpfe (Option) muten so edel an wie das Leder und die unterschäumten Oberflächen. Mit dem neuen, tiefer in Richtung Fond verlaufenden Panoramadach (Option) wirkt alles noch lichter und freundlicher.

Sowohl auf den Vordersitzen als auch in der hinteren Sitzreihe geht das Raumangebot für eine Familie in Ordnung. Väter schätzen die Höhe des X3 nicht nur wegen des bequemeren Zustiegs und der besseren Übersicht über den Straßenverkehr, sondern auch, weil sich Kindersitze leichter installieren lassen.

Die Rückbank ist zwar nicht verschiebbar – das würde Papa noch freuen –, aber im neuen X3 erstmals neigbar.

Zwei Erwachsene sitzen auf der nicht zu harten Rückbank dank mehr Knie- und Kopffreiheit kommod. Das Raumgefühl hat gewonnen und die Rundumsicht ist wegen der hohen Seitenscheiben und dem senkrecht abfallenden Heck gut.

Der Kofferraum

Im Kofferraum kommen wie bisher 550 bis 1.600 Liter unter. Die serienmäßige elektrische Heckklappe lässt sich, wenn man für diese Funktion extra bezahlt, mit einer nach oben gerichteten Fußbewegung berührungslos öffnen. Steht man unter der Klappe, muss man sich erst ab etwa 1,90 Meter Körpergröße ducken, um keine Kopfnuss von der Klappe zu erhalten.

Die Gepäckabdeckung kann man nun in einer Mulde unter der Ladefläche verstauen und das elektrische Öffnen geht jetzt ohne Suchen einer Taste im Fußraum vonstatten, denn der Schalter sitzt nun – so sollte es immer sein – vor den Fensterhebertasten.

Wer mehr Kofferraum benötigt, kann mit dem X3 bis zu 2,4 Tonnen schwere Anhänger an den Haken nehmen und wer auf der Suche nach noch mehr Platz ist, bekommt in einem Mercedes GLC (550 bis 1.600 l) und Audi Q5 (550 bis 1.550 l) auch nicht mehr geboten.

Der BMW X3 ist und bleibt auch in seiner neuen Auflage ein echter Fahrer-SUV und eher ein Sportwagen fürs leichte Gelände als ein Geländewagen fürs ganz Grobe.

Im X3 fühlt man sich auf der Straße wegen des forschen Handlings ganz schnell zuhause. Die Fahrzeugfront lenkt trotz der 1,8 bis 1,9 Tonnen Gewicht (abhängig von Motor und Ausstattung) mit der direkten und präzisen Lenkung wunderbar gierig ein.

Ein Allradantrieb, der tendenziell viel Kraft auf die Hinterräder packt, ist typisch für BMW. Genauso die beim Topmodell straffere Abstimmung. Der M40i fährt sich mit der variablen Sportlenkung direkt und mit wenig Seitenneigung. Man muss dann aber auch Abzüge beim Komfort machen, denn das stramme Sportfahrwerk, die steifen Stabilisatoren, die adaptiven Dämpfer und die wenig fein abrollenden 20-Zoll-Pneus (Serie) trimmen den X3 voll und ganz auf Sport.

Das macht das Serienfahrwerk für die meisten X3-Fans wohl zur harmonischeren und im Alltag, der nun mal eher eine Langstrecke als eine Rennstrecke ist, zur besseren Wahl.

Und keine Angst, liebe Fahrdynamiker: Auch mit dem Serienfahrwerk zeigt man fast allen anderen SUVs – und auch den meisten Kombis – auf einer Landstraße das Heck. So leicht zaubert der X3 seinem Fahrer ein zufriedenes Lächeln aufs Gesicht.

Die Motoren leisten im BMW X3 184 bis 360 PS, werden mit der Achtgang-Automatik kombiniert und lassen den SUV mit dem Topmotor wie einen Sportwagen performen.

Die Benziner

Ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbomotor mit 184 PS im xDrive20i oder 252 PS im xDrive30i sowie der 3,0-Liter-Sechszylinder mit 360 PS im M40i stehen im X3 zur Wahl.

Ein X3 xDrive30i, der 350 Nm Drehmoment entwickelt, lässt einen xDrive20i (290 Nm) mit seiner Performance weit hinter sich. Sowohl im Topspeed (240 statt 215 km/h) als auch beim Spurten von Null auf 100 km/h (6,3 statt 8,3 Sekunden). Dafür ist der stärkere 2.0 Turbo jedoch fast 8.000 Euro teurer. Noch kostspieliger ist der X3 M40i.

Der aufgeladene Reihensechszylinder, der immer mit einer Launch Control durchstarten kann, schiebt mit 500 Nm feurig und früh an und posaunt bei hohen Drehzahlen prachtvoll. So angestachelt beschleunigt der X3 wie ein Sportwagen in 4,8 Sekunden auf 100 km/h.

Bei dem Potential erscheint der von BMW angegebene Verbrauch (8,2 bis 8,4 l/100 km) doch recht realitätsfremd, schließlich dreht man einen Reihensechszylinder gerne mal hoch. Da ist höherer Verbrauch vorprogrammiert.

Die Diesel

Dieseldiskussion hin oder her, ein Diesel verbraucht am wenigsten. Speziell in einem SUV, der bauartbedingt viel Gewicht mit sich schleppt.

Der X3 xDrive20d (190 PS) und der Sechszylinder X3 xDrive30d (265 PS) sind in der Anschaffung teuer, aber das rechtfertigen sie. Der bärenstarke Sechszylinder 30d arbeitet kultiviert und druckvoll. 620 Newtonmeter Drehmoment drücken den SUV nach vorne.

