Mazda MX-30 im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Mazda MX-30 werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Der Mazda MX-30 ist das erste Elektroauto der japanischen Marke. Nicht weiter verwunderlich, dass Mazda sich dabei an zwei Kernelementen orientiert, die derzeit auf dem Automarkt so richtig gut ziehen: Stadttauglich und SUV. Aber was banal klingt, kommt in Form des MX-30 ganz schön ausgefallen daher. Wie gut funktioniert das E-Rightsizing-Crossover von Mazda?

  • Polarisierendes Türenkonzept
  • Ansprechendes Interieur mit Kork
  • Kleine Batterie mit geringer Reichweite
  • Hohe Serienausstattung

Mazda schlägt einen anderen Weg ein als viele andere Autokonzerne. Statt ein bestehendes Modell zu elektrifizieren, startet Mazda den Einstieg in die Elektromobilität direkt mit einer neuen Identität. Der CX-30 etwa hätte sich für den Umbau auf einen Elektromotor angeboten, doch stattdessen stellt uns Mazda den MX-30 hin - ähnlicher Name und doch eine komplette Neuentwicklung.

Erfolgskonzept: kompakt und elektro

Den sortiert man, wie sollte es auch anders sein, direkt in eines der beliebtesten Fahrzeugsegmente überhaupt ein: Die Kompakt-SUVs. Dabei lesen sich die Außenabmessungen des MX-30 beinahe wie ein Eintrag aus dem Lexikon dieser Fahrzeugklasse. 4,40 Meter Länge? Hat er. 1,80 Meter Breite? Hat er. 1,60 Meter Höhe? Naja, nicht ganz. Nur 1,56 Meter Höhe listet das Datenblatt auf. Bei den Außenabmessungen, die zwischen CX-30 und MX-30 beinahe identisch sind, hört es dann auch schon auf mit den Gemeinsamkeiten.

Bei der Benennung als MX-30 werden Aufmerksame aufhorchen, denn das Kürzel MX war in der Vergangenheit bei Mazda durchweg mit Sportwagen belegt. Auch hier beschreitet man mit dem Elektro-SUV neue Wege und nutzt diese Buchstaben, laut eigener Aussage, künftig für besonders innovative Modelle.

Design: kantiger Kodo

Ja, das Kodo-Design, dessen Gesicht mittlerweile beinahe alle Mazda-Modelle tragen, weiß zu begeistern und findet auch bei uns reichlich Anklang. Flache, schlitzäugige Scheinwerfer und eine geschwungen abfallende Motorhaube prägen unter anderem diese Optik. Nicht so beim MX-30, dessen Optik eine Sonderstellung einnimmt. Deutlich kantiger, eckiger und ungewohnt geradlinig kommt das Kleid des City-SUVs daher. Wo die Geschwistermodelle mit geschwungenen Linien reizen und eine schlanke Figur machen, wirkt der MX-30 aufgepumpt, was nicht jedem gefällt, aber jedem auffällt.

Seine SUV-Anleihen untermauert der Mazda mit Kunststoffbeplankung, die ganz schön dick und breit ausfällt und daher ziemlich aufträgt. Ansonsten zeugt der MX-30 abseits der Standardlackierung Purweiß mit optionaler Zwei- bzw. Dreifarb-Lackierungen und abgesetztem Dach von Modebewusstsein.

Interieur: Kork für Haptik und Historie

Genauso modebewusst geht es auch im Innenraum weiter. Wo der MX-30 auf den ersten Blick mit horizontalen Linien des Armaturenbretts und der hoch abgesetzten, ebenen Schaltkanzel zunächst geschäftsmäßig wirkt, verwöhnt er zeitgleich mit hochwertiger Optik und attraktiver Haptik. Das gilt besonders für die eingesetzten Kork-Elemente der Mittelkonsole, die auf die Herkunft des Konzerns als Kork-Veredeler zurückdeuten.

