Mercedes Rückruf: Über 100.000 Diesel betroffen

21. Dezember 2023 von

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Der Dieselskandal geht in die nächste Runde. Dieses Mal ist Mercedes betroffen, nachdem das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) den Hersteller dazu aufgefordert hatte einen Rückruf über mehr als 100.000 Fahrzeuge durchzuführen. Fahrzeughalter:innen, die nicht auf den Rückruf reagieren, droht die Stilllegung des Fahrzeuges.

Schon acht Jahre ist der Abgasskandal von 2015 her mit dem damals vor allem VW Negativ-Schlagzeilen machte, von dem allerdings auch Mercedes-Benz betroffen war. Nun ist klar: Der Dieselskandal bricht erneut aus und Mercedes muss weitere Fahrzeuge zurückrufen. Wir verraten, was Mercedes-Fahrende jetzt wissen müssen!

⏰ Kurz zusammengefasst

Welche Fahrzeuge sind betroffen?
Was ist die Ursache?
Was müssen Mercedes-Halter:innen tun?
Gibt es Schadensersatz?

Betroffene Modelle: Welche Fahrzeuge werden zurückgerufen?

In der aktuellsten Entwicklung des Dieselskandals hat Mercedes-Benz eine umfassende Rückrufaktion für über 100.000 Diesel-Fahrzeuge in Deutschland angekündigt. Diese Rückrufaktion betrifft verschiedene Modelle des Automobilherstellers, die unter die Schadstoffklassen Euro 5 und Euro 6b fallen, darunter prominent der Mercedes-Benz E350.

Ursache: Warum werden die Dieselmodelle zurückgerufen?

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat diesen Rückruf aufgrund einer unzulässigen Abschalteinrichtung in der Motorsteuerungssoftware der Fahrzeuge erlassen. Diese sogenannte “Thermofenster”-Funktion führt dazu, dass die Abgasreinigung nur bei bestimmten Außentemperaturen voll wirksam ist, während das Reinigungssystem bei tieferen oder höheren Temperaturen nur reduziert arbeitet. Das kann zu erhöhten Stickoxid-Emissionen führen. Das System reduziert offenbar bereits bei jährlichen Durchschnittstemperaturen.

Zahlreiche andere Hersteller nutzten ebenfalls diese Technik. Die betroffenen Autokonzerne hatten argumentiert, das System sei nötig, um Motorschäden zu vermeiden. Doch diese Praxis wurde vom Europäischen Gerichtshof im Jahr 2022 als unzulässig erklärt. Mercedes rechtfertigt die “Thermofenster”-Funktion damit, dass die europäischen Typgenehmigungsbehörden entsprechende Temperatursteuerungen der Abgasrückführung noch bis zum Urteil des EuGH generell für zulässig gehalten hätten.

Handlungsbedarf: Was müssen Mercedes-Halter:innen tun?

Mercedes-Benz hat zugesichert, die betroffenen Kund:innen zu kontaktieren und notwendige Software-Updates bei autorisierten Service-Partnern durchführen zu lassen. Der Autokonzern betonte seine volle Kooperation mit den Behörden und die Bereitschaft, alle erforderlichen Maßnahmen zur Einhaltung der Abgasnormen zu treffen.

Zudem können Haltende eines Mercedes-Modells auf der Hersteller-Seite eigenständig mithilfe der Fahrzeugidentifikationsnummer prüfen, ob ihr Fahrzeug vom Rückruf betroffen ist.

Für die betroffenen Halter:innen könnte die Nichtteilnahme an der Rückrufaktion ernsthafte Folgen haben bis hin zur Möglichkeit einer Fahrzeugstilllegung.

Weitere Untersuchungen und Schadensersatz

Neben dem “Thermofenster” untersucht das KBA derzeit noch zwei weitere Strategien zur Abgasbehandlung beim Mercedes-Benz E350, über die noch keine finale Entscheidung getroffen wurde.

Derweil können Halter:innen eines betroffenen Fahrzeuges auf Schadensersatz hoffen. Denn grundsätzlich müssen Autohersteller für Dieselautos mit dem System des Thermofensters Schadensersatz zahlen, sollte dieses in einem unzulässigen Temperaturbereich die Abgasreinigung reduzieren. Erst im Sommer 2023 hatte der Bundesgerichtshof Urteile von Gerichten aufgehoben, die Schadensersatzklagen unter anderem gegen Audi, Mercedes-Benz und Volkswagen abgewiesen hatten.