BMW X3

Agiler SUV mit Allroundtalent

8,4
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Agiles Fahrverhalten
  • Erstklassige Motoren
  • Ausgereiftes Konzept
  • Teure Topmodelle
  • Cockpit der vorigen Generation
  • Keine verschiebbare Rückbank

47.000 € - 66.300 € Preisklasse

5 Sitze

5,0 - 8,2 l/100km

Test

Die zweite Generation des BMW X3 kam schon im Jahr 2010 auf den Markt. Dieses recht fortgeschrittene Alter für eine Modellgeneration merkt man dem X3 zwar manchmal an, aber das Positive überwiegt. In der Kompakt-SUV-Kategorie, in der sich der BMW mit einem Audi Q5 und Mercedes GLC zu messen hat, fährt der Bayer mit seinem sportiven Fahrwerk immer noch ganz vorne mit. Das hat auch etwas mit seiner ausgewogenen Konstruktion zu tun.

Mit 4,65 Meter Länge herrscht im Innenraum genug Platz und im Kofferraum kommen 550 bis 1.600 Liter unter. Ein X1, der nächstkleinere SUV in BMWs Modellpalette, ist im Vergleich moderner, aber auch ein X3 lässt sich seit der 2014er Modellpflege mit modernsten Extras wie dem Parkassistenten, dem Head-up-Display oder dem Stop & Go-Tempomat ausrüsten.

Was die „Freude am Fahren“ betrifft, macht dem reifen X3 ein frontgetriebener X1 aber nichts vor. Wegen der ausgezeichneten Straßenlage und den leistungsstärkeren Motoren. Der Einstiegsdiesel leistet im X3 sDrive18d 150 PS. Der 190 PS-Diesel ist die bessere, weil kraftvollere Wahl.

Mehr Fahrfreude als die zwei 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 184 oder 245 PS bieten der 306 PS starke 3,0-Liter-Reihensechszylinder des X3 xDrive35i und die kraftstrotzenden 3,0-Liter-Reihensechszylinder-Diesel des X3 xDrive30d und xDrive35d mit 258 und 313 PS.

Optimal ist die Raumausbeute im 4,65 Meter langen BMW X3 nicht, weil er auf einer Heckantriebsplattform aufbaut. Da er damit viel Fahrfreude bereitet, verzeiht man ihm aber, dass er einen über 21 Zentimeter kürzeren X1 im Raumangebot kaum übertrifft.

Das Interieur

Sowohl auf den Vordersitzen als auch in der hinteren Sitzreihe geht das Raumangebot für eine Familie in Ordnung. Der Einstieg gestaltet sich bequem, weil ein X3 enorme 26 Zentimeter höher baut als ein BMW 3er Touring. Das Raumgefühl fällt wegen des hohen Dachaufbaus gut aus und die Rundumsicht wegen der hohen Seitenscheiben und dem senkrecht abfallenden Heck.

Im Innenraum geht es etwas schmal zu, weil der BMW für SUV-Verhältnisse nicht breit ausfällt. Zu schmal fallen für manchen die Sportsitze aus. Auf der Rücksitzbank sitzen langbeinige Erwachsene etwas tief. Die Kopffreiheit fällt aber äußerst großzügig aus. Papas freuen sich, weil der Einbau von Kindersitzen dank der hoch bauenden Rückbank locker von der Hand geht. Als Nachteil kann man empfinden, dass die nicht wie im Audi Q5 oder im BMW X1 verschiebbar ist.

Der Kofferraum

Im Kofferraum kommen 550 Liter unter. Wird die im Verhältnis 40:20:40 klappbare Rücksitzlehne in die Horizontale geschickt, tut sich ein Volumen von 1.600 Litern oberhalb der Ladefläche auf, die sich dank der nicht zu hohen Ladekante bequem bepacken lässt. Die elektrische Heckklappe kann man mit dem sogenannten Smart Opener und einer nach oben gerichteten Fußbewegung berührungslos öffnen.

Im Fach unterhalb des Laderaumbodens lässt sich zusätzlich noch etwas verstauen. Das ausziehbare Laderaumrollo und ein solides Trennnetz gehören immer zur Serienausstattung. Wer mehr Kofferraum benötigt, kriegt in einem VW Tiguan nicht viel mehr geboten (615 bis 1.655 l) und auch nicht in einem Mercedes GLC (550 bis 1.600 l) oder Audi Q5 (550 bis 1.550 l).

