Volkswagen Touareg Testbericht

Die dritte Generation des VW Touareg, die mit dem Infotainment und den Fahrassistenten voll in der Moderne angekommen ist, hat das Zeug zum Bestseller. Das hat viel mit dem schicken neuen Auftritt zu tun, aber auch mit der neuen Plattform von VWs SUV-Flaggschiff.

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Wow-Wertung
8/10
Bewertet von Andreas Heise nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

Was gut ist

  • Modernes Infotainment
  • Handlich mit Allradlenkung
  • Verschiebbare Rückbank

Was nicht so gut ist

  • Teure Hightech-Extras
  • Keine 7-Sitz-Option
  • Nur 2 Jahre Garantie

Volkswagen Touareg: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?

Bewertung des Volkswagen Touareg

Die Konzernplattform teilt sich der 4,88 Meter lange Touareg 3 mit hochpreisigen SUVs wie dem Audi Q7, Bentley Bentayga und Porsche Cayenne. Das verschafft dem Wolfsburger SUV nicht nur mehr Platz im Innen- und Kofferraum, sondern damit kehren auch moderne Fahrwerksoptionen im Touareg ein.

Etwa die Wankstabilisierung oder die Allradlenkung, mit der sich der zwei Tonnen schwere Allradler handlich lenkt. Mit der Luftfederung steigern sich außerdem Komfort und Geländegängigkeit.

Genauso eindrucksvoll fällt der Fortschritt in Sachen Konnektivität und im Cockpit aus. Das kommt fast ohne Schalter aus, wenn man ins volldigitale Innovision-Cockpit mit zwei 12 und 15 Zoll großen Bildschirmen investiert. Nimmt man noch mehr Geld in die Hand, erhält man moderne Sicherheitstechnik vom Nachtsichtgerät bis zu eindrucksvollen LED-Scheinwerfern.

Mit einer maximalen Anhängelast von 3,5 Tonnen, dem schon in der Grundkonfiguration 810 Liter großen Laderaum und den kraftvollen, bis zu 421 PS starken Motoren eignet sich der VW Touareg auch in seiner Neuauflage vortrefflich als Zugfahrzeug, als geräumiger SUV für den Transport und als bequemer Reisewagen.

Eines ist sicher: Nach drei Generationen und einer Million Touareg in den letzten 16 Jahren war der Fortschritt nie eindrucksvoller. Die dritte Generation des VW Touareg ist schicker, geräumiger, handlicher und moderner – wieder up to date.

Die Aufpreise für die modernen Features fallen teils hoch aus, trotzdem ist der Touareg im Vergleich zu seinen Plattformbrüdern, mit denen er sich viel Technik teilt, preiswerter. Deshalb muss man sich kaum Sorgen um den weiteren Erfolg des großen SUVs aus Wolfsburg machen.

Wie viel kostet der Volkswagen Touareg?

Das Volkswagen Touareg Modell hat eine UVP von 69.200 € bis 83.845 €. Mit Carwow können Sie jedoch im Durchschnitt 10.823 € sparen. Die Preise beginnen bei 60.537 € für Barzahlung. Die monatlichen Raten beginnen bei 597 €.

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Nicht nur die Anschaffung des VW Touareg muss man sich leisten können, sondern auch die Unterhaltskosten. Bereits in der Haftpflichtversicherung zählt das SUV nicht zu den billigsten Fahrzeugen. Je nach Motorisierung gilt die Typklasse 19, 20 oder 22.

Auch die Typklassen in der Teilkaskoversicherung, ob 25 oder 27, sind als eher teuer bzw. teuer einzustufen. Die Typklasse 24 in der Vollkaskoversicherung bewegt sich noch im Mittelfeld. Die Typklasse 27 ist eher teuer, die Typklasse 29 (Touareg R eHybrid) teuer.

Leistung, Verbrauch und CO2-Ausstoß

Souverän gleitet das VW SUV mit niedrigem Geräuschniveau, den zwischen Comfort und Sport einregelbaren Fahrprogrammen und dem serienmäßigen Allradantrieb über die Straße. Wie es sich dort und im Gelände anfühlt, entscheiden auch die Extras.