Doch damit nicht genug, zeugt das Interieur des Elektro-Crossovers auch von praktischem Nutzen. Serienmäßig mit an Bord ist bereits das Head-up Display, die Klimaautomatik und auch das 8,8-Zoll-Display der Mittelkonsole, das sich über Android Auto oder Apple CarPlay mit dem Smartphone verbinden lässt. Nicht nur schick, sondern auch für zusätzliche Sicherheit sorgen schon ohne Aufpreis die Voll-LED-Scheinwerfer ebenso wie der Spurwechselassistent. Somit präsentiert sich der MX-30 innen aufgeräumt und digital mit intuitivem Bedienkonzept ohne unnötig viele Tasten und Schalter.

Doch auch hier offenbart der MX-30 ein paar Schwächen. Die Grafiken sind funktional, aber wirken etwas veraltet, die Touch-Bedienung der Klimaanlage wird nicht jedem schmecken und sorgt teils für Ablenkung während der Fahrt und die Ablagemöglichkeiten samt USB-Anschlüssen unterhalb der Mittelkonsole und des klobigen Gangwahlhebels sind vom Fahrsitz aus nur schwer erreichbar.

So viel mehr ist dann auch bei zusätzlicher Ausstattung gar nicht mehr möglich. Einige sinnvolle Features hat Mazda aber noch auf Lager. Zum Beispiel mit dem Ad'vantage Paket, das 18-Zöller, Sitzheizung vorn, Einparkhilfen vorn, elektrisch anklappbare Außenspiegel, getönte Scheiben, Mittelarmlehne hinten und diverse Zierelemente zu einem lohnenswerten Aufpreis von 500 Euro inkludiert.

Oder mit einem - wie wir finden - nicht ganz so guten Preis-Leistungs-Verhältnis noch das Komfort-Paket, das für zusätzliche 2.000 Euro außerdem noch Lenkradheizung, 230-Volt-Steckdose vorne, Enteiserfunktion für Scheibenwischer und abblendende Innen- und Außenspiegel sowie Keyless System enthält.

Wenn das nicht reicht, können dem MX-30 das Glasschiebedach, das Premium-Paket mit zusätzlichen Assistenzsystemen, 360° Monitor und Stauassistenz oder eines der Innenraum-Designpakete hinzugefügt werden, wodurch der Mazda beim Öffnen der Türen noch einladender daherkommt.

Türenkonzept: Vorne hui, hinten pfui

Apropos Türen - die muss man beim Mazda MX-30 einfach lieben oder hassen. Wie man es vom BMW i3 kennt, stattet Mazda sein City-SUV mit gegenläufigen Türen aus. Dabei sind die hinteren beiden Türen nicht an der eigentlichen B-Säule, sondern am hinteren Kotflügel angeschlagen und können nur geöffnet werden, wenn die vorderen Türen bereits offen sind.

Leider hat Mazda hierbei die Möglichkeit verpasst, die B-Säule gänzlich entfallen zu lassen, womit der MX-30 über große rahmenlose Fenster hätte verfügen können. Stattdessen sieht man dem MX-30 bei geschlossenen Türen diese Besonderheit gar abseits der fehlenden Türgriffe hinten kaum an.

Gleichzeitig ändert sich das Größenverhältnis zwischen Vorder- und Hintertür. Während die Luke hinten sehr schmal ausfällt, sind die Vordertüren umso länger und erlauben einen angenehmen Einstieg.

Auf die Rückbank möchte man dadurch allerdings nur ungern. Denn der Einstieg hinten erfordert neben dem Öffnen der Vordertüren zusätzlich Beweglichkeit, da die Hintertür nicht die gesamte Tiefe der Rückbank, sondern nur etwa die Hälfte freigibt, während die andere Hälfte weiter von der Karosserie bzw. der nach hinten verschobenen B-Säule verdeckt bleibt.

Damit bestehen zwei Möglichkeiten. Entweder mit Geduld den Vordersitz per Knopfdruck elektrisch und langsam vorschieben, einsteigen und sich anschließend nach hinten in den Sitz fallen lassen oder - und das ist vermutlich näher an der Praxis - faul sein und sich an der Lehne des Fahrsitzes festhaltend, Hinterteil voraus durch die schmale Lücke quetschen, fast so als wolle man in einen Zweitürer einsteigen.

