Volkswagen T-Cross im Test

Ihr nächstes Auto soll ein VW T-Cross werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Ist der aber niedlich! Volkswagen folgt dem Trend zum SUV, auch Kleinwagen gibt es nun mit Offroad-Anleihen. Der VW T-Cross ist eigentlich ein Polo, der ein wenig höher liegt und etwas rustikaler aussieht. Im Test macht er aber einiges besser als sein Schwestermodell. Wir gehen auf Kuschelkurs mit dem Crossover!

  • Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Modernes Infotainment
  • Keine Klimaanlage im Basismodell
  • Günstige Kunststoffe im Innenraum

Es ist ein großer Irrglauben unserer Zeit, dass die großen, zwei Tonnen schweren SUVs der Oberklasse den Boom dieser Fahrzeugklasse in den letzten Jahren begründet haben. Die Audi Q7, Land Rover und BMW X6, die Großstädte verstopfen, machen nur einen Bruchteil der Verkaufszahlen auf dem Automarkt aus. Es sind kleine und kompakte SUVs, die bei den Käufer:innen beliebt und voll im Trend liegen. Dem folgt auch Volkswagen mit dem T-Cross. Der positioniert sich in VWs SUV-Palette unterhalb von T-Roc, Tiguan und Touareg. Die Konkurrenz für das Polo-Derivat ist groß: Der T-Cross steht Renault Captur, Fiat 500X, Seat Arona, Opel Crossland X und Kia Stonic gegenüber. Im direkten Vergleich weiß das Mini-SUV aus Wolfsburg, das in Spanien gefertigt wird, zu überzeugen.

Mini-SUV? Klein? Der neue VW T-Cross ist mit 4,11 Meter Länge vierzig Zentimeter kürzer als ein Tiguan, im Innenraum bietet er jedoch mehr Raum und Luftigkeit als ein VW Polo, mit dem er sich die Plattform teilt und ihm nun Konkurrenz macht.

Vier Personen reisen bequem im T-Cross

Platz und Variabilität sind im VW T-Cross Serie. Vier Personen reisen bequem, der Kofferraum ist größer als beim VW Polo und bietet obendrein eine Vielseitigkeit, die der Kleinwagen nicht im Angebot hat: eine um 14 Zentimeter verschiebbare Rückbank (Serie) und den beim Laden von langen Gegenständen praktischen, umklappbaren Beifahrersitz (Extra für Life und Style).

Das digitale Cockpit, das auch den T-Cross optional schmückt, ist modern und mit gut ablesbaren Instrumenten und einfacher Bedienung alltagsgerecht. Das Infotainment fällt nur im Basismodell karg aus. Von der Sicherheitsausstattung kann man das jedoch nicht behaupten, schon im Einstiegsmodell des T-Cross gehören die wichtigsten Fahrassistenzsysteme zur Serienausstattung.

Unter der Motorhaube des SUVs kommen bewährte Drei- und Vierzylinder mit bis zu 150 PS Leistung zum Einsatz, die relativ sparsam arbeiten. Das kommt jungen Familien genauso entgegen wie das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, auch reifere Jahrgänge steigen aus guten Gründen im T-Cross gerne ein. 

VW T-Cross: fünf klare Vorteile

Erster Vorteil: Hohe Scheiben sorgen für einen luftigeren Raumeindruck, mehr Helligkeit im Innenraum und obendrein für gute Rundumsicht. Zweiter Vorteil: Die erhöhte Sitzposition hat den gleichen Effekt und sorgt dafür, dass man in zugeparkten Straßen beim Abbiegen ein wenig über die Dächer der am Straßenrand geparkten Autos blicken kann. Dadurch werden beim Einbiegen entgegenkommende Autos früher erkannt. Dritter Vorteil: Wer höher sitzt, sitzt gesünder und steigt leichter ein und aus, was älteren Menschen entgegen kommt. 

Vierter Vorteil: Eine hohe Karosserie sorgt für gute Kopffreiheit im Fond und ein höheres Gepäckabteil. Steht die verschiebbare Rückbank in hinterster Position, liegt das Kofferraumvolumen bei 385 Liter, steht sie ganz vorne (jetzt können nur noch Kinder hinten sitzen), sind es 455 Liter. Wird die 60:40 geteilte Rückbanklehne heruntergeklappt, wächst das Volumen auf 1.281 Liter. Fünfter Vorteil: Mit 4,11 Meter Länge fällt das SUV von Volkswagen nur knapp über fünf Zentimeter länger als ein VW Polo aus, womit es vergleichbar gut in die Parklücken passt, aber mit 1,58 Meter stehen zwölf Zentimeter mehr Höhe als im Polo zur Verfügung. Das ist nur eine Zahl, aber eine, die der Grund sein kann, warum man dem VW T-Cross gegenüber dem VW Polo den Vorzug gibt.

Motoren: Drei- und Vierzylinder fürs SUVchen

Drei- und Vierzylindermotoren mit 95 bis 150 PS Leistung stehen im Angebot und können mit einem manuellen Schaltgetriebe oder Doppelkupplungsgetriebe bedient werden. Die quirlig hoch drehenden, schnatternden Dreizylinderturbos mit 1,0 Liter Hubraum und 95 oder 110 PS Leistung sind in Kombination mit dem Schaltgetriebe keine Motoren für Schaltfaule und müssen mit fünf (95-PS-Variante) und sechs Gängen (110-PS-Variante) bei Laune gehalten werden.