Die optionale Allradlenkung, die schon im Audi Q7 begeisterte, macht den Touareg wendiger. Bis 37 km/h lenken die Hinterräder im entgegen gesetzten Winkel zu den Vorderrädern ein, was den Wendekreis um einen Meter auf 11,2 Meter verkleinert. Das entspricht fast dem Wenderadius des Golf (10,9 Meter).

Die optionale Luftfederung macht den Touareg deutlich variabler und geländegängiger. Für leichteres Beladen lässt sich das SUV mit der Luftfederung um vier Zentimeter absenken und im Gelände um sieben Zentimeter nach oben liften.

Damit gelingen größere Böschungs- und Rampenwinkel und tiefere Wasserdurchfahrten (mit 580 statt 500 mm Wattiefe) als mit der serienmäßigen Stahlfederung.

Zudem erlaubt die Luftfederung eine größere Verschränkung der Achsen im Gelände und der aktive Wankausgleich des Luftfahrwerks reduziert in schnellen Kurven spürbar die Seitenneigung im 1,72 Meter hohen Touareg.

Fürs Gelände aufrüsten

Mit dem optionalen Offroad-Paket geht abseits der Straße noch mehr. Zusätzlich zu den serienmäßigen Fahrprofilen lassen sich neben einem automatischen Offroad-Programm die Fahrprogramme Sand, Schotter und Offroad Expert aktivieren.

Darüber hinaus erhält der VW Touareg mit dem Paket einen verstärkten Unterfahr- und Steinschlagschutz und Sicherungen für Kühler, Batterie und Tank. Dessen Volumen wächst von 75 auf 90 Liter.

Die kraftvoll und dezent im Touareg arbeitenden Motoren, die ihre Kraft immer mit der Achtgang-Automatik und Allradantrieb auf die Straße bringen, haben es im Touareg 3 leichter, denn er wiegt zwei Zentner weniger als zuvor.

Die Benziner

100 Kilo Mindergewicht spürt man – am deutlichsten mit dem Benziner. Der ist zwar mit 340 PS alles andere als schwach, trotzdem stellt der 3,0-Liter-V6 im Vergleich mit den Dieselmotoren am wenigsten Drehmoment zur Verfügung, nämlich 450 Newtonmeter. Deshalb macht sich das mit dem Mindergewicht hier besonders positiv bemerkbar.

Die Diesel

Ein Dieselmotor passt von der bulligen Kraftcharakteristik und dem dafür geringen Verbrauch sehr gut zum SUV – obgleich die aktuelle Dieseldiskussion ihre volle Berechtigung hat.

Drei Selbstzünder kommen im VW Touareg zum Einsatz. Zwei Leistungsstufen des Dreiliter-V6-Turbodiesels mit 231 und 286 PS und ab Herbst 2018 ein V8-Turbodiesel mit 421 PS Leistung.

Bereits der schwächere TDI produziert aus 2967 cm³ Hubraum satte 500 Newtonmeter Drehmoment, die von seiner stärkeren Ausbaustufe noch überboten werden (600 Nm). Mit dem V8-Turbodiesel wird nochmals 50 Prozent mehr Drehmoment an die Antriebsräder geliefert.

Vom Krafteindruck überzeugt schon der 286-PS-Diesel, der seine Power lässig und mit entspannter Geräuschkulisse produziert. Nur beim Warmfahren und höheren Drehzahlen hört man markantere Geräusche aus dem Motorraum.

Die Automatik verwaltet ihre acht Gänge schnell, sanft und mit hoher Geschmeidigkeit. Im Eco-Modus geschieht das Einpflegen der Gänge sanfter, weil früher hochgeschaltet wird, und im Sportmodus, der auch das Fahrwerk und die Lenkung direkter macht, unmittelbarer.

Und das mit einem relativ niedrigen Verbrauch: 6,9 Liter/100 km verspricht VW. Rund 1,5 bis zwei Liter Diesel mehr werden es wohl im Alltag sein. Daran kommt der 3,0-Liter-Benziner nicht heran. Noch nicht, weil ihm erst 2019 vielleicht ein 367 PS starker Plug-in-Hybrid zur Seite gestellt wird.

