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Renault Clio im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Renault Clio werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Die fünfte Generation des Renault Clio sieht dem Vormodell sehr ähnlich - ganz getreu dem Motto „Evolution statt Revolution“, was man gut verstehen kann. Denn der Clio verkauft sich seit 1990 ausgesprochen gut. Fast 15 Millionen Exemplare des französischen Kleinwagens wurden bis zur Neuauflage 2019 verkauft.

  • Praktischer Kleinwagen
  • Moderner und reifer als das Vormodell
  • Niedrigster Verbrauch im NCAP Green-Test 
  • Top-Sicherheitsausstattung

Von den Karosseriemaßen wirkt der Clio V fit und sportiv. Seine Konkurrenten heißen auch in der Neuauflage Ford Fiesta, Opel Corsa, Peugeot 208, Seat Ibiza und VW Polo. Die Länge wuchs um 1,2 Zentimeter und die Höhe sank um drei Zentimeter – gut für Agilität und Optik.

Kleiner Fünftürer mit französischem Chic

Das Überraschende am kompakter gewordenen Format des kleinen Franzosen ist das gewachsene Raumangebot. Auf den Vordersitzen kommt man bequem unter, hinten ist der Platz zwar Kleinwagen-typisch begrenzt, aber in der Neuauflage doch optimiert genutzt. Die hohe Mittelkonsole dominiert den Bereich zwischen  Fahrer:in und Beifahrer:in, sorgt aber auch für Staufläche. Da der Clio ausschließlich als Fünftürer ausgeliefert wird, steigt man hinten fast so bequem ein wie vorne. Ein optischer Clou hierbei: Die hinteren Türgriffe sind vom Design her in die C-Säule integriert, so dass der pauschal fünftürige Clio auf den ersten Blick wie ein Dreitürer aussieht.

Da die Vordersitze ausgedünnt wurden, stehen auf der Rückbank fast drei Zentimeter mehr Kniefreiheit zur Verfügung. Damit darf man auch als größerer Erwachsener hinten einsteigen. Zählt man zu den Sitzries:innen, muss man aber vielleicht den Kopf etwas einziehen – ein akzeptabler Tribut an die optisch attraktive Flachheit. Sind die vorderen Sitze auf 1,85 Meter große Personen eingestellt, bleibt hinten aber immer noch genug Platz für rund 1,75 Meter große Passagier:innen.

Neben den Sitzverhältnissen spielt im Innenraum auch immer das Ambiente eine mehr oder minder wichtige Rolle. Der Kleinwagen aus Frankreich punktet hier mit angenehmem Ambiente und qualitativ ansprechenden Oberflächen. Selbst im Fond werden den Insass:innen weiche Armauflagen geboten. Damit setzt sich der Clio positiv von Wettbewerbern wie z.B. dem Audi A1 ab. Auch für ausreichend Staufächer ist gesorgt: Rund 26 Liter Nützliches oder auch Unnützes können griffbereit verstaut werden.

Was am Clio allerdings zu bemängeln ist, ist die breite C-Säule, die die Sicht nach schräg hinten zu sehr behindert. Da ist schnell mal ein Radfahrer im Stadtverkehr übersehen, wo Kleinwagen wie der Clio doch meist verkehren.

Aber zurück zu positiveren Aspekten: Der Kofferraum baut hinten nicht ab – im Gegenteil: Im Vergleich zum Vorgänger legte er im Volumen mit 340 Liter deutlich zu (vorher 300 Liter). Im Vergleich: Der Gepäckraum des VW Polo schluckt 351 Liter und der des Ford Fiesta nur 292 Liter. Der solide, herausnehmbare doppelte Kofferraumboden ist ein Vorteil, da hiermit eine ebene Ladefläche oder ein tiefer Laderaum hergestellt werden kann. Aus letzterem resultiert jedoch ganz automatisch eine höhere Ladekante.

Modernes Infotainment

Im Cockpit präsentiert der kleine Renault eine neue Clio Welt. Das Armaturenbrett bietet mit weichen Oberflächen eine angenehme Haptik und die Bedienung über den bis zu 9,3 Zoll großen Hochformat-Touchscreen verläuft weit intuitiver als im Clio IV. Ohne großes Nachdenken findet man drumherum auch noch richtige Tasten und Schalter zum Bedienen.

