VW Polo im Test

Ihr nächstes Auto soll ein VW Polo werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Wenn Kleinwagen erwachsen werden, bringt das manche Vorteile mit sich. Die sechste Auflage des VW Polo, die seit September 2017 auf dem Markt ist, ist erwachsen geworden. Man hat Platz, fährt sicher und komfortabel - warum dann noch ein Golf, wenn der Polo sogar günstiger ist?

  • Gutes Raumangebot
  • Als alternativer Antrieb nur Erdgas
  • Gute und sportliche Motoren
  • Alles was das Herz begehrt - gegen Aufpreis

Kleinwagen? Vier Meter lang war einst der VW Golf. Das neue Raumgefühl, die vollwertigen vier Sitzplätze, die serienmäßigen vier Türen und der große Kofferraum machen den Polo zu einem Kleinwagen, der sich nicht mehr so anfühlt. Mit 4,05 Meter Länge erinnert er damit weniger an den ersten VW Polo von 1975, der mit 3,51 Meter Länge und 700 Kilo Gewicht ein echter Kleinwagen war, als an den größeren Golf.

Mehr Platz, aber immer noch ein Kleinwagen

Um satte acht Zentimeter ist der aktuelle Polo größer als das Vorgängermodell, doch auch wenn die Abmessungen schon fast an einen Kompaktwagen heranreichen, bleibt im Innenraum der Platz, den man in einem Kleinwagen auch erwartet. Wir wollen uns gar nicht beschweren, der Polo bietet in seinem Segment ausreichend Raum und wer relativ groß ist, kann den Sitz weit nach hinten schieben, sodass auch Personen über 1,90 Meter Körpergröße noch bequem fahren können.

Wenn durchschnittlich große Menschen den Polo lenken, hat man auch im Fond ausreichend Platz für seine Füße. Bequem einsteigen kann man ebenfalls, denn - und das ist überhaupt nicht typisch für einen Kleinwagen - der Polo ist ein Fünftürer. Die dreitürige Version wurde mit der neuen Modellgeneration gestrichen.

Der Kofferraum hat ebenfalls Format. Im Vergleich zum Vormodell legte das Gepäckabteil um ein Viertel von 280 auf 351 Liter im Volumen zu. Damit erreicht der Kofferraum fast die Größe des aktuellen Golf, der 381 Liter zur Verfügung stellt.

Werden die Lehnen der Rückbank flach gelegt, ergibt sich für den Transport von Größerem ein Ladeformat von 1.125 Liter im neuen VW Polo.

Gute Fahrt

Das Wachstum des Polo tat den Fahreigenschaften so gut wie die Umstellung auf die neue Plattform. Der längere Radstand und die breitere Spur sorgen im Vergleich zum Vormodell für mehr Komfort und Fahrstabilität bei höherem Tempo. Die hohe Steifigkeit der Karosserie verbessert das Einlenken in die Kurve. Die Lenkung arbeitet sehr leichtgängig, was den Polo ausgesprochen handlich macht.

Das Fahrwerk ist zwar tendenziell straff abgestimmt, aber der VW überrollt trotzdem auf die angenehme Art Fahrbahnrillen und Gullydeckel, ohne sich über langen Bodenwellen aufzuschaukeln. Die geringe Seitenneigung ist ebenso dem Fahrspaß förderlich. Aber wer es noch sportlicher möchte, muss entweder hoffen, dass es wieder ein GTI-Modell geben wird, oder sich für den Ford Fiesta oder Seat Ibiza entscheiden. Beide Modelle sind etwas wendiger als der Polo.

Der Gesamteindruck, der auch von der verbesserten Geräuschdämmung unterstützt wird, ist positiv: Im Polo genießt man ein erwachsenes Fahrgefühl, fast wie in der Golf-Klasse.

Solide Benziner und ein Erdgas-Modell

Eine gute und ausgeglichene Wahl stellt der 1.0-Liter-Benziner mit 95 PS dar, denn mit diesem Modell fährt man sowohl in der Stadt, über Land als auch auf der Autobahn gut und problemlos. Der Dreizylinder unter der Haube klingt außerdem noch gut, was in Zeiten des Downsizing und der E-Autos eine schöne Abwechslung ist. Doch keine Angst, zu laut ist der Polo nicht, auch bei höheren Geschwindigkeiten ist die Geräuschdämmung völlig in Ordnung.

