Dacia Spring im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Dacia Spring werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

Elektromobilität ist für viele bisher unerschwinglich. Der Dacia Spring könnte das jetzt ändern. Mit einem Preis abzüglich aller Förderungen von etwa 12.000 Euro ist das SUV unschlagbar günstig. Dafür muss die Kundschaft Abstriche machen.

  • Niedriger Preis
  • Ordentliche Qualität der Materialien
  • Schwaches Fahrwerk und hohe Geräuschentwicklung
  • Geringe Reichweite außerhalb der Stadt

Nachdem er lange herbeigeredet wurde, ist der Elektroauto-Boom endlich da. Kein anderes Segment legte im vergangenen Jahr so zu wie das der Stromer. Was viele dabei allerdings übersehen: Trotz Förderungen von bis zu 9.000 Euro sind die meisten Modelle immer noch teuer und im besten Fall so günstig wie ein vergleichbarer Verbrenner. Wer nicht mindestens 20.000 Euro investiert, kommt auf dem Markt für Elektroautos nicht weit. Zumindest bis jetzt. Denn mit Dacia wagt sich ein Hersteller in dieses Segment vor, der vor allem für eine radikale Preispolitik steht. Keiner verkauft billigere Autos in Europa als der rumänische Ableger von Renault.

Der Sparkurs zeigt sich überall beim Dacia Spring, dem ersten Elektroauto der Marke. Das ist natürlich, wie nicht anders zu erwarten, ein SUV. Wobei es der Begriff "SUVchen" wohl besser trifft. Mit einer Länge von 3,73 Meter rangiert er sogar noch unter dem Kleinwagensegment. Zum Vergleich: Der aktuelle VW Polo kommt auf etwas mehr als vier Meter. Dafür hat es der Preis des Dacia Spring in sich. Los geht's ab 20.490 Euro, abzüglich von 9.000 Euro Elektroautoförderung kostet das kleine SUV gerade einmal knapp 12.000 Euro. Es ist damit der billigste Stromer auf dem deutschen Markt. Aktuell bestellbar ist nur die Version "Comfort Plus" für 21.790 Euro, die etwas teurer ist. 

Für diesen Preis müssen Kaufende Abstriche machen. Da wäre als erstes die Optik: Der Dacia Spring ist baugleich mit dem seit 2019 in China verkauften Renault K-ZE und wird sicher keinen Schönheitspreis gewinnen, zumindest im Vergleich mit dem knuffigen Renault Twingo aus dem Konzern, der ähnlich bepreist ist. An der Front dominieren die serienmäßigen LED-Scheinwerfer, es gibt schwarze Kunststoffelemente an den Flanken, die den rustikalen SUV-Charme unterstreichen. Wer die vorherigen Modelle von Dacia noch in Erinnerung hat, dürfte aber positiv überrascht sein: Besonders einfallsreich ist das Design nicht, aber es verströmt auch nicht mehr den zweifelhaften Charme der Nullerjahre.

Rustikale Verarbeitung im Innenraum

Das lässt sich leider nicht über den Innenraum sagen. Es dominieren schlichtes Hartplastik und eine simple, aber ordentliche Verarbeitung. Früher neigten bei Dacia die Materialien zum Knarzen, das ist mit der aktuellen Fahrzeuggeneration behoben. Das sieht alles sehr schmucklos aus, verrichtet aber seinen Dienst.

Die Sitze sind bequem, bieten aber nur wenig Seitenhalt. Platz ist vorne zwar überraschend viel, gerade wenn es um die Kopffreiheit geht, das wird aber in der Basisversion durch die fehlenden Verstellmöglichkeiten getrübt. Der Sitz lässt sich nur vor- und zurückschieben, nicht in der Höhe anpassen. Das Lenkrad bietet gar keine Möglichkeit zum Verstellen und verdeckt deswegen, je nach Körpergröße, die Sicht auf einen Teil der Instrumente. So eine gute Sitzposition zu finden, ist schwierig.

Hinten ist es auf aufgrund der geringen Länge des Dacia Spring noch beengter. Sitze gibt es sowieso nur zwei, für lange Beine ist wenig Platz und auch die Kopffreiheit ist stark begrenzt. Der Kofferraum ist mit 270 Liter (umgeklappt 1.100 Liter) überschaubar und deutlich kleiner als beim aktuellen Polo (351 / 1.125 Liter). Ein Manko: Die Rückbank lässt sich nur komplett und nicht geteilt umlegen - zu dritt ins Möbelhaus und sperrige Pakete transportieren geht also nicht.

Dafür gibt es in der Version "Comfort" des Dacia Spring elektrische Fensterheber vorn, Klimaanlage und elektrisch einstellbare Außenspiegel. Ebenso im Paket: DAB-Radio, USB-Anschluss, Bluetooth und die Lichtautomatik. Für Dacia in der Vergangenheit nicht unbedingt eine Selbstverständlichkeit.