Der beliebteste Benziner wird, so erwartet man es bei Volkswagen, die auch mit Doppelkupplungsautomatik lieferbare 110-PS-Variante sein. Die hält Volkswagens SUVchen, das nur 1,3 Tonnen wiegt, gut in Schwung dank des Turboladers und 200 Nm Drehmoment (95-PS-Motor: 175 Nm). Noch kräftiger performt der T-Cross als 1.5 TSI mit dem 250 Nm produzierenden und 150 PS starken Vierzylinder-Turbobenziner. Der ist für den T-Cross mehr als ausreichend bringt die Traktion des Frontantriebs gelegentlich an ihre Grenzen.

Beim kräftigen Tritt aufs Gaspedal gelangt der Motor dominant in den Innenraum, dessen Geräuschdämmung auch insgesamt nicht zu überzeugen weiß.

Der VW T-Cross fährt sich wie ein Polo

Ob man sich für den Drei- oder Vierzylinder entscheidet, macht vom Verbrauch in der Praxis keinen riesigen Unterschied. Im Gegensatz zu der auf dem Prüfstand ermittelten Werksangabe muss der hubraumschwächere Dreizylinder im Alltagsbetrieb oft höher drehen und mehr arbeiten als der Vierzylinder. Das steigert den Verbrauch. Aus den rund fünf Litern der Werksangabe werden sieben Liter Super. Die sind auch mit dem Vierzylinder machbar. Den 1.6 TDI Diesel hat Volkswagen im September 2020 aus dem Programm genommen. 

Und sonst? Der T-Cross fährt sich trotz höherem Aufbau wie ein Polo. Das heißt, wenn man es vom Fahrspaß her betrachtet: ganz normal, etwas langweilig. Wenn man es rational bewertet: komfortabel, gutmütig, präzise und sicher. Es ist schade, dass der T-Cross nicht mit Allradantrieb zu ordern ist, der die Sicherheit auf glatten Fahrbahnen noch erhöhen würde. Das ist allerdings bei den meisten seiner Konkurrenten auch so.

Gute Ausstattung, aber etwas fehlt

Im Basismodell des VW T-Cross fehlt die für entspanntes Fahren bei hohen Temperaturen wichtige Klimaanlage. In den anderen Ausstattungslinien ist sie dagegen inklusive. Die Ausstattung ist im Einstiegsmodell ansonsten akzeptabel. Wo man hinschaut, findet man Hartplastik, das aber rein optisch gut aussieht - bis auf die Riesenklappe des Handschuhfachs.
Inklusive sind der höhenverstellbare Fahrsitz, die verschiebbare Rückbank, die elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegel, die Scheibenwischer-Intervallschaltung mit Lichtsensor, das Start-Stopp-System mit Bremsenergie-Rückgewinnung und der Geschwindigkeitsbegrenzer.

Dagegen wird im Infotainment mit VW-Connect, dem 6,5-Zoll-Display und dem Radio mit lediglich zwei Lautsprechern nur Basisarbeit geleistet. Gegen Aufpreis gibt es auch ein 8-Zoll-Touchscreen samt Apple CarPlay und Android Auto, die induktive Smartphone-Ladestation und das Beats Soundsystem mit 300-Watt-Achtkanal-Verstärker und Subwoofer im Kofferraumbodenfach.

Vorbildlich: An der Sicherheit hat VW nicht gespart. Niveau ist schon im Einstiegsmodell des T-Cross hoch, denn zu den serienmäßigen Assistenzsystemen zählen der Front Assist inklusive Fußgängererkennung, die City-Notbremsfunktion sowie der Spurhalte-, Spurwechsel- und Ausparkassistent mit Blind Spot-Sensor. Weitere Sicherheitsoptionen wie der adaptive Radartempomat (ACC) und der Einparkassistent finden sich in der Aufpreisliste.

T-Cross Life

Die zweithöchste Ausstattungslinie wird nach VW-Angabe die beliebteste im T-Cross sein. Zu der zählen neben der Klimaanlage noch der höhenverstellbare Beifahrersitz mit Schublade unter der Sitzfläche, das Multifunktionslenkrad, die vordere Mittelarmlehne, Make-up-Spiegel in den Sonnenblenden, die vorderen und hinteren Einparksensoren und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen.

T-Cross Style

Das Topmodell Style verfügt zusätzlich über eine Klimaautomatik, die Ambiente-Beleuchtung, beheizbare Sport-Komfortsitze, Leder an Lenkrad und Schaltknauf, LED-Hauptscheinwerfer und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen. Die Müdigkeitserkennung und die Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht werten die Sicherheitsausstattung auf.

Wenn man es schätzt, lässt sich VWs T-Cross mit dem R-Line Paket und weiteren Designpaketen innen und außen mit Kontrastlackierungen, bunten Felgen und Klebefolien aufpeppen.

Fazit: mehr Polo fürs Geld

Das kompakteste SUV von VW fällt mit dem geräumigen Innen- und Kofferraum, der alltagsgerechten Variabilität und guter Sicherheitsausstattung überzeugend aus. Kleinigkeiten wie die teils günstige Kunststoffqualität, die tief angeordnete Klimabedieneinheit oder die fehlende Klimaanlage im Basismodell werden vom Preis-Leistungs-Verhältnis des T-Cross, das nicht nur junge Eltern begeistert, überstrahlt.

Ob beim Fahrverhalten, der Ausstattung, dem Design - insgesamt ist der T-Cross einfach gefällig. Nicht mehr und nicht weniger. Nicht ganz so gefällig ist der Preis, der angesichts dessen etwas hoch erscheint.

Doch im hauseignen Vergleich mit einem Preis nur einige hundert Euro über Polo-Niveau stellt das VW SUV jedem vor der Bestellung die Gewissensfrage: Wenn man mehr Auto fürs Geld erhalten kann, warum nicht zugreifen?

8/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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