Seat Arona im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Seat Arona werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Der Arona ist im Prinzip die Geländewagenvariante des Seat Ibiza: Er basiert auf dem Ibiza, verfügt über dessen Sicherheitsausstattung und Infotainment, mutet im Innenraum mit mehr Platz, Kopffreiheit und 400 Litern Kofferraumvolumen aber luftiger und geräumiger an. Ob der Arona als Familienauto taugt und sich ähnlich agil wie der Ibiza fährt, das zeigt sich in unserem Test.

  • 45 Liter größeres Kofferraumvolumen als der Ibiza
  • Angenehme Platzverhältnisse im Innenraum
  • Benzin oder Erdgas, kein Diesel
  • Kein Allradantrieb

Der kleine SEAT SUV ist mit 4,14 Meter um acht Zentimeter länger und mit 1,55 Meter um beträchtliche elf Zentimeter höher als der Ibiza. Wegen der größeren Höhe gelingt der Einstieg gemütlicher als im 1,44 Meter tiefen Kleinwagen und die Übersicht profitiert ebenso davon. Gemütlicher präsentiert sich der Arona auch in puncto Fahrt, da das Handling nicht so ausfällt wie im Ibiza. Trotz der Geländewagenoptik ist das Gelände nicht das Terrain des Arona, der Seat Arona besitzt keinen Allrad-, sondern nur Frontantrieb.

Optisch macht der Wagen zwar mit dem Unterfahrschutz an Front und Heck, der schwarzen Beplankung rundherum und der serienmäßigen Dachreling auf robust. So läuft das heute nun einmal – mehr Schein als Sein – bei den boomenden Kompakt-SUVs.

Viel Platz hier drinnen

Der Arona ist mit seinen 4,14 Meter Gesamtlänge acht Zentimeter länger als der Ibiza, baut als SUV-Crossover um 11 Zentimeter höher als der Kleinwagen und ist genauso breit. Diese Maße sind gute Voraussetzungen für das Raumangebot im Inneren des Arona.

Hinter der Frontscheibe präsentiert sich der SUV wie ein echter Seat: Mit schnörkelfreiem Cockpit, klaren Instrumenten, wenig Schaltern und einfacher Bedienbarkeit. Das Navigationssystem arbeitet einwandfrei. Digitale Instrumente (wie im neuen VW Polo) werden ab 2018 auch in Seats Kompakt-SUV verbaut. Weniger schön ist allerdings der hohe Hartplastikanteil.

Der Einstieg fällt leichter als im Ibiza. Nicht nur für Menschen mit grauem Haar, sondern ganz grundsätzlich. Die um fünf Zentimeter höhere Sitzposition auf den bequemen Vordersitzen sorgt in Kombination mit den hohen Scheiben für ein deutlich luftigeres Raumgefühl und eine etwas erhabenere Übersicht auf das Verkehrsgeschehen vor und seitlich vom Fahrzeug. Genauso soll es auch hinten nicht unangenehm eng zugehen. Die Kopffreiheit ist auch auf der Rückbank noch akzeptabel und auch der Mittelsitz fällt nicht zu schmal aus.

Arona und die Variabilität

Das variabelste SUV ist der Seat Arona nicht. Da haben ihm andere SUVs etwas voraus. Der Citroën C3 Aircross und der Opel Crossland X besitzen eine verschiebbare Rückbank, mit der sich im Hinterwagen mehr Beinfreiheit oder Kofferraum schaffen lässt. Mit solchen Gimmicks kann der Arona nicht punkten.

In der Neigung lässt sich die Rückbanklehne ebenso wenig verstellen, nur in die Ebene klappen. Dann schluckt das Kofferabteil bis zu 1.280 Liter. In der Grundkonfiguration sind es 400 Liter. Das ist eine ganze Menge. 45 Liter mehr als im Ibiza. Praktisch ist auch der zweite Ladeboden, der eine stufenlose Beladung des Kofferraums mit umgeklappten Sitzen ermöglicht. Zudem kann der Raum zwischen den Böden als Stauraum für die Kofferraumabdeckung verwendet werden. Aber das war es dann schon mit der Variabilität.

