Volkswagen Tiguan Allspace Test

Großer Tiguan als Siebensitzer

9/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Optionaler Siebensitzer
  • Großer Kofferraum
  • Moderne Assistenzsysteme
  • Teure Extras
  • Großer Wendekreis
  • Noch kein Hybrid geplant

29.975 € - 46.600 € Preisklasse

5 Sitze

5 - 8,1 l/100km

Test

Ist ihnen der normale Tiguan vielleicht noch nicht groß, geräumig und variabel genug? Sollten Sie so denken, dann gibt der Tiguan Allspace viele passende Antworten: ein luftiges Raumgefühl im Innenraum, noch mehr Beinfreiheit auf der Rückbank und einen vergrößerten Kofferraum. Nur das mit den sieben Sitzen klappt in der Praxis nicht so, wie man sich das vielleicht vorstellt.

Mit 4,70 Meter Länge macht der Tiguan Allspace einem Kodiaq von der Konzerntochter Skoda Konkurrenz. Im VW Modellprogramm ordnet er sich damit zwischen dem Touareg und dem normalen Tiguan ein. Den Allspace von dem zu unterscheiden, ist gar nicht so leicht.

An der Front unterscheidet sich die Langversion von dem kürzeren Tiguan durch den veränderten Kühlergrill und von der Seite durch die Sicke am Dach, das größere hintere Fenster, den längeren Heckabschluss und die breiteren hinteren Türen.

Bei den Instrumenten, den Schaltern, der Bedienung und dem Sitzkomfort auf den Vordersitzen macht es keinen Unterschied, ob man im Tiguan oder in seiner XL-Version sitzt. Die verschiebbare Rückbank hat der Allspace ebenso mit an Bord wie die stärkeren Motoren beim Allradantrieb.

Bei den Motoren gibt es nur einen Unterschied. Die schwächeren Motoren kommen im Tiguan Allspace nicht zum Einsatz. Das Motorenangebot beginnt mit einem 150 PS starken Benziner und endet mit einem 240 PS starken Diesel.

Bei der Ausstattung und dem Raumgefühl hat der Tiguan Allspace dem kürzeren Tiguan aber ein paar Dinge voraus, welche ihn vielleicht zum besseren Kauf machen.

Der VW Tiguan Allspace bietet die Variabilität eines VW Touran, die Geländegängigkeit eines Offroaders, Platz für sieben Passagiere und das alles im angesagten SUV-Look. So denkt man das bei VW. Aber ganz so ist es dann mit den sieben Sitzen doch nicht im richtigen Leben.

Das Interieur

Besonders Passagiere auf der bequem gepolsterten Rücksitzbank profitieren vom Allspace. Der fällt mit 4,70 Meter Länge im Vergleich zum 4,49 Meter langen Tiguan um 21 Zentimeter länger aus. In Kombination mit elf Zentimetern mehr Radstand (der liegt im Allspace bei 2,79 m) verspricht das mehr Platz im Innenraum.

Und der Allspace hält sich ans Versprechen von mehr Raum. Sechs Zentimeter mehr Beinfreiheit – das ist eine Menge – stehen hinter den Vordersitzen zur Verfügung. Wie im Tiguan lässt sich der Raum für die Beine durch die um 18 Zentimeter verschiebbare Rückbank noch erheblich erweitern.

Damit sind die Platzverhältnisse fürstlich, wenn die Bank ganz hinten einrastet. Selbst im kostspieligeren Touareg lassen sich die Beine nicht großzügiger hinter den Vordersitzen ausstrecken.

Dahinter geht es eng bis sehr eng zu. Eng beim Einstieg zu den Plätzen sechs und sieben und sehr eng beim Platz nehmen auf der optionalen dritten Sitzbank. Hier steht sehr wenig Platz für die Beine zur Verfügung und mit Seitenhalt ist wohl die Schulter des daneben sitzenden gemeint.

Am besten ist man hier hinten Kind. Und dann auch lieber ein kleines. Nutzt man die Plätze sechs und sieben nur gelegentlich, machen sie im Familienalltag trotzdem Sinn.

Der Kofferraum

Der Siebensitzer hat auch noch einen weiteren Nachteil. Die 615 Liter des Tiguan überbietet der fünfsitzige Tiguan Allspace mit 760 Liter Volumen um 145 Liter. Bei flach gelegten Lehnen passen statt 1.655 Liter satte 1.920 Liter hinein, aber im Siebensitzer sind es „nur“ 700 und 1.775 Liter. Und wenn tatsächlich mal alle sieben Sitze belegt sind, passen schmale 215 Liter hinter die dritte Sitzreihe.

