Dein Weg zum neuen Auto
Der Dacia Duster ist mittlerweile eine feste Größe im SUV-Segment und vor allem für seine Erschwinglichkeit und Vielseitigkeit bekannt. Doch kann der Duster als Familienfahrzeug überzeugen oder schafft er das nur über den Preis? Wir sind den Dacia Duster als LPG-Hybrid 150 mit Allradantrieb und in der Ausstattungsvariante Journey gefahren und sagen dir, welche Stärken und Schwächen das Auto hat.
Die Preise beim Dacia Duster starten bei knapp unter 19.000 Euro. Dafür erhält man einen 4,34 m langen, 1,81 m breiten und 1,66 m hohen Familien-SUV mit einem 122 PS LPG-Motor mit Handschaltung.
Dacia Duster Testbericht lesen
Für mehr Motoren- und Getriebeauswahl muss man bereits in die teurere Expression-Ausstattung wechseln. Wir sind die üppig ausgestattete Journey-Variante mit LPG-Hybrid-Motor und Allrad gefahren, die mindestens 29.090 Euro kostet.

Motor und Fahrleistung: Mehr als nur ein Spar-SUV?
Der Duster Hybrid-G 150 4×4 wird von einem 1,2-Liter LPG-Motor mit 140 PS angetrieben, der gemeinsam mit einem Elektromotor, der selbst 31 PS liefert, eine Systemleistung von 154 PS zustande bringt. Laut WLTP-Zyklus soll der Autogas-Hybrid 7,3 l/100 km kombiniert verbrauchen, während der Realverbrauch bei 11,5 l/100 km auf unserer Testfahrt, die einen recht hohen Autobahn- und Landstraßen-Anteil und relativ niedrige Temperaturen aufwies, lag.
Das war genauso ernüchternd wie die teilweise sehr langsamen Gangwechsel. Der Motor dreht dabei hoch und jault, wobei das nicht bedeutet, dass es schnell vorwärts geht. Denn von 0 auf 100 km/h braucht der Autogas-Hybrid 10,2 Sekunden. Für den Alltag ist das jedoch in Ordnung, schließlich erwartet man beim Duster kein sportliches Fahrzeug. Sanftere Gangwechsel wären trotzdem wünschenswert.

Das Fahrverhalten geht alles in allem in Ordnung. Die Bremsen sprechen gut an, das Lenkgefühl reicht aus und das Fahrwerk ist relativ komfortabel. In Kurven neigt der Duster SUV-typisch zum Wanken und bei höheren Autobahngeschwindigkeiten – ab etwa 150 km/h – wird es nicht nur laut, sondern die Motorhaube fängt auch an zu vibrieren, was auf längeren Fahrten durchaus irritieren kann. Die Höchstgeschwindigkeit des Duster liegt bei 180 km/h, was für einen SUV dieser Klasse völlig ausreichend ist.

Innenraum und Infotainment: Robust, aber wenig aufregend
Im Innenraum des Dacia Duster merkt man deutlich, dass es sich hier um ein budgetfreundliches Modell handelt. Der Innenraum ist schlicht gehalten, mit vielen Hartplastikflächen, die in dieser Preisklasse zwar völlig in Ordnung sind, aber wenig Begeisterung hervorrufen. Die Verarbeitung ist solide, so wirken die Hartplastikflächen nicht weiter störend, sondern vermitteln einen robusten Eindruck.

Das Infotainment-System kann insbesondere in der Ausstattung Journey überzeugen: Android Auto (ab Expression-Ausstattung verfügbar) funktioniert einwandfrei und auch die Klimaautomatik (ab Journey serienmäßig) sowie die Sitzheizung (optional ab Expression) sind praktische Features, die den Komfort erhöhen.
Weitere nützliche Ausstattungsmerkmale sind der adaptive Tempomat (serienmäßig in Journey, optional in Extreme), der Totwinkelwarner (optional Journey und Extreme) und die Lenkradheizung (ab Expression optional) – alles, was man für eine entspannte Fahrt benötigt.