Simple Digitalanzeigen

Das Tachomodul des Dacia Spring ist eher einfach aufgebaut. Ein Display, das nach heutigem Stand seinen Namen verdient, sucht man vergebens. Stattdessen gibt es analoge Elemente und Digitalanzeigen, die an einen einfachen Wecker erinnern. Sie geben Auskunft über das Tempo, die Reichweite und den Verbrauch. Mehr braucht es in einem Elektroauto aber eigentlich auch nicht.

Ein Bildschirm in der Mittelkonsole darf heute in einem elektrischen SUV nicht mehr fehlen - selbst, wenn es von Dacia kommt. In der Version "Comfort Plus" des Spring bietet der Hersteller ein sieben Zoll großes Display mit den üblichen Smartphone-Integrationen und einer Rückfahrkamera an. Die ist für das Einparken des Mini-SUVs zwar nicht wirklich nötig, erleichtert aber die Parkplatzsuche. 

Nur mit einem Motor mit 45 PS

Auch beim Fahren müssen Interessierte des Dacia Spring Abstriche machen. Das Elektro-SUV gibt es nur in einer Ausführung mit 45 PS. Das ist selbst für konventionelle Kleinwagen deutlich untermotorisiert. Der aktuelle Renault Twingo startet bei 65 PS. Die geringe Leistung ist dem Dacia Spring im Alltagsbetrieb aber nicht anzumerken. Klar, die beeindruckenden Sprints vieler Elektroautos sind nicht drin, aber mit einem vergleichbaren Einstiegsbenziner der Kleinwagenkonkurrenz kann der Dacia Spring locker mithalten.

Bis Tempo 70 geht es flink voran, danach wird es zäher, dafür sind 45 PS einfach zu wenig. Die Autobahn dürfte eh nicht das bevorzugte Einsatzgebiet des E-SUVs werden. Mit einer Reichweite im Schnitt von 230 Kilometer qualifiziert sich der Spring eher als klassisches Stadtauto oder für einen Kurztrip am Wochenende.

Reichweite in der Stadt maximal 305 Kilometer

Der Federungskomfort ist in Ordnung, manchmal fühlt es sich im Dacia Spring aber arg rumpelig an. Jeder Schlag wird direkt an die Reisenden wiedergegeben und die Geräuschdämpfung im Inneren lässt zu wünschen übrig. Da sollte Renault in Zukunft nachbessern. Die Lenkung vermittelt wenig Gefühl zur Fahrbahn und ist arg leichtgängig, der Dacia Spring unterscheidet sich hier aber wenig von anderen aktuellen Fahrzeugen im Niedrigpreis-Segment. Rekuperieren, also durch Fuß vom Gas Energie in die Batterie zurückführen, kann das SUV, allerdings nur in einer Stufe. Zu einem echten Ein-Pedal-Stromer macht das den Dacia Spring nicht.

Geladen wird das erste Elektroauto der Marke an der Front. Das Logo im Kühler aufklappen, dahinter verbirgt sich der Anschluss für Wallbox und Ladesäule. Die Batterie des SUVs ist mit 27,4 kWh relativ klein, dafür verbraucht der kleine Stromer mit 13,9 kWh auf 100 Kilometer nicht sonderlich viel Energie. Größere Stromer pendeln sich eher bei 20 kWh ein. Im Stadtmodus kommt der Dacia Spring immerhin auf bis zu 305 Kilometer Reichweite.

Längere Ladezeiten

Die Ladezeiten sind ausbaufähig: An einer Wechselstromstation (AC) mit 3,7 kW Ladeleistung sind es acht Stunden und 28 Minuten, am Schnelllader (DC) mit 30 kW (600 Euro Aufpreis), dauert es 56 Minuten bis die Akkus 80 Prozent gefüllt sind - die Konkurrenz schafft das in 30 Minuten. An der Haushaltssteckdose müssen Dacia Spring Fahrende Geduld mitbringen: Hier sind es 13,5 Stunden.

Bezüglich der Sicherheit gibt sich der Dacia Spring Comfort Plus mit ABS, ESP und Notbremsassistent zufrieden - mehr bietet der Konfigurator nicht, auch nicht gegen Aufpreis. Wem also Fußgängererkennung, Stauassistent oder eine Vernetzung seines Autos wichtig ist, muss sich bei einem anderen Hersteller umschauen.

Fazit: E-Mobilität zum kleinen Preis

Aber mal ehrlich: Das ist auch nicht die Kundschaft, die Dacia mit seinen Autos anvisiert. Der Dacia Spring ist ein konsequent auf den Preis optimiertes Elektroauto. 21.790 Euro kostet das aktuell erhältliche Modell Comfort Plus, abzüglich der E-Prämie bleiben noch 12.790 Euro - in der aktuellen Topausstattung wohlgemerkt, inklusive Navi, Digital-Display, und LED-Tagfahrlicht. Da bieten viele Herstellern nicht in der Basisversion, schon gar nicht zu solch einem Preis.

Ja, es gibt viel am Dacia Spring auszusetzen, doch das dürfte viele Interessierte nicht stören. Wer über diese Mankos hinwegsehen kann, für den bietet der Dacia Spring den Einstieg in die Elektromobilität mit solider Renault-Technik für kleines Geld.

7/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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