Wie im Tiguan lässt sich die Heckklappe im Tiguan Allspace auch per Fußkick berührungslos öffnen und die asymmetrisch umklappbare Rückbank auch vom Kofferraum aus umklappen. Die herausnehmbare Taschenlampe und der verstellbare Ladeboden sind ebenfalls inklusive. Wie im kürzeren Tiguan lassen sich zusätzlich bis zu 2,5 Tonnen hinten an den Haken nehmen.

Auch in Fahrt ähneln sich der Tiguan Allspace und der Tiguan. Der eine liegt mit dem längeren Radstand einen Hauch ruhiger auf der Straße und der andere ist mit der kürzeren Karosserie ein wenig wendiger, denn der Wendekreis liegt bei 11,5 statt 11,9 Metern.

Der Allspace gleitet über den Belag. Ist der nicht so gut in Ordnung, bemerkt man nur mit den großen 19- und 20-Zoll-Rädern, dass er mal wieder geebnet werden sollte. Aber auch das noch auf die verzeihen könnende und komfortable Art.

Das für SUVs typische Wanken in Kurven nimmt dann zu, wenn man den Allspace so bewegt, wie es sich für ihn nicht gehört: dynamisch. Gelassenheit verträgt sich viel besser mit dem komfortorientierten Charakter des Raumgleiters Allspace.

Deshalb stört es auch nicht so sehr, dass die leichtgängige und präzise Lenkung noch mehr Rückmeldung von der Straße geben könnte. Auf der wird der Tiguan auch als Allspace zumeist bewegt, auch wenn es diese Variante wie den kurzen Tiguan in einer Offroadversion gibt.

Der bei den über 150 PS starken Motoren serienmäßige Allradantrieb sorgt für mehr Sicherheit auf verschneiter oder glatter Fahrbahn.

Der Vierradantrieb lässt sich in den vier Fahrprogrammen onroad, snow, offroad und offroad individual einstellen, arbeitet im Normalbetrieb nur per Frontantrieb und erst bei Notwendigkeit an allen vier Rädern. Gut so, denn das spart Sprit.

Die mindestens 150 PS machen wegen der bis zu 1,9 Tonnen Gewicht im Tiguan Allspace Sinn und die 240 PS des stärksten Diesels Laune. Geschaltet wird auch im Allspace mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe oder der Siebengang-Doppelkupplungsautomatik.

Die Benziner

Als Einstiegsmotor fungiert im Allspace nicht der 125 PS starke 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, sondern der 1.4 TSI mit 150 PS. Mit dem kleinen Motor beschleunigt der Allspace in 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und läuft 200 km/h.

Mit dem 180 PS starken 2.0 TSI, der mit größerem Hubraum mehr Drehmoment produziert (320 statt 250 Nm), geht es noch harmonischer voran.

Mit dem 180-PS-Motor erledigt man den Standardsprint in 8,2 Sekunden und erreicht 208 Spitze. Mit dem 2,0-Liter-Turbobenziner mit 220 PS ist man noch flotter unterwegs. Der sprintet in 6,8 Sekunden auf 100 und erst bei 223 km/h ist Schluss mit Vortrieb. Der Verbrauch des Topbenziners liegt jedoch mit 8,1 l/100 km (Werksangabe) zwei Liter über dem des 150-PS-TSI.

Die Diesel

Allen 2,0-Liter-Dieselmotoren ist der kraftvolle Durchzug aus dem Drehzahlkeller und der niedrige Verbrauch gemeinsam. Schon der 150-PS-Selbstzünder (9,9 s von 0-100 km/h, 199 km/h Topspeed) produziert bei 1.750 Umdrehungen 340 Nm Drehmoment und der 2.0 TDI mit 190 PS (8,6 s, 210 km/h) 400 Nm.

Der 240 PS leistende Tiguan Allspace 2.0 TDI 4Motion DSG wird der Bezeichnung Topmodell mit 500 Nm Durchzugskraft, dem Spurtvermögen von 6,7 Sekunden von null auf 100 und einem Maximaltempo von 228 km/h gerecht.