Der xDrive30d beschleunigt mit dem Biturbo-Diesel in 5,8 Sekunden lediglich eine Sekunde langsamer von 0 auf 100 km/h als der Topbenziner M40i. Bei einem schon auf dem Datenblatt deutlich niedrigeren Verbrauch von 5,7 bis 6,0 Litern. Verbrauchsersparnis: 2,5 Liter alle 100 Kilometer.

Nichts passt vom Verbrauch und Charakter besser zu einem SUV als ein kräftiger Dieselmotor. Deshalb ist auch der 2,0-Liter-Vierzylinder im X3 xDrive20d der richtige Motor. Er produziert 400 Nm und 190 PS, konsumiert aber nur 5,0 bis 5,4 Liter Kraftstoff.

Aktive Sicherheit wird im BMW X3 groß geschrieben. In kaum einem anderen X-Modell von BMW ist der Satz so wahr wie hier: Ein gutes Fahrwerk liefert die meiste Sicherheit.

Schon in der Basisausstattung rollt der BMW X3 auf Leichtmetallrädern im 18-Zoll-Format. Je nach Ausstattung und Motorisierung sind bis zu 21 Zoll große Räder verfügbar. Noch mehr Dynamik steckt im Zubehörprogramm des X3.

Das aus dem M Sportpaket stammende Sportfahrwerk kann genauso extra bestellt werden wie die dynamische Dämpferkontrolle, die M Sportbremse und die variable Sportlenkung.

Für ein Höchstmaß an Sicherheit sorgen auch das ESP (DSC), die elektronische Differenzialsperre, die Kurvenbremshilfe, der Anfahrassistent, der Bremsassistent und die Bergabfahrhilfe.

Von den anderen neuen BMW Modellen übernimmt der SUV das umfangreiche Angebot an Assistenzsystemen. Damit bewegt er sich wie ein BMW 5er teilautonom durch den Stau, warnt vor Querverkehr und erkennt sogar Vorfahrtsituationen.

Vorfahrt hat im X3 die Straße, trotzdem kann er auch Gelände. Leichtes Gelände meistert der BMW sicher. Mit einer Bodenfreiheit von 204 mm und einer Wattiefe von 500 mm muss der Bayer nicht vor Wasserdurchfahrten kapitulieren und mit den Böschungswinkeln (25,7° vorn, 22,6° hinten) und dem Rampenwinkel (19,4°) gelingen auch steile Steigungen im Gelände.

Das dürfte aber nur die Wenigsten interessieren, denn zu 99,9 Prozent wird der BMW X3 auf der Straße bewegt. Aber das sichere Gefühl, typisch SUV, fährt trotzdem immer mit: Man könnte ja, wenn man denn wollte.

Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer im BMW X3 wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Neben dem Basismodell werden noch die Ausstattungslinien Advantage, xLine, Luxury Line und M Sport angeboten. Serienmäßig sind 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, das Sport-Lederlenkrad mit Multifunktion, die Parksensoren vorne und hinten, das Radio Professional und die Freisprecheinrichtung an Bord.

Viel mehr als die Standardausstattung bietet der Advantage nicht, aber mit einer 3-Zonen-Klimaautomatik, einem automatisch abblendenden Innenspiegel, dem Ablagenpaket und dem Gepäckraumtrennnetz erhöht er das Komfortniveau im X3.

Das Modell xLine steht für Purismus, aber bitte elegant mit Sportsitzen in Stoff/Leder-Bezug und den matten Interieurleisten (Fineline Cove). Außen strahlen die 19-Zoll-Leichtmetallfelgen und LED-Scheinwerfer um die Wette. Diese sind auch in der Luxury Line mit von der Partie, wobei hier der X3 ein edleres Innenleben mit Lederpolsterung sowie mit Perlglanzchrom- und Edelholzleisten (Dark Oak) kommt.

Am sportlichsten steht der BMW X3 als M Sport mit dem M Aerodynamikpaket auf der Straße. Diese Sportlichkeit setzt sich im Interieur fort mit dem M Sport Lederlenkrad, den Sportsitzen in M-Optik, den Aluminiumleisten und dem Dachhimmel in Anthrazit.

Weitere Ausstattungsoptionen, die das Vormodell noch nicht bot, sorgen für mehr Luxus und Ordnung. Dazu zählen die Klimasitze aus perforiertem Leder mit Heizung und Kühlung, die Neigungsverstellung der Rückbanklehne und das Ablagenpaket mit der Lehnenfernentriegelung vom Gepäckraum aus.

Zudem lässt sich der X3 mit dem großen Panorama-Glasdach, Seitenscheiben aus Akustikglas (Serie in der Frontscheibe) oder mit dem bereits aus dem BMW 5er und 7er bekannten Display-Schlüssel ausstaffieren, der darüber informiert, ob Fenster und Schiebedach geschlossen sind oder wie es um den Tankstand steht.

Auch im Infotainment ist der neue BMW X3 mit Echtzeit-Verkehrsinfos, dem Concierge Service, dem automatischem Notrufsystem, Apple CarPlay und der kabellosen Ladestation fürs (kompatible) Smartphone moderner als das Vormodell.

Zusammenfassung

Die Chancen, dass der BMW X3 den erfolgreichen SUVs Audi Q5 und Mercedes GLC Kundschaft abwirbt, stehen gut mit seinem gewachsenen Platzangebot, seinem gründlich modernisierten Sicherheits- und Infotainmentpaket, seiner verbesserten Verarbeitungsqualität und dem im Grundmodell harmonischen Fahrkomfort.

Seine größten Qualitäten liegen weiterhin im dynamischen Fahrwerk und in den bewährt guten Motoren. Da macht ihm in seiner Preisklasse weiterhin kein SUV etwas vor.

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