Der Plug-in Hybrid

Wer Hybrid fahren möchte, muss sich nicht nochmal für einen gewissen Motor entscheiden. Beim Touareg eHybrid stellt VW nur einen Motor zur Verfügung und das ist auch gut so: Denn er überzeugt schon vor allem beim Kraftstoffverbrauch, beim CO2-Ausstoß und bei der Leistung.

Mit 381 PS ist mit dem V6 eHybrid 4MOTION für genug Vortrieb gesorgt. Allradantrieb ist inklusive, alles andere wäre bei diesem Koloss fragwürdig. 60 Gramm CO2 pro Kilometer hören sich nach erstaunlich wenig an und sind es de facto auch. Auch für Racing-Fans scheint der Touareg ein Herz zu haben, denn er schafft es in 6,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Platz und Praxistauglichkeit

Der größte Raumgewinn fand im Touareg 3 hinter den Fondsitzen statt. Das Kofferraumvolumen wuchs von 697 auf 810 Liter. Maximal schluckt der Laderaum 1.800 Liter.

Reicht dies nicht aus, steht eine elektrisch aus dem Fahrzeugboden ausfahrbare Anhängerkupplung in der Preisliste. Darauf kann ein bis zu vier Fahrräder aufnehmender Fahrradträger installiert werden, oder man nimmt bis zu 3,5 Tonnen schwere Anhänger an den Haken. Das Rangieren erleichtert der Trailer Assist, ein Anhängerassistent.

Innenraum, Infotainment und Ausstattung

“Länger + breiter = geräumiger” – Damit ist der Fortschritt im Touareg noch nicht vollständig beschrieben, denn im Digitalcockpit macht sich der große VW SUV in eine neue Zeit auf.

Dramatisch fällt das Wachstum im Vergleich zum Vorgänger nicht aus: Mit 4,88 Meter Länge und 1,98 Meter Breite hat VWs SUV-Flaggschiff nur um ein paar Millimeter in beiden Dimensionen zugelegt. Auch bei Höhe und Radstand änderte sich kaum etwas.

Im Cockpit schon: Das volldigitale Innovision-Cockpit besteht aus zwei ineinander übergehenden Monitoren hinter einer durchgehenden Glasfläche. Der eine misst 12 Zoll und befindet sich direkt hinter dem Lenkrad, der andere, der in der Armaturenbrettmitte sitzt, misst 15 Zoll und neigt sich hinter der leicht gewölbten Glasabdeckung zum Fahrer hin.

Mit der Bedienung über Kacheln und Tastfelder verschwinden fast alle Tasten im Cockpit. Die Verstellung der Lautstärke erfolgt weiter über einen Drehregler. Dass das Klima und die Sitzheizung über den Touchscreen geregelt werden, daran muss man sich gewöhnen. Bevorzugt man eher konventionelle Schalter, bestellt man den Touareg mit dem Seriencockpit. Das spart viel Kohle.

Wer hier sitzt, wird auch massiert. Die Vordersitze sind erstmals im Touareg auch mit Massagefunktion bestellbar. Und auch im Fond herrscht Komfort. Hier lassen sich die Rückenlehnen dreifach in der Neigung verstellen und die Rückbank um 16 Zentimeter verschieben. Damit steht entweder mehr Beinfreiheit oder Kofferraum zur Verfügung.

Gute, aber ausbaubare Ausstattung

Der Touareg ist als SUV der 60.000-Euro-Klasse schon im Einstiegsmodell gut ausgestattet. Die Basis hat Dinge wie eine Mittelarmlehne vorn und ein Multifunktions-Lederlenkrad mit Schaltwippen genauso mit an Bord wie die 2-Zonen-Klimatisierung, den Tempomat, das automatische Fahrlicht, das schlüssellose Startsystem, das Fahrprogrammsystem, ein Audiosystem mit acht Lautsprechern und das Navigationssystem Discover Pro.

