Volkswagen Arteon

Schicker Fastback mit gutem Praxisnutzen

9/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Große Heckklappe
  • Viel Platz im Fond
  • Solide Technik
  • Nur zwei Jahre Gewährleistung
  • Kein Leichtgewicht
  • Schlichtes Interieur-Design

38.250 € - 53.275 € Preisklasse

5 Sitze

4,2 - 6 l/100km

Test

Der Arteon ist das neue Topmodell von VW und damit der dritte Versuch des Wolfsburger Herstellers, in der höheren Fahrzeugklasse einen Erfolg zu landen, der dem VW Phaeton und dem VW CC bisher verwehrt blieb.

Mit der flachen Silhouette der Front inklusive schmal gehaltener Voll-LED-Scheinwerfer, dem geduckten Fließheck und der breiten Schulterpartie macht der Arteon gleich Eindruck. Steigt man in die 4,86 Meter lange, 1,87 Meter breite, aber nur 1,45 Meter hohe Limousine ein, setzt sich das fort.

Zwar orientiert sich der Arteon im Cockpit und in der Bedienung am Passat, aber im Radstand überragt die coupéhafte Limousine, die wie der Passat auf dem Modularen Querbaukasten (MQB) aufbaut, das Schwestermodell um satte 5,4 Zentimeter. Damit gibt der Arteon im Innenraum und Kofferraum, der sich dank der großen Heckklappe bequemer bepacken lässt, ein Versprechen auf viel Platz.

Neben dem Platzangebot und dem mit dem Passat vergleichbaren Fahrkomfort soll auch der Verkaufspreis dafür sorgen, dass VW nicht nur mit einem Golf, Polo und Tiguan auf der Erfolgsspur fährt, sondern auch mit dem Topmodell endlich auf diese einbiegt.

Durch den Verzicht auf die Prestigeattitüde und den niedrigeren Preis kann der VW Arteon mit Angeboten wie dem Opel Insignia oder Kia Optima mithalten, die beim Raumangebot ebenfalls glänzen, aber in ihrer Detailverliebtheit und Hochwertigkeit nicht ganz an den VW heranreichen. Ob ein nicht mehr im Premium-Bereich positioniertes VW Topmodell mit einem Audi A5 Sportback oder BMW 4er Gran Coupé konkurrieren kann, das ist eine andere Frage.

2,84 Meter Radstand machen den Arteon im Innenraum zum XL-Passat. Damit hält das neue Topmodell sein Versprechen auf viel Platz im Fond.

Das Interieur

Der Innenraum ist riesig – In der ersten Sitzreihe genießt man als Fahrer die vom Passat gewohnten Platzverhältnisse. Die Instrumente, die optional auch volldigital anzeigen, lassen sich klasse ablesen. Die Schalter im Cockpit und um den 9,2 Zoll großen Zentralmonitor sind logisch positioniert und schnell geortet. Die Verarbeitung und die Güte des verbauten Materials überzeugen.

All das wirkt wie im Passat, aber mit der in der Mittelkonsole platzierten analogen Uhr auch etwas von gestern, weil es etwas im Kontrast zur Moderne der Karosserie steht. Kauf entscheidend ist das aber nicht, denn im Fond des Innenraums trumpft der Arteon gegenüber dem Passat auf. Vor den Knien bleibt auch bei langen Beinen reichlich Platz. Im Kopfraum wird es, weil sich das Dach hinten absenkt, erst bei Körperhöhen so um die 1,90 Meter eng. Deshalb muss auch der Kopf beim Einstieg etwas mehr als in der Passat Limousine eingezogen werden.

Der Kofferraum

Der Kofferraum ist praktisch – Das liegt wiederum an dem Plus von fünf Zentimetern Radstand, aber auch an der großen Heckklappe, die das Einpacken bequemer als im Passat macht. Durch die ist der Gepäckraum besser zugänglich.

Die Klappe kann man per Fußbewegung in Richtung Heckstoßfänger öffnen und schließen. Darunter steht ein Volumen von 563 bis 1.557 Liter für das Gepäck zur Verfügung. Das sind bei senkrecht stehender Rückbanklehne nur 23 Liter weniger als im Passat und rund 77 Liter weniger als im Passat Variant.

Der neue Arteon ist ein komfortables Fahrzeug, das im Feder- und Abrollkomfort, obwohl es kürzer als das alte Topmodell Phaeton ausfällt, Gefühle wie in der Oberklasse aufkommen lässt.

Der längere Radstand und die breitere Spur sorgen im Vergleich zum schon harmonisch abgestimmten Passat für etwas mehr Gelassenheit und Ruhe im Aufbau. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das zum Verkaufsstart immer im Arteon verbaut ist, sortiert die Schaltstufen geschmeidig ein und die bequemen Sitze gleichen das aus, was der Dämpfung entgangen ist.

Vom Gleiten ist, noch so ein Beleg für guten Fahrkomfort, nicht viel zu hören, denn die Dämmung, die Motor-, Abroll-, Wind- und Umgebungsgeräusche weitgehend nach außen verbannt, ist im Arteon gut gelungen. Die Kraftübertragung ebenso. Überträgt der Motor seine Kraft nicht mit dem Frontantrieb (wie im 150-PS-Benziner), sondern mit dem Allradantrieb 4MOTION (wie im 280-PS-Benziner und 240-PS-Diesel), verbessert das zudem die Traktion.

Die 150 bis 280 PS starken Motoren des Arteon kennt man vom VW Passat und Audi A4. Die Triebwerke übertragen ihre Kraft mit Hilfe der Siebengang-Doppelkupplungs-Automatik oder dem Sechsgang-Schaltgetriebe. Ein noch stärkerer Motor und eine sparsame Hybridvariante sollen in Zukunft folgen.

