Preis-Leistungs-Knaller und doch nicht ganz perfekt – Wir sind den Skoda Elroq gefahren

16. Januar 2026 von

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4,6/5 aus 22.512 Bewertungen

Der Skoda Elroq – so ein bisschen wie das unscheinbare Kind der Elektro-SUV-Familie, das plötzlich alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Man schaut sich den an und denkt: “Naja, nicht schlecht, aber was kann der wirklich?” Und dann, bam, kommt der Überraschungsmoment.

Zuerst das Schöne: Der Elroq fährt erstaunlich sparsam, obwohl er mit seinen fast 4,5 Metern nicht gerade nach „Kleinwagen“ aussieht. Der Kofferraum bietet mit bis zu 1.580 Liter Platz und einem praktischen Wendekreis von nur 9,3 Metern mehr, als manch so manches Kompakt-SUV bieten kann. Die Kombination aus Reichweite und Verbrauch überrascht ebenfalls: Auf der Autobahn kommen realistische 450 km mit einer Akkuladung raus, und auf Kurzstrecken schaffst du sogar über 500 km. Da kann man schon mal die „oh, das ist ja alles so teuer“-Mentalität beiseite schieben und den „ich will fahren“-Modus anwerfen.

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Aber halt! Dann gibt es da noch den Schatten, den jeder SUV so an sich hat. Diese kleinen, aber nervigen Macken, die dich immer wieder zum Stirnrunzeln bringen.

Design: Mehr als nur ein weiterer Elektro-SUV

Optisch bleibt der Elroq für Skoda-Verhältnisse typisch, aber überraschend modern. Kein langweiliges Klischee-Design, sondern das erste Modell der Marke mit dem neuen “Modern Solid”-Look. Was bedeutet das? Nun, du bekommst ein glänzendes Tech-Deck statt des altbekannten Grills, der jetzt hinter einem smarten schwarzen „Gesicht“ versteckt ist, und einen Škoda-Schriftzug auf der Haube, anstatt dem gewohnten Logo. Ja, es sieht nach der typischen Skoda-Robustheit aus, aber hey, es fühlt sich ein bisschen futuristisch an. Für ein Auto, das als „Familien-Elektro-SUV“ verkauft wird, ist das schon eine Ansage.

Und dann kommt der Platz. Und der ist verdammt gut. Mit einer Länge von 4,49 Metern passt der Elroq definitiv in die Kategorie „Komfortabel, aber nicht so groß, dass du direkt einen Parkplatz in der Nähe eines Fußballstadions suchen musst“. Der Kofferraum? Mit 470 Litern Platz und cleveren Ablagemöglichkeiten in den Türen, kannst du einiges verstauen. Aber ja, falls du ein echtes Raumwunder erwartest, wirst du trotzdem das Gefühl haben, dass Skoda da noch ein bisschen mehr Platz hätte reinpacken können. Für den Familien-Kinderwagen reicht es nicht immer aus – das ist dann eher ein Problem für die kleineren Garagen.

Fahrverhalten: Und plötzlich bist du Wendekreis-Champion

Der Elroq fährt sich… überraschend wendig. 9,3 Meter Wendekreis bei einem 4,5-Meter-SUV – das ist fast schon eine freche Annehmlichkeit. Einparken ist damit fast genauso easy wie mit einem Kleinwagen, und das trotz der Größe des Fahrzeugs. Aber Achtung: Die Allrad-Variante braucht etwas mehr Platz, mit einem Wendekreis von 10,8 Metern. Trotzdem – dieser Elroq hat ein Fahrgefühl, das man so von einem großen SUV nicht erwartet.

Er ist nicht nur wendig, sondern auch komfortabel und vermittelt beim Fahren tatsächlich ein Gefühl von “direkter” Lenkung. Das bedeutet nicht, dass er jede Pfütze auf der Straße auslacht – er neigt bei Asphaltschwankungen zu leichtem Wanken. Trotzdem: Der Elroq fährt sich durchgehend bequem und gibt dir genau das richtige Maß an Kontrolle.

