SEAT Alhambra

Optionaler Siebensitzer mit Platz für die ganze Familie

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • 7 Sitze
  • Riesiger Kofferraum
  • 2 Schiebetüren
  • Sicht einschränkende A-Säulen
  • Versteckter Tempomathebel
  • Nur zwei Jahre Garantie

30.815 € - 44.750 € Preisklasse

5 Sitze

5 - 7,3 l/100km

Test

Vans sind in den letzten Jahren aus der Mode gekommen. Warum, fragt man sich, denn für große Familien und Freiberufler, die sieben Sitze benötigen oder große Dinge zu laden und transportieren haben, gibt es nichts Besseres.

Dass der Boom der SUVs die Zahl der Vans reduziert hat, lässt sich auch am Marktangebot sehen. Zu den wenigen Konkurrenten des Seat Alhambra zählen der fast baugleiche VW Sharan und der Ford Galaxy.

Moden kommen und gehen, aber das Van-Format hat sich noch lange nicht überlebt. So vieles, nicht nur der Platz im Innen- und Kofferraum, spricht für den Van. Etwa die riesige Aussicht aus der riesigen Frontscheibe und die hohen Seitenfenster oder der luftige Kopfraum, die hohe Sitzposition, die scheinbar unendliche Variabilität …

Zudem bietet der Seat Alhambra zwei weitere große Vorteile, die den spanischen Großvan interessant machen. Man kann ihn als 5-, 6- oder 7-Sitzer fahren und er besitzt hinten zwei große Schiebetüren, die sich auch elektrisch und mit der Fernbedienung öffnen lassen.

Unter der Haube des Seat Alhambra, der dank seiner Masse komfortabel und sicher auf der Straße liegt, kommen solide VW-Motoren mit bis zu 220 PS Leistung zum Einsatz. Das Infotainment und die Assistenzsysteme wurden beim 2015er Facelift auf den neusten Stand gebracht.

Das Raumangebot ist ein Grund, warum man sich für einen Van entscheidet. Drei weitere, die für den Alhambra sprechen, sind die sieben Sitze, der riesige Kofferraum und die ungemein praktischen Schiebetüren.

Das Interieur

Das Raumangebot im 4,85 Meter langen, 1,90 Meter breiten und 1,72 Meter hohen Alhambra ist gigantisch. Der spanische Van bietet auf allen Plätzen (außer ganz hinten) ein luftiges Raumgefühl und eine üppige Kopf- und Beinfreiheit.

Die hohe und aufrechte Sitzposition ist gesund für den Rücken. Was man vor der Nase erblickt, kennt man von Volkswagen, aus dessen Teilebaukasten sich auch Seat bedient: Einwandfrei ablesbare Instrumente im Cockpit und logisch verteilte Schalter drumherum. Die Bedienung gelingt damit intuitiv.

Der Einstieg in den Fond gestaltet sich ebenfalls völlig mühelos. Die Schiebetüren geben eine breite Öffnung frei. Die Sitze drei, vier und fünf sind einzeln verschiebbar. Die Sitzkissen in Reihe zwei fallen allerdings schmaler aus als auf den Vordersitzen und man sitzt leicht erhöht.

Klappt man die Sitze sechs und sieben hoch, sollte man – egal was das Marketing im Prospekt verspricht – nicht mehr viel erwarten. Die Beinfreiheit reicht dann noch für Kleinkinder, wobei die Betonung auf „Klein“ liegt. Ferner leidet das Kofferraumvolumen auch darunter. Jedoch ist auf 4,85 Meter kaum mehr machbar.

Durchdachte Lösungen finden sich im Alhambra überall. Die in engen Parklücken unheimlich praktischen Schiebetüren – zerbeultes Blech: keine Chance – lassen sich auch elektrisch mit der Fernbedienung öffnen und schließen.

Die 3-Zonen-Klimatisierung im Fond ist von vorne abstellbar. Während des Einparkens mit der Parkdistanzkontrolle wird die Lautstärke des Radios nach dem Einlegen von „R“ reduziert. Und gegen den Kompass im Bordcomputer und die heute seltene Öltemperaturanzeige hat auch niemand etwas einzuwenden. Gegen einiges wenige im Alhambra aber doch: Die flachen A-Säulen durchkreuzen in engen Biegungen schon mal den Blick und der Tempomathebel arbeitet im Verborgenen hinter dem Lenkrad.