Platzangebot und Praxistauglichkeit: Perfekt für die Familie?
Ein Familien-SUV sollte ausreichend Platz bieten – und hier schneidet der Dacia Duster ziemlich gut ab. Die Sitze sind bequem, auch wenn man sich keinen außergewöhnlichen Seitenhalt erhoffen darf. Die hohe Sitzposition sorgt für eine gute Übersicht und erleichtert das Einsteigen. Allerdings sind die Cupholder in der Mittelkonsole eher klein und die Türablagen hatten nicht genug Platz für die Flasche, die wir beim Test dabei hatten. Hier hätten wir uns etwas mehr Stauraum gewünscht.
Die Kopf- und Beinfreiheit im Fond sind zwar nicht üppig – für mehr Platz müsste man zum Bigster greifen -, aber vollkommen ausreichend für mittelgroße Erwachsene. Zudem bietet der Duster serienmäßig ISOFIX-Kindersitzhalterungen auf den hinteren Außenplätzen und während der Familien-SUV lediglich 3 von 5 Sternen beim NCAP-Crashtest erhielt, kann sich die Bewertung von 84 % bei der Kindersicherheit sehen lassen.

Der Kofferraum des Duster ist normalerweise großzügig bemessen mit bis zu 517 Liter, jedoch fällt der Gepäckraum bei der LPG-Hybrid-Variante ziemlich klein aus: Gerade einmal 348 Liter passen in den Autogas-Hybrid-Duster. Das ist in etwa so groß wie der Kofferraum eines VW Polo. Mit umgelegten Rücksitzlehnen sind es immerhin 1.414 Liter.

Fahrmodi: Flexibilität für unterschiedliche Fahrsituationen
Der Dacia Duster Journey Hybrid-G 4×4 150 bietet verschiedene Fahrmodi, darunter Eco, Auto, Offroad, Mud-Sand und Snow. Diese Modi sind besonders praktisch, wenn man auf unterschiedlichen Untergründen unterwegs ist. Für Offroad-Abenteuer oder das Fahren auf rutschigen Straßen sorgt der Allradantrieb in Kombination mit den Modi für eine gute Traktion und Sicherheit.

Wenig LPG-Auswahl auf dem deutschen Markt
Der LPG-Antrieb ist eine Nische, die sich der Renault-Konzern gesichert hat. Den besagten Dacia Duster Hybrid-G 4×4 150 gibt es mit LPG Antrieb und zudem noch den Sandero, Jogger und Bigster. Ansonsten kommt der etwas kleinere Renault Captur in Frage, der im Gegensatz zum Duster eher ein urbaner Crossover mit weniger Offroad-Fähigkeiten ist. Der Renault Captur bietet einen etwas raffinierteren Innenraum und eine höhere Verarbeitungsqualität. Mehr Auswahl im Bezug auf den Flüssiggas-Antrieb ab Werk gibt es nicht, außer man rüstet ihn nach.

Fazit: Ein praktischer Familien-SUV
Der Dacia Duster ist ein praktischer SUV, der vor allem mit seinem Preis und Platzangebot punktet, was für viele Familien beim Autokauf wichtig ist. Seine robuste Verarbeitung sollte den Familienalltag gut überstehen und die Ausstattungsvariante Journey verbessert zusätzlich den Komfort, wobei den meisten vermutlich die Ausstattungslinie Expression reichen dürfte.
Was jedoch weniger überzeugen konnte, war der Antrieb. Das Zusammenspiel aus Autogas-Hybrid und 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ist genauso ausbaufähig, wie das geringere Kofferraumvolumen, das diese Technologie beim Duster nach sich zieht. Hier würden wir zum Mild-Hybrid greifen, der 140 PS leistet, eine Kofferraumgröße von 517 Liter bietet und in derselben Journey-Variante 5.300 Euro günstiger ist. So wird der Duster zum perfekten Familien-SUV.