Renault Zoe im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Renault Zoe werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Beim Gedanken an Elektroautos ist es sicher der Zoe, der einem unter anderem in den Kopf kommt. Renault hat es geschafft, mit dem kleinen E-Flitzer über Jahre hinweg erfolgreich zu bleiben. 2019 wurde der Zoe weiter verfeinert, doch was ist das grundlegende Erfolgsrezept des französischen Kleinwagens?

  • Bis zu 395 Kilometer Reichweite mit 52 kWh-Akku
  • Überraschend großes Platzangebot
  • Gute Leistung trotz viel Gewicht
  • Schnellladung mit bis zu 50 kW möglich

Wer hätte dem Zoe diese Erfolgsgeschichte vorausgesagt, als er vor sieben Jahren in der ersten Generation als Elektroauto auf den Markt kam? Wohl kaum jemand, aber die Kund*innen scheinen Geschmack gefunden zu haben am Zoe und der Elektromobilität - vor allem, weil das Citycar alles mitbringt, was man erwartet. Um aber auf Erfolgskurs zu bleiben, muss auch der Zoe weiterentwickelt werden.

Mit dem Zoe kommt man weit

Das allgemein bekannte Problem bei E-Autos ist die Reichweite - und je kleiner das Auto und damit auch der Akku, desto weniger weit kommt man. Natürlich kann man das nicht über einen Kamm scheren, da wäre zum Beispiel Tesla, die mit dem Model 3 beim Thema Reichweite auf jeden Fall in einer anderen Liga spielen. Der Zoe kann da nicht mithalten, aber er muss sich auf keinen Fall verstecken.

Die Weiterentwicklung beim neuen Zoe betrifft hauptsächlich den Antrieb. Die seit Anfang des Jahres erhältliche Version Z.E. 50 gibt es nur mit einem 52 kWh-Akku. Auch die Leistung ist für einen Kleinwagen erste Sahne, man erkennt sie bereits an der Typbezeichnung des Zoe, der sich R135 nennt. Dementsprechend stehen 135 PS zur Verfügung, die ein 100 kW Motor aufbringt. Nach diesem kurzen Einschub kommen wir also zurück zur Reichweite. Mit dem 52 kWh-Akku kommt der Zoe laut Renault bis zu 395 Kilometer weit - eine ordentliche Leistung.

Alternativ zum Zoe könnte man sich für den Corsa-e entscheiden oder dessen Konzernbruder e-208, doch beide Modelle kommen lediglich auf ca. 330 Kilometer und liegen preislich eine ganze Ecke über dem Zoe. Der stylische und zugegebenermaßen auch deutlich spaßiger zu fahrende MINI Cooper SE lässt noch mehr Federn und schafft nur 242 Kilometer.

Dass der Fahrspaß etwas zu kurz kommt, liegt sicher auch am recht hohen Gewicht des Zoe, der verglichen mit den Elektro-Konkurrent*innen so ein bisschen pummelig geworden ist. Ein MINI Cooper SE wiegt 137 Kilo weniger und der BMW i3 wurde stark auf Diät gesetzt, denn hier fehlen zum Zoe sogar 232 Kilo.

Eher vernünftig als emotional

Auch, wenn Renault die Optik mit dem letzten Facelift deutlich modernisiert hat und der Zoe auch sein unverkennbares Gesicht nicht verloren hat, ist er im Vergleich mit anderen E-Kleinwagen dennoch eher das Vernunftfahrzeug als jemand, der Emotionen weckt. Ganz objektiv gesehen spricht eigentlich nichts gegen den Zoe. Er bietet ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, hat genügend Leistung für sein Einsatzgebiet, kommt mit einer Ladung weiter als die Konkurrenzmodelle und bietet erstaunlich viel Platz.

Apropos Platz: Wir waren sehr positiv überrascht, dass der Zoe auch in dieser Kategorie nichts anbrennen lässt. Der Kofferraum ist mit 338 Litern deutlich größer als beim MINI Cooper SE und es passen auch noch knapp 100 Liter mehr hinein als in den Hyundai Kona Elektro - einen Kompakt-SUV! Vorne sitzt man sehr bequem, die Kopffreiheit stimmt und ist auch für große Menschen völlig ausreichend. Hinten wird es etwas enger, allerdings sitzen wir immer noch in einem Kleinwagen, was "eng" wieder etwas relativieren sollte.

Diesen Argumenten hat man als Kopfmensch sicher nichts mehr entgegenzusetzen, doch wo bleibt etwas fürs Herz? Da fährt man mit dem Zoe eher schlecht, denn Emotionen alla Dolce Vita wie beim Fiat 500 Elektro oder 70er Jahre Gefühle beim Honda e kommen mit dem Zoe leider nicht auf.