Mit der Bodenfreiheit erhöht sich auch die Sitzposition, man steigt bequemer ein und sieht besser hinaus – typisch SUV.

Fünf-Sterne-Sicherheit

Ab Werk gehören im Arona immer zum Sicherheitspaket das Umfeldbeobachtungssystem mit Fußgängererkennung und City-Notbremsfunktion, der Berganfahrassistent und die Multikollisionsbremse, die das Fahrzeug nach einem Unfall automatisiert abbremst.

Bei den Assistenzsystemen hält der Seat Arona das hohe Sicherheitsniveau des Seat Ibiza mit dem Toter-Winkel-Warner, dem Querverkehrwarner und dem Parkassistenten. Der bequeme adaptive ACC-Tempomat und der Auffahrwarner befinden sich auch im Sicherheitsprogramm, aber ein Spurhalteassistent und eine Fernlichtautomatik nicht.

Viel Sicherheit geht auch vom Fahrwerk aus. Der Arona hält sauber die Spur, während das ESP im Grenzbereich sanft eingreift, sodass der Arona wie auch der Ibiza nicht gefährlich in kritischen Situationen reagieren. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen honoriert.

Karge Grundausstattung

Den Arona gibt es in einer Vielzahl an Ausstattungsvarianten. Die Grundausstattung Reference des kleinen SUVs ist allerdings ziemlich spärlich. Die elektrischen Fensterheber, der Bordcomputer, die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung und die Dachreling sind Serie.

Das größte Problem der Reference-Ausstattung ist wohl der 95 PS-Benziner. Das ist das einzige Aggregat, das in Kombination mit der Basisausstattung erhältlich ist, Speed-Freunde sind hier also nicht gut aufgehoben. Eine Klimaanlage ist zudem nicht enthalten.

Dafür muss man in die Ausstattungslinie Style investieren, die zusätzlich zu einer Klimaanlage auch noch Nebelscheinwerfer, ein Multifunktionslenkrad, den mit Leder ummantelten Handbrems- und Schalthebel, Bluetooth, LED-Tagfahrlichter, LED-Heckleuchten und Leichtmetallfelgen beinhaltet.

Die beiden Ausstattungslinien Xcellence und FR kosten gleichviel. Bei der ersten Variante liegt der Schwerpunkt mehr auf Funktionalität und bei der zweiten auf dem sportlichen Auftritt.

Beiden gemeinsam sind die verchromte Dachreling und verchromte Fensterrahmen sowie die silbernen Stoßfängerleisten. Beide verfügen über hintere Parksensoren, die Müdigkeitserkennung, die Klimaautomatik, den Tempomat und das 8-Zoll-Media-System mit gut gemachter Full-Link-Smartphone-Einbindung.

Den Xcellence kennzeichnen andere Sitzpolster und weiße Applikationen im Cockpit. Von außen erkennt man diese Variante an den 16-Zoll-Felgen, am verchromten Kühlergrill und den verchromten Schwellerleisten. Geöffnet und gestartet wird hier schlüssellos.

Der FR gibt sich mit dem sportiven Kühlergrill und Heckstoßfänger sowie den 18-Zoll-Felgen zu erkennen. Im Interieur machen auf den ersten Blick die Sportsitze und die Dekorleiste in Lederoptik am Armaturenbrett den Unterschied. Optional lässt sich der FR mit dem adaptiven Fahrwerk ausrüsten.

Und noch individueller ausstaffieren lässt sich das kleine spanische SUV mit den Ausstattungspaketen, dem farblich abgesetzten Dach und vielen weiteren Extras.

Mit dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis ist der Arona ein typischer Seat. Er kostet dafür, dass er mehr Raum bietet, nur wenig mehr als der kompaktere Ibiza, genauso viel wie ein Renault Captur, aber deutlich weniger als ein Opel Crossland X oder Peugeot 2008.

