Mercedes-Benz EQS Testbericht

Mit dem Mercedes-Benz EQS stellt die Stuttgarter Marke einen absoluten Hightech-Luxusliner bereit und verknüpft die Elektromobilität mit einer künstlichen Intelligenz, die ihresgleichen sucht.

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Was gut ist

  • Optional intelligente Türen
  • Exzellenter cw-Wert
  • Intelligentes, adaptives Fahrwerk

Was nicht so gut ist

  • Kleiner Warnblinkschalter
  • Kaum haptische Tasten
  • Sprachbedienung mit Tücken

Mercedes-Benz EQS: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?

Bewertung des Mercedes-Benz EQS

Der neue Mercedes EQS ist eine luxuriöse, vollelektrische Alternative zum Porsche Taycan, Audi e-tron GT und Tesla Model S. Er enthält noch mehr Technik als die kürzlich erschienene Mercedes S-Klasse.

Als erste Modellvarianten gehen der EQS 450+ und der EQS 580 4Matic an den Start. Aufgrund der Initiative Ambition 2039, die darauf ausgelegt ist in 20 Jahren eine klimaneutrale Flotte anzubieten, wird der EQS entsprechend nachhaltig produziert. Auch Recyclingmaterialien im Innenraum werden verwendet und man hat es geschafft, einen einzigartigen cw-Wert von 0,20 zu erreichen – das schafft aktuell kein normales Serienfahrzeug sonst.

Optik nah am Konzeptfahrzeug

Die Front ist zu einer “Black-Panel”-Einheit zusammengefasst. Diese umfasst innovative Scheinwerfer, die durch ein Lichtband verbunden sind und den tiefschwarzen Kühlergrill, in den der für Mercedes typische, kreisförmige Stern eingelassen ist. Die Front ist sportlich-niedrig ausgelegt, die Überhänge sind kurz und das Heck wurde sanft abgerundet.

Die flächenbündigen Türgriffe sind bei allen Modellen serienmäßig mit an Bord. Wem der Mercedes-Stern nicht reicht, der kann optional das Panorama-Schiebedach bestellen, und sich den echten Sternenhimmel ansehen. Zusammen mit den großen Glasflächen wird dann viel Licht im Innenraum erzeugt.

Die Motorhaube muss für normale Austauscharbeiten nicht geöffnet werden, denn die Klappe für das Wischwasser wurde seitlich in den linken Kotflügel integriert. Die Motorhaube wird demnach nur von der Fachwerkstatt für Wartungsarbeiten geöffnet.

Beinahe konkurrenzlos

An Vergleichsmodellen mangelt es beim EQS und so fällt es schwer, den Preis einzuordnen. Klar ist, mit dem Listenpreis ist es beim EQS immer noch nicht getan. Zu lang ist die Aufpreisliste für Ausstattung, die man in so einem Luxusmodell einfach haben will.

Etwas, aber nicht viel günstiger ist die S-Klasse als Verbrenner-Alternative. Und auch wenn der EQS den höheren Preis mit geringeren Kosten wohl nie amortisieren wird, erscheint er noch eine ganze Ecke exklusiver als die S-Klasse. Ebenfalls günstiger, aber eben auch kleiner und nicht ganz so komfortabel geräumig ist das Model S, das die bessere Wahl für alle sportlich Fahrenden darstellt.

Ein Statement für Mercedes ist der EQS auf jeden Fall und sicher das beeindruckendste Fahrzeug der EQ-Flotte. Der Komfort ist überragend. Die Luftfederung tut dem schweren Wagen gut. Das Gewicht der Batterien kann das System auf schlechten Pisten aber auch nicht völlig unterdrücken.

Der Mercedes EQS ist damit ein Fahrzeug für "Early Adopter" - für all jene, welche die Grenzen des technisch möglichen ausloten und erleben wollen und nicht nur bereit, sondern auch finanziell in der Lage sind, dafür ein gutes Stück tiefer in die Tasche zu greifen, um fortschrittliche Technik zu fördern und zu honorieren. Wer diese Hintergedanken im Kopf behält, kann dann vielleicht auch das Preisniveau rechtfertigen.

