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Dacia Jogger im Test

Ihr nächstes Auto soll ein Dacia Jogger werden? Erfahren Sie alles Wichtige zu diesem Modell in unserem ausführlichen Testbericht!

4,7/5 aus 13.366 Bewertungen

Dacia fahren, ist eine bewusste Entscheidung: Tausche Komfort-Überflüssigkeiten gegen notwendige Technik. Der Jogger ist das bisher beste Auto des rumänischen Herstellers. Und zeigt, dass auch weniger mehr sein kann.

  • Hervorragendes Platzangebot 
  • Niedriger Benzinverbrauch
  • Nur zwei Motorisierungen erhältlich
  • Kein Automatikgetriebe

Dacia hat einen Nerv getroffen. Während alle anderen Autohersteller irgendwie „Premium“ sein wollen, konzentriert sich die rumänische Tochter von Renault vollkommen auf das Niedrigpreissegment. Nahezu in jeder Klasse bietet Dacia das günstigste Auto an. Egal ob Kleinwagen, SUV, Kombi oder Elektroauto – wenn es um den Preis geht, schlägt den Hersteller niemand. Der Nachteil: Das zeigte sich in der Vergangenheit gerne auch einmal in der Qualität. Dacia sind eher rustikal als verspielt. Technisch gesehen gibt es nur das Nötigste.

Doch die Marke ist im Wandel. Was früher nach Modellen aus den 80er Jahren im osteuropäischen Design aussah, schließt nun immer mehr zur Konkurrenz auf. Dacia sind mittlerweile schick. Was sich nicht geändert hat: Der Preis ist immer noch heiß. Da macht auch der neue Dacia Jogger keine Ausnahme. Hier kombiniert der Hersteller geschickt Elemente von SUV, Kombi und Van – und das alles für unter 14.000 Euro. Selbst voll ausgestattet kostet der Jogger abhängig vom Motor kaum mehr als 18.000 Euro. Das fangen andere Hersteller in dieser Größe erst an.

Familienauto mit SUV-Elementen

Zuerst vorgestellt hat Dacia den Jogger 2021 auf der IAA Mobility in München. Auf dem Crossover lasten eine Menge Erwartungen. Der Jogger soll den Dacia Logan MCV, den Lodgy und den Dokker ablösen. Durchaus keine leichte Aufgabe. Dacia löst das geschickt. Der Jogger ist so groß wie ein Kombi und so geräumig wie ein Van. Das Design leiht sich ein paar Elemente bei SUVs aus. Das heißt, der Jogger zitiert Offroad-Elemente. Ohne geht es heute offensichtlich nicht mehr. Dazu gehören Planken an den Radhäusern, ein angedeuteter Unterfahrschutz, eine höhere Bodenfreiheit und eine Dachreling. Mit 20 Zentimeter über der Fahrbahn liegt der Dacia Jogger aber tatsächlich höher auf der Straße als so manches echte SUV.

Die Front wird von den langgezogenen Scheinwerfern und einem breiten Kühlergrill dominiert. Diese Elemente zieren auch die anderen aktuellen Modelle von Dacia und der Hersteller bleibt somit seiner Designlinie treu. Ansonsten ist der Dacia schnörkellos – was durchaus als Kompliment gemeint ist.

Karge Ausstattung in der Basis-Variante

Wie gewohnt ist der Dacia Jogger in der Basis-Variante eher karg ausgestattet. Irgendwo muss gespart werden. Es gibt im Einstiegs-Jogger weder Klimaanlage noch ein im Abstand verstellbares Lenkrad. Ebenso müssen die Außenspiegel manuell eingestellt werden. Auf der anderen Seite: mit sehr viel Ausstattung, die unter anderem Alufelgen, Rückfahrkamera und Keyless-go beinhaltet, kostet der Jogger nur etwas mehr als 17.000 Euro. Für einen Familien-Van ist das kaum zu schlagen.

Der Innenraum präsentiert sich gewohnt schlicht. Wobei man Dacia durchaus zugestehen kann, dass sich viel im Vergleich zu den vorhergehenden Modellen getan hat. Der Großteil des Innenraums besteht zwar aus Hartplastik, wird aber durch Chrom-Applikationen und einer Stoffeinlage auf der Mittelkonsole aufgelockert. Alles ist gut verarbeitet und übersichtlich. Das Armaturenbrett kennen Dacia-Fahrende bereits aus dem Sandero.

Tasten statt Displays

Die Funktionen sind übersichtlich angeordnet, nur die Tasten für die Heizung liegen ungewöhnlich tief. Positiv für Touchscreen-Muffel: Die Klimaanlage wird mit klassischen Drehreglern bedient, auf die wichtigsten Funktionen erfolgt der Zugriff per Tasten. In der Basis-Variante gibt es noch kein Display, das muss extra geordert werden. Ab der Comfort-Ausstattung spendiert Dacia ein Infotainment-System mit Display.

Immer inklusive ist die Verknüpfung mit dem Smartphone. Eine Navigationsfunktion bietet Dacia aber erst ab der höchsten (und teuersten) Ausführung des Touchscreen-Displays an. Das „Media Nav“ spiegelt den Inhalt des Smartphones kabellos per WLAN-Verbindung. Das acht Zoll große Display ist aufgrund der Reduktion auf wesentliche Funktionen übersichtlicher als bei der Hightech-Konkurrenz und reagiert schnell.