Beim Verbrauch, der im Allspace etwa einen halben Liter höher als im leichteren Tiguan liegt, halten sich alle Dieselmotoren mit 5,0 bis 6,5 l/100 km zurück.

Der Tiguan Allspace bietet nicht nur viel Raum für die Passagiere, sondern allerhand Raum für viel Sicherheit, denn das meiste davon kostet auch im großen Tiguan extra.

Zur Serienausstattung des gestretchten VW SUVs gehören immer der Spurhalteassistent, das Notbremssystem mit Fußgängererkennung und der Bremsassistent samt Multikollisionsbremse, die im Fall eines Unfalls automatisiert abbremst. Dinge wie die LED-Scheinwerfer, der Stauassistent, der ACC-Abstandsregeltempomat und die im Bedarfsfall praktische Anhänger-Rangierhilfe kosten extra.

Im ADAC-Bremstest kam der VW Tiguan 2.0 TDI in seiner kürzeren Variante nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach hervorragenden 33,0 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Der Tiguan Allspace steht wie der Tiguan in den drei Ausstattungslinien Trendline, Comfortline und Highline im Angebot. Einiges beim Tiguan aufpreispflichtige Zubehör ist in der Langversion schon serienmäßig ab Werk mit an Bord.

Zur Serienausstattung gehören im Einstiegsmodell Trendline das Lederlenkrad, der automatisch abblendende Innenspiegel, die höhenverstellbaren Vordersitze, die Mittelarmlehne mit Ablagebox, der Regensensor, das Radio mit vier Lautsprechern und die Klimaanlage.

Der Tiguan Allspace Trendline wartet im Vergleich zum Tiguan zusätzlich mit der praktischen Fernentriegelung der Rücksitzlehnen, einem Multifunktionslenkrad, dem Connectivity-Paket und einer schwarzen Dachreling auf.

Die Comfortline ist wegen der umlegbaren Beifahrersitzlehne, der Komfortsitze mit Lendenwirbelstütze, der Klapptische an den Vordersitzrückseiten und der Durchreiche in der asymmetrisch geteilten Rücksitzbank empfehlenswert.

Zusätzlich sind hier die Nebelscheinwerfer und die Müdigkeitserkennung inklusive. In der Langversion zählt neben dem Diffusor und der Dachreling in Silber auch die elektrische Heckklappe zur Serienausstattung.

Das Topmodell Highline ist mit Komfortsitzen inklusive Sitzheizung und dem adaptiven ACC-Tempomat eine bequeme Sache. Die Scheinwerfer und Rückleuchten sind mit LEDs bestückt. Der Allspace Highline wartet zudem mit dem Keyless-Go-System und wegen der Option auf die dritte Sitzreihe serienmäßig mit der Drei-Zonen-Klimaautomatik auf.

Die Zahl an interessanten Extras ist groß. Das 12,3-Zoll-Digitalcockpit, in dem sich die Navikarte zwischen Tacho und Drehzahlmesser direkt vor der Fahrernase aufspielen lässt, macht schwer Eindruck. Das Head-up-Display mit ausklappbarer Plexiglas-Scheibe nicht so.

Die Rückfahrkamera und das Rundumsichtsystem leisten beim Einparken gute Dienste und Mirror Link, Apple CarPlay und Android Auto beim Einbinden des Smartphones.

Schon mit dem serienmäßigen Composition Colour-Infotainment kann man zufrieden sein, aber das Topsystem Discover Pro ist mit dem 9,2-Zoll-Touchscreen samt Gestensteuerung das modernste Infotainmentsystem im Allspace.

Die 800 Euro extra für die dritte Sitzreihe sind für große Familien gut investiertes Geld. Das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt besonders beim Einstiegsmodell Tiguan Allspace Trendline mit dem 150-PS-Benziner, denn schon der ist ansprechend ausgestattet.

Zusammenfassung

Eine größere Familie wird nicht viel darüber nachdenken, ob sie im Tiguan oder Tiguan Allspace einsteigt. Dessen Kaufargumente fallen mit dem geräumigen Fond, den optionalen Plätzen sechs und sieben und dem voluminöseren Gepäckabteil noch überzeugender aus.

Und auch der faire Aufpreis gegenüber dem Tiguan macht beim Kauf keinen Strich durch die Rechnung, denn der ist durch das größere Raumangebot und die Mehrausstattung gut gerechtfertigt.

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