Man kann sich aber schon Gedanken darüber machen, dass ein mehr als 8.000 Euro günstigerer BMW X1 dem X3 im Platz- und Kofferraumangebot so nahekommt (550 bis 1.550 Liter). Aber im X3 lassen sich bis zu 2,4 und nicht nur 2,0 Tonnen an den Haken nehmen.

Der BMW X3 ist und bleibt mit seinem hecklastig abgestimmten Fahrwerk ein Fahrerauto. Die Schnauze lenkt mit der direkten und präzisen Lenkung gierig ein. Der X3 läuft sicher und verbindlich durch die Kurven. Auch auf Sandpisten obsiegt die Freude am Querfahren, da BMW beim Allradsystem xDrive im X3 den Drive tendenziell stark auf die Hinterräder packt. Ohne Frage, dieser Allradantrieb ist typisch BMW, auch weil er Dynamik nicht nur akzeptiert, sondern den Fahrer regelrecht dazu anstachelt.

Das M-Package reduziert zwar die Bodenfreiheit und damit die Möglichkeiten im Gelände, aber es sorgt mit den breiten 19-Zoll-Rädern statt der 17-Zoll-Besohlung für noch verbindlichere Straßenlage. Bei weniger Karosserieneigung in Kurven und guter Rückmeldung der Servolenkung, aber auch weniger Komfort, da der X3 mit dem M-Sportfahrwerk schlechte Beläge trampelnd überrollt.

Nötig ist das Sportfahrwerk nicht, da der BMW X3 schon mit dem Serienfahrwerk angenehm straff und direkt agiert. Damit zeigt er fast allen Konkurrenten auf einer kurvigen Landstraße das Heck und zaubert seinem Fahrer ein zufriedenes Lächeln aufs Gesicht. Kurz gesagt: Der X3 fährt sich so, wie sich ein BMW zu fahren hat. Das hat er einem BMW X1 mit modernem Frontantrieb voraus.

Was passt besser zu einem SUV als ein drehmomentstarker und sparsamer Diesel sowie ein im Winter und abseits der Straße vorteilhafter Allradantrieb? Das ist zwar eine Frage, aber in ihr verbergen sich schon die Antworten. Angeboten wird der X3 mit Hinterrad- und Vierradantrieb, Sechsgang-Schaltgetriebe oder Achtgang-Automatik sowie mit vier Dieselmotoren oder drei Benzinmotoren.

Die Benziner

Zwei Vierzylinder-Turbomotoren mit 2,0 Liter Hubraum und 184 oder 245 PS sowie der 3,0-Liter-Sechszylinder mit 306 PS stehen im X3 zur Wahl. Ein X3 xDrive28i lässt einen xDrive20i bei der Performance hinter sich, da er in 6,5 statt 8,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigt und 230 statt 210 km/h läuft. Jedoch ist er dafür massiv teurer.

Noch kostspieliger, aber durchaus reizvoll ist der X3 xDrive35i. Der aufgeladene Reihensechszylinder schiebt sehr früh an und tönt bei hohen Drehzahlen prächtig. Damit beschleunigt der X3 wie ein Sportwagen in 5,6 Sekunden auf 100 bis der Sprint bei 245 km/h ein Ende nimmt – kleiner Hinweis: Das geht mit einem Diesel noch sparsamer.

Die Diesel

Ein Selbstzünder bleibt in einem SUV, der bis zu 2,0 Tonnen wiegt und sich mit hoher Stirnfläche gegen den Wind stemmt, der ökonomischste Antrieb. Ausgenommen man fährt wirklich nur ganz, ganz wenige Kilometer im Jahr. Der vernünftigste Diesel heißt sDrive 18d. Der 150 PS starke 2,0-Liter-Turbodiesel setzt als einziger X3 auf den puren Hinterradantrieb.

Das macht ihn zum günstigsten X3 und dank der immer installierten Start-Stopp-Automatik und der Bremsenergie-Rückgewinnung auch zum sparsamsten im Verbrauch mit 4,7 l bis 5,1 Litern, die alle 100 Kilometer aus dem 67-Liter-Tank abfließen. Die vierradgetriebenen xDrive20d (190 PS), xDrive30d (258 PS) und xDrive35d (313 PS) sind in der Anschaffung teurer. Zu recht.

