Volkswagen Touareg

Luxus-SUV mit höchstem Komfortlevel

7,8
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Hoher Fahrkomfort
  • Sonorer V6-Diesel
  • Verschiebbare Rückbank
  • Infotainment veraltet
  • Keine 7-Sitz-Option
  • Hoher Preis

54.400 € - 71.425 € Preisklasse

5 Sitze

6,7 - 6,9 l/100km

Test

Ausgereift ist der Volkswagen Touareg. Schon seit 2010 wird VWs großer SUV produziert. Im Jahr 2014 verpasste ihm Volkswagen sein reguläres Facelift. Bei dem wurde einiges nochmals verbessert und überarbeitet. Der Kühlergrill, die Stoßfänger und Rückleuchten. Der Innenraum erhielt ebenso eine Auffrischung.

Auch unter dem Blech spielt der Touareg seitdem wieder auf Augenhöhe mit den schärfsten Konkurrenten, zu denen hochpreisige SUVs wie der BMW X5, Mercedes GLE, Porsche Cayenne oder Volvo XC90 zählen, aber auch attraktive Preis-Leistungs-Offerten wie der Kia Sorento.

Die in jedem Touareg serienmäßige Achtstufen-Automatik schaltet seit der Überarbeitung beim Rollen auf der Autobahn in den Segelbetrieb. Dadurch sinkt der Verbrauch. Der SCR-Katalysator reduziert das Stickoxid im Abgas. Dadurch erfüllt der Touareg auch mit dem Dieselmotor die Euro-6-Schadstoffnorm. Das Start-Stopp-System wurde ebenfalls verbessert und arbeitet nun flotter.

Zwei Motoren, die 204 oder 262 PS mit dem serienmäßigen Allradantrieb auf die Straße bringen, sorgen im Touareg für den Vortrieb. Optional lässt sich der Touareg auch in einer geländegängigeren Variante bestellen.

Zudem mit reichlich Extras wie dem großen Panoramadach oder der komfortablen Luftfederung. Mit der, aber auch mit dem regulären Fahrwerk, gehört der Komfort immer noch zum Besten, was in der gehobenen SUV-Klasse geboten wird. Und das nach so langer Produktionszeit. Nur in den Details wirkt Volkswagens SUV manchmal etwas von gestern.

Im Innenraum gibt der Volkswagen Touareg auf Raumfragen nur gute Antworten. Die Vorteile eines SUVs mit 4,80 Metern Länge spielt er voll aus. Das Platzangebot im Fahrgastraum und im Kofferraum fällt großzügig aus. Die erhöhte Sitzposition sorgt für entspanntes Fahren mit guter Übersicht auf das Verkehrsgeschehen.

Das Interieur

Der Innenraum des Touareg präsentiert noch das gute alte Wolfsburg. Gute alte Zeigerinstrumente bestimmen das Cockpit. Die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Die Anmutung wirkt solide, die Oberflächen hochwertig und akkurat verarbeitet. Die Aluzierteile, schmucke Holzplanken, weich gegerbtes Leder und präzise rastende Versteller sorgen für eine gediegene Atmosphäre.

Bequemlichkeit stellt sich auch beim Platz nehmen ein. Zwar bietet der Touareg keine 7-Sitzer-Option wie der BMW X5 durch eine dritte Sitzreihe, aber trotz weniger Länge einen etwas besseren Sitzkomfort im Fond.

Beinfreiheit herrscht hier reichlich bis über reichlich, weil sich die Rückbank, deren Lehnen 40:20:40 klappbar und auch in der Neigung verstellbar sind, um 16 Zentimeter längs verschieben lässt. Je nachdem, ob mehr Beinfreiheit oder Kofferraum gewünscht ist.

Der Kofferraum

Ein großer SUV wird als Stadtauto oder als „Mama“-Auto vor der Kita oft kritisiert, aber seine Vorteile als Familienauto offenbart er auch am Fahrzeugende. Zwar baut die Ladekante des Kofferraums wegen dem Plus an Bodenfreiheit und der erhabeneren Statur des Touareg höher als im Kombi, aber im Vergleich zu dem lassen sich auch höhere Gegenstände einladen und auf der mit dickem Teppich ausgeschlagenen Ladefläche transportieren.