Technik und Reichweite: Weniger ist mehr… und das ist gut so

Der Elroq bietet mit seinem 286 PS starken Elektromotor eine ordentliche Leistung, die bei Bedarf auch ordentlich nach vorne geht. Das Kickdown-Pedal sorgt dafür, dass du beim Überholen ordentlich Gas geben kannst. Eine Funktion, die nicht jeder hat, aber verdammt praktisch ist, wenn du im Eco-Modus fährst und plötzlich doch auf der Überholspur Gas geben musst.

Er ist nicht der Schnellste, aber bei 0–100 km/h in 6,6 Sekunden liegt er genau im Mittelfeld der aktuellen Elektro-SUV-Preisklasse. Wo der Elroq aber wirklich punktet, ist bei seinem Verbrauch. Auf der Autobahn liegt er zwischen 17 und 18 kWh/100 km, was zu einer realen Reichweite von etwa 450 km führt. Das ist bei weitem nicht der beste Wert, den ein Elektroauto bieten kann, aber für den Preis ist das ausgezeichnet.

Und dann gibt’s noch die Ladezeiten: Zwischen 10 und 80 Prozent lädt der Elroq in nur 28 Minuten. Klar, das geht schneller, aber vergiss nicht, du hast hier ein vollwertiges Elektro-SUV, das fast alles richtig macht. Für ein Auto dieser Größe sind die Ladezeiten durchaus anständig.

Was ist der Haken? Ein paar Macken und „Sparen am falschen Ende“

Und jetzt die negativen Überraschungen. Die Skoda-„Simply Clever“-Philosophie kommt nicht überall zum Zug. Es fehlen Dinge, die du von anderen Herstellern erwarten würdest – z. B. kein echter Internetzugang im Infotainment-System. Kein Spotify, kein YouTube, und auch Netflix gibt’s hier nicht. Du kannst dir Apps via USB nachrüsten, aber das ist dann eher der DIY-Weg, den du nicht unbedingt als Feature verkaufen möchtest.

Ein weiteres Ärgernis: Der Tempomat. Wenn du den „Travel Assist“ aktivierst, erkennt das System auf der Autobahn das Tempolimit und fährt stur mit 130 km/h – unabhängig davon, was du vorher eingestellt hast. Klingt nach einem kleinen Fehler, aber es ist mega nervig. Einfach mal ein bisschen mehr „human touch“, bitte. Und dann gibt’s noch den Sitzsensor, der beim Rückwärtsfahren die Bremse betätigt, wenn du dich von deinem Sitz hebst. Nützlich, aber unpraktisch, wenn du beim Parken gerade in die falsche Richtung rutschst.

Ach, und bevor wir es vergessen – der Wischwasser-Einfülltrichter. Früher Skoda-Standard, jetzt … gegen Aufpreis erhältlich. Also, wenn du für 6,30 Euro das Feeling von früher haben möchtest, kannst du den Trichter nachkaufen. Der frühe Vogel fängt den Wischwassertrichter. (Ja, Skoda, das war wirklich unnötig.)

Fazit: Ist der Skoda Elroq der beste Elektro-SUV?

Ganz ehrlich? Der Skoda Elroq hat echt die meiste Zeit das Zeug dazu, sich als einer der besten Elektro-SUVs der aktuellen Generation zu behaupten. Ja, er hat Macken, wie das Fehlen von Internetzugang und diese kuriosen Sensor-Probleme, die einem den Alltag schwerer machen können. Aber wenn man das Gesamtbild betrachtet, überwiegen die positiven Aspekte.

Er bietet ordentlich Platz, eine super Reichweite, ist wendig und komfortabel – und das zu einem Preis, der in dieser Klasse kaum zu schlagen ist. Klar, er ist nicht perfekt, aber für das, was er bietet, gibt es im Moment wenig Konkurrenz zu diesem Preis.

Also, wenn du nicht gerade mit den 6,30 Euro für den Trichter am Kämpfen bist und die paar nervigen Kleinigkeiten übersehen kannst, dann hast du hier ein Auto, das einfach das tut, was es soll: fahren. Und das verdammt gut.

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