Honda Prelude Testbericht
Autos wie den Honda Prelude gibt es eigentlich nicht mehr. Mit ihm kehrt erschwinglicher Fahrspaß in den Alltag zurück. Und sparsam ist der Sportwagen auch noch.
Was gut ist
Was nicht so gut ist
Honda Prelude: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?
Unser Fazit zum Honda Prelude
Der neue Honda Prelude ist kein kompromissloser Rennwagen, sondern ein reifer Grand Tourer, der sportliches Design mit hoher Alltagstauglichkeit verbindet. Für uns eignet er sich ideal für Singles, Paare oder „Empty Nesters“, die Wert auf einen stilvollen Daily Driver mit niedrigen Unterhaltskosten legen. Trotz seiner Agilität liegt der Fokus auf entspanntem Reisen, wobei er deutlich mehr Komfort bietet als kompromisslose Sportwagen wie der Toyota GR86.
Mit einem Startpreis von 49.500 Euro inklusive nahezu Vollausstattung – bestehend aus einem Bose-Soundsystem und dem Honda Sensing-Assistenzpaket – bietet der Prelude viel Auto fürs Geld. Da voraussichtlich nur geringe Stückzahlen produziert werden, dürfte der Wertverlust mit etwa 40 % nach drei Jahren stabil ausfallen. Die Effizienz des Hybridsystems sorgt zudem für einen niedrigen Testverbrauch von 6 bis 7 Litern.
Attraktiv ist auch das Ladevolumen von 264 Litern, das durch Umklappen der Rücksitze auf bis zu 760 Liter anwächst, was sogar für den Transport von vier Kompletträdern reicht. Im Innenraum begeistert das asymmetrische Sitzkonzept: Der Fahrendensitz ist sportlich-straff auf Halt ausgelegt, während der Sitz daneben deutlich komfortabler ausfällt. Zudem setzt Honda auf eine intuitive Bedienung mit physischen Reglern für Klima und Lautstärke statt einer reinen „Touch-Orgie“.
Als Motor dient ein 2,0-Liter-Vollhybrid mit 184 PS, der dank 315 Nm Drehmoment durch eine spritzige und lineare Kraftentfaltung überzeugt. Das eCVT-Getriebe imitiert im S-Plus-Modus durch einen Simulationsmodus glaubhaft die Gangsprünge eines 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebes, inklusive passender Drehzahlsprünge und Zwischengas beim Herunterschalten.
Wie viel kostet der Honda Prelude?
Nachdem Audi TT, Mercedes SLK und Toyota GR86 Geschichte sind, bringt Honda mit dem neuen Prelude bezahlbaren Fahrspaß zurück. Dank effizientem Hybridantrieb (5,2 l/100 km) und moderater Kfz-Steuer (117 g CO2/km) bleiben die Unterhaltskosten gering. Da die Exklusivität bei geringen Stückzahlen den Wert stabilisiert, ist nach drei Jahren und 45.000 Kilometern ein Wertverlust von lediglich etwa 40 % zu erwarten.
Leistung und Fahrkomfort
Nach ein paar Minuten im Honda Prelude ist kaum verständlich, warum diese Art von Autos von den Straßen verschwindet. So viel Spaß hatten wir zumindest schon lange nicht mehr in einem Testfahrzeug. Doch der Honda Prelude versucht es noch einmal in einer sterbenden Fahrzeugklasse: Sportwagen, die nur halb so viel kosten wie ein Porsche 911.
Welche Motoren gibt es?
Mit gerade einmal 184 PS wirkt der Honda Prelude im Vergleich zu den vielen Elektromodellen auf dem Markt, die mit kW nur so um sich werfen, fast schon untermotorisiert. Auch wenn der Sprint von 0 auf 100 km/h in 8,2 Sekunden und eine Spitzengeschwindigkeit von 188 km/h unspektakulär wirken, können wir den Prelude dank der Kombination aus Benzin- und E-Motor als spritzig und linear in seiner Kraftentfaltung beschreiben. Der 2,0-Liter-Benziner fungiert primär als Generator für den Elektromotor, der die Vorderräder antreibt. So liegt das Drehmoment von 315 Nm sofort an.
Der Honda Prelude simuliert ein herkömmliches Getriebe
Technisch gesehen nutzt der Honda ein stufenloses eCVT-Getriebe. Durch den S-Plus-Shift-Modus simuliert dieses aber über die Schaltwippen am Lenkrad ein 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Das System imitiert Schaltdruck, Drehzahlsprünge und sogar Zwischengas beim Runterschalten so überzeugend, dass wir das sonst so verhasste laute Aufheulen von Hybridmotoren, wenn schnell Kraft zur Verfügung stehen soll, gar nicht bemerkten.