Neu: Der Zoe lädt jetzt mit Gleichstrom

Die Ladeoptionen, Ladekosten und die Ladezeit sind wichtige Faktoren, die bei einem E-Auto stimmen müssen. Was kaum jemand bedenkt, sind die sogenannten Ladeverluste, die nicht nur beim Betanken des Zoe, sondern auch bei jedem anderen Elektroauto auftreten - einmal mehr, einmal weniger. Um den 52 kWh-Akku des Zoe einmal komplett voll zu laden, müssen mehr als 52 kWh getankt werden, denn beim Laden entstehen Verluste, die dann als Energie frei werden und nicht in der Batterie landen. Man könnte vergleichend sagen, dass man beim Sprit tanken einmal kurz daneben getankt hat - den Verlust zahlt man aber trotzdem mit.

Bei diesem Thema sollte Renault nacharbeiten, denn die Ladeverluste beim Ladevorgang mit Wechselstrom (AC) betragen ca. 20 Prozent. Beim MINI Cooper SE sind es ca. 15,5 Prozent, ein Nissan Leaf kommt auf 17 Prozent und auch beim i3 sind es noch knapp 12 Prozent Verlust. Während der Fahrt ist der Zoe zwar durchaus sparsam unterwegs, insgesamt gesehen sollte Renault hier aber in Zukunft nachlegen. Etwas Positives gibt es aber: Teslas Model 3 belegt in Sachen Ladeverlust den Spitzenplatz, da kann der Zoe also trotzdem noch punkten.

Die Neuerung beim aktuellen Zoe ist der CCS-Stecker. Gegen einen Aufpreis von knapp 900 Euro kann man den Zoe jetzt mit bis zu 50 kW-Gleichstrom tanken. Der Vorteil: Innerhalb von nur 30 Minuten bekommt man wieder Strom für 150 Kilometer. Entscheidet man sich gegen den CCS-Stecker, ist ein Laden an einer Wechselstromsäule mit bis zu 22 kW möglich. Hat man den Akku komplett leer gefahren, dauert es dort rund drei Stunden und 40 Minuten, bis die Batterie des Zoe wieder prall gefüllt ist.

Zu Hause lässt sich der Zoe an einer Wallbox auch gut über Nacht laden. Wer 7 kW zur Verfügung hat, kann den Zoe nach gut neuneinhalb Stunden wieder vollgeladen nutzen.

Nachhaltig, sicher und modern

Viel getan hat sich auch im Innenraum, denn der neue Zoe zeigt sich anstelle von Hartplastik nun in schönen Stoff gehüllt. Das Armaturenbrett erhielt eine weiche Bespannung und auch die Bedienelemente hat man nun im Alu-Look verkleidet. Wer sich für die Experience oder Intens Ausstattung entscheidet, bekommt außerdem recycelte Materialien verbaut, die zur Hälfte aus alten Plastikflaschen bestehen, was zum umweltfreundlichen Charakter eines E-Autos passt und irgendwie auch dazu gehört.

Auch die Assistenzsysteme und das Infotainmentsystem sind jetzt auf dem neuesten Stand. Alles lässt sich intuitiv bedienen und nun werden richtigerweise auch Ladesäulen und keine Tankstellen angezeigt, wenn man nach Lademöglichkeiten sucht. Die Einbindung des Smartphones via Android Auto oder Apple CarPlay funktioniert gut und einfach - das ist auch nötig, denn die Echtzeit-Verkehrsdaten des Navis können nicht mit Google Maps mithalten.

In Sachen Sicherheit hat man im Zoe ebenfalls nachgerüstet und man hat jetzt einen zweistufigen Spur-Assistenten zur Verfügung. Gemeint ist hier die Spurverlassens-Warnung mit Lenk-Eingriffen. Das funktioniert gut und man hat nicht das Gefühl, dass beim Korrigieren durch das System zu stark in den Lenkvorgang eingegriffen wird. Ein Tempomat ist ebenfalls serienmäßig mit dabei, eine dynamische Abstandsregelung ist allerdings nicht mit inbegriffen. Dafür kann man aber kaum einen Punkt abziehen, denn der ist eigentlich nur auf der Autobahn sinnvoll, mit dem Zoe wird man sich aber die meiste Zeit in der Stadt bewegen.

La Zoe est belle

Den Erfolg hat der Zoe also seinem Gesamtpaket zu verdanken und der Tatsache, dass sich Renault nicht auf den eingefahrenen Lorbeeren ausruht und den Kleinwagen stetig weiterentwickelt. So ist er was Technik und Zuverlässigkeit angeht den Konkurrent*innen immer ein Stück voraus. Wenn Renault jetzt auch noch ein bisschen daran arbeitet, den Zoe mit ein wenig französischem Charme und der ein oder anderen Raffinesse auszustatten, können wir uns noch auf eine lange Erfolgsgeschichte made in France einstellen.

7/10 Wow-Wertung

Unsere Auto-Expert*innen vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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