Gilt das auch für den AMG?

Konsequent ist man bei Mercedes auf jeden Fall, denn wenn Elektro, dann auch bei den AMG-Modellen. Wie maßgeschneidert sieht der Mercedes-AMG EQS 53 4MATIC+ aus. Die Kombination aus Elektromobilität und Luxusambiente zusammen mit Sportlichkeit und enormer Dynamik wird nicht nur das Stammpublikum ansprechen, sondern auch neues Klientel. Ist die AMG-Version nun ein Sportwagen oder noch Luxusliner?

Fokus bleibt auf Komfort

Der Mercedes-AMG EQS 53 4MATIC+ ist enorm schnell und bietet reichlich Leistung, vor allem wenn man bereit ist, den Aufpreis für das AMG DYNAMIC PLUS Paket zu zahlen. Das ist preisintensiv, aber beim über 150.000 Euro teuren AMG ein Tropfen auf den heißen Stein.

Trotzdem bleibt auch die AMG-Variante komfortabel, geräumig und in allen Belangen luxuriös. Da kann ihm keiner das Wasser reichen. Dafür bieten andere Elektroautos in diesem Segment wie das Tesla Model S oder der Porsche Taycan Turbo stärkere Fahrleistungen und entfachen mehr Emotionen.

Doch wenn Raumgefühl, Verarbeitung und Ausstattungskomfort höchste Priorität haben und in zweiter Linie viel Leistung bereitstehen soll, dann ist der EQS mit dem verschärften AMG-Upgrade eine sinnvolle Wahl.

Wie viel kostet der Mercedes-Benz EQS?

Klar, teuer ist ein EQS in den Anschaffungskosten in jedem Fall. Doch gilt das auch für laufende Kosten? Effizient fährt die Luxuslimousine und damit bleiben zumindest Verbrauchskosten gering. In der Steuer profitieren Sie ebenfalls von den Vergünstigungen für E-Autos.

Ein derartig hochwertiges Fahrzeug möchte natürlich auch ausreichend versichert werden. Da wird es nochmal happig. Die Haftpflichtversicherung bleibt bei Typklasse 22 noch recht niedrig. In der Teilkasko und Vollkasko schlagen die Einstufungen in die Klassen 31 und 29 mächtig zu, doch gemessen am Fahrzeugsegment, in dem wir uns bewegen, sind diese Typklassen nicht unüblich.

Leistung und Fahrkomfort

Am ehesten gelingen gute Reichweiten natürlich mit einem sanften rechten Fuß. Als äußerst sanftmütig erweist sich dann auch der EQS. Die serienmäßige Hinterradlenkung unterstützt mit einem Winkel von bis zu 4,5°, was bei hohen Geschwindigkeiten die Stabilität und bei geringem Tempo den Wendekreis verbessert. Zu schade, dass Mercedes auch hier wieder 1.547 Euro herausschlagen möchte, um diesen Winkel auf 10° zu erweitern.

Zum Luxus-Feeling trägt das luftgefederte Fahrwerk bei, das Fahrbahnunebenheiten erkennt, abspeichert und beim wiederholten Fahren des Streckenabschnitts entsprechend reagiert.

Dabei bleiben auch die Ohren von Wind- und Abrollgeräuschen verschont. Im EQS ist es wirklich leise, was zum einen an der exzellenten Geräuschdämmung liegt, zum anderen aber auch daran, dass Mercedes das Soundsystem zum Noise Canceling nutzt.

Ein EQS kann auch schnell

Der EQS kann aber auch anders. Wem das zu leise ist, der wählt aus drei verschiedenen Soundprofilen, die dann künstlich ein futuristisch elektrisches bis sportliches Antriebsgeräusch imitieren.

Das untermalt die dynamischen Fahrleistungen, welche die Mercedes Luxuslimousine durchaus in der Lage ist, auf die Straße zu bringen. In 6,2 Sekunden beschleunigt der 333 PS starke 450+ mit seinem Hinterradmotor aus dem Stand auf eine Geschwindigkeit von 100 km/h. Den gleichen Sprint bewältigt der an allen Rädern angetriebene 580 4MATIC dank seiner 523 PS in nur 4,3 Sekunden. Das ist schnell, aber kein Vergleich zum Model S, das in dieser Disziplin je nach Variante nur 3,2 oder 2,1 Sekunden benötigt.

