Mercedes-Benz EQA im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Mercedes-Benz EQA werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Mit dem Mercedes-Benz EQA ist Daimler endlich das gelungen, worauf die Kundschaft der Marke lange gewartet hat: Ein Elektro-SUV, das Reichweite, Platz und Alltagstauglichkeit im attraktiven Design vereint. Und das alles zu einem akzeptablen Preis. Verdient der EQA also seinen Stern?

  • Hohe Reichweite bereits in der Basisversion
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Magere Grundausstattung 
  • Nur mittelmäßiges Platzangebot hinten

Auf den ersten Blick ist nichts zu sehen. Heißt: Das Label “Elektroauto” ist dem Mercedes EQA nicht ins schicke Blech geschrieben. Klar, der geschlossene Grill und das durchgehende Band aus Heckleuchten ordnen ihn innerhalb der aktuellen Modelle von Daimler als Stromer ein. Dazu muss man sich aber mit der Marke schon gut auskennen. Ansonsten unterscheidet den Mercedes EQA wenig vom GLA mit Benzin- oder Dieselmotor. Das Mittelklasse-SUV wurde schließlich von Anfang an so konzipiert, dass die Basis sowohl konventionell als auch mit Strom betrieben werden kann.

Das hat Vor- aber auch Nachteile. Das Positive: Groß umgewöhnen müssen sich Autofahrer:innen beim Mercedes EQA nicht. Wer schon einmal einen Benz gefahren ist, findet sich auch im Stromer sofort zu recht. Der Nachteil: Die Reichweite von Modellen mit Zwitter-Basis fällt oft niedriger aus als bei speziell entwickelten Elektroautos. Aber ist das beim Mercedes EQA auch so?

Endlich ein Tesla-Konkurrent

Hier kann Entwarnung gegeben werden. Bis zu 430 Kilometer verspricht Daimler - zu einem akzeptablen Preis. Der EQA ist endlich das Auto, das den Modellen von Tesla die Stirn bieten kann. 43.970,50 Euro kostet der EQA 250, 58.620 Euro das günstigste bisher verfügbare Model Y des Konkurrenten. Wobei Daimler bereits den Herstelleranteil der Elektroauto-Förderung abgezogen hat - mit dem Zuschuss vom Staat rangiert der EQA um die 38.000 Euro. Da kann der Tesla nicht mithalten. Konkurrenz gibt es trotzdem genug. Für Mercedes ist der EQA das Einstiegsmodell in die Elektromobilität und soll dem VW ID.4, dem Opel Mokka-e und dem Skoda Enyaq iV die Kundschaft abjagen.

Die Chancen dafür stehen gut. Wenn es um die Verarbeitung geht, macht den Schwaben niemand etwas vor. Das sieht edel aus, ist penibel eingepasst - und kommt einem irgendwie bekannt vor. Na klar, der Innenraum stammt eins zu eins aus dem GLA. Die hochwertigen Kunststoffe, das Leder, die Chromapplikationen, alles wie im kompakten SUV mit Benziner oder Diesel.

Zwei Displays als zentrale Bedieneinheiten

Die Bedienung erfolgt deswegen ebenfalls über zwei 10,25 Zoll große Displays, hier haben Mercedes-Fahrer:innen die Qual der Wahl. Entweder touchen und swipen auf dem mittleren Bildschirm, per Fingerauflage in der Mittelkonsole oder mit den Daumen am Lenkrad, an dem sich kleine Sensoren befinden. Zu empfehlen ist das aber nicht, dafür braucht es schon ein sehr präzises Fingerspitzengefühl.

Besser funktioniert “Hey Mercedes”. Mit diesem kurzen Gruß aktiviert die Software des EQA die freie Sprachbedienung, die mittlerweile erstaunlich gut funktioniert. Zumindest, solange es sich um einfache Befehle wie “Navigation starten” handelt. Sobald es mehr ins Detail geht, verliert die Software den Faden. Beeindruckend ist hingegen das Navi: Das berechnet die Zeit zum Ziel inklusive etwaiger Ladezeiten. 450.000 Ladepunkte in 31 Ländern sind verzeichnet.

Vorne viel Platz, hinten Knie anziehen

Das Platzangebot ist gut, vor allem vorne. Hier zeigen sich die Vorteile eines SUVs. Die Kopffreiheit ist luftig, die Breite des Autos vermittelt ein gutes Raumgefühl. Hinten reicht die Note gerade noch für “ausreichend”. Hier zeigt sich, dass es sich beim Mercedes EQA um keine reine Elektroauto-Entwicklung handelt.

Unter dem Fahrzeugboden auf den hinteren Plätzen sind die Batterien verbaut, so dass die Beine ab einer gewissen Größe stärker angewinkelt sind. Das ist gerade auf langen Strecken unangenehm. Der Kofferraum ist mit einer Größe von 340 bis 1.320 Liter im Klassenschnitt, jedoch deutlich kleiner als im GLA: Der kommt auf 435 bis 1.430 Liter.