Der Kofferraum

In fünfsitziger Normalkonfiguration misst das Ladeabteil, je nach Position der verschiebbaren Rücksitze, maximal ca. 1,2 Meter in der Länge. Werden die Rücksitze flach gelegt, ergibt sich eine rund zwei Meter lange Ladefläche, deren Breite auf der vollen Länge zwischen rund 1,09 und 1,45 Meter differiert. Wird dazu noch der Beifahrersitz ganz nach vorne gerückt, schafft das nochmals etwa vierzig Zentimeter Platz für die langen Dinge aus dem Baumarkt.

Für Ordnung sorgt das optionale Packsystem und für effektiven Blickschutz die praxisgerecht hinter der zweiten oder dritten Sitzreihe fixierbare Laderaumabdeckung. Und auch bei den Litern und Kilos fährt der Alhambra ganz groß auf: 300 Liter (7 belegte Sitze) bis 2.430 Liter (2 belegte Sitze) passen hinten hinein. Bis zu 712 Kilogramm dürfen zugeladen, 100 Kilo aufs Dach und bis zu 2,4 Tonnen an den Haken genommen werden.

Die zwei Tonnen Gewicht, 1,90 Meter Breite und 2,92 Meter Radstand lassen den Alhambra satt, sicher und selbstzufrieden auf der Straße liegen. Unhandlich wirkt er dabei nicht, denn seine Lenkung arbeitet ansprechend direkt und seine leicht straffe Dämpferabstimmung sorgt dafür, dass es sauber und gar nicht mit so viel Seitenneigung durch die Kurven geht. Die Straffheit verliert sich bei mehr Besatzung und Gepäck.

Die langen Geraden liegen dem Alhambra mit dem optionalen Adaptivfahrwerk, bei dem zwischen einer komfortorientierten und einer straffen Einstellung gewählt werden kann. Lange Touren meistert der Spanier souverän. Das macht ihn für große Familien nicht nur zum guten Alltagsfahrzeug, sondern in Verbindung mit dem großen Kofferraum und den hohen Scheiben, durch die man viel besser sieht als durch die modisch schmalen Fensterscharten vieler SUVs, zum bequemen Reisewagen.

Dass der schrankbreite Seat auch lang ist, spürt man beim Rangieren und Parken in der City. Dort muss die eine oder andere freie Parklücke – Einparkassistent hin oder her – auch mal ausgelassen werden.

Das Motorenportfolio des Alhambra umfasst zwei Benziner und einen Dieselmotor. Geschaltet wird mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe oder der Sechsgang- oder Siebengang-Doppelkupplungs-Automatik (DSG).

Die Benziner

Die Benzinmotoren kommen im Alhambra seltener zum Einsatz als die Dieselaggregate. Das hat vor allem mit dem Verbrauch und dem Durchzug zu tun. Der 1,4-Liter-Benziner leistet zwar 150 PS, aber bei 1,7 Tonnen Gewicht reicht das nur noch für brave Pflichterfüllung. Wird der 1.4 TSI einmal richtig gefordert, dann dankt er es einem mit dem hohen Verbrauch (Normmittel: 6,4 – 6,6 l/100 km).

Also denkt man vielleicht über den 2.0 TSI mit 220 PS nach, der dem Alhambra mit seinem Beschleunigungspotential (0 auf 100 km/h in 7,8 Sekunden) und mit seiner Höchstgeschwindigkeit (226 km/h) mehr Flügel verleiht. Jedoch sollte man nicht erwarten, dass er sich mit dem Werksverbrauch von etwa 7,2 l/100 km zufrieden gibt.

Die Diesel

Der 2.0 TDI mit 150 PS und Start-Stopp-System ist im Alhambra der ideale Motor. Er hat Kraft und geht mit dem Kraftstoff aus dem 70-Liter-Tank brav um (5,0 bis 5,6 l/100 km). Gleitet man mit der Richtgeschwindigkeit 130 km/h auf der Autobahn dahin, dann reichen sieben Liter Diesel. Mit 340 Nm Drehmoment, die zwischen 1.750 und 3.000 Touren zur Verfügung stehen, entwickelt der Motor reichlich Durchzugskraft.

Stören kann lediglich das Zurückschalten der DSG-Automatik bei starken Autobahnsteigungen. Ansonsten landet man in fast allen Fahrsituationen schnell in den verbrauchsgünstigen hohen Gängen. Auch Schaltwippen gibt es am Lenkrad, aber die tun mit dem Diesel selten Not, denn die Automatik macht einen guten Job.