Sparsame Motoren

Zwei Benziner, ein Erdgasmotor, der Diesel fehlt: Da das Kompakt-SUV fürs urbane Leben konzipiert wurde und viele Städte mit Fahrverboten winken, ist diese Entscheidung nachvollziehbar.

Die quirlig hoch drehenden 1,0-Liter-Turbo-Dreizylinder Benziner mit 95 oder 110 PS sind in Kombination mit den manuellen Schaltgetrieben keine Motoren für Schaltfaule und müssen mit fünf (95 PS) und sechs Gängen (110 PS) bei Laune gehalten werden. Den selbigen Motor gibt es aber auch mit 7-Gang-Automatikschaltung in der 110 PS-Variante.

Am Besten performt der Arona mit dem schon vom Ibiza bekannten 150 PS starken 1,5-Liter-TSI im FR (250 Nm, 205 km/h). Der sprintet in 8,2 statt 10,1 Sekunden auf 100 km/h, das allerdings nicht leise.

Ob man sich für den populären oder den stärksten Benziner entscheidet, macht beim Preis einen großen Unterschied, aber kaum beim Verbrauch, denn der Dreizylinder mit wenig Hubraum muss oft höher drehen als der Vierzylinder mit mehr Hubraum (Verbrauch: 5,1 l/100 km).

Deshalb erreicht der Dreier in der Praxis nie die angegebenen 4,9 bis 5,0 Liter, sondern man muss mindestens mit einem ein bis zwei Liter höheren Verbrauch rechnen. Der sauberste und umweltfreundlichste Ottomotor ist der 90 PS leistende 1.0 TGI mit Erdgas im Tank.

Das Fahrerlebnis – eher komfortabel als sportlich

Der Seat Ibiza bietet ein knackiges Fahrwerk in Verbindung mit einem friedfertigen Frontantrieb. Im Arona bleibt davon nur der friedfertige Frontantrieb. Sein Fahrwerk ist eher komfortabel als knackig abgestimmt. Das passt jedoch gut zu einem SUV. Dass sich der Aufbau in Kurven schneller zur Seite neigt, müssen Fahrer:innen wohl akzeptieren.

Wer es sportlicher wünscht, bestellt den FR mit dem adaptiven Sportfahrwerk, das den Arona 1,5 Zentimeter tiefer liegen lässt. Wird das serienmäßige Fahrsystem Seat Drive Profile (vier Modi: Normal, Eco, Sport und Individual) auf Sport gestellt, arbeitet auch die Servolenkung, die präzise und leichtgängig rotiert, direkter.

Zwei Dinge fallen noch auf. Übersichtlich ist der Arona wegen der breiten hinteren Dachsäulen nicht und leise ebenso wenig. Wenn es auf der Autobahn schneller vorangeht, nehmen die Wind- und Abrollgeräusche hörbar zu. Und für das Gelände ist der Seat auch nicht geboren mit 19 Zentimetern Bodenfreiheit und fehlendem Allradantrieb. Jedoch fällt das nicht weiter ins Gewicht, denn Kompakt-SUVs sind weniger für Offroad, als vielmehr für die Stadt konzipiert.

Fazit

Der Seat Arona ist ein überaus praktischer Weggefährte und darüber hinaus nicht sonderlich teuer. Er fühlt sich im Innenraum oft an wie ein Ibiza, ist aber luftiger und man hat mehr Platz als im Kleinwagen. Zudem fährt sich der Arona anders und die Sitzposition ist angenehm erhöht und komfortabel. Oder aus der Sicht des Ibiza-Fans gesehen: weniger sportlich.

Mit dem Ibiza teilt er sich die relativ sparsamen VW-Motoren und die gute Sicherheitsausstattung. Damit reiht sich das kompakte Seat-SUV, ohne groß aus der Reihe zu tanzen (Geräuschkulisse bei höherem Tempo, unübersichtliches Heck), in den nicht enden wollenden Reigen der kompakten SUVs ein. Von denen unterscheidet sich der Seat Arona weniger durch spektakuläres Design als vielmehr mit solider VW-Technik und seinem kundenfreundlichen Preis-Leistungs-Verhältnis.

8/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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