Platzangebot: 2+2

Einmal auf der Rückbank angekommen, werden sich die einen vom MX-30 wohlig umschlossen, die anderen eingeengt fühlen. Bein- und Kopfraum stimmen vorne, sind hinten aber gering bemessen, woran auch die sehr schräg abfallende Dachlinie des Mazdas ihre Mitschuld trägt. Der sehnende Blick nach draußen ins Freie wird von der nach hinten verlagerten B-Säule eingeschränkt, welche die hinteren Fenster in zwei Bullaugen teilt. Das führt außerdem dazu, dass die Lichtverhältnisse im Fond des Mazdas ziemlich dunkel ausfallen.

Erwachsene auf der Rückbank? Das funktioniert im MX-30 für kurze Fahrten, das Platzangebot hinten bietet aber nicht das, was man von einem Kompakt-SUV erwarten könnte. So erinnert die Raumnutzung im Mazda vielmehr an einen typischen 2+2-Sitzer, denn zwei Erwachsene plus zwei Kinder - das funktioniert wunderbar.

Das gilt auch bei der Betrachtung des Kofferraums. Mit einem Volumen von 366 Litern fällt der Stauraum geringer aus als bei Konkurrenzmodellen wie dem Peugeot e-2008, in den trotz geringerer Länge knapp 40 Liter mehr hineingehen.

Batterie und Motor: "Rightsizing"

Mehr Spaß macht der Mazda, wenn man vorne links hinter dem Lenkrad Platz nimmt. Mit 145 PS Leistung, gutem Drehmoment und ohne Unterbrechung durch Schaltvorgänge entpuppt würde man sich über E-Auto-Dynamik freuen, doch das Gewicht des MX-30 sorgt für träge Beschleunigungswerte. Einen Allradantrieb gibt es übrigens für den Mazda MX-30 nicht. Den hätte er angesichts der Leistung aber ohnehin nicht nötig.

Bei Batterie und Motor wird Mazda nicht müde, das Stichwort "Rightsizing" ins Spiel zu bringen. Damit ist gemeint, die Akkukapazität und Leistung den tatsächlichen Alltagsanforderungen anzupassen, sodass nicht unnötig teure und schwere Batterien in Autos verbaut werden, deren tägliche Fahrleistung in der Stadt nur bei einigen Kilometern liegt.

Konkret bedeutet das 35,5 kWh Batteriekapazität im Mazda MX-30. Während vergleichbare SUV-Modelle etwa bei Peugeot oder Citroen eine 50 kWh Batterie besitzen, gleicht die Kapazität des Mazdas in etwa dem VW e-up! mit 32,3 kWh.

Das führt natürlich zwangsläufig zu einer geringeren Reichweite. Allerdings ist der MX-30 nicht gerade leicht und weist mit einem Stromverbrauch von stolzen kombinierten 19,0 kWh pro 100 Kilometer recht hohe Werte auf. Dadurch pendelt sich die Reichweite von 200 Kilometern gerade einmal auf einem Niveau zwischen e-up! (260 km) und smart EQ fortwo (159 km) ein.

Nochmal weniger sind es im Praxistest mit rund 160 Kilometern und deshalb hängt der MX-30 häufig am Kabel. Stöpselt man ihn an einen Schnelllader, so lädt er mit einer maximalen Leistung von 37 kW in knapp 40 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Der gleiche Ladevorgang geschieht an der hauseigenen Wallbox mit maximal 6.6 kW in 5,5 Stunden oder über die ganz normale Steckdose in 15,5 Stunden.

Lifestyle statt Pragmatismus

Das "Rightsizing" von Mazda ist ein lobenswerter Ansatz, der in der Praxis reichlich verpasste Gelegenheiten und wenig Praxisnutzen offenbart. Kleine Batterie? Ja, gerne. Aber dann bitte auch mit Vorteilen für Kofferraumvolumen, Gewicht und Verbrauch. All das kann der MX-30 nicht abliefern.

Was er kann, ist Lifestyle. Der MX-30 funktioniert über seine extravagante Designphilosophie und Leidenschaft statt über Pragmatismus. Mazdas Elektro-SUV entzieht sich einem schematischen Denken aus Pro und Contra. Entweder man will den MX-30 einfach haben - oder eben nicht.

6/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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