Im Test waren sich die Elektromotoren des 580 4MATIC im Lastwechselbetrieb zudem nicht immer einig und sorgten für kleinere Unstimmigkeiten des ansonsten hervorragenden Allradantriebs.

Doch der EQS wird ohnehin intuitiv im Gleitmodus gefahren. Auf der BAB kann man von den diversen Assistenten unterstützt entspannt und einigermaßen stromsparend reisen. Den Sportmodus brauchen weder Fahrende noch Fahrzeug.

Das agile Äußere gerät beim Gleiten schnell in den Hintergrund. Besser ist es sich mit den Rekuperationsstufen vertraut zu machen. Besonders bei Stufe “stark” übertrifft die Abbremsung die ansonsten etwas zögerlich zupackende Betriebsbremse.

Das Extra an Power

Das Antriebskonzept beim AMG ist – wie zu erwarten – trotz Elektro voll auf Performance ausgelegt. Er verfügt über zwei Elektromotoren, die je an der Vorder- und Hinterachse untergebracht sind. Der AMG EQS kommt serienmäßig mit Allradantrieb, hier kann die Leistung optimal auf den Boden gebracht werden.

Und davon hat er Mercedes-AMG reichlich zu bieten. 658 PS liefert er ohne weitere Extras und beschleunigt mit 3,8 Sekunden eine halbe Sekunde schneller auf 100 km/h als die nächstschwächere Version, EQS 580 4MATIC. Doch zur Top-Motorisierung wird der EQS 53 4MATIC+ erst mit dem optionalen AMG DYNAMIC PLUS Paket, das sich Mercedes nochmals mit 4.760 Euro Aufpreis bezahlen lässt.

Dann stehen kurzzeitig 761 PS als Boost und 1.020 statt 950 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung. So gelingt der Sprint von 0 auf 100 km/h in 3,4 Sekunden und auch die Höchstgeschwindigkeit wird von 220 auf 250 km/h angehoben. Doch für Rennen taugt das kaum, weil die Mehrleistung nur bei einer Batterieladung über 80 Prozent abgerufen werden kann.

Gefällig ist dabei vor allem die akustische Untermalung, mit der der Silberpfeil loslegt. Der AMG-spezifische Sound klingt eindrucksvoll und sonorig.

Deutlich spürbar: das Übergewicht

Tesla-Fans werden entgegnen: Ein Model S ist trotzdem schneller. Das stimmt und liegt weniger an fehlender Leistung des AMG EQS 53 4MATIC+ als an seinem massiven Gewicht.

Schon die Basisvariante ist mit 2.480 Kilogramm nicht gerade leicht. Doch der AMG toppt auch in Sachen Gewicht alle anderen Versionen und stellt mit seinen 2.655 Kilogramm sogar noch 70 Kilo mehr auf die Waage als der EQS 580 4MATIC.

Schnell fahren, schnell bremsen

Gar nicht so einfach, den schweren Boliden wieder zum Stehen zu bringen. Doch insbesondere mit den optionalen Keramik-Bremsen (AMG Keramik Hochleistungs-Verbundbremsanlage: 4.998 Euro), die hinten in gleicher Größe und vorne größer als die Serie kommen, gelingt das souverän.

Umweltfreundlicher setzt man aber auf die effiziente Energierückgewinnung beim Bremsen. Bis zu 300 kW kann die Rekuperationsleistung erreichen – ein sehr guter Wert. Fahrende können in drei Stufen die Rekuperationsstärke am Lenkrad einstellen. Ein sogenannter Eco-Assistent ist als Unterstützung einsetzbar, damit die kombinierte Bremsung auch bis zum Stillstand erfolgt.

Wenn der optionale Drive Pilot zur Hilfe genommen wird, wird automatisch verzögert, wenn vorausfahrende Fahrzeuge erkannt werden und das Auto wird zum Stillstand gebracht. Dies geschieht beispielsweise bei der Bremsung an einer Ampel.

