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Opel Grandland im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Opel Grandland werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

SUV, der nächste Streich – dem Bestseller Mokka und dem Crossland stellte Opel im September 2017 auf der IAA den Grandland X zur Seite. Der teilt sich die Plattform und Motoren mit einem SUV von Peugeot. Seit dem Facelift 2021 hat der Grandland nicht nur sein "X" auf der Strecke gelassen, sondern wird vor allem von einer neuen Frontpartie geziert. Ansonsten hat sich wenig beim Kompakt-SUV geändert.

  • Ein Allrounder in Opels SUV-Palette
  • Understatement-Chic mit dezentem Chrom
  • Allrad nur im Plug-in Hybrid
  • Clever kombinierte Bedienung von Sitzheizung und -belüftung

Das Platzangebot fällt im Grandland großzügiger aus als im Crossland, da Opels großer SUV mit 4,48 Meter Länge den kleineren mit 4,21 Meter um 27 Zentimeter überragt. Im Kofferraum steht mit 1.652 Liter über 400 Liter Volumen mehr zur Verfügung. Damit konkurriert der Grandland nicht mit den kompakten Kompakt-SUVs, sondern mit erwachseneren wie einem Ford Kuga, Nissan Qashqai, Skoda Karoq oder VW Tiguan.

Aufgeräumtes Interieur

Auch im Innenraum hat sich einiges getan: Nach dem Motto „weniger ist mehr“ setzt Opel hier auf das so genannte „Pure Panel“, welches Michael Walter, Leiter Produktmarketing Opel Deutschland, wie folgt auf Denglisch erklärt: „Wir setzen hier auf digital detox: Der Nutzer soll nicht überfrachtet werden mit zahlreichen Reglern und Optionen, sondern neben dem großen und übersichtlichen Digitalscreen bleiben für die Grundfunktionen auch echte Drehregler erhalten. So muss man sich nicht erst mühsam durch mehrere Menü-Ebenen scrollen, wenn man einfach nur die Musik lauter/leiser machen möchte oder die Temperatur der Sitzheizung verändert werden soll.“ – Ein kleiner, aber feiner Seitenhieb auf andere Hersteller, bei denen diese Komplikationen in letzter Zeit gehäuft negativ auffallen.

Tatsächlich mutet der Wide-Screen im Praxistest modern an und ist intuitiv bedienbar. Einzig die – vielleicht nicht ganz unwichtige - Anzeige des Verbrauchs gab Rätsel auf: Statt im Menü-Punkt „Anzeigen“ ist er unter „Personal“ versteckt – ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

Nichts Neues bei den Motoren

Bei den Motoren dagegen gibt es kaum Neues zu berichten. Neben den beiden Plug-in-Hybrid-Versionen „Hybrid4“ mit Allradantrieb (221 kW/300 PS) oder ohne (165 kW/224 PS) wird der Grandland auch weiterhin mit den bereits bekannten 1,2-Liter Dreizylinder-Turbobenziner (96 kW/130 PS) und auch noch als 1,5-Vierzylinder-Diesel (ebenfalls 96 kW/130 PS) angeboten – was im Segment der Kompakt-SUV fast verwundert, beträgt der Anteil der als Diesel verkauften Grandland doch aktuell gerade mal traurige 16 Prozent – die Hintergründe des schlechten Diesel-Images sind wohl hinreichend bekannt. Warum also noch anbieten? „Weil wir ihn ja nun mal quasi griffbereit im Regal liegen haben“, verweist Marken-Sprecher Axel Seegers auf die Synergien des Stellantis-Konzerns mit den französischen Brüdern Peugeot und Citroen. Mühe steckt trotzdem dahinter, müssen die Verbrenner doch stets die immer strenger werdenden Homologationsanforderungen erfüllen. In der Fahrpraxis allerdings mutet insbesondere der Diesel nicht mehr modern an: Lautstark und rau ist man diese Geräuschkulisse einfach nicht mehr gewohnt heutzutage.

Flottes Fahrverhalten

Obwohl es nichts Neues bei den Antrieben zu verzeichnen gibt, klappt das Fahren im Grandland ganz prima und macht Laune. Besonders die Schaltwippen machen Spaß, auch wenn man sie nur mit langen Fingern erreichen kann.

Wie aus Rüsselsheim und von Opel gewohnt, aber unbeschwert wie ein Franzose – diese Prognose geht im Grandland mit seinen deutsch-französischen Wurzeln fast auf. Mit seiner Lenkung und seinem Gewicht von gut 1,4 Tonnen fährt sich der Opel handlich.

