Dein Weg zum neuen Auto
Der VW Touran ist eingestellt und ein Nachfolger fehlt. Unsere Renderings zeigen, wie ein elektrischer ID. Touran mit sieben Sitzen und Schiebetüren aussehen könnte.
Ende April 2026 ist eine Ära zu Ende gegangen: Nach rund 23 Jahren lief der letzte VW Touran im Stammwerk Wolfsburg vom Band. Bei Volkswagen lässt sich der Kompaktvan inzwischen nicht mehr konfigurieren, angeboten werden lediglich noch vorhandene Fahrzeuge aus dem Bestand. Einen direkten Nachfolger hat VW bislang nicht angekündigt.
Damit verschwindet eines der letzten Autos, bei denen Platzangebot, Variabilität und Familiennutzen wichtiger waren als SUV-Optik oder Lifestyle-Inszenierung. Zwar gibt es bei Volkswagen weiterhin den ID. Buzz, doch der elektrische Bulli ist deutlich teurer und mit 4,71 Metern Länge, fast zwei Metern Breite und rund 1,94 Metern Höhe auch wesentlich größer als der bisherige Touran.
VW ID. Touran: So könnte der elektrische Familienvan aussehen
Genau hier setzt unsere Idee an: Wie könnte ein vollelektrischer VW ID. Touran aussehen, der die Tugenden des bisherigen Familienvans in die Elektrozeit überträgt? Die gezeigten Bilder sind keine offiziellen Aufnahmen von Volkswagen, sondern von uns erstellte Renderings.
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Kein kleiner ID. Buzz, sondern ein echter Touran
Ein elektrischer Touran dürfte nicht einfach ein geschrumpfter ID. Buzz sein. Der Bulli setzt stark auf Retrodesign, viel Verkehrsfläche und einen gewissen Lifestylefaktor. Ein ID. Touran müsste dagegen möglichst viel Nutzwert auf einer überschaubaren Grundfläche bieten.
Der bisherige Touran war gut 4,50 Meter lang und konnte mit fünf oder optional sieben Sitzplätzen bestellt werden. Seine große Stärke war die Fold-Flat-Sitzanlage, durch die sich die Passagiersitze flach umlegen ließen. Damit ließ sich der Innenraum je nach Bedarf vom Familienauto zum Möbeltransporter umbauen.
Unser elektrischer Nachfolger würde diese Grundidee beibehalten. Mit rund 4,55 bis 4,65 Metern Länge bliebe er handlicher als der ID. Buzz, könnte dank Elektroplattform und kurzen Karosserieüberhängen innen aber sogar mehr Platz als sein Vorgänger bieten.
So sieht unser möglicher ID. Touran aus
Bei unseren Renderings haben wir bewusst auf eine SUV-Verkleidung verzichtet. Es gibt keine angedeuteten Unterfahrschutzplatten, keine wuchtigen Radläufe und keine unnötig hohe Motorhaube. Stattdessen bleibt die Silhouette klar als Van erkennbar.

Die Front orientiert sich an der aktuellen Volkswagen-Designsprache. Schmale LED-Scheinwerfer werden durch eine durchgehende Lichtleiste verbunden, in deren Mitte das große VW-Logo sitzt. Der weitgehend geschlossene Kühlerbereich macht den Elektroantrieb sichtbar, während der dunkle untere Lufteinlass der Front etwas mehr Struktur verleiht. Das Ergebnis wirkt moderner als beim bisherigen Touran, aber nicht so futuristisch, dass das Auto schon nach wenigen Jahren alt aussehen könnte.
Charakteristisch ist die weit nach vorn gezogene Frontscheibe. Zusammen mit der kurzen Motorhaube schafft sie Platz im Innenraum und verbessert die Übersicht. Die großen Seitenscheiben sorgen dafür, dass auch Kinder in der zweiten und dritten Sitzreihe nicht nur auf eine massive Türverkleidung schauen.

