MINI 5-Türer Test

5-Türer für ein Mehr an Kofferraum

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Feines Handling
  • Außergewöhnliches Cockpit
  • Gute Motoren
  • Hoher Preis
  • Viele Aufpreise
  • Nur zwei Jahre Garantie

17.900 € - 29.900 € Preisklasse

5 Sitze

3,8 - 6,5 l/100km

Test

Der Mini 5-Türer ist Mini, aber irgendwie doch nicht, weil er für einen Mini recht lang ausfällt. Was Ausstrahlung und Emotionalität angeht, sehen VW Polo und Ford Fiesta neben dem charaktervollen Briten allerdings blass aus.

Das Platzangebot ist gut, hier kann der knapp über vier Meter lange Fünftürer mit den Konkurrenten mithalten. Mit dem Längenplus von zwanzig Zentimetern bietet er gegenüber dem 3,82 Meter kurzen Dreitürer damit echten Mehrwert: Einen leichteren Zustieg zur Rückbank, weil der Vordersitz nicht mehr im Weg steht, mehr Platz auf der Rücksitzbank wegen dem längeren Radstand und 1,5 Zentimeter mehr Kopffreiheit auf den drei Sitzplätzen im Fond. Zusätzlich fällt der Kofferraum auch größer aus, als im dreitürigen Mini.

Fahrwerk und Fahrverhalten sind allerdings nicht ganz so direkt. Das ist der Tribut an die Familientauglichkeit. Unter der Haube arbeiten aber die gleichen guten Motoren mit 75 bis 192 PS Leistung aus dem Mutterhaus BMW.

Aus den schnurrigen Dreizylinderbenzinern kitzelte man anlässlich des 2018er Facelifts etwas mehr Drehmoment heraus. Beim planmäßigen Renovierungstermin wurde aber bis auf ein paar Zweite-Lebenshälfte-Impulse nur wenig am 5-Türer verändert.

Die LED-Rückleuchten ziert nun, passend zur Britishness des in Oxford gefertigten Mini, der Union Jack. Das neue Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe kann eine gute Wahl sein. Und wer sich von den ganzen anderen Minis absetzen möchte, dem bieten sich jetzt noch mehr Optionen zur Individualisierung.

Das macht den Briten noch einzigartiger, doch trotzdem hat er neben den vielen Stärken, wie jedes andere Auto, auch ein paar Schwächen. Was der Mini 5-Türer an Platz, Motoren, Sicherheit und Ausstattung zu bieten hat, das erfahren Sie hier.

Mit seinem Blick aus großen Augen kriegt er alle rum. Im Innenraum überzeugt der 5-Türer die, die mehr Platz als im 3-Türer benötigen und es originell und nicht langweilig mögen.

Das Interieur

Langweilig geht wirklich anders. Das Interieur mutet mit den großen Rundinstrumenten und Kipphebeln alles andere als normal an. Was Bedienung und Funktionalität angeht, hat er gegenüber alten Minis klar dazu gewonnen.

Trotzdem schießt auch dieser Mini etwas über das Ziel hinaus. Die alberne Lichtorgel um das große Rundinstrument und der versteckte Startknopf – wer sucht den in der Mittelkonsole? – sind dann doch zu viel des Guten.

Die Anzeigen liegen aber alle gut im Blick. Der Tacho sitzt endlich hinter dem Lenkrad. Die Tankuhr wirkt weniger verspielt. Das von BMW entlehnte Bediensystem mit den sieben Direkttasten und dem gut zu bedienenden Dreh-Drück-Regler gefällt.

Praktisch für die Generation Smartphone ist die Ablagemöglichkeit unterhalb des USB-Ports und der AUX-in-Buchse. Das kleine Fach oberhalb des Handschuhfachs ist eine nette Bonusablage. Nicht so toll ist der Lichtschalter platziert. Er sitzt tief und wird oft von der Lenkradspeiche verdeckt.

Langbeinige freuen sich in den Vordersitzen über eine Sitzflächenverlängerung. Wer hinten einsteigt, empfindet die Türen vielleicht aber als etwas zu schmal. Man sitzt aufrecht im Fond und tiefe Einbuchtungen an den Vordersitzen schaffen Platz für die Knie. Der fünfte Passagier kommt auf der Bankmitte zwar unter, eng wird es aber auf jeden Fall.

Der Kofferraum

Der Mini 5-Türer bietet zwar 67 Liter mehr Volumen als der 3-Türer mit 211 Liter im Kofferraum, aber wenig im Vergleich zu einem Polo. 278 bis 941 Liter passen in den Mini, zwischen 351 und 1.125 Liter sind es im VW Polo.

Auch ein fünftüriger und fünfsitziger Mini muss fahren wie ein Mini. Mit der direkten Lenkung, dem flotten Sechsganggetriebe oder der 2018 neu eingeführten, schnell schaltenden Siebengang-Doppelkupplungs-Automatik gelingt das auch. Beim Fahrgefühl klappt das leider nicht ganz, denn dieser Mini ist länger und schwerer als früher – das spürt man.

Der Komfort ist besser und langstreckentauglicher als in den älteren, knüppeligen BMW Minis. Dass ein Mini auch als Fünftürer straffer und holpriger liegt als ein VW Polo, entspricht seinem Naturell. Dafür bügelt er die meisten Konkurrenten dann beim Handling aus.

Die vier Benzinmotoren und drei Dieselaggregate leisten zwischen 75 und 192 PS. Beim Getriebe hat man die Wahl zwischen dem manuellen Sechsganggetriebe, der Siebengang-Doppelkupplungs-Automatik und der Achtgang-Automatik.

