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Opel Astra im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Opel Astra werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

4,7/5 aus 13.357 Bewertungen

Die neue Generation des Astra kommt mit frischem Markengesicht, komplett anderer Bauplattform aus dem Hause Stellantis und vielen technischen Highlights wesentlich moderner und dynamischer daher als sein Vorgänger. Nach den Modellen Mokka, Crossland und Grandland verfügt nun auch der Astra über das neue Markengesicht namens „Vizor“. Der Name ist Programm: Der bildliche Verweis auf das Visier eines Motorradhelms symbolisiert sportliche Dynamik - und im übertragenen Sinne sicher auch Angriffslust auf den ewigen Konkurrenten und Platzhirsch VW Golf.

  • Modern von außen und innen
  • Erstmals auch als Plug-in Hybrid
  • Größter Kofferraum seiner Klasse
  • Digitale Bedienung mit Gewöhnungsbedarf

Der Astra ist nicht nur ein Modell von vielen bei Opel, sondern eines der gefragtesten im Portfolio. Obwohl sich die äußeren Maße nur um Millimeter verändert haben, steht der neue Astra im wahrsten Sinn des Wortes auf einer komplett neuen Basis, was einen enormen Schritt nach vorn hin zu mehr Modernität, hochwertigerem Interieur, einem besseren Fahrwerk und der Möglichkeit zahlreicher moderner Assistenzsysteme ermöglicht hat. Und das alles zum selben Preis wie beim Vorgänger.

Nachdem Opel im Sommer 2017 zunächst an die französische PSA-Gruppe (Peugeot, Citroën) verkauft wurde, fusionierte diese wiederum Anfang 2021 mit Fiat-Chrysler (FCA) zum Stellantis-Konzern. Deshalb nutzt der neue Astra L die nun in dritter Generation modifizierte EMP2-Plattform (Efficient Modular Platform 2) des PSA-Konzerns. Diese ist bereits seit 2013 im Einsatz und bildet ebenso die Basis für diverse Modelle der Kompaktklasse (Peugeot 308) sowie für kompakte SUV (Opel Grandland X, Opel Zafira Life oder auch Citroën C4 Picasso).

Komplett neu trotz kaum veränderter Außenmaße

Während die Außenabmessungen des Astra nahezu gleich blieben, wirkt das neue Modell vom Design her moderner, dynamischer und qualitativ wertvoller. Markante Sicken zieren die Mitte der Motorhaube als auch die Seiten, was kantiger wirkt und auch einen gewissen Wiedererkennungswert bietet. Mit optionaler Bi-Color-Lackierung, die bereits vom Corsa bekannt ist, wirkt der Astra besonders modern. Auch die nach hinten leicht ansteigende Fensterlinie unterstreicht den dynamischen Look, kostet aber auch immer entsprechend Fensterfläche und freien Blick im Fond.

Der Astra hat sich grundlegend verändert, allein schon aufgrund der neuen Plattform. Der leicht gewachsene Radstand und eine um 51 Millimeter vergrößerte Breite bescheren den Mitfahrenden im Fond angenehm geräumigen Platz. Auch die Sitzpositionen vorn wurden leicht modelliert, so dass die Sitzposition nun besser in das Gesamtkonzept integriert erscheint.

Außerdem hat der neue Astra im Zuge des aktuellen Facelifts durch Maßnahmen an der Karosserie-Steifigkeit in Kombination mit dem neuen Fahrwerk merkbar an Fahrstabilität gewonnen.

Modernes Cockpit mit ansprechendem Interieur

Das Pure Panel-Cockpit - der Name ist Programm - wirkt modern und aufgeräumt und entspricht jenem aus dem Corsa und Mokka. Zwei integrierte Bildschirme (optional sogar hinter Glas) liefern übersichtlich und dadurch gut lesbar alle relevanten Fahrdaten auf dem zentralen Monitor und der rechte Monitor bietet per Touchscreen Navigation und Infotainment. Zusätzlich stehen auch Schalter in einer Leiste darunter sowie im Lenkrad integriert zur Verfügung, was der Bedienfreundlichkeit zugute kommt. Außerdem können per Sprachbedienung diverse Assistenzsysteme an- (oder aus-) gesteuert werden. Zusätzlich ist ein Head-Up-Display optional bestellbar.

Opel hat bewusst einige Drehregler im Cockpit belassen, wie Michael Walter, Leiter Produktmarketing Opel Deutschland, das Konzept des “Pure Panel” erklärt: „Der Nutzer soll nicht überfrachtet werden mit zahlreichen Optionen, sondern neben dem großen und übersichtlichen Digitalscreen bleiben für die Grundfunktionen auch echte Drehregler erhalten. So muss man sich nicht erst mühsam durch mehrere Menü-Ebenen scrollen, wenn man einfach nur die Musik lauter/leiser machen möchte oder die Temperatur der Sitzheizung verändert werden soll.“ – Ein guter Mittelweg, denn das komplette Weglassen von Drehreglern nervt mittlerweile mehr Kund:innen als es Anklang findet.

Die im Innenraum verbauten Materialien wirken qualitativ hochwertig und tragen zu einem eleganten Look bei. Einzig die recht dunklen Oberflächen-Farben wirken etwas beengend. Bei den Sitzen bleibt sich Opel treu und achtet auf die Gesundheit: Die von der Aktion gesunder Rücken zertifizierten ergonomischen Aktiv-Sitze sind auffallend komfortabel, aber gleichzeitig angenehm straff und an den richtigen Stellen stützend.