Platz und Praxistauglichkeit

Kommod fährt sich der EQS nicht nur dank des exzellenten Platzangebotes, das von den Vordersitzen über die zweite Sitzreihe bis zum Kofferraumvolumen von 610 Litern auf hohem bis höchstem Niveau liegt. Das sind rund 60 Liter mehr als bei der S-Klasse, die der EQS aufgrund seiner coupéartig verlaufenden Dachlinie einpackt. Der Kofferraum hätte selbst Al Capone zufrieden gestellt.

Trotzdem schafft er nicht so viel wie Teslas Top-Limousine, weil der Raum zugunsten der hinteren Plätze genutzt wird. So gut wie im EQS sitzt man auf der Rückbank des Model S lange nicht. Das betrifft alle Plätze, sowohl vorn als auch hinten ist das Raumangebot erstklassig.

Mit Tablet in der Mittelarmlehne und Displays hinten gelingt natürlich die Bedienung des Infotainmentsystems auch von hinten.

Ein ganz anderer Mercedes

Das Design des EQS unterscheidet sich deutlich von der Top-Verbrennerversion S-Klasse, denn der Baukasten ist auf rein elektrische Fahrzeuge ausgelegt. Das Gesamtdesign ist abgerundet und das lange, geschwungene Dach zeigt die Länge des Fahrzeugs - und lässt es eher wie ein viertüriges Coupé als eine herkömmliche Limousine aussehen.

Betrachtet man den EQS von der Seite, würde man ihn kaum als Modell der Stuttgarter Marke identifizieren, so anders gestaltet sich dann doch seine Linie. Das ist vor allem der bogenförmigen Dachlinie geschuldet, die sich von der recht kurzen Motorhaube geschwungen über die Kabine bis hin zum coupéartigen Heck zieht.

Die EQS-Form ist auffällig und ungewohnt zugleich. Dabei geht es nicht nur um Optik, sondern auch darum, den cW-Wert des Fahrzeuges zu senken. Mit Erfolg, denn der EQS bietet mit einem cW-Wert von exakt 0,20 den geringsten Luftwiderstand für Serienfahrzeuge aller Zeiten. Das bringt Prestige, weist aber vor allem Tesla in die Schranken, deren Model S diesen Rekord bislang mit einem cW-Wert von 0,208 inne hatte.

Front und Heck entlarven den EQS dann eindeutig als Mercedes nicht zuletzt aufgrund der präsenten Markenlogos, die vorn und hinten mittig angebracht sind, sondern sich auch in Form vieler, kleiner, dreispeichiger Sterne im geschlossenen Kühlergrill verstecken.

Sind die optionalen Komforttüren mit an Bord und man nähert sich dem EQS, fahren nicht nur die eben eingebetteten Türgriffe elektrisch heraus, sondern die Tür öffnet sich auch noch automatisch. Damit nicht genug, schließt die Tür anschließend mit Druck auf das Bremspedal.

Der EQS macht einen eindrucksvollen Auftritt, der weniger an die typischen Staatslimousinen im Stile eines Mercedes 126 erinnert als an einen EMS-geformten Athleten.

Geringe Differenz beim AMG

Eigenständig ist die Formsprache des EQS 53, aber dennoch markenspezifisch. Das setzt sich beim vorderen Stoßfänger fort – er ist in Wagenfarbe lackiert und eine Frontschürze im AMG-typischen A-Wing-Design setzt sich in Hochglanzschwarz ab. Natürlich dürfen auch Chrom-Zierteile nicht fehlen.

Insgesamt halten sich die optischen Unterschiede der Sportversion aber in Grenzen und bestehen vor allem in der kantigeren Form der Schürzen und den präsenteren seitlichen Lufteinlässen. Beziehungsweise deren Andeutung, denn echte, funktionstüchtige Lufteinlässe benötigt der EQS nicht. Die Abmessungen innen und außen bleiben gleich. Eine Tieferlegung gibt es für das AMG-Modell auch nicht. Wie beim herkömmlichen EQS liegt die Bodenfreiheit bei 13,4 Zentimetern.