Mit dem Gebotenen kann man daher schon zufrieden Touareg fahren. Noch zufriedener wird man vielleicht aber mit reizvollem Zubehör wie dem Head-up-Display, der Allradlenkung, der Luftfederung, dem Matrix-LED-Licht, den Massagesitzen, dem Panorama-Schiebedach oder dem Dynaudio Soundsystem mit 14 Lautsprechern.

Einen großen Schritt hat Volkswagen bei der Vernetzung und dem Infotainment gemacht. Eine SIM-Karte ist fest im Fahrzeug installiert, weshalb man immer online ist. Um das Smartphone einzubinden, steht die volle Breite an Apps bereit (Apple CarPlay, Android Auto und Mirror Link), um andere Geräte einzubinden, ausreichend USB-Ports und ein WLAN-Hotspot für bis zu acht Geräte.

Und das Preis-Leistungs-Verhältnis? Der VW Touareg ist mit einem Preis von rund 60.000 Euro im Vergleich zu einem Audi Q7 um etwa 4.000 Euro günstiger. Mit den Extras kann der Preis dramatisch steigen. Das ist in Ingolstadt aber auch nicht anders.

Sicherheit und Schutz

Bei der NCAP-Sicherheitsbewertung holte sich der VW Touareg fünf Sterne und damit die Bestwertung. Beim Insass:innenschutz kam das SUV auf 89 Prozent der Gesamtpunktzahl. Kritikpunkt war vor allem der Brustschutz in den verschiedenen Aufprallszenarien.

Beim Schutz von Kindern kam der Touareg auf 86 Prozent. Wie so oft in dieser Kategorie gab es vor allem Punktabzüge bei den Sicherheitsmerkmalen. Denn der VW ist nur – wie viele andere Modelle auch – nur auf den äußeren Plätzen im Fond mit i-Size und Isofix ausgestattet.

Auch bei der Sicherheitsunterstützung bewegte sich das SUV auf einem recht hohen Niveau – 81 Prozent gab es in dieser Kategorie. Gurtwarner, Spurassistent und AEB-Notbremsassistent für außerorts wurden mit "gut" bewertet, die Geschwindigkeitsassistenz mit "angemessen".

Beim Fußgänger:innenschutz erzielte der Touareg mit 72 Prozent das niedrigste Ergebnis. Deutliches Verbesserungspotenzial zeigte das Fahrzeug bei den Aufpralltests hinsichtlich des Beckenschutzes.

Bei den Assistenzsystemen hat der Touareg 3 im Vergleich zum Vorgänger weit mehr zu bieten. Wer aber das SUV mit den neuen und noch mehr Sicherheit gewährenden Assistenten bestellen möchte, wird extra zur Kasse gebeten.

Das Sicherheitsprogramm umfasst in jedem Touareg immer das obligatorische ESP, das Umfeldbeobachtungssystem (Front Assist), die Verkehrszeichenerkennung und die LED-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, aber schon der Spurhalteassistent (Lane Assist) und der Spurwechselassistent (Side Assist) kosten zusätzlich. Der neue Stauassistent und das neue Nachtsichtsystem Nightvision ebenso.

Der Stauassistent bremst, lenkt und beschleunigt bis 60 km/h selbstständig, was die Fahrt komfortabler und sicherer macht. Das Nachtsichtsystem registriert in einem Bereich von zehn bis 130 Meter vor dem Fahrzeug und ab Tempo 50 per Infrarotkamera Personen und Tiere auf und an der Fahrbahn. Die werden je nach Risiko im Display gelb oder rot markiert und gleichzeitig schärft das System die Bremsanlage und den Bremsassistenten.

Die LED-Matrixscheinwerfer sind so intelligent, wie es der Name erwarten lässt (IQ.Light). Sie leuchten die Straße mit 128 LEDs pro Scheinwerfer flexibel aus: mal als Stadtlicht, mal als Landstraßenlicht, als Begegnungslicht, als Überhollicht, als Autobahnlicht, als Schlechtwetterlicht, als Geländelicht …

Eine intelligente Anschaffung für Menschen, die ungern einparken und gern mit dem Hänger unterwegs sind, stellen das Parksystem Park Assist und der Hängerassistent Trailer-Assist dar.

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