Bei der Abstimmung von Dämpfern und Federn hat man im Vergleich zum strafferen Crossland aber den Komfort betonteren Weg eingeschlagen. Das und die Höhe der Karosserie sind dafür verantwortlich, dass der größere stärker in Kurven wankt.

Das geschieht aber gutmütig und mit einem sicheren Gefühl. Auf Langstrecke spielt der große Opel SUV mit seinem komfortablen Abrollen seine Vorteile dagegen aber wieder voll aus.

Im Gelände nicht. Zwar verfügt der Grandland über eine recht hohe Bodenfreiheit, aber über keinen Allradantrieb, den sich mancher Kunde vielleicht im SUV wünschen würde. VW und Nissan bieten den 4x4-Antrieb im Tiguan und Qashqai zumindest an.

Hoffnung besteht im Grandland Plug-in-Hybrid. Dort schalten sich die hinteren Räder elektrisch zu, was von der Wirkung dann einem klassischen Vierradantrieb nahekommt.

Elektrifizierungs-Strategie

Man merkt also, dass Opel den Fokus auf Elektrifizierung legt: Bis 2024 sollen alle Modellreihen elektrifiziert sein, bis 2028 will Opel in Europa rein elektrisch werden. Apropos elektrisch: Die rein elektrischen Reichweiten der Plug-in-Hybride des Grandland betragen gerade mal 53-64 Kilometer („Hybrid“) bzw. 55-65 Kilometer („Hybrid4“), wofür die Ladung an einer Wallbox mit 7,4 kW rund zwei Stunden dauert, an der Haushaltssteckdose dagegen rund siebeneinhalb Stunden.

Alte Macken wird man nicht so leicht los...

Auf der Probefahrt fiel jedoch auf, dass Opel nicht alle Mankos des Vorgängers ausmerzen konnte. Passagiere auf der Rückbank müssen nach wie vor mit einer recht niedrigen Sitzbank vorlieb nehmen (unter der in den Hybrid-Varianten geschickt die Elektro-Batterie versteckt ist), so dass bei Menschen mit längeren Beinen die Oberschenkel teils unangenehm schweben. Noch auffälliger ist aber das Gefühl, sich auf der Rückbank wie in einem Gefängnis-Transporter das durch die hohe Fenster-Seitenlinie erzeugt wird – was auch die schon beim Vorgänger in der Kritik stehende mangelhafte Rundumsicht bewirkt. Deshalb ist der Toter-Winkel-Warner absolut empfehlenswert, jedoch leider für die beiden Einstiegs-Varianten gar nicht bestellbar.

Dafür ist die Kopfhöhe aber angenehm großzügig - sowohl hinten als auch vorne.

Made in Germany

Bemerkenswert ist beim neuen Grandland darüber hinaus die Tatsache, dass sowohl Entwicklung als auch Design sowie Produktion in Deutschland verortet sind: Er wird im Opel-Werk Eisenach gebaut. Bestellbar ist der neue Opel Grandland bereits, zu den Händlern kommt er dann im Oktober.

Durstig beim Verbrauch

Beim Verbrauch dagegen dürfte es gern ein bisschen weniger sein. Aber klar: Die immer strenger werdenden Emissionsvorgaben schrauben den Verbrauch entsprechend nach oben, nicht zuletzt durch das Gewicht der Chemiefabrik, die hinten angehängt werden muss insbesondere beim Diesel. Und beim Hybrid muss natürlich bedacht werden, dass dieser auch immer die schwere Batterie mit an Bord herumschleppen muss, falls man doch mal elektrisch fahren könnte oder den Booster bräuchte… Alles ein Teufelskreis auf dem Weg zu mehr Umweltfreundlichkeit, mit denen natürlich nicht nur Opel zu kämpfen hat, sondern alle anderen Hersteller ebenso.

Was jedoch wirklich auffällt, ist die versteckte Anzeige des Verbrauchs. Nicht unter “Anzeigen” findet sich dieser, sondern erst, wenn man auf “Personal” geht als Menü-Punkt - ganz klare Verwirrtaktik, mit Logik ist das nicht entschuldbar. Zumal es beim Mokka ja anders - sprich einfacher und logischer - geht.

Eine gute Partie

Die Motoren sind im Crossland teils die gleichen und bei der Sicherheit macht es keinen großen Unterschied, ob man sich für den größeren oder kleineren Opel SUV entscheidet. Aus Familiensicht und mit dem Blick auf den Komfort und das Raumangebot aber schon.

Und damit ist der Grandland eine gute Partie für alle, die ein vernünftiges Familienauto suchen, das deutlich mehr Fahrspaß bietet, als man von außen erwarten würde.

7/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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