Ein AMG-Modell steht natürlich auch als Elektroauto für enorme Sportlichkeit. Kein Wunder also, dass man auch auf die Aerodynamik achtet. Der Luftwiderstandswert des EQS 53 liegt bei 0,23. Gleichzeitig sorgt das für eine höchstmögliche Effizienz, was unter anderem durch einen größeren Heckspoiler, eine Verbesserung der fahrdynamischen Eigenschaften, und den AMG-Leichtmetallrädern in speziellem Design erreicht wird. Doch wer sich auskennt, wird bemerken, dass der AMG schlechter abschneidet als der Serien-EQS.

Innenraum, Infotainment und Ausstattung

Einmal eingestiegen, heißt Fahrende und Mitfahrende ein Interieur willkommen, dass sich wie eine Lounge anfühlt. Wo man hinsieht und hinfasst, schmeicheln hochwertige Materialien aus Recycling-Stoffen, Holz und Kunstleder den Augen und Händen. Die rahmenlosen Scheiben sind eines der vielen kleinen Details, die man von einem Viertürer wie dem EQS nicht unbedingt erwartet hätte und die positiv überraschen.

Hinter dem Bildschirm befindet sich eine individuell gestaltbare Blende mit einer Auswahl an Oberflächen, darunter ungeschliffenes Holz und hinterleuchteter schwarzer Kunststoff mit einer Menge winziger Mercedes-Dreizacksterne - genau wie der Kühlergrill des neuen Autos.

Der Superlativ eines Bildschirms

Natürlich sticht sofort das neue Hyperscreen-System von Mercedes ins Auge, das ein digitales Display hinter dem Lenkrad, ein riesiges Touchscreen-Infotainment-System in der Mitte und einen dritten Bildschirm für Beifahrende umfasst. Tatsächlich ist die Bildschirmoberfläche so groß, dass Mercedes lieber eine summierte Quadratmeterzahl aller drei Displays von 0,24 m² angibt, anstatt einzelne Bildschirmdiagonalen zu nennen.

Die Bedienung gelingt - wie sollte es anders sein - ausschließlich über Touchflächen, was gut funktioniert und trotz des Fortschritts an Technik, nicht an die intuitive Handhabung klassischer Tasten und Knöpfe heranreicht. Das macht sich beim wohl kleinsten Warnblinkschalter des gesamten Segments bemerkbar.

Die Konstrukteure haben nicht nur den kleinsten Warnblinkschalter aller Zeiten entwickelt, es ist ihnen auch gelungen ihn so ungünstig vor den Startknopf zu platzieren, dass man ihn gern mal unbeabsichtigt einschaltet. Beide befinden sich an ungewohnten Positionen weit hinten auf der Mittelkonsole.

Vor- und Nachteile der künstlichen Intelligenz

Das Navigationssystem ist mit einer sogenannten Elektro-Intelligenz ausgestattet, sucht die besten Routen inklusive Ladestopps heraus und reagiert dynamisch, wenn es einen Stau, Unfall oder sonstige Behinderungen auf der Strecke gibt.

Ein wenig bevormundend, aber durchaus clever verhindert das Auto die Bedienung des Displays, das vor dem Beifahrsitz angebracht ist, solange niemand dort sitzt. Ablenkung wird zudem vermieden, indem das System die Helligkeit dimmt, sobald Fahrende zu häufig einen Blick auf diesen Bildschirm riskieren. Dieser Screen inkludiert außerdem sein eigenes, separates "Hey Mercedes"-System, das Mitfahrende somit unabhängig von Fahrenden für ihre eigenen Bedürfnisse nutzen können.

Die Sprachbedienung funktioniert vernünftig, greift aber, wie man es von derartigen Systemen gewohnt ist, auch mal ungewollt beim Sprechen (z.B. über "Mercedes") ein oder reagiert nicht immer dann, wenn man es möchte.

Das ausgiebige Infotainmentsystems bietet einen angenehmen Nebeneffekt für Ladepausen, die dank reichlich Ablenkung kurzweilig ausfallen.