Das Ladevolumen liegt bei üppigen 697 Litern und kann durch Umklappen der Rückbank auf 1.642 Liter erweitert werden. Reicht auch das noch nicht, können vom Touareg bis zu 3,5 Tonnen schwere Anhänger gezogen werden. Das prädestiniert ihn auch als Zugfahrzeug.

Der Komfort geht im Volkswagen Touareg nicht nur vom edel ausstaffierten Innenraum aus, sondern auch von dem, was man hört. Weil man eben nicht viel hört von den Fahrgeräuschen, dem Motor, dem Wind und dem Abrollen der Reifen. Die Geräuschisolierung ist so exzellent wie das Fahrwerk. Egal wie schwer man den Touareg belädt, er überzeugt im Federungskomfort.

Mit der optionalen Luftfederung, mit der die Bodenfreiheit auf bis zu 300 Millimeter erhöht wird (gut im Gelände) und die Karosserie ab 140 km/h automatisch abgesenkt wird (gut für den Verbrauch), nimmt der Komfort noch zu. Der Touareg überrollt kurze Wellen souverän und schaukelt sich über langen nicht auf. Das fühlt sich richtig an.

Wer maximale Agilität vom Touareg erwartet, der zusammen mit dem Porsche Cayenne im slowakischen Bratislava gefertigt wird, sollte aber vielleicht auch eine Probefahrt im Porsche unternehmen, denn der lenkt fahraktiver ein und neigt sich in Kurven weniger spürbar zur Seite als der mit 2,2 Tonnen Gewicht schwerfällige Touareg.

Beim Geländeeinsatz gibt es dank des serienmäßigen permanenten Allradantriebs 4MOTION nichts zu beklagen. Sollte man öfter abseits der Straße unterwegs sein, empfiehlt sich zusätzlich das Terrain-Tech-Paket. Mit dem überrollt der Touareg auch grobschlächtiges Gelände dank vergrößerter Bodenfreiheit.

Zudem geht es weiter voran dank des größeren Tanks und dem sperrbaren Zentral-Differenzial, das die Kraft in gleichen Portionen auf die Vorder- und Hinterachse verteilt. Nötig haben das aber die wenigsten Fahrer wirklich. Also kann man sich die 2.100 Euro Aufpreis zumeist sparen.

Einerseits sagt der Verstand: „Diesel!“, andererseits angesichts der aktuellen Diskussion um den Dieselmotor: „Benziner!“. Im Touareg entscheiden sich die Kunden für einen Dieselmotor – aus gutem Grund, denn es gibt gar keinen Benziner.

Die Diesel

Der 340 PS starke V8-Diesel, wurde von Volkswagen wie die Benziner aus dem Lieferprogramm genommen, weil er kaum besser lief als der 262 PS starke V6-TDI. Den Einstieg bildet im Touareg nach wie vor der Sechszylinder-Diesel mit 204 PS. Der erfüllt wie die stärkere V6-Variante seit dem Facelift die Euro 6-Abgasnorm und wird immer mit der Achtgang-Automatik ausgeliefert.

Wenn sich der Motor beim Rollen mal kurz abkoppelt, kann mit dem Touareg antriebslos „gesegelt“ werden. Das senkt den Verbrauch. Bei dem liefern sich der Einstiegsdiesel und der stärkere V6-TDI einen Patt.

Der 262-PS-Diesel, mit dem man in der Praxis mit acht bis neun Litern Diesel über die Runden kommt, verbraucht nicht mehr, beschleunigt aber besser. In 7,3 Sekunden zeigt der Zeiger des Tachos auf die 100. Die Höchstgeschwindigkeit des stärkeren Touareg 3.0 TDI liegt bei 225 km/h.

Seit 2014 ist die Multikollisionsbremse des Golf auch im Touareg mit an Bord. Diese kann nach einem Unfall Folgekollisionen vermeiden. Die abends die Fahrbahn besser ausleuchtenden Xenonscheinwerfer gehören ebenfalls zur Serienausstattung.

Optional lassen sich die Xenonleuchten durch den Dynamic Light Assistenten ergänzen. Dieses kamerabasierte Dauerfernlicht erkennt entgegenkommende und vorausfahrende Fahrzeuge und reguliert das Fernlicht, ohne zu blenden.

