Nissan Ariya im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Nissan Ariya werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

4,7/5 aus 14.197 Bewertungen

Lange hat es gedauert, bis Nissan nach dem Leaf endlich sein nächstes Elektroauto auf den Markt bringt. Der Ariya vereint alles, was gerade im Trend liegt: SUV mit Coupé-Formen, hoher Reichweite, sportlicher Optik. Doch Konkurrenten gibt es in diesem Segment viele.

  • Schicker, reduzierter Innenraum
  • Neueste Assistenzsysteme
  • Platzangebot eher mäßig
  • Schwächen beim Laden

Nissan war ein Vorreiter serienreifer Elektromobilität. Lange Zeit war der Nissan Leaf der meistverkaufte Stromer der Welt. Mehr als eine halbe Million Fahrzeuge setzte der japanische Hersteller in einer Zeit ab, als Elektroautos eine absolute Nische waren. Ähnlich wie bei BMW und dem i3 kam bei Nissan aber lange Zeit nichts. Der Vorreiter hatte den Trend verschlafen. Jetzt legt Nissan mit dem Ariya nach und bringt das zusammen, worin der Hersteller am erfolgreichsten ist: Elektromobilität und kompakte SUVs. Nicht ohne Grund sind Nissan Juke und Nissan Qashqai die erfolgreichsten Modelle der Japaner.

Die Konkurrenz ist mittlerweile im sogenannten Crossover-Markt groß. VW hat den ID.4 im Programm, Kia den EV6, Skoda den Enyaq iV, Renault den Megane E-TEch, der auf dergleichen technischen Basis entwickelt wurde. Nissan ist mit dem Ariya spät dran. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Serienversion bereit im Juli 2020 vorgestellt wurde.

Die Verspätung ist dem Nissan Ariya allerdings nicht anzusehen. Das liegt vor allem an seinem futuristischen Design aus vielen geschwungenen Linien. Die Front wirkt markant und wird nur durch Lufteinlässe und Scheinwerferleisten unterbrochen. Durch das abfallende Heck erinnert der Nissan Ariya an ein Coupé.

Knöpfe und Schalter sind verschwunden

Im Innenraum hat Nissan sein Bedienkonzept entschlackt. Knöpfe, Tasten und Schalter gibt es kaum noch. Das Armaturenbrett ist sehr puristisch, was das Design zeitlos wirken lässt. Nur die Klimaanlage lässt sich noch per Tastendruck bedienen. Wobei sich Nissan dafür einen smarten optischen Trick hat einfallen lassen. Die Touchflächen, die durch Vibration Rückmeldung geben, leuchten erst auf, wenn der Nissan Ariya startet. Ansonsten verschwinden sie in der Armatur. Als einziger haptischer Regler sind ein Lautstärkerädchen für das Radio und die Tasten am Lenkrad übrig geblieben. Einziges Manko: Zu den vielen hochwertig wirkenden Materialien gesellt sich viel Hartplastik. Bei einem Elektroauto kommt es eben auf jedes Gramm Gewicht an.

Die Bedienung übernimmt die mittlerweile übliche Display-Einheit, die sich vom Fahrsitz bis zur Mittelkonsole zieht. Ein 12,3 Zoll großer Bildschirm ersetzt den Tacho, ein großes Head-up-Display blendet die wichtigsten Fahrinformationen auf der Windschutzscheibe ein. Ein weiteres Display mit einer Diagonale von 12,3 Zoll übernimmt die Entertainment-Funktionen. Beide Bildschirme geben ihren Inhalt gestochen scharf wieder. Besonders hervorzuheben ist: Zur besseren Lesbarkeit können Inhalte zwischen den Displays hin- und hergeschoben werden. Wem das Tippen und Touchen zu mühselig ist, kann die Sprachsteuerung des Nissan Ariya nutzen.

Alexa übernimmt die Sprachsteuerung

Der Hersteller nutzt hierfür das von Amazon bekannte System Alexa. Das hat den Vorteil, dass die Sprachsteuerung im Gegensatz zu vielen Eigenentwicklungen weitestgehend fehlerfrei funktioniert. Die Software startet wie bei vielen Herstellern mittlerweile üblich mit: “Hallo Nissan”. Ein interessantes Detail für alle, die während ihrer Arbeitszeit viel mit dem Auto unterwegs sind: Unter dem Display in der Mittelkonsole versteckt sich ein ausklappbares Tischchen, das auf Knopfdruck herausfährt.