Viel Platz, selbst in Reihe drei

In den Dacia Jogger passen je nach Konfiguration fünf bis sieben Personen. Schiebetüren sind nicht im Angebot. Ist Sitzreihe drei mitgeordert (800 Euro Aufpreis), müssen die Sessel in Reihe zwei nach vorne geklappt und dann nach hinten geklettert werden. Das funktioniert einfacher, als es klingt. Das Platzangebot auf beiden Sitzen im Kofferraum ist sogar ausgesprochen gut – beziehungsweise besser als bei vielen anderen Fahrzeugen mit drei Sitzreihen auf dem Markt. Sogar Erwachsene über 1,75 Meter nehmen hier bequem Platz.

Der Kofferraum schrumpft dann auf überschaubare 160 Liter. Ohne die dritte Sitzreihe sind es 607 bis 1.819 Liter. Dazu müssen die zehn Kilogramm schweren Sessel ausgebaut und die Sitze der zweiten Reihe hochgeklappt werden. In den ersten beiden Reihen geht es geradezu verschwenderisch zu. Platzangst sollte hier niemand bekommen. Die Kopf- und Beinfreiheit ist großzügig. Der Dacia Jogger unterstützt das durch die tief heruntergezogene Fensterlinie.

Aktuell nur zwei Motoren

Wie bei Dacia üblich, ist die Motorenauswahl überschaubar. Zwei Dreizylinder mit jeweils 1,0 Liter Hubraum sind im Angebot. Der Benziner leistet 110 PS, der LPG-Motor 101 PS. Autogas-Varianten führen in Deutschland ein Nischendasein, interessant ist diese Variante trotzdem. In Europa beispielsweise verkauft Dacia 35 Prozent seiner Autos mit diesem Antrieb. Auch im Jogger hat der Hersteller einen 40 Liter fassenden LPG-Tank und einen 50-Liter-Benzintank verbaut. Das reicht für 1.000 Kilometer ohne Tankstopp. Das schaffen nicht einmal die meisten Diesel-Fahrzeuge.

Der Benziner mit 110 PS ist auf jeden Fall mehr als ausreichend für den Dacia Jogger. Das Crossover hängt gut am Gas, der Dreizylinder verrichtet aufgrund des geringen Gewichts von 1,2 Tonnen seinen Dienst mühelos. Ein Durchschnittsverbrauch von 5,6 bis 5,7 Liter ist für ein Auto dieser Größe gut. Das aktuelle sechsstufige Getriebe ist perfekt abgestimmt, selbst bei hohen Drehzahlen fällt der Motor nicht unangenehm laut im Innenraum auf. Schluss auf der Autobahn ist bei 183 km/h. Einziger Wermutstropfen: Ein Automatikgetriebe gibt es noch nicht. Im nächsten Jahr soll ein Dacia Jogger mit Hybridantrieb und Automatik folgen. Der Motor ist bereits aus dem Renault Clio bekannt. Sicher ist das aber noch nicht. Dacia macht die Markteinführung von den Verkaufszahlen abhängig und davon, ob die Kundschaft diesen Antrieb auch wirklich will.

Der LPG-Motor ist etwas träger, gerade im unteren Drehzahlbereich, darüber hinaus ist der Jogger sehr spritzig, bevor ihm langsam aber sicher der Zug am Gaspedal ausgeht. Dafür sind die Kosten für LPG geringer als von Benzin, aktuell immer noch konstant unter einem Euro pro Liter. Das Fahrwerk ist in beiden Versionen ausgewogen, Unebenheiten werden kaum in den Innenraum weitergegeben.

Vollausstattung für 17.490 Euro

Wenn es um die Ausstattung geht, müssen Abstriche gemacht werden. Die Basisversion des Dacia Jogger verdient diesen Namen wirklich. Enthalten sind eine beheizbare Heckscheibe und elektrische Fensterheber vorn. Das war es dann aber auch mit modernen Accessoires, die in anderen Autos längst Standard sind. Allerdings kostet die Variante „Essential“ auch nur 13.990 Euro. Gefragt ist sie aber nicht besonders. Dacia verkauft zwei Drittel seiner Fahrzeuge mit einer höheren Ausstattung.

Ab der Ausstattungslinie „Comfort“ (ab 15.690 Euro) kommen unter anderem ein Regensensor für die Scheibenwischer, Klimaanlage, ein 8-Zoll-Display und ein höhenverstellbares Lederlenkrad hinzu. „Extreme“ (ab 16.690 Euro) ergänzt das Angebot durch eine akustische Einparkhilfe hinten und eine Rückfahrkamera. Temporäre Topversion ist die Ausstattungslinie „Extreme+“ (ab 17.490 Euro), die das Angebot mit elektrischen Fensterhebern vorne und hinten, einem Toten-Winkel-Warner, Klimaautomatik, Sitzheizung vorne und Touchscreen mit Navigation abrundet. 

Fazit: das beste Familienauto auf dem Markt

Klar ist nach dem Test: Dacia zu fahren, ist schon längst kein Kompromiss mehr. Mit dem Jogger ist dem rumänischen Renault-Ableger sein bisher bestes Auto gelungen, das konsequent auf die Wünsche der Kundschaft zugeschnitten ist. Es ist groß, bietet viel Platz, ist familientauglich und überzeugt mit einem guten Fahrverhalten sowie vernünftig motorisierten Modellen. Der Hersteller wendet sich damit bewusst gegen den Trend: Hybrid- und Plug-in Motoren sind teuer, es gibt sie nur, wenn sie auch die eigene Kundschaft will. Überflüssige Lounge-Beleuchtungen oder Stimmungsprogramme für den Innenraum spart sich der Hersteller. Einziger wirklicher Makel ist das Fehlen vieler moderner Sicherheitssysteme, die andere Hersteller bieten. Das ändert aber nichts daran, dass der Dacia Jogger das Familienauto mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Markt ist.

8/10 Wow-Wertung

Unsere Fachleute vergeben diese Bewertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

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