Speziell die starken Sechszylinder arbeiten kultiviert und äußerst kraftvoll. 560 und 630 Newtonmeter Drehmoment drücken den BMW nach vorne. Der xDrive35d beschleunigt mit dem Biturbo-Diesel lediglich 0,2 Sekunden langsamer von 0 auf 100 km/h als der xDrive35i. In 5,8 Sekunden. Dies und besonders der schon auf dem Datenblatt um 2,3 Liter niedrigere Verbrauch (6,0 versus 8,3 Liter) offenbaren: Nichts passt besser zu einem SUV als ein drehmomentgewaltiger Diesel.

Aktive Sicherheit wird im BMW X3 groß geschrieben. In kaum einem anderen X-Modell von BMW ist der immer und immer wieder angeführte Satz so wahr wie hier: Ein gutes Fahrwerk liefert die meiste Sicherheit.

Noch mehr Sicherheit kann man sich im X3 erkaufen. Auf Wunsch sind der Fernlichtassistent oder der Driving Assistant Plus mit Spurverlassenswarnung und Stop & Go-Tempomat mit an Bord. Der Parkassistent, der selbsttätig in Lücken parallel zur Fahrbahn einlenkt, sorgt für mehr Sicherheit fürs Blech. Serienmäßig ist das Notrufsystem installiert, das nach einer von den Crash-Sensoren registrierten Airbagauslösung nicht nur automatisch Hilfe anfordert, sondern über die fest im Fahrzeug verbaute SIM-Karte auch gleich die Position dem Callcenter übermittelt.

Aber sicher ist der BMW X3 vor allem wegen seiner guten fahrdynamischen Anlagen, zu denen auch die sehr gute Bremse zählt. Im ADAC-Bremstest stand der BMW X3 nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach hervorragenden 34,5 Metern. Das Crashverhalten der Karosserie und die Absicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bedacht.

Genauso viel Auswahl wie bei den Motoren herrscht bei den Extras. Das nicht mehr ganz taufrische Cockpit erfüllt immer noch alle Kriterien einer guten Bedienung. Auch bei den Anzeigen fährt der X3 eine klare Linie. Mit dem 2014er Facelift feierten der schnell und leicht zu bedienende iDrive Controller mit integriertem Touchpad, das vollfarbige Head-up-Display, das geniale 360-Grad-Rundumsichtsystem Surround View und moderne Assistenten im X3 Einzug.

Aber schon das Basismodell ist mit einer Ein-Zonen-Klimaautomatik, einem Regensensor, Nebelscheinwerfern, einer teilbaren Rücksitzbank, der Zentralverriegelung, der Reifendruckanzeige, dem Lederlenkrad, elektrischen Fensterhebern und dem Radio Professional ganz ordentlich ausgestattet.

Im Ausstattungslevel Advantage gehören die Parksensoren vorne und hinten, die Zwei-Zonen-Klimaautomatik und die elektrische Heckklappe mit zum Package. Die xLine setzt mit metallisch glänzenden Zierteilen optische Akzente.

Mit dem X3 in der M Sport-Ausführung fallen die Veränderungen für einen gehörigen Aufpreis umfassend aus. Hier markieren nicht nur das Aerodynamikpaket und schwarze Zierteile den Auftritt, sondern im Innenraum sitzt man auf Sportsitzen, lenkt mit der Sportlenkung und schaltet mit der Achtgang-Sportautomatik an Schaltwippen. Das Fahrwerk ist ebenfalls sportlich-straff abgestimmt.

Auch im Infotainment ist der BMW X3 mit ConnectedDrive und seinen Möglichkeiten, den Echtzeit-Verkehrsinfos, dem Concierge Service und automatischem Notrufsystem, in der Moderne angekommen. Genauso geht es online. Mit den Apps können Facebook und Twitter, das Internetradio oder Musikplattformen genutzt werden.

Und auch reizvolle Extras wie adaptive Dämpfer, großes Navigationssystem, Bluetooth, klangvolle Soundsysteme, der DAB-Tuner oder die TV-Option sorgen dafür, dass fast niemand zum Basispreis in seinem neuen BMW X3 vom Händlerhof rollt.

Zusammenfassung

In manchem Angebot mag der reife BMW X3 jüngeren SUVs wie dem Mercedes GLC oder auch dem günstigeren SUV-Bruder X1 unterlegen sein, das macht er allerdings mit seinem ausgereiften Konzept und in Fahrt wieder wett. Mit dem agileren Allradantrieb, dem straff-sportiven Fahrwerk und den enorm reizvollen Sechszylindern im X3 xDrive35i, xDrive30d und xDrive35d. Damit ist und bleibt er für fahraktive Fahrer, die es auch im SUV sportlich mögen, ein sehr guter Kauf.

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