Insgesamt hat sich am Interieur viel geändert. Im Ariya zeigt Nissan einen neuen Wahlhebel für die Fahrmodi. Er sitzt im Mitteltunnel und folgt dem Trend, große Schaltknüppel durch kleine und schmale Regler zu ersetzen.

Zu wenig Platz im Innenraum

Beim Platzangebot zeigt sich, dass Nissan den Ariya auf einer reinen Elektro-Plattform entwickelt hat. Die Batterien sitzen tief im Fahrzeugboden, Fahrer:in - und Beifahrer:in sind nicht getrennt, der Mitteltunnel entfällt. Trotzdem ist das Platzangebot ausbaufähig. Das beginnt mit der Sitzposition für Fahrende. Viele Elektroautos besitzen aufgrund der Batterien einen recht hohen Fahrzeugboden. Stromer wie der VW ID.4 kompensieren das durch einen tiefer montierten Fahrsitz. Im Nissan Ariya wirkt selbst die niedrigste Einstellung noch immer sehr hoch. Große Menschen streifen beim nach vorne beugen den Himmel des Ariya.

Der Kofferraum lässt sich durch die große Heckklappe leicht beladen und fasst 468 Liter. Fällt die Rückbank, ergibt sich eine fast ebene Fläche. Wie viel Stauraum der Ariya dann bietet, lässt Nissan bisher offen. Hinten stoßen Menschen ab 1,80 Meter schon bei gröberen Bodenwellen an die Decke. Ein Plus: Die Sitze bieten viel Unterstützung im Lenden- und Oberschenkelbereich und die Armlehne zwischen den Vordersitzen lässt sich elektrisch verstellen.

Topaktuelle Vernetzung

Wenn es um die Vernetzung geht, ist der Ariya topaktuell. Updates spielt der Crossover auf, ohne dass ein Werkstattbesuch nötig ist. Einen Vorgeschmack auf das autonome Fahren liefert das Pro-Pilot-Assistenzsystem. Es hält die Fahrspur, die Geschwindigkeit und den Abstand zu vorausfahrenden Autos. Zusätzlich bezieht es Informationen des Navigationssystems mit ein, um zum Beispiel vor Kurven die Geschwindigkeit zu senken. Das System kann auf Wunsch auch komplett alleine einparken.

Aktuell bietet Nissan seinen Crossover mit zwei unterschiedlichen Akkupaketen an - entweder mit 63 oder 87 kWh. Bereits das Einstiegsmodell mit einem Motor an der Front kommt auf 216 PS und kostet 47.490 Euro. Davon gehen noch einmal 9.000 Euro E-Auto-Förderung ab. Die Reichweite liegt bei 403 Kilometer. Im Test lag sie eher bei 360 Kilometer. Mit dem größeren Batteriepack für 8.000 Euro Aufpreis erhöht sie sich auf etwa 520 Kilometer. Der Preis liegt dann bei 59.990 Euro vor Förderung, da diese Option nur mit dem “Evolve-Pack” (4.500 Euro) erhältlich ist.

Modelle mit bis zu 394 PS

Der Allradantrieb mit 306 PS ist bisher die stärkste Variante des Nissan Ariya - und auch die teuerste. Der Crossover kostet dann stolze 62.990 Euro und bietet eine Reichweite von 493 Kilometer. Nur mit diesem Paket fährt der Ariya bis zu 200 km/h schnell. Alle anderen Versionen werden bei 160 km/h abgeregelt. Wer maximalen Stauraum benötigt, sollte darauf achten, dass die Topversion statt 468 Liter nur 415 Liter Kofferraumvolumen bietet. Später soll ein weiterer Nissan Ariya mit 394 PS nachfolgen.