Drei Motorisierungen für den EQA

Aktuell gibt es den Mercedes EQA mit drei Motorisierungen: Los geht es beim 43.970,50 Euro teuren EQA, dem Einstiegsmodell der Reihe, dessen Bruttopreis nicht nur zufällig knapp unter 40.000 Euro rangiert: So wird gesamte Modellpalette mit der höchsten Summe von 9.000 des Elektroauto-Bonus von Bundesregierung und Hersteller gefördert. Der Mercedes EQA 250 ist ein Fronttriebler und leistet 190 PS, die ausreichend sind für das kompakte SUV - mehr aber auch nicht. Begrenzt wird wie bei vielen Stromern bei 160 km/h.

Zur Auswahl bei den Fahrstufen stehen wie gewohnt Eco, Comfort und Sport zur Verfügung, die sich darauf auswirken, wie sich Lenkung, Antrieb und Federung des Mercedes EQA verhalten. Auffällig ist, dass sich im Modus mit der größten Reichweite das SUV etwas schwammig fährt. Die Leistung ist aber immer noch mehr als ausreichend. Deutlich mehr Spaß macht natürlich der Sport-Modus, der die gewohnten wahnwitzigen Beschleunigungen bietet, die nur ein Elektroauto zustande bekommt. Dann reagiert auch die Lenkung direkter und vermittelt ein besseres Gefühl für die Straße.

Noch schneller geht es mit den beiden weiteren Versionen des Mercedes EQA voran, die Daimler mittlerweile anbietet. Das liegt auch daran, dass beim 300 4Matic (ab 50.563,10 Euro, inklusive Herstellerbonus) und 350 4Matic (ab 53.240,60 Euro, inklusive Herstellerbonus) an der Hinterachse ein weiterer Motor arbeitet und alle Räder antreibt. Das SUV kommt so auf 228 PS, beziehungsweise 292 PS. Im besten Fall beschleunigt der Mercedes EQA in sechs Sekunden auf 100 km/h.

Reale Reichweite bei 350 bis 380 Kilometer

Mit der Reichweite des Stromers dürfte es dann aber nicht mehr so weit her sein. Maximal 425 bis 430 Kilometer sind es je nach Modell laut dem aktuellen Testzyklus WLTP im Schnitt, im Test pendelte sich der EQA eher zwischen 350 und 380 Kilometern ein, was durchaus ein alltagstauglicher Wert ist. Energie zurückgewonnen werden kann in fünf Stufen durch Rekuperation, wenn der Fuß vom Gaspedal geht und das SUV automatisch bremst und so Energie in die Batterie speist. Wie stark diese ist, lässt sich am Lenkrad per Schaltwippen einstellen. Das aufpreispflichtige Assistenzsystem EcoAssist kann das auch automatisch. Es passt sich an die Verkehrsbegebenheiten an und gibt dementsprechend Gas (oder eben nicht).

Ist der Mercedes EQA dann doch einmal am Ende seiner Batteriekapazität angelangt, lässt sich das SUV erfreulicherweise mit bis zu 100 kW laden. Das füllt den Akku innerhalb von 30 Minuten auf bis zu 80 Prozent. Solche Schnellladestationen gibt es zumeist aber nur an Autobahnen. An der heimischen Wallbox dauert es länger: fünf Stunden und 45 Minuten. Den Verbrauch des EQA gibt Mercedes mit 17,7 kWh an, er dürfte aber eher bei um die 20 kWh liegen. Zusätzlich Energie spart im Winter eine serienmäßige Wärmepumpe, so dass die Heizung nicht die Reichweite des SUVs beeinträchtigt.

Viele Sicherheitssysteme kosten extra

Mit an Bord sind in der Basisversion ansonsten Spur- und Bremsassistenten, LED-Scheinwerfer, Navigationssystem und Rückfahrkamera, die sich wie bei jedem SUV besonders bezahlbar macht. Mercedes-typisch ist das aber nur der Einstieg in die (teure) Welt der aufpreispflichtigen Extras. Denn wenn man bedenkt, was bei heutigen Automobilen in Bezug auf Sicherheits- und Assistenzsysteme alles möglich ist, ist der Mercedes EQA ab Werk eher mager ausgestattet.

Denn eigentlich wäre so viel mehr möglich. Die Navigationssoftware des EQA ist zum Beispiel in der Lage, die virtuelle mit der realen Welt zu vereinen. Dann werden auf einem Kamerabild im Display die Navigationsanweisungen der Software ins Echt-Bild eingeblendet (464,10 Euro). Für 351,05 Euro erkennt das SUV Verkehrszeichen, für 1.439,90 Euro gibt es einen Vorgeschmack auf das autonome Fahren. Selbst das Ladekabel für die Haushaltssteckdose kostet 321,30 Euro extra.

Fazit: Die Zutaten stimmen

Das kann aber nicht davon ablenken: Mit dem EQA ist Mercedes endlich ein Stromer gelungen, der ihn für die breite Masse interessant macht. Die Zutaten stimmen: Kompakte SUVs liegen im Trend, mit einem Brutto-Basispreis von knapp unter 40.000 Euro ist der EQA mit der höchsten Summe von 9.000 Euro förderfähig. Allerdings heißt es sich ranhalten: Das Einstiegs-SUV soll nur ein Jahr lang erhältlich sein. Danach folgt noch eine AMG-Version. Die dürfte aber deutlich teurer sein. Typisch Mercedes eben.

8/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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