Ein lernwilliges Auto

Mercedes hat das Infotainment-System auch so programmiert, dass es lernt, wie der neue Hyperscreen genutzt wird, sodass es Ihnen auf dem Bildschirm Hinweise geben kann, damit Sie bestimmte Funktionen schneller finden. Zum Beispiel zeigt es automatisch die Kontaktdaten einer Person an, die Sie jeden Tag zur gleichen Zeit anrufen und es kann Ihre bevorzugten Massagefunktionen während einer langen Fahrt vorschlagen, wenn es denkt, dass Sie müde werden.

Wer aber glaubt, dass der Hyperscreen zum luxuriösen Standard im EQS gehört, liegt gewaltig daneben. Denn obwohl sich Mercedes seinen Luxusliner fürstlich bezahlen lässt, ist der Hyperscreen nur eines von zahlreichen Features der erstaunlich langen Aufpreisliste. Insgesamt 8.568 Euro zusätzlich lässt sich Mercedes für das System bezahlen. Standardmäßig ist ein etwas konventionellerer, aber immer noch 12,8 Zoll großer "schwebender Bildschirm" verbaut, wie in der Mercedes S-Klasse.

Als erster Mercedes bietet der EQS die Möglichkeit, komplett neue Fahrzeugfunktionen per Over-the-Air-Update (OTA) zu aktivieren. Was schon jetzt mit dabei ist: zwei spezielle Fahrprogramme für junge Fahrende und Servicemitarbeitende, einige kleine Spiele und das Demoprogramm "Das Beste oder nichts". Damit kann man nach dem Kauf und der Erstausstattung des Neuwagens einige Funktionen des EQS nach persönlichen Vorlieben anpassen.

AMG-Interieur: sportlicher Luxus

Beim AMG geht im Innenraum der Mix aus Luxus und Sportlichkeit auf: Natürlich findet man auch hier AMG-Elemente. Sportlich wird es mit den AMG-Sitzen, die in individueller Grafik gestaltet sind. Die speziellen Sitzbezüge bestehen aus Ledernachbildung mit Mikrofaser und haben rote Kontrastnähte. Damit könnte der EQS ein wunderbar veganes Interieur haben, wäre da nicht das Sportlenkrad in Nappaleder.

Das kann übrigens schnell für Verwirrung sorgen, weil auf den horizontalen Speichen zwei verschiedene Ebenen jeweils mit touchsensitiven Flächen angebracht sind. Ziemlich viele Bedienelemente für ein Sportlenkrad!

Außerdem wird der neue aber klassische Stil des Innenraums durch eine Instrumententafel in Ledernachbildung mit Ziernähten, einem AMG-Performance Lenkrad mit Aluminium-Paddels, AMG Sportpedale und Fußmatten und vielen weiteren Details greifbar.

Der Hyperscreen darf – hier ohne Aufpreis – natürlich auch nicht fehlen. Es gibt spezielle AMG-Funktionen für das MBUX- Infotainmentsystem, das serienmäßig mit an Bord ist. Der riesige Bildschirm reicht von A-Säule zu A-Säule und die lernfähige Software stellt sich auf die fahrende Person ein. Die zusätzlichen Funktionen für das AMG-Modell sind vor allem eigenständige Anzeigen im Kombiinstrument, das Multimediadisplay und das Head-up Display. Außerdem gibt es einen schnellen Zugriff auf die AMG Dynamic Select Fahrprogramme.

Reichweite und Ladedauer

Die Batterie hat einen großen Anteil am Gewicht des mindestens 2.480 kg schweren Fahrzeuges. Denn Mercedes stattet seinen EQS mit einem der größten Akkupacks aus, die der Markt derzeit bietet. Insgesamt 107,8 kWh beträgt die Kapazität der Batterie, die im Fahrzeugboden untergebracht ist. Im Idealfall bescheinigt die Hochrechnung nach dem WLTP-Zyklus dem EQS 450+ bis zu 784 Kilometer. Nochmal ein gutes Stück mehr und insgesamt bis zu 895 km sollen es sein, wenn die Limousine bei sommerlichen Temperaturen ausschließlich durch den Stadtverkehr rollt.