Die Schaltstufen wechseln sanft und die Akustik bleibt entspannt. Dem 2.0 TDI hört man die Arbeit erst an, wenn er mit viel Drehzahl gefordert wird. Der stärkere 2.0 TDI mit 184 PS, der mit 380 Nm nicht entscheidend mehr Drehmoment entwickelt, muss es trotzdem nicht sein, denn der kostet ein gutes Stück mehr.

Wer in den Bergen wohnt, der wird sich wahrscheinlich aus Sicherheitsgründen für den 2.0 TDI mit 150 oder 184 PS entscheiden, denn nur diese Motoren sind im Alhambra in Kombination mit dem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe (150-PS-Variante) oder dem 7-Gang-DSG (184-PS-Variante) mit dem Allradantrieb 4Drive bestellbar.

Für die Flachländer bietet der Seat Alhambra seit dem 2015er Facelift mit seinen Fahrassistenten einen verbesserten Sicherheitsumfang. Zu den Assistenten zählen – teils serienmäßig, teils gegen Aufpreis – die von VW bekannte Multikollisionsbremse, welche die Folgen eines Unfalls durch automatisches Abbremsen mildert, der Toter-Winkel-Assistent, der Spurhalte-Assistent und der Parkassistent, welcher den großen und breiten Alhambra automatisiert in Längs- und Querparklücken lenkt.

Im ADAC-Bremstest kam der Alhambra nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach durchschnittlichen 38,0 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

In der Basisausstattung Reference ist der Seat Alhambra eher karg und nüchtern ausgestattet. Das Nötigste ist mit den sieben Airbags, dem Soundsystem mit kleinem 5-Zoll-Touchscreen, dem Bordcomputer, der Klimaanlage, den elektrischen Fensterhebern vorne und hinten, der Müdigkeitserkennung und dem höhenverstellbaren Fahrersitz mit an Bord, aber viel mehr nicht.

Deshalb ist die Ausstattungslinie Style für die meisten Kunden die bessere Wahl. Sie bietet nicht nur mehr, sondern sie lässt sich auch mit weiteren Extras aufrüsten, die für das Basismodell gar nicht im Angebot stehen. Zum Style gehören unter anderem die 16 Zoll-Leichtmetallräder, die Bluetooth-Schnittstelle mit integrierter Freisprechanlage und USB-Schnittstelle, der Tempomat und der Regensensor.

Weiter ergänzt wird diese Ausstattungslinie um das Multifunktionslenkrad, die Nebelscheinwerfer und die für Kinder auf der Rückbank praktischen Klapptische am Rückteil der Vordersitze.

Sportiver präsentiert sich der Alhambra in der FR-Line. Hier gehören 18-Zoll-Leichtmetallräder, das Sportfahrwerk, abgedunkelte hintere Scheiben, die vorderen Sport-Komfortsitze mit Alcantara-Lederbezug, die Sitzheizung, die Fußraumbeleuchtung und das Bi-Xenon-Licht mit Kurvenlicht samt dynamischer Leuchtweitenregulierung mit zum Ausstattungsumfang.

Bei den Extras geht im Alhambra noch mehr. Das beginnt beim empfehlenswerten großen Panoramaschiebedach, der Anhängerkupplung und lässt sich mit Extras wie dem Einparkassistenten, den elektrischen Schiebetüren, dem Adaptivfahrwerk und dem Fahrersitz mit Massagefunktion weiter in Richtung Komfort und Funktionalität trimmen.

Und das Infotainment? Wie in anderen Modellen von Seat lässt sich auch im Alhambra das Smartphone mit dem Full-Link-System via Apple CarPlay und Android Auto ankoppeln.

Zusammenfassung

Wenn Sie sich das Fahrzeug nicht vom Zeitgeist diktieren lassen wollen, sitzt man im Van vielleicht besser als im modischen SUV. Letzterer bietet selten, besonders in der Höhe, so viel Platz. Der Alhambra taugt auch mal für einen kleinen Umzug und mit seiner umfassenden Variabilität, der Option auf sieben Sitze und den ungemein praktischen Schiebetüren auch für kinderreiche Familien.

Einen weiteren Vorteil hält der Alhambra auch dann noch bereit, wenn man das spanische Van-Angebot mit dem Schwestermodell VW Sharan vergleicht. Im direkten Vergleich mit dem lassen sich einige tausend Euro sparen. Damit ist der Seat Alhambra, der wie der Sharan aus dem Volkswagen-Konzern kommt, eigentlich der bessere Volkswagen.

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