Die Benziner

Die Benziner haben 1,5 bis 2,0 Liter Hubraum. Die Rolle des Einstiegsmotors fällt dem 150 PS starken 1.5 TSI zu. Die stärkeren Aggregate, die Vierzylinder-Turbobenziner mit 190 PS und 280 PS Leistung kennt man aus dem Audi A4. Mit dem stärksten Benziner ist man im Arteon standesgemäß unterwegs.

Der 2.0 TSI liefert zwischen 1.700 und 5.600 U/min mit 350 Nm Drehmoment viel Durchzug an alle vier Räder und beschleunigt in 5,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Erst bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt. Noch mehr Leistung und ein sparsamerer Motor folgen mit dem 2,5-Liter-V6 und dem Plug-In-Hybrid, mit dem man im Arteon bis zu 100 km rein elektrisch fahren können soll.

Die Diesel

Als Einstiegsdiesel fungiert der 2,0-Liter-TDI mit 150 PS. Die stärkeren 2.0 TDI-Varianten leisten 190 PS und 240 PS. Gemeinsam ist allen Selbstzündern, dass sie früh viel Kraft produzieren und dafür wenig Kraftstoff benötigen.

Von der 150-PS- und 190-PS-Variante des Vierzylinder-Diesels sollte man sich im 1,6 bis 1,8 Tonnen schweren Arteon allerdings kein allzu großes Temperament erwarten. Trotzdem lässt sich auch damit zügig reisen. Schon mit dem schwächeren Dieselmotor läuft VWs Limousine in der Spitze 220 km/h.

Der stärkste TDI versprüht aber mehr Temperament, denn dieser Antrieb wuchtet anstatt 340 satte 500 Nm zwischen 1.750 und 2.500 U/min auf die vier Antriebsräder. Damit ist der Spurt bis 100 in 6,5 Sekunden geschehen und bei 245 km/h der Topspeed erreicht. Bei einem Verbrauch, der im Normmittel mit 5,9 l/100 km Diesel rund eineinhalb Liter über dem der leistungsschwächeren Dieselmotoren liegt.

Zu den neuen und weiterentwickelten Systemen, die nicht nur im Top-Bestseller Golf, sondern natürlich auch in VWs Topmodell zum Einsatz kommen, gehören der Abstandsregeltempomat und das Notbremssystem. Der ACC-Tempomat erkennt jetzt auch Tempobeschränkungen und der Notfallassistent bremst das Fahrzeug nicht nur automatisiert ab, sondern lenkt es, wenn es möglich ist, auf die sichere rechte Fahrbahnspur.

Der Spurhalteassistent reagiert ab sofort auch auf andere Fahrzeuge auf der Fahrbahn, etwa ausschwenkende Laster, und mit dem prädiktiven Kurvenfahrlicht wird die Kurve dank der Kameras und Navidaten sogar schon ausgeleuchtet, bevor der Fahrer einlenkt.

Im ADAC-Bremstest wurde der neue VW Arteon noch nicht getestet. Ebenso wenig im Euro NCAP-Crashtest. Die maximale Wertung von fünf Sternen darf man aber erwarten, denn die erreichte schon der VW Passat.

Neben der Grundversion wird der Arteon in den zwei Ausstattungslinien Elegance und R-Line angeboten.

Schon das Basismodell hält sich bei der Ausstattung nicht zurück. Alles Notwendige und noch etwas mehr erhält man serienmäßig. Darunter die LED-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht, die LED-Rückleuchten, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen und das schlüssellose Schließsystem „Keyless Go”. Im Innenraum finden sich das Infotainmentsystem „Composition Media” inklusive acht Lautsprechern sowie AUX-IN- und USB-Anschlüssen, eine Klimaanlage mit elektronischer Regelung, das Multifunktions-Lederlenkrad (mit DSG: inklusive Schaltwippen), die 6-fach teilelektrisch verstellbaren Komfortsitze und die Müdigkeitserkennung.

Wer es eleganter mag, sitzt im Arteon Elegance. Hier sind die Außenspiegelkappen in Chrom, die LED-Rückleuchten mit dynamischer Blinkfunktion, 18-Zoll-Leichtmetallräder, die beheizbaren Scheibenwaschdüsen und im Interieur Alupedale, Sitzbezüge mit Kontrastnähten und beheizbare Vordersitze mit Alcantara-Leder-Bezug Serie.

Die R-Line betont wie bei anderen VW Modellen das Sportive am Arteon mit dynamischer wirkenden vorderen Stoßfängern, den 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, verchromten Auspuff-Endrohrblenden, dem Leder-Sport-Multifunktionslenkrad im „R-Line” Design, den Aluminium-Pedalen, dem schwarzen Dachhimmel und Alcantara-Leder-Sitzbezügen mit dem „R-Line” Logo. Zudem gehören wie im Elegance die beheizbaren Scheibenwaschdüsen und Vordersitze mit zu dieser Ausstattungsvariante.

Zusammenfassung

Der Arteon ist trotz seiner hohen Positionierung in VWs Modellprogramm ein preislich attraktives Limousinen-Angebot. Ob ein nicht mehr im Premium-Bereich positioniertes VW Topmodell mit einem Audi A5 Sportback oder BMW 4er Gran Coupé konkurrieren kann, das bleibt die Frage.

Die passenden Antworten gibt VW mit dem überdurchschnittlichen Platzangebot, der hochwertigen Verarbeitung und dem überzeugenden Fahrkomfort. Ob das neue Topmodell dadurch ein Erfolg wird, entscheidet aber nicht Volkswagens Konzernplanung, sondern am Ende nur einer: Der Kunde. Und der verhielt sich bei den letzten zwei Topmodellen ganz anders, als man das bei Volkswagen zuerst annahm.

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