Zum Test stand bisher nur die Einstiegsvariante bereit. Die überzeugt für das Segment der E-Fahrzeuge typisch mit einer direkt anliegenden Beschleunigung. Besonders hervorzuheben ist die hervorragende Geräuschisolierung und der Fahrkomfort. Die Lenkung hingegen ist sehr direkt, neigt aber zum Untersteuern und der Bremspunkt ist gut abgestimmt. Durch den tiefen Schwerpunkt (Batterien im Fahrzeugboden!) liegt der Ariya gut auf der Straße.

Laden können andere besser

Ein Manko ist die Rekuperation. Die funktionierte im Nissan Leaf hervorragend, der Ariya lässt sich selbst mit sehr vorausschauendem Fahren nicht mit einem Lupfen des Gasfußes bis zum Stand abbremsen. Der Crossover fährt immer mit 10 km/h weiter. Etwas enttäuschend ist das Laden. In den Versionen mit 63 kWh Batterie ist nur ein AC-Laden mit maximal 7,4 kW Leistung möglich - selbst an öffentlichen Ladesäulen. 

Dreiphasiges Auftanken mit bis zu 22 kW kostet 1.000 Aufpreis.

Bei den Optionen mit 87 kWh starker Batterie ist diese Option automatisch enthalten. Genaue Ladezeiten gibt Nissan bisher nicht an. Der Ariya soll aber an Autobahnen per Gleichstrom-Schnellladen mit 130 kW in 40 Minuten 80 Prozent seiner Reichweite auftanken.

Fazit: gut, aber nicht besser als der Rest

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, heißt es so weise. Nissan war Elektroauto-Pionier, jetzt kommt der Ariya mit reichlich Verzögerung auf den Markt. Die Verarbeitung ist gut, an der Straßenlage ist nichts auszusetzen, trotzdem bringt der japanische Hersteller mit seinem Crossover nichts, was anderen Marken nicht schon anbieten würden.

Zwar überzeugt der minimalistische Innenraum, doch aus dem reduzierten Interieur holt der Nissan Ariya nicht den maximalen Platz heraus. Gerade auf er Rückbank kann es eng werden. Auch die Ladetechnik bietet Luft nach oben. Sie ist auf der Höhe der Konkurrenz, doch Hyundai bietet mit dem Ioniq 5 und dem Kia EV6 bereits 800-Volt-Technik (schnelleres Laden!) und setzt sich so vom Ariya ab. Wirklich schlecht macht der Nissan aber auch nichts. Ob das für einen Kassenschlager wie den E-Auto-Pionier Leaf reicht, muss die Kundschaft entscheiden.

7/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

Vergleichen Sie den Nissan Ariya mit Alternativen

Auf carwow haben Sie eine große Auswahl an Fahrzeugen, die Sie einfach miteinander vergleichen können. So finden Sie stressfrei und einfach genau das Auto, das am besten zu Ihnen passt und können sich Angebote unserer Partnerautohäuser aus Ihrer Region und ganz Deutschland zukommen lassen.

Modell vergleichen

Vergleichen Sie die besten Angebote – ganz ohne Verhandeln

Nissan Finanzierung

  • Lieferung Ihres Neuwagens nach Hause möglich
  • Erhalten Sie Ihr individuelles Finanzierungsangebot
  • Sie entscheiden, ob Sie eine Anzahlung möchten
carwow Preis ab
163 € / Monat
Finanzierungen anzeigen

Nissan Tageszulassung

  • Finden Sie Ihr passendes Fahrzeug aus einer großen Auswahl an Tageszulassungen
  • Sparen Sie mehr mit Tageszulassungen
  • Nehmen Sie Ihr neues Auto sofort mit nach Hause
carwow Preis ab
33.990 €
Tageszulassungen anzeigen

Nissan Jahreswagen

  • Jahreswagen von top bewerteten Vertragsautohäusern
  • Eine große Auswahl sofort verfügbarer Fahrzeuge
  • Keine Weitergabe Ihrer Daten an Dritte
carwow Preis ab
33.990 €
Jahreswagen-Angebote anzeigen

Nissan Leasing

  • Einfach gewünschten Neuwagen konfigurieren
  • Transparent nach Preis und Entfernung vergleichen
  • Direkt zum besten Leasingpreis ohne Verhandeln
carwow Preis ab
199 € / Monat
Leasing-Angebote anzeigen