Die Benziner

Der 1,5-Liter-Motor mit braven 75 PS Leistung ist die günstigste Möglichkeit, aber nicht die Spaßigste. Die 1,5-Liter-Dreizylinder mit Turbolader und 102 oder 136 PS, die nach der 2018er Überarbeitung 160 und 190 Newtonmeter Drehmoment produzieren (+ 10 Nm), machen mit ihrer Durchzugskraft da schon mehr Laune.

Der 192 PS starke Vierzylinderturbo im Cooper S taugt als Heißsporn im Motorraum. Der 2,0-Liter-Direkteinspritzer mobilisiert 300 Nm Drehmoment, die schon ab 1.250 Umdrehungen an den Vorderrädern zur Verfügung stehen. In 6,9 Sekunden zeigt die Tachonadel beim Sprint aus dem Stand auf die 100. Bei 232 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Der Verbrauch wird von Mini mit 5,9 bis 6,0 Liter pro 100 Kilometer angegeben. Die Dreizylinder begnügen sich mit knapp unter fünf Liter im Werksverbrauch. Wenn man den Mini aber so fährt, wie man einen Mini fährt, dann liegt der Verbrauch mit den Turbobenzinern zwei, drei Liter höher.

Die Diesel

Diesel spart mehr. Die Dieselmotoren produzieren im Mini One D und im Mini Cooper D mit drei Zylindern aus 1,5 Liter Hubraum 95 und 116 PS. Der 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel des Cooper SD schickt bullige 170 PS an die Vorderräder.

Der stärkste Dieselmotor im Mini 5-Türer arbeitet druckvoll. Die 360 Newtonmeter Drehmoment machen schon zwischen 1.500 und 2.750 Umdrehungen massiv schiebend Druck, die 170 PS bei 4.000 Umdrehungen.

Der Vierzylinder ist beim Kaltstart zwar nicht auf den Mund gefallen, wird aber auf der Landstraße und der Autobahn rasch von den Windgeräuschen übertönt. Dafür ist er mit 5,3 Litern Dieselkraftstoff im Alltagsverbrauch sparsam.

Mit einem Dieselmotor motorisiert, bleiben alle Minis ökonomisch korrekte Typen mit Verbrauchswerten von durchschnittlich vier, fünf Litern Diesel auf 100 Kilometer.

Lieferbar ist an Fahr- und Sicherheitsassistenten fast alles. Aber, typisch Mini, zumeist nur gegen Aufpreis. Wer im 5-Türer mit Annehmlichkeiten wie dem adaptiven Tempomat, der Rückfahrkamera und dem Parkassistenten rechnet, zahlt drauf.

Die Auffahr- und Personenwarnung mit Anbremsfunktion, der Fernlichtassistent und die Verkehrszeichenerkennung gehören noch zu den sinnvollen Sicherheits-Features. Auf das Head-up-Display kann man jedoch im Mini gut verzichten, weil es die Daten nicht auf die Frontscheibe projiziert, sondern nur auf ein kleines Kunststoffscheibchen vor dem Lenkrad.

Seit dem 2018er Facelift kann man den Mini 5-Türer auch mit den empfehlenswerten LED-Scheinwerfern bestellen. Deren Fernlicht leuchtet besonders weit, ohne dass entgegenkommende Fahrzeuge geblendet werden.

Im ADAC-Bremstest und im Euro NCAP-Crashtest wurde der Mini 5-Türer bis heute noch nicht getestet.

Wenn man es positiv betrachtet, ist der Mini 5-Türer zusmmen mit seiner Länge auch im Preis gewachsen. Betrachtet man es realistisch, ist der 5-Türer wie jeder Mini im Vergleich zu den Konkurrenten teuer – aber nicht wegen der guten Ausstattung.

Zur Serienausstattung gehören das Dreispeichen-Lenkrad mit Multifunktionstasten, ein Audiosystem mit 6,5-Zoll-Farbbildschirm und USB- sowie Bluetooth-Schnittstelle. Die Klimaanlage zählt im Einstiegsmodell One First jedoch ebenso wenig zum Lieferumfang wie die meisten Fahrassistenzsysteme und fesche Leichtmetallfelgen.

Das eröffnet viel Spielraum, in Extras zu investieren – was man sich überlegen sollte. Schließlich kosten schon wenige Extras einiges an Mehrpreis, diesen bekommt man beim Wiederverkauf selten zurück.

De facto ist die Preisliste eines Mini heute länger als die einer Mercedes S-Klasse früher. Zu den empfehlenswerten Extras kann man die Zwei-Zonen-Klimaautomatik, die Sportsitze, die Sitzheizung, das Navigationssystem und die LED-Scheinwerfer zählen.

Über die Anschaffung von Ausstattungspaketen, Dekorleisten, Folierungen und vielen anderen Extras, die den Mini 5-Türer einzigartiger machen, entscheidet vor allem der eigene Geschmack.

Mini Connected wurde bei der 2018er Überarbeitung weiter verfeinert und liefert weiterhin ein ganzes Bündel an Informationen zur Nachrichtenlage, zum Wetter, zu den Kraftstoffpreisen und zur Verkehrslage. Mit der im Fahrzeug integrierten SIM Karte geht es mit 4G schnell ins Internet.

Zusammenfassung

Brauchen Sie den Platz? Wer einen Mini fahren möchte, der noch wie einer aussieht und Platz bietet, sitzt im Mini 5-Türer richtig, denn der bewältigt seinen Alltag mit den zusätzlichen Türen und dem größeren Raumangebot überzeugender als der 3-Türer.

Der längere Mini fährt auch etwas komfortabler. Die Frage ist nur, ob man beides von einem Mini erwartet? Denn der Raum- und Komfortgewinn macht Mini-Fahren auch normaler.

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