Weitere Features steigern die Sicherheit. In Fahrt sorgt der Lane Assist dafür, nicht vom rechten Weg abzukommen. Der Side Assist warnt bei Spurwechseln vor Autos hinter dem Fahrzeug. Der ACC-Tempomat mit Front Assist und City-Notbremsfunktion bremst notfalls bis zum Stand und macht Staufahrten mit dem Stop-and-go-Assistenten weit bequemer.

Parkt man den großen Brocken, verliert das Parken mit dem Rundumsichtsystem Area View schnell den Schrecken. Das System sondiert mittels vier Kameras das Umfeld und zeigt das eigene Fahrzeug und die schon geparkten aus der Vogelperspektive auf dem Monitor.

Kommt es im Touareg zum Ernstfall, schützen bis zu neun Airbags und der proaktive Insassenschutz, der vor einem drohenden Aufprall die Gurte strafft und bei Notwendigkeit auch die Scheiben und das Panorama-Schiebedach schließt.

Im ADAC-Bremstest kam der Volkswagen Touareg nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach sehr guten 34,9 Metern zum Stehen. Im Euro NCAP-Crashtest wurde der VW SUV zuletzt im Jahr 2004 getestet. Das Crashverhalten der zweiten Touareg Generation wurde bis heute noch nicht bewertet.

Der Preis ist hoch, da kann die Ausstattung nicht klein sein. Zur Serienausstattung des Touareg gehören die Xenonscheinwerfer, der Allradantrieb, die 17-Zoll-Leichtmetallräder, die Multikollisionsbremse, der Tempomat, das Multifunktionslenkrad, die verschiebbare Rückbank, die Klimaautomatik, das über den 6,5-Zoll-Touchscreen gesteuerte Infotainmentsystem RCD 550 und das ESP mit Gespannstabilisierung.

Weiter aufmöbeln lässt sich der Volkswagen mit den R-Line Paketen, dem Designpaket Chrome & Style sowie den Exclusive-Ausstattungen. Im R-Line Exterieur-Paket sind unter anderem 19-Zoll-Leichtmetallräder, Stoßfänger im „R-Line” Design, Schwellerverbreiterungen, ein schwarz glänzender Heckdiffusor und verchromte Endrohre inklusive.

Das R-Line Interieur-Paket beinhaltet dagegen das Sportlenkrad, R-Line-Einstiegsleisten und Edelstahl-Pedalkappen. In der Exclusive-Linie dominiert das Klavierlack- und Edelholzdekors und im Chrom & Style das Chrom an Karosse und Auspuff.

Mit dem Radio-Navigationssystem RNS 850 und der Mobiltelefonvorbereitung geht es im Touareg online. Dadurch lässt sich nach POIs suchen (Points-of-Interest) und mit Google Earth und Street View nach der richtigen Straße. Die Verkehrsinfos kommen online ebenfalls punktgenau.

Extras wie ein Head-up-Display, LED-Scheinwerfer und manches Sicherheitsfeature stehen für den Touareg aber nicht im Angebot. Daran und am Infotainment bemerkt man, dass er im Volkswagen-Modellprogramm zu der Riege gehört, die schon lange produziert wird.

Zusammenfassung

Der Preis des „Volkswagens“ kann den nicht so volkstümlichen eines Mercedes GLE erreichen. An einen Volvo XC90 kommt der VW in der Modernität nicht heran, an das Handling eines Audi Q7 noch weniger und auch einem BMW X5 fährt er in der Fahragilität hinterher. Im Vergleich mit einem Kia Sorento wirkt er durch sein Übergewicht von gestern.

Dass der Touareg in manchem Detail nicht ganz taufrisch wirkt, gleicht er jedoch mit seiner immer noch einnehmenden Ausgereiftheit aus. Der Volkswagen überzeugt in der großen SUV-Klasse weiterhin mit großzügigem Raumangebot, großer Variabilität, Solidität und ausgezeichnetem Fahrkomfort.

Mit dem Allradantrieb eignet sich der Touareg als Familienauto und als Transport- sowie Zugfahrzeug. Das macht ihn, obwohl der Preis nicht volkstümlich anmutet, auch in der Blüte seiner Produktionszeit zu einem routinierten Allrounder.

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