Dein Weg zum neuen Auto
Kompakte Maße, elegante Coupé-Linie und bewährte Technik: Wir sind den VW Taigo gefahren und zeigen dir die Stärken und Schwächen des beliebten SUV-Coupés.
Der VW Taigo ergänzt seit Herbst 2021 das Angebot von Volkswagen im Segment der Mini-SUVs. Ursprünglich als VW Nivus für den südamerikanischen Markt entwickelt, nutzt das Modell die bewährte MQB-A0-Plattform des Konzerns. Damit teilt sich der Taigo wesentliche technische Komponenten mit dem T-Cross und dem Polo.
Im Jahr 2025 verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt 20.471 Neuzulassungen für den Taigo in Deutschland, während der eng verwandte T-Cross (ohne Coupé-Heck) auf 31.353 Neuzulassungen kam. Was spricht für, was gegen das 4,27 Meter lange SUV-Coupé? – Wir haben es herausgefunden.

Ausreichend Leistung, mittelmäßiger Verbrauch
Der von uns gefahrene 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbomotor leistet 110 kW/150 PS, ist das aktuell stärkste Aggregat im Portfolio und reicht leistungstechnisch völlig aus. Auch weil der VW Taigo nur knapp 1,3 Tonnen auf die Waage bringt. Auf der Autobahn knackt das Leichtgewicht somit auch die 200er-Marke und rennt zielstrebig bis 212 km/h. Das Fahrwerk federt ausgewogen und bietet einen guten Kompromiss aus Komfort und Stabilität. Das SUV-Coupé wirkt beim Fahren insgesamt erwachsener als viele Mitbewerber im Kleinwagensegment.
Volkswagen gibt den WLTP-Normverbrauch mit 5,8 bis 5,9 Litern Super auf 100 Kilometer an. Um den zu erreichen, muss man sich aber schon anstrengen und entsprechend behutsam das Gaspedal streicheln. Ansonsten steht schnell eine Sechs vor dem Komma. Bei recht zügiger Fahrweise stieg der Verbrauch während unserer Testfahrt auch einmal auf rund 8 Liter an. Alles in allem kannst du mit dem Taigo sparsam unterwegs sein – du musst es aber auch wollen.

Unauffällige Mängelstatistiken
In den Mängel- und Pannenstatistiken schneidet der Taigo gut ab. Die ADAC-Pannenstatistik führt das Modell für die Jahre 2022 und 2023 mit geringen Quoten von 2,3 beziehungsweise 1,6 Pannen pro 1.000 Fahrzeuge. Der ADAC listet den Taigo damit unter den zuverlässigsten Fahrzeugen der Kleinwagenklasse.
Der TÜV-Report weist zwar keine eigenen Werte für den Taigo aus, jedoch belegt der weitgehend baugleiche T-Cross bei den zwei- bis dreijährigen Fahrzeugen Platz 51 und bei den vier- bis fünfjährigen Fahrzeugen Platz 36. Keine Top-Platzierungen, aber solide. Auch Rückrufe gab es beim Kraftfahrt-Bundesamt bislang kaum: Auf den 27. Juli 2023 ist ein Eintrag wegen fehlerhafter Gurtwarner (Baujahre 2020–2022) datiert und auf den 2. Juli 2025 ein Eintrag bezüglich verringerter Schutzwirkung der Airbags (Baujahre 2022–2025).

Der Basis-Preis ist heiß
Der VW Taigo beginnt in der Basisausstattung mit dem 95 PS starken 1.0 TSI bei einem Listenpreis von 23.560 Euro. Damit ist er innerhalb der Modellpalette von Volkswagen vergleichsweise günstig positioniert. Ein VW T-Cross startet erst ab 25.280 Euro, der neue T-Roc bei 30.995 Euro und ein VW Golf mit 116-PS-Einstiegsbenziner kostet mindestens 29.835 Euro. Ein Lifestyle-Aufschlag für die Coupé-Form entfällt somit. Einzig der Polo ist ab 20.380 Euro günstiger, bietet allerdings mit 351 Litern (Taigo: 440 Liter) spürbar weniger Ladevolumen.