Der neue Astra verfügt nun auch über ein 360-Grad-Kamerasystem sowie ebenso zahlreiche wie hilfreiche Assistenten: Das “Intelli-Drive 2.0”-System kombiniert beispielsweise die vorhandenen Kameras, um die Geschwindigkeit vorausschauend anzupassen und kann sogar halbautomatische Spurwechsel selbsttätig ausführen.

Optional erhältlich und je nach Geschmack empfehlenswert sind auch eine erweiterte Verkehrsschilderkennung oder ein Rückfahrassistent, der bei eingelegtem Rückwärtsgang vor Gefahren wie querenden Autos warnt.

Viele Assistenzsysteme schon serienmäßig an Bord

Eine Menge Assistenzsysteme sind bereits serienmäßig im Preis enthalten: Sowohl Fußgänger- und Geschwindigkeitszeichen-Erkennung als auch der Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung sowie der Spurhalteassistent und eine Müdigkeitserkennung sind ohne Aufpreis an Bord.

Auch die elektrische Parkbremse und ein Berganfahr-Assistent sind bereits serienmäßig inkludiert. Und besonders angenehm: Sowohl Scheinwerfer als auch Tagfahrlicht, Rückleuchten und Blinker sind serienmäßig mit LED ausgestattet. Ebenso muss weder für den Fernlicht-Assistenten noch für den Regensensor Aufpreis gezahlt werden.

Auch für den Fall der Fälle ist vorgesorgt: Werden Airbags oder Gurtstraffe ausgelöst, aktiviert der Astra automatisch das Warnblinklicht und entriegelt alle Türen. Natürlich wird auch parallel der inzwischen gesetzlich vorgeschriebene Not- und Pannenruf dann automatisch abgesetzt.

Sowohl die Sprachbedienung als auch kabelloses Koppeln und Laden von Smartphones per Android Auto oder Apple Carplay funktionieren prima.

Ein Stop-and-Go-Assistent folgt im Kolonnenverkehr dem vorausfahrenden Auto und fährt aus dem Stand auch wieder selbstständig los, sofern ein Automatikgetriebe verbaut ist.

Licht in Sicht

Absolutes Highlight der neuesten Opel-Generation ist das Intelli-Lux LED-Pixel Licht. Dieses wartet mit 84 LED-Einheiten pro Scheinwerfer auf, mit dem die Blendung des Gegenverkehrs vermieden wird.

Die neue Generation des Astra wartet mit technischen Highlights wie dem digitalen Cockpit mit Widescreen auf sowie einer interessanten Innovation in Sachen Licht: Eine Infrarotkamera erkennt per Körperwärme Tiere und Personen bis zu 100 Meter vor dem Auto und warnt Fahrende im Dunkeln vor diesen Gefahren. Auch soll das intelligente Matrix-Licht regennasse Fahrbahn im Dunkeln entblenden. 

Einziger Wermutstropfen: Das IntelliLux LED Matrix-Licht ist nur in den drei teuersten Ausstattungsvarianten verfügbar und das Infrarot-Kamerasystem Night-Vision kostet 1.300 Euro extra. Kleiner Trost: Wenigstens sind LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten schon serienmäßig ab der Basisausstattung enthalten.

Neues Fahrwerk, mehr Stabilität

Ein komplett neues Fahrwerk erhöht die Fahrstabilität im neuen Astra im Vergleich zum Vorgänger deutlich spürbar. An der Vorderachse sind McPherson-Federbeine verbaut, hinten sitzt eine Verbundlenkerachse. Zusätzlich wurde die Karosserie-Steifigkeit um 14 Prozent gegenüber dem Vorgängermodell erhöht.

Dementsprechend fährt sich der neue Astra nun merkbar straffer und agiler als sein Vorgänger. Flottes Kurvenfahren geht nun spürbar präziser und runder von der Hand als noch beim Vorgänger.

Made in Germany

Bemerkenswert ist beim neuen Astra die Tatsache, dass sowohl Entwicklung als auch Design sowie Produktion in Deutschland verortet sind: Er wird im Opel-Werk Eisenach gebaut.

In vielen Disziplinen setzt der Opel Astra Spitzenmarken: Bei der Größe des Kofferraums, beim Wendekreis und auch bei der Bedienbarkeit des Cockpits macht ihm in seiner Klasse der Kompakten kein anderer etwas vor, auch nicht der klassen-namensgebende VW Golf.

Gelegentlich ranken sich Gerüchte um eine leistungsstarke OPC-Version (Opel Performance Center) des Astra, beispielsweise in Anlehnung an den Opel Grandland Hybrid 4 mit Allradantrieb und satten 300 PS. Aber Konkretes ließ Opel bisher dazu nicht verlauten.

Faire Preise auch in schweren Zeiten

Der Opel Astra ist bereits bestellbar und kostet in der Basisversion als Viertürer 22.465 Euro, was im Klartext bedeutet: Er ist keinen Cent teurer als sein Vorgänger, was in Zeiten wie diesen doch bemerkenswert ist. Und zum Vergleich: Die Preise des Platzhirsches VW Golf starten bei 27.615 Euro in der Basisversion - stolzen 5.000 Euro mehr also. Dafür kommt der Golf dann aber auch gleich mit 20 PS mehr des Weges. Auch als Kombi soll der Astra im kommenden Jahr neu aufgelegt werden.

Auch elektrifiziert ist der Astra weit unter 40.000 Euro zu haben, so dass er in den Genuss der vollen Förderung kommt: Als Hybrid kostet er 35.800 Euro, wovon noch die stattliche beziehungsweise staatliche Förderung abzuziehen ist.

8/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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