Nur beim Clio Basismodell LIVE muss man mit karger Ausstattung ohne Radio, Klimaanlage und Touchscreen zurechtkommen. Aber immerhin sechs Airbags, LED-Scheinwerfer, elektrisch einstellbare Außenspiegel, ein Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, Spurhalteassistent und Lichtsensor sowie Verkehrszeichenerkennung sind beim Grundpreis von 13.744 Euro schon serienmäßig mit inbegriffen.

Die fünfte Auflage des französischen Kleinwagens präsentiert sich ansonsten mit modernem Infotainment und angenehmen Neuigkeiten.

Der Bildschirm des Easy Link-Infotainments misst in der Diagonale 7 Zoll (18 Zentimeter) oder 9,3 Zoll (23,6 Zentimeter). Das Hochformat ist nicht nur ungewöhnlich, sondern der Bildschirm auch einer der größten in der Kompaktklasse.

Über den entspiegelten Monitor werden neben den Multimedia- und Navigationsfunktionen auch die Multi-Sense-Fahrprogramme angesteuert. Diese lassen den Motor, die Automatik und die Lenkung je nach Belieben komfortabler oder sportlicher ansprechen. Das Multi-Sense-System von Renault bietet darüber hinaus acht verschiedene Beleuchtungsfarben für das Ambiente im Interieur an.

Software- oder Navi-Updates holt sich das System ganz modern „over the air” an Bord. Mit der Smartphone-App „MY Renault” lässt sich der Clio aus der Ferne orten oder von außen ein Navigationsziel eingeben. Hinzu kommen die Adressensuche über Google und Verkehrsmeldungen, Wetternachrichten, Benzinpreise oder Gefahreninfos in Echtzeit. Integriert ist außerdem ein automatischer Notruf bei einem Unfall.

In der optionalen Mittelkonsole vorn befindet sich auch eine induktive Ladestation für Smartphones.

Mit dem Soundsystem von Bose ist im Clio mehr Musik drin. Das System beschallt den Innenraum mit neun Lautsprechern, darunter ein Subwoofer in der linken hinteren Seitenverkleidung, der die gesamte Fahrzeugkabine als Resonanzkörper nutzt.

Spritzig und mit Esprit

Der Renault Clio ist kompakt geblieben, fährt sich aber mit seinem harmonisch und gleichzeitig leicht straff abgestimmten Fahrwerk wie ein Größerer. Dabei zeigt er sich nicht nur dynamisch im Durchzug, sondern auch zuverlässig fahrstabil und punktet mit guter Geräuschdämmung. Die sensible ESP-Regelung in Kombination mit einer auffallend angenehmen Fahrstabilität bescheren ihm eine agile und dynamische Performance.

Das Lenkgefühl und das Ansprechen des Motors lassen sich erstmals im Clio mit Fahrprogrammen variieren: Zur Auswahl stehen die Fahrmodi Eco, Sport und MySense. Hiermit lassen sich Lenkwiderstand, die Gaspedalkennlinie, die Schaltstrategie oder auch die Klimaanlage individuell konfigurieren. Hinsichtlich der Fahrwerksabstimmung finden sich im Kleinwagensegment jedoch ebenbürtige Wettbewerber: Der Ford Fiesta punktet beispielsweise mit sehr gutem Federungskomfort.

Der Vierzylinder mit 130 PS mit Doppelkupplungsgetriebe glänzt mit souveränem Durchzug und verwöhnt dabei auch die Ohren mit fast sportlichem Sound - und bleibt dabei noch ausgesprochen sparsam mit kombinierten 5,5 Litern Super laut Hersteller. Diese Herstellerangabe bestätigte auch der NCAP-Green-Test 2020 mit einem hervorragenden dritten (selber Motor TCe 130 im Captur) und vierten Platz (TCe 100 im Clio). Allerdings ruckelt das Doppelkupplungsgetriebe beim Anfahren oft merklich.