Überraschend großes Platzangebot
Trotz der abfallenden Dachlinie bietet der Taigo im Innenraum viel Platz – das würde man nicht unbedingt erwarten, da eine schicke Optik oft zu Lasten der Funktionalität geht. Nicht so im Taigo. Auf den Vordersitzen haben selbst sehr großgewachsene Personen ausreichend Kopffreiheit. Ist dein Vordermann kein Sitzriese, findest du auch im Fond noch bequem Platz. Auch der Kofferraum mit seinen 440 bis 1.222 Litern fällt ordentlich aus. Zum Vergleich: Ein VW Golf kommt nur auf 381 Liter bei aufrechter Rücksitzbank. Aber: Mit 455 bis 1.281 Liter schluckt der VW T-Cross noch ein wenig mehr als der Taigo.

Cockpit: Vergangenheit trifft Moderne
Den Innenraum bzw. das Cockpit könnte man als wilden Mix bezeichnen. Der riesige Schaltknauf und der ebenso wenig dezente Handbremshebel erinnern an vergangene Zeiten, während die digitalen Anzeigen im Jetzt angekommen sind. Serienmäßig wird die Klimaanlage über analoge Drehregler bedient. Wer jedoch die optionale 2-Zonen-Klimaautomatik wählt, erhält – wie im Testwagen – ein touchsensitives Bedienfeld. Zudem wirkt die Integration von Infotainment-Touchscreen und digitalem Fahrerdisplay nicht unbedingt wie aus einem Guss. Wo heutzutage neue Modelle mit einem schlichten Panoramadisplay überzeugen, warten im Taigo viele Ecken und Kanten.

Veraltete, überschaubare Motorenauswahl
Im Konfigurator stehen zwar vier Antriebsvarianten zur Auswahl, diese verteilen sich jedoch auf lediglich zwei Benzinmotoren. Der 1.0 TSI leistet als Basisversion 95 PS und wird mit einem 5-Gang-Schaltgetriebe geliefert. Er beschleunigt in 11,1 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 184 km/h Spitze. Mit 116 PS gibt es den Dreizylinder wahlweise mit 6-Gang-Schaltung oder 7-Gang-DSG (0-100 km/h in 9,9 bzw. 10,2 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 196 km/h).
Der getestete 1.5 TSI mit 150 PS und DSG bildet bereits das Ende der Fahnenstange. Dieselmotoren, Mild- oder Plug-in-Hybride sowie Allradantrieb sind für den Taigo aktuell nicht im Angebot.

Günstig nur in der Basis
Der Einstiegspreis des Taigo ist zwar niedrig, doch die höheren Ausstattungslinien sowie Sonderaustattung treiben die Kosten schnell nach oben. Der Testwagen als R-Line mit dem 150 PS starken 1.5 TSI startet erst bei 37.425 Euro. Dennoch kosten Extras wie die 2-Zonen-Klimaautomatik (375 Euro), das Panorama-Schiebedach (1.030 Euro), Keyless Access (375 Euro), die Rückfahrkamera (330 Euro) oder das Infotainment-Paket Discover Pro (1.720 Euro) Aufpreis. Ein gut ausgestatteter Taigo knackt damit sogar die 40.000-Euro-Marke.

Die Zukunft des Taigo ist ungewiss
Am 9. Juli 2026 kündigte der Volkswagen-Konzernvorstand umfassende Maßnahmen zur Reorganisation an. Die Modellpalette soll schrittweise um bis zu 50 Prozent gestrafft und die Angebotskomplexität verringert werden. Da der Taigo auf einem speziell für Südamerika entwickelten Modell basiert und 2025 unter den Stückzahlen anderer Modelle wie z. B. dem T-Cross blieb, gilt seine Fortführung in der Modellpalette als ungewiss. Womöglich handelt es sich um die letzte Generation.

Fazit: Gut, aber nicht konkurrenzlos
Der VW Taigo bietet im Kleinwagen-Segment eine gelungene Mischung aus ansprechender Coupé-Optik, überraschend gutem Platzangebot und ausgewogenem Fahrverhalten. Abstriche musst du bei der Bedienung und Gestaltung des Cockpits machen, während teure Sonderausstattungen den Preis schnell in die Höhe treiben können.
Wer nach Alternativen sucht, findet im pragmatischeren VW T-Cross mehr Raum, im dynamischeren Ford Puma ein agileres Fahrwerk sowie eine Elektro-Option und im kommenden VW ID.Cross den rein elektrischen Stromer für die Zukunft. Eine voll ausgestattete Plug-in-Alternative auf Preisniveau der Taigo R-Line bietet zudem der BYD Atto 2 DM-i. Unterm Strich bleibt der Taigo ein solider Allrounder für alle, die Design und Alltagstauglichkeit schätzen.