Neben der großen Batterie macht das ein vergleichsweise geringer Verbrauch zwischen 15,6 und 19,8 kWh/100km abhängig von Einsatzgebiet, Temperatur und Fahrweise möglich.

Wählt man stattdessen den sportlicheren EQS 580 mit dem Allradantrieb 4MATIC bleiben durch den höheren Verbrauch (18,4 - 21,1 kWh/100km) und das höhere Gewicht noch bis zu 672 Kilometer Reichweite aus der gleichen Akkukapazität.

Sind die aufgebraucht, lässt sich der EQS an einer passenden Ladesäule mit bis zu 200 kW aufladen und füllt so seine Batterie von 10 auf 80 Prozent in 31 Minuten. Steht keine derartig leistungsstarke Lademöglichkeit zur Verfügung, gelingt eine Ladung von 10 auf 100 Prozent an der heimischen Wallbox mit 11 kW in rund 10 Stunden.

Akku und Reichweite: kein AMG-Vorteil

Im AMG EQS 53 ist eine 400 Volt Batterie verbaut, die auf dem neuesten Stand der Technologie ist. Auch beim Punkt Nachhaltigkeit hat man viel erreicht: Der Kobalt-Anteil konnte auf zehn Prozent reduziert werden.

Der nutzbare Energiegehalt der Batterie liegt bei 107,8 kWh, genau wie beim Serien-EQS. Das verleiht der AMG-Version eine maximale Reichweite von bis zu 586 Kilometer. Nicht schlecht, aber wer auf Reichweite setzt, greift lieber zum EQS 450, der nach WLTP bis zu 200 Kilometer mehr liefert.

Es gibt aber noch eine technische Besonderheit. Das Batterie-Managementsystem ist auf AMG-Performance abgestimmt. In zwei von fünf Fahrprogrammen, Sport und Sport+, liegt der Fokus auf Performance. Beim Programm Comfort ist die Reichweite wichtig. Die Energiedichte der neuen Batterie ist deutlich höher als bei alten Modellen, auch die Ladeleistung ist erhöht worden.

Deshalb konnten auch die Ladezeiten deutlich verkürzt werden. Die Batterie kann mit bis zu 200 kW an einer Schnellladestation geladen werden und ist nach 32 Minuten wieder von 10 auf 80 Prozent geladen. Allerdings kann das der normale EQS auch.

Sicherheit und Schutz

Klar gehören fünf Sterne in der Euro NCAP Sicherheitsbewertung zum Must-Have eines Autos mit den Ansprüchen, die der EQS ans sich selbst stellt. Exzellente Werte von jeweils über 90% erreichte der Elektro-Benz dazu in den Kategorien Insassenschutz sowohl für Erwachsene als auch für Kinder.

Um den Fußgängerschutz war es mit 76% allerdings noch eher durchschnittlich bestellt. Mit Gefahrenzonen durch die harten A-Säulen beim Frontalaufprall plagen den EQS die gleichen Probleme der passiven Sicherheit wie sonstige Modelle auch.

Ein guter Wert von 80% war das Ergebnis bei der Sicherheitsunterstützung durch Assistenten. Doch reicht das einem EQS? Hier wurde Mercedes die Aufpreispolitik zum Verhängnis. Der EQS besitzt zwar einen Müdigkeitswarner, doch das umfangreichere System, das beispielsweise auch die Blickführung Fahrender überwacht ist bloß gegen Aufpreis erhältlich.

Sensoren innen und außen

Als intelligentes Fahrzeug verfügt der EQS je nach Ausstattung nämlich über eine Vielzahl an Sensoren, bis zu 350 sind möglich. Diese erfassen verschiedenste Parameter wie Abstände, Geschwindigkeiten, Lichtverhältnisse, Niederschlag und Temperaturen, die Sitzbelegung - sogar den Wimpernschlag Fahrender oder die Sprache. All das wird von Steuergeräten verarbeitet, die, gesteuert von Algorithmen, blitzschnell passende Entscheidungen treffen. Der neue EQS kann seine Fähigkeiten auf Basis neuer Erfahrungen erweitern.