Als Hybrid startet ein 15 kW-Elektromotor den Benziner, der noch einen zweiten Elektromotor mit 36 kW für den Antrieb z.B. im Stadtverkehr parat hat. Im Cityverkehr funktioniert das Umswitchen zwischen Elektro- und Verbrennerantrieb auch ganz harmonisch. Aber viele Kilometer sind mit dem kleinen 1,2 kW-Akku naturgemäß nicht leistbar, das ist das leidige Manko der meisten Vollhybride. In einer weiteren Fahrsituation zeigt der Clio Hybrid ebenfalls Mut zur Lücke: Im Falle einer Beschleunigung aus 70 km/h - z.B. um auf der Landstraße einen LKW zu überholen, was ja kein unübliches Szenario ist - legt der Clio erstmal eine kleine Gedenkpause ein, bevor er durchzieht. Aber ansonsten klappt das Zusammenspiel von Elektro- und Verbrennerantrieb wirklich harmonisch.

Sicher ist sicher

Mit seiner neuen Plattform hat der Clio an Sicherheit gewonnen, weil schon im Basismodell ein Notbremssystem, eine Verkehrszeichenerkennung sowie ein Spurhalteassistent ohne Aufpreis an Bord sind. Die Sicherheitssysteme teilt sich der Clio V wie auch die neu entwickelten Motoren in Zukunft mit den Schwestermodellen von Dacia und Nissan.

Der Clio erreicht in der fünften Generation Bestwerte beim NCAP-Crashtest: Volle fünf Sterne, wobei er die hierfür erforderlichen Punktegrenzen sogar übertraf. 

Der Sicherheit des Clio V dienen die vielen Fahrerassistenzsysteme. Das Spektrum der Assistenten umfasst den serienmäßigen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, den Fernlichtassistenten und die Verkehrszeichenerkennung. Ebenso sind die Einparkhilfen vorne und hinten, die Rückfahrkamera sowie ein Easy-Park-Assistent erhältlich.

Verfügbar ist außerdem der Toter-Winkel-Warner, der Spurhaltewarner, der Spurhalteassistent und das geniale 360-Grad-Rundumsichtsystem, das den unübersichtlichen Heckbereich des Clio mit vier Kameras entschärft. Neu im Clio ist ebenfalls der Autobahn- und Stauassistent. Das teilautomatisierte System kann auf mehrspurigen Straßen zeitweise komplett die Regie übernehmen, beschleunigen, bremsen und dem vorausfahrenden Fahrzeug folgen.

Mit dem adaptiven Tempomat mit Stop & Go-Funktion, der zwischen 0 und 170 km/h arbeitet, bremst das System im Stau und zäh fließenden Verkehr bis zum Stillstand ab und fährt selbstständig wieder an, sobald sich das vorausfahrende Fahrzeug in Bewegung setzt. Vergehen bis dahin mehr als drei Sekunden, muss man als Fahrer:in jedoch kurz das Gaspedal antippen.

Schade ist, dass Renault den Autobahn- und Stauassistenten sowie den adaptiven Tempomat nur für den Clio TCe 130 mit der 7-Gang-EDC-Automatik anbietet. 

Kompakt, dynamisch und auch noch sicher

Sicher, modern, wendig, kommunikativ, komfortabel – der Renault Clio hat in der Vier-Meter-Klasse in seiner fünften Generation einiges zu bieten. Er wartet mit sparsamen Motoren, modernem Infotainment und verbesserter Interieur-Qualität auf. Das Raumangebot des Clio V präsentiert sich so erwachsen wie in keiner Generation zuvor. Kompaktere Außenmaße bei gleichzeitig mehr Platz im Innenraum und kurze Überhänge dank eines verlängerten Radstandes - die behutsam veränderten Proportionen stehen dem Clio V ganz ausgezeichnet.

Abzuraten ist jedoch von der Basisversion mit der kleinsten Motorisierung: Hier sind noch nicht mal ein Radio oder der Touchscreen an Bord. Der Fokus liegt hier wohl eher auf der Nennung eines Eyecatcher-Einstiegspreises von 13.744 Euro. 

Weiter muss ebenso kritisch angemerkt werden, dass der 1,2 kWh kleine Akku im Hybrid keine tatsächlich nennenswerte Reichweite leisten kann, aber ausreicht, um im Stadtverkehr weitgehend emissionsfrei voranzukommen.

Trotz dieser kleinen Mankos ist der Clio aber spritzig, sparsam, sicher und modern, und dabei nicht teuer.

7/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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