Hyundai i20 Coupe

Solides Coupé mit ausdrucksstarkem Design

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Gute Serienausstattung
  • Souveränes Fahrwerk
  • Spritziger Dreizylindermotor
  • Wenige Assistenzsysteme
  • Harte Rücksitzbank
  • Geringe Variabilität

17.550 € - 20.700 € Preisklasse

5 Sitze

4,1 - 6,4 l/100km

Test

Hyundai schickt den i20 auch als Zweitürer in den Kampf um die Gunst der Kunden in der Kleinwagenklasse. Er soll vor allem junge Leute ansprechen, denen das Design eines Fahrzeugs wichtiger ist als der Alltagsnutzen von vier Türen.

Neben der Anzahl der Türen unterscheidet sich das Äußere des Coupés von seinem viertürigen Pendant durch den individuellen Hexagonal-Kühlergrill, den um 25 Millimeter flacheren Dachverlauf, die geschwungenen Sicken in den hinteren Kotflügeln und die bulligere Heckpartie. All das verleiht dem Coupé seine Ausdrucksstärke.

Trotz des abfallenden Dachverlaufs bleiben die Platzverhältnisse im Innenraum ordentlich, wo viele große Ablagen beim Verstauen von Smartphones oder Flaschen helfen. Das Cockpit ist, wie beim Viertürer, klar strukturiert und solide verarbeitet. Die Serienausstattung überzeugt durch ihren großen Umfang und begeistert genauso wie der quirlige Dreizylinder-Turbo.

Was das Hyundai i20 Coupé ansonsten noch zu bieten hat, um seine härtesten Konkurrenten wie den Volkswagen Polo, den Opel Corsa und den Ford Fiesta in Schach zu halten, zeigen wir jetzt.

Der Innenraum des 4,05 Meter langen und 1,73 Meter breiten Coupés ist sauber verarbeitet. Die vielen Ablagen, das gute Raumangebot und der große Kofferraum zählen zu den Stärken des kleinen Koreaners.

Das Interieur

Vorne sitzt man recht gemütlich im i20 Coupé. Die Vordersitze könnten für die sportlichen Ambitionen des Zweitürers ruhig ein wenig mehr Seitenhalt vertragen, aber ansonsten findet man schnell gefallen am Interieur.

Das Cockpit ist aufgeräumt, wenngleich es für die Gattung “Coupé”, die sich über ihre Extravaganz und Eleganz definiert, wenig aufregend erscheint. Der Fokus liegt eindeutig auf der Funktionalität. Dadurch erlernt man schnell, welche Knöpfe sich wo befinden.

Diese einfache Bedienbarkeit hilft dabei, dass sich der Fahrer voll und ganz auf das Fahrgeschehen konzentrieren kann. Auch die Rundinstrumente lassen sich problemlos ablesen und machen so das Leben auf den Vordersitzen ziemlich angenehm.

Erst beim Einstieg in den Fond erinnern einen das niedrige Dach und die nötigen Verrenkungen, dass man sich in einem Coupé befindet. Auf der harten Rückbank angekommen, lässt es sich als 1,80 Meter großer Erwachsener aushalten. Für ein Coupé gehen die Kopf- und Beinfreiheit in Ordnung, aber auch nicht mehr. Immerhin lässt sich allerlei Kleinkram hinten in den vielen großen Ablagen verstauen.

Selbst der Fahrer wünscht sich vermutlich, dass keine Personen auf der Rückbank Platz nehmen, denn die Sicht nach hinten ist auch ohne die Köpfe der Fondpassagiere schon stark eingeschränkt.

Der Kofferraum

Beim Verstauen ist das Ladeabteil außergewöhnlich gut für ein Coupé. Der Kofferraum des zweitürigen i20 verträgt mit 336 Litern überraschend 10 Liter mehr als der im Viertürer.

Legt man die geteilt umklappbare Rücksitzbank im Coupé um, dann kommen 1.011 Liter zustande. Dieser Laderaum ist zwar nicht ganz eben, lässt sich nichtsdestotrotz gut einräumen. Lediglich die recht hohe Ladekante kann beim Be- und Entladen stören.

Beim Fahren macht der kleine Hyundai einen genauso souveränen Eindruck wie im Interieur. Das Fahrwerk ist ausgewogen und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Auch bei schnellerer Kurvenfahrt neigt das Fahrzeug kaum zum Untersteuern, wobei das Auto über die Vorderräder schieben würde und man, um die Spur zu halten, noch stärker Einlenken müsste.