Das Coupé ist erfreulich leicht
Für einen modernen Vollhybriden ist das Coupé mit etwa 1.500 kg erfreulich leicht. Das kommt seiner Effizienz zugute. Der Normverbrauch liegt bei 5,2 Litern auf 100 km. In unseren Tests pendelte er sich zwischen sehr guten 6 und 7 Litern ein.
Kein Rennsportler, eher ein Grand Tourer
Der Prelude nutzt die Fahrwerkskomponenten des brachialen Honda Civic Type R, ist aber bewusst als Grand Tourer abgestimmt. So empfanden wir das Fahrverhalten als sehr reif, satt und komfortabel. Das Coupé ist kein harter Rennstreckensportler, sondern eher ein Daily Driver. Die Lenkung ist präzise, das Auto wankt kaum in Kurven, filtert aber Bodenwellen deutlich besser weg als der Type R. Es ist ein Auto zum Genießen, nicht zum Jagen von Bestzeiten.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Für ein sportlich geschnittenes Coupé ist der Honda Prelude überraschend praktisch. Nach Öffnen der Heckklappe entdeckten wir ein Kofferraumvolumen von 264 Litern. Das reicht problemlos für den Wochenendeinkauf oder das Gepäck eines Trips zu zweit. Nach Umklappen der Rücksitzlehnen wuchs der Stauraum auf beachtliche 663 bis 760 Liter. Honda hat den Laderaum so konzipiert, dass dann sogar vier Kompletträder hineinpassen – theoretisch gedacht für den Transport zu einem Trackday auf der Rennstrecke.
Das Platzangebot: Vorne hui, hinten pfui
Vorne saßen wir für ein Sportcoupé relativ bequem, auch große Personen passten hinein. Eine Besonderheit ist das asymmetrische Sitzkonzept: Der Fahrendensitz ist straffer und auf Halt ausgelegt, der Beifahrersitz weicher und komfortabler. Die Rückbank ist ein reiner Notsitz. Erwachsenen fehlt es dort aufgrund der abfallenden Dachlinie an Kopffreiheit, Kinder dürften es aber zumindest kurzzeitig dort aushalten.
Mehr Reisekomfort als ein Sportwagen
Der Honda Prelude nutzt die Plattform des Civic, ist aber 13 cm kürzer und durch die Coupéform im Fond deutlich enger. Er opfert die Alltagstauglichkeit des Civic für Design und Agilität. Im Vergleich zu anderen Sportwagen wie dem Toyota GR86 oder dem Mazda MX-5 bietet der Prelude mehr Reisekomfort und einen modernen, sprich sparsamen Hybridantrieb. Er positioniert sich eher gegen das BMW 2er Coupé, ist aber durch seinen Verbrauch effizienter. Anders als der Honda Civic Type R, der ein praktischer Fünftürer war, ist der Prelude ein reiner Lifestyle-Zweitürer, der aber nicht so hart abgestimmt ist.
Perfekt für Singles, Paare und Empty Nesters
Wir empfehlen den Honda Prelude vor allem Singles, Paaren oder sogenannten Empty Nesters, also Eltern, deren Kinder bereits aus dem Haus sind, die Wert auf Ästhetik legen, aber keine Rennmaschine brauchen. Das Coupé ist als Daily Driver konzipiert und eignet sich mit seinem niedrigen Verbrauch hervorragend zum Pendeln, bietet aber auf der Landstraße genug Agilität für Fahrspaß. Der Prelude ist kein Auto für Rundenrekorde auf der Rennstrecke, sondern ein Grand Tourer für entspanntes, stilvolles Reisen.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Der Honda Prelude vermittelt klassischen Fahrspaß, und das ist auch im Innenraum zu sehen. Hier treffen moderne digitale Displays auf klassische Bedienelemente. Nach ein paar Minuten im Prelude verstanden wir sofort, warum diese jahrzehntelang den Automobilbau dominierten. Ein echtes Drehrädchen oder physische Knöpfe für Lautstärke und die Klimaautomatik funktionieren einfach intuitiv. Kein Grund, das zu ändern.
Zwei Bildschirme plus herkömmliche Bedienung
Aber natürlich geht es auch nicht ohne Digital-Cockpit. Der 10,2 Zoll große Bildschirm passt sich je nach Fahrmodus an. In der Mitte des Armaturenbretts sitzt ein 9 Zoll großer Touchscreen für Navigation und Media. Apple CarPlay und Android Auto sind serienmäßig integriert. Dazu gibt es eine induktive Ladeschale für Smartphones, zwei USB-C-Anschlüsse und ein hochwertiges Bose-Soundsystem.