Der EQS ist dazu mit der neuesten Technologie für autonome Fahrerassistenz ausgestattet - er lenkt, beschleunigt und bremst für Sie, um Sie auf Autobahnen und Schnellstraßen in der Spur zu halten.

Die zentral angeordnete Batterie trägt wiederum dazu bei, die Neigung der Karosserie in Kurven zu reduzieren und die Stabilität des Fahrzeugs bei höherer Geschwindigkeit zu verbessern.

Zuverlässigkeit und Probleme

Trotz oder vielleicht genau wegen des Preissegmentes kann der Mercedes EQS den hohen Ansprüchen an Qualität und Zuverlässigkeit nicht vollends genügen.

So viel Sensorik, wie im EQS verbaut wird, birgt auch Fehlerquellen: Bei Schneefall und starkem Regen verweigern manche Sensoren den Dienst. Die nasse Rückfahrkamera löste im Test bei langsamer Rückwärtsfahrt mehrfach Vollbremsungen aus, die verwunderte Blicke der Mitfahrenden hinten nach sich ziehen.

Selbst die Verarbeitungsqualität außen lässt zumindest bei einigen Fahrzeugen beim Thema Spaltmaße die Präzision deutscher Ingenieurskunst vermissen.

Bereits vier Rückrufaktionen

Sogar einige Rückrufe musste Mercedes für den EQS durchführen. Alle betrafen jeweils Fahrzeuge im Baujahr 2021 zunächst wegen mangelhafter Schrauben an den vorderen Bremszylindern, anschließend war das Mode-2-Ladekabel mit fehlerhafter Materialzusammenstellung der Isolierung betroffen.

Brandgefahr bestand außerdem bei Fahrzeugen, bei denen es mit inkorrekter Verbindung der elektrischen Erdung zu höheren Widerständen kam. Zu guter Letzt musste Mercedes noch ein loses Polycarbonat-Bauteil zwischen Windschutzscheibe und Panoramadach beheben, das sich während der Fahrt lösen konnte.

Fast nur das Mindestmaß an Garantie

All diese Mängel liefen natürlich außerhalb der Garantieleistung und wurden im Rahmen von Rückrufaktionen für die Kundschaft kostenfrei behoben. Trotzdem ist es schade, dass Mercedes als Premium-Hersteller mit zwei Jahren nur das Minimum an Garantie auf das gesamte Fahrzeug gibt. Äußerst lang ist allerdings die Garantielaufzeit gegen Durchrostung von ganzen 30 Jahren!

Lobenswert ist auch die Garantie für die Batterie. Statt nach 8 Jahren garantiert Mercedes auch nach 10 Jahren oder 250.000 Kilometern noch eine Kapazität von mindestes 70 Prozent.

Mercedes-Benz EQS FAQs

Bestellbar ist der Mercedes EQS bereits ab sofort. Auch die Auslieferung der Fahrzeuge begann bereits im Herbst 2021.

Der Mercedes-Benz EQS beginnt bei einem Listenpreis von 107.327 €. Staatliche Förderungen für Elektromobilität gibt es dabei nicht, weil der EQS die Obergrenze des Nettolistenpreises übersteigt.

Die ersten Mercedes EQS Modelle waren ab Herbst 2021 bei den Mercedes-Händlern. Zusätzlich plant Mercedes eine sportliche Variante mit bis zu 760 PS, die es vermutlich erst gegen Ende 2022 geben wird.

Mercedes-Benz EQ ist eine Submarke für Elektroautos. Auch bei smart kommt die Bezeichnung EQ zum Einsatz. Die beiden Buchstaben sind eine Zusammensetzung aus dem Anfangsbuchstaben des Wortes "Electric" und der Abkürzung für den Intelligenzquotienten "IQ". Entsprechend lautet der Slogan der Submarke EQ "Electric Intelligence".

Das Mercedes EQS SUV wurde 2022 vorgestellt und soll noch Ende des Jahres in den Verkauf gehen.

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