Die Lenkung ist auch das richtige Stichwort. Sie könnte ruhig ein wenig direkter sein und den Fahrer detaillierter über das Geschehen an den Vorderrädern informieren. Schließlich möchte man mit einem Coupé Kurven auch gerne dynamischer angehen.

Die Auswahl der Motoren ist recht überschaubar, denn es werden ein Benziner mit 120 PS und ein Diesel mit 90 PS angeboten. Bei beiden werden die Gänge serienmäßig mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe verwaltet.

Der Benziner

Der neue 1,0 T-GDI bringt das Coupé schnell auf Trab. Das maximale Drehmoment von 172 Nm liegt schon recht früh an, weshalb der i20 rasch vom Fleck kommt und in guten 10 Sekunden von 0 km/h auf 100 km/h beschleunigt. Der spritzige Turbo-Benziner bildet mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe eine harmonische Einheit, die gut zum dynamischen Coupé passt.

So kommt beim Dreizylinder selten der Wunsch nach mehr Leistung auf. Lediglich der Verbrauch des Benziners enttäuscht ein wenig, denn die angegebenen 4,3 Liter pro 100 Kilometer überbietet er in der Realität um gute zwei Liter.

Der Diesel

Der 1,4-Liter Diesel ist ein sparsamer Weggefährte. Auch er hält den angegebenen Verbrauchswert von 4,1 Litern pro 100 Kilometer zwar nicht ein, aber ist mit 5,9 Litern auch in der Praxis spritsparend unterwegs.

Leider wecken die unmotivierten 90 PS wenig Lust zum Kurventoben, obwohl die 240 Nm Drehmoment relativ früh anschieben. Außerdem passt der knurrige Diesel nicht so recht zu einem eleganten Coupé.

Aufgrund des ausgewogenen Fahrwerks fährt sich das Coupé sehr sicher. Es wurde im NCAP Crashtest zwar noch nicht getestet, aber es sollte ähnliche Ergebnisse wie der viertürige i20 erzielen.

Der kam auf vier von fünf Sternen, wobei das nicht optimale entfalten der Seitenairbags und die wenigen Assistenzsysteme ihm den Weg zur besten Bewertung verbaut haben. Das i20 Coupé bietet lediglich einen Tempomat und das Spurhaltewarnsystem als elektrische Helfer an. Selbst für die Kleinwagenklasse ist das heutzutage zu wenig.

Hingegen vorbildlich arbeiten die Bremsen des Coupés. Sie verzögern vehement und beeindrucken mit ihrer hohen Standfestigkeit.

Der Zuschlag für das Coupé im Vergleich zum Viertürer fällt mit 500 Euro recht gering aus. Umso üppiger sind die serienmäßigen Highlights des Hyundai i20 Coupés.

Das Basismodell Trend kommt bereits mit einem Tempomat, Parksensoren hinten, Nebelscheinwerfern und dem Spurhaltewarnsystem. Letzteres warnt den Fahrer beim ungewollten Verlassen der Fahrspur mit einem akustischen Signal. Das Interieur ist mit einem beheizbaren Multifunktions-Lederlenkrad, der Sitzheizungen vorne und einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung ausstaffiert.

Für das unübersichtliche Heck des Coupés bietet sich zwar die Rückfahrkamera an, jedoch kostet diese in der Anschaffung insgesamt 2.000 Euro, da sie in Verbindung mit dem Navigationssystem und dem Plus-Paket bestellt werden muss. Das ist ganz schön happig.

Die nächsthöhere Ausstattungslinie Style ist bereits das Topmodell und fügt noch 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, Parksensoren hinten, einen Licht- und Regensensor sowie Projektionsscheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht hinzu.

Besonderheiten im Fahrzeuginneren sind eine Klimaautomatik und ein automatisch abblendender Innenspiegel. Für mehr Licht im Innenraum kann ausschließlich in der Style-Ausstattung das Panorama-Glas-Schiebedach dazu bestellt werden.

Zusammenfassung

Coupés lassen meist die Alltagstauglichkeit links liegen und konzentrieren sich darauf mit extravagantem Design Emotionen zu wecken. Das i20 Coupé schafft beides recht gut.

Es hat ein dynamisches Design und kann mit rationalen Argumenten wie der soliden Verarbeitung, dem großen Kofferraum und der umfangreichen Ausstattung punkten. Zudem darf man die Hyundai-typischen fünf Jahre Garantie nicht vergessen. So muss man mit dem kleinen Koreaner nicht viele Kompromisse eingehen, um ein kleines, schickes Coupé zu fahren.