Wer aber eine Sportskanone erwartet, sollte wohl eher doch zu einer stärkeren Motorisierung greifen, denn aus dem Stand verhält sich der Polo ein wenig träge und braucht erst kurz, bis er sich dazu entscheiden kann, loszufahren. Ein Lob bekommt er aber in Sachen Verbrauch und Schadstoffausstoß, beide Werte sind im Vergleich mit der Konkurrenz gut, wenn auch nicht herausragend.

Apropos Schadstoffausstoß. Der kann mit dem Polo zwar nicht völlig vermieden, aber deutlich reduziert werden - mit dem Erdgasmodell 1.0 TGI. Mit der ganzen Diskussion um die Förderung von E-Autos sind erdgasbetriebene Autos ein wenig in den Hintergrund gerückt und es gibt auch nicht viele Modelle zur Auswahl. Der Erdgas-Polo muss allerdings auch viele Einschränkungen hinnehmen, das bedeutet, weniger Kofferraum, lediglich 350 Kilometer Reichweite und ein noch trägeres Ansprechverhalten als die 95 PS Benzinerversion.

Dazu kommt auch noch, dass Erdgastankstellen nicht überall zu finden sind. Wir würden uns freuen, wenn VW dem Polo beim nächsten Facelift oder spätestens mit der neuen Generation eine elektrifizierte Version spendiert.

Ausstattung: Die Oberklasse unter den Kleinwagen

Ein Plus von acht Zentimetern in der Länge, sieben Zentimetern in der Breite und neun Zentimetern im Radstand – all das spürt man vor allem im Fond. Auf den straff gepolsterten Vordersitzen saß man schon im Vorgänger bequem, aber so kommod auf der Rückbank nie zuvor im Polo.

Das gilt nun auch für große Erwachsene, die zudem ohne Verrenkungen ein- und aussteigen, weil der Polo ab sofort ausschließlich als Fünftürer angeboten wird.

Im Cockpit des Polo fährt viel Golf mit. Die Instrumente, die man erstmals auch in einer Digitalvariante bestellen kann, sind genauso einwandfrei ablesbar wie die Schalter drumherum bedienbar. An Ablageflächen herrscht kein Mangel und die Qualität überzeugt. Der weich geschäumte Kunststoff am Armaturenbrett hinterlässt einen hochwertigen Eindruck. Die optionalen farbigen Zierleisten lockern die sachliche Kühle im Cockpit auf.

Lediglich zwei Minuspunkte gibt es: Die Haltegriffe, die älteren Menschen beim Ausstieg im Polo V eine Hilfe waren, hat VW beim neuen Modell eingespart und am Kunststoff der Türverkleidungen hat man ebenfalls zum Billigmaterial gegriffen - schade.

Mehr Sicherheit kostet extra

Die gute Nachricht zuerst: Seit der Umstellung auf die neue Plattform hat der Polo vollen Zugriff auf die reiche Auswahl an Assistenz- und Sicherheitssystemen aus dem VW-Konzern.

Die schlechte Nachricht: Leider sind die meisten Systeme nur gegen Aufpreis erhältlich, denn im Basismodell gehören nur der Front Assist, die City-Notbremsfunktion, die Fußgängererkennung, die Reifenluftdruck-Überwachung und der Berganfahrassistent mit zur Serienausstattung.

Alles andere kostet extra. Das gilt genauso für die Spurwechsel- und Ausparkassistenz wie für den ACC-Abstandsregeltempomat und die Rückfahrkamera.

Um die Sicherheit ist es dank des sicheren Handlings und überzeugenden Crashschutzes gut gestellt. Bei der Bremsleistung lieferte der Polo aber keinen Bestwert ab.

Der Polo auf der Überholspur

Revolution sieht anders aus, gezielte Evolution jedoch genau so. Der VW Polo liefert mit der Neuauflage so ziemlich genau das, was im Kleinwagen heute gewünscht wird. Dank des Längen- und Breitenwachstums reichlich Platz im Innen- und Kofferraum, einen angenehmen Komfort und moderne Assistenz-, Sicherheits- und Infotainmentsysteme.

Aus diesem Erwachsen werden resultiert ein Nachteil und ein Vorteil. Der VW Polo passt heute nicht mehr in jede Parklücke, aber der nicht mehr kleine Kleinwagen fährt sich souverän wie ein Golf. Das könnte manche Golf-Interessierte tatsächlich zum Polo-Fan machen.

8/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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