Zwei unterschiedliche Sitze für den Fahrenden und Beifahrenden
Am Innenraumdesign gefiel uns das sachliche Cockpit, das aufgeräumt und auf den Fahrenden fokussiert ist. Die Verarbeitung ist solide, während der Fahrt klapperte oder quietschte nichts. Zum Einsatz kommen Materialien wie Kunstleder und Einsätze in Wildlederoptik mit farbigen Kontrastnähten. Highlight sind die asymmetrischen Vordersitze. Der Fahrendensitz ist straffer gepolstert und bietet stärkeren Seitenhalt. Der Beifahrendensitz ist breiter, offener und komfortabler gestaltet.
Fast Vollausstattung zum Basispreis
Besonders hervorheben möchten wir, dass Honda den Prelude bereits so gut wie in Vollausstattung zum Startpreis von 49.500 Euro anbietet. Optional stehen lediglich verschiedene Außenlackierungen und zwei Innenraum-Farbkonzepte zur Wahl: Dunkelblau, Weiß oder Schwarz mit blauen Nähten. Aus Gewichtsgründen und für ein puristisches Sportwagengefühl verzichtet Honda bewusst auf schwere Komfort-Extras wie elektrische Sitze, eine elektrische Heckklappe oder ein Head-Up-Display.
Wider den Trend
Was den Honda Prelude für uns auszeichnet ist, dass er sich bewusst von aktuellen Autotrends absetzt. Es gibt keine Touch-Orgie im Innenraum, sondern klickende Regler, die an die besten Zeiten von Audi erinnern. Die tiefe Sitzposition vermittelte uns sofort ein Sportwagengefühl, das uns gut mit dem Fahrzeug verband und eine echte Nähe zur Straße ermöglichte.
Wie hoch ist der Verbrauch des Honda Prelude?
Der Honda Prelude im Jahr 2026 ist ausschließlich als Vollhybrid erhältlich, der einen 2,0-Liter-Benziner mit zwei Elektromotoren kombiniert. Das führt in unserem Test zu einem beeindruckenden Verbrauch. Obwohl der Prelude auf Fahrspaß ausgelegt ist, benötigt er real nur zwischen 6 und 7 Litern auf 100 km. Bei sportlichen Fahrten in den Bergen stieg der Wert auf 8 bis 10 Liter an. Offiziell gibt Honda 5,2 Liter auf 100 km an.
Deutlich weniger durstig als die Konkurrenz
Im Vergleich zur Konkurrenz wie dem Toyota GR86, dem Subaru BRZ oder dem BMW 2er Coupé punktet der Prelude mit deutlich geringeren Verbrauchswerten und überlegener Alltagseffizienz. Die anderen Modelle in diesem Segment setzen alle auf reine Verbrennungsmotoren. Diese sind grundsätzlich durstiger als die Hybridtechnik im Honda. Das Einzige, was wir uns für noch mehr Fahrspaß wünschen würden, ist ein Allradantrieb. Den gibt es für den Prelude allerdings nicht, da er auf die Technik des Honda Civic setzt, der ausschließlich mit Frontantrieb produziert wird.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Da der Honda Prelude erst im Frühjahr 2026 auf den Markt gekommen ist, gibt es noch keine Euro NCAP Crash-Test-Ergebnisse. Das Coupé ist mit dem Honda Sensing Paket ausgestattet. Dieses umfasst eine adaptive Geschwindigkeitsregelung, einen Totwinkelassistenten, Notbremssysteme mit Fußgängererkennung sowie einen Spurhalteassistenten. Eine clevere Funktion fiel uns auf: Wenn bei einem Unfall der Airbag ausgelöst wird, aktiviert sich automatisch dauerhaft das Bremslicht, um den Folgeverkehr zu warnen.
Zurückhaltende Assistenzsysteme, nur der Tempolimit Warner nervt
Im Vergleich mit anderen Fahrzeugen stellten wir fest, dass die Assistenzsysteme den Fahrer nicht bevormunden. So greift zum Beispiel der Spurhalteassistent selbst bei sportlicher Fahrweise sehr sanft ein und lässt das Fahren der Ideallinie am Rand der Markierung zu, ohne aggressiv gegenzulenken. Einzig der Tempolimitwarner piepte bei unseren Testfahrten penetrant und ließ sich nicht deaktivieren.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Honda bietet für den neuen Prelude eine Herstellergarantie von 3 Jahren oder 100.000 km. Diese lässt sich auf bis zu 8 Jahre oder 160.000 km verlängern, sofern alle Inspektionen vertragsgemäß bei einem offiziellen Honda-Händler durchgeführt wurden. Da das Sportcoupé jedoch erst im Frühjahr 2026 auf den Markt kam, existieren noch keine langfristigen Erfahrungswerte. Es gibt weder Daten für die TÜV-Reports noch für die ADAC-Pannenstatistik. Bekannte Rückrufe existieren ebenfalls noch nicht.