In der Seitenansicht bleibt die Dachlinie fast vollständig gerade. Das mag weniger dynamisch aussehen als ein abfallendes SUV-Coupé-Heck, erhält dafür aber die Kopffreiheit auf allen Sitzplätzen. Auch die Räder fallen bewusst nicht übertrieben groß aus. Felgen zwischen 17 und 19 Zoll würden für ein Familienauto vollkommen genügen und gleichzeitig Verbrauch, Reifenpreise und Federungskomfort verbessern.
Schiebetüren wären der größte Fortschritt
Der deutlichste Unterschied zum früheren Touran sind in unseren Renderings die hinteren Schiebetüren. Sie würden den Familienvan im Alltag spürbar praktischer machen.
Auf engen Supermarktparkplätzen könnten Kinder ein- und aussteigen, ohne die Tür gegen das Nachbarauto zu schlagen. Auch das Anschnallen eines Kindes wäre einfacher, weil keine geöffnete Tür den Zugang blockiert. Gleichzeitig ließe sich die optionale dritte Reihe besser erreichen.
Bei einem bezahlbaren Basismodell könnten die Türen manuell geöffnet werden. In höheren Ausstattungslinien wären elektrische Schiebetüren sinnvoll, die sich über den Schlüssel, einen Schalter im Cockpit oder eine Fußbewegung öffnen lassen. Wichtiger als eine spektakuläre Animation wäre dabei allerdings, dass die Mechanik schnell und zuverlässig funktioniert.
Das Heck muss vor allem viel Gepäck schlucken
Am Heck greifen unsere Renderings die horizontale Gestaltung der Front wieder auf. Eine durchgehende LED-Lichtleiste verbindet die Rückleuchten mit dem mittig platzierten VW-Logo. Darunter macht der Schriftzug „ID. Touran“ deutlich, was dieses Auto sein soll: kein beliebiger Elektrovan, sondern die Fortsetzung eines bekannten Familienmodells.

Die große und fast senkrechte Heckklappe ist nicht nur eine Designentscheidung. Durch die kantige Form bleibt der Kofferraum bis unter das Dach gut nutzbar. Eine weit nach unten reichende Öffnung und eine möglichst niedrige Ladekante würden das Einladen von Kinderwagen, Getränkekisten oder Fahrrädern erleichtern.
Elektrisch öffnen müsste sich die Heckklappe nicht unbedingt serienmäßig. Eine separat zu öffnende Heckscheibe wäre im Familienalltag womöglich sogar hilfreicher, weil sich kleinere Gegenstände einladen ließen, ohne dass auf einem engen Parkplatz die komplette Klappe nach oben schwenkt.
Drei vollwertige Sitze statt schmalem Mittelplatz
Der größte Fehler wäre, den Innenraum wie bei vielen SUV zu gestalten: zwei bequeme äußere Plätze und dazwischen ein schmaler Notsitz. Ein Touran muss drei Kindern in der zweiten Reihe vernünftig Platz bieten.
Unser Pflichtheft für den Innenraum würde deshalb so aussehen:
- drei einzelne, längs verschiebbare Sitze in der zweiten Reihe
- Isofix an allen drei Plätzen
- eine optional erhältliche dritte Sitzreihe
- vollständig im Boden versenkbare Sitze
- ein ebener Ladeboden bei umgeklappten Rückenlehnen
- gut erreichbare USB-C-Anschlüsse in allen Sitzreihen
- Sonnenrollos und leicht zu reinigende Materialien
- große Türfächer und geschlossene Ablagen
- ausklappbare Tische an den Vordersitzen
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Eine große Batterie im Fahrzeugboden könnte allerdings zum Problem werden. Sie erhöht den Innenraumboden und erschwert es, Sitze vollständig darin zu versenken. VW müsste deshalb entweder besonders flache Batteriemodule verwenden oder im hinteren Bereich auf eine clever abgestufte Akkuanordnung setzen. Genau hier müsste ein neuer ID. Touran besser konstruiert sein als ein Elektroauto, das lediglich nachträglich zum Siebensitzer umgebaut wurde.
Zwei Akkus statt einer teuren Einheitslösung
Nicht jede Familie benötigt eine riesige Batterie. Deshalb sollte Volkswagen einen möglichen ID. Touran mit mindestens zwei Akkugrößen anbieten.
Für das Basismodell wäre eine nutzbare Kapazität von etwa 60 bis 65 kWh sinnvoll. Damit sollte der Van ungefähr 400 Kilometer nach WLTP schaffen. Diese Version würde für den Schulweg, den Arbeitsalltag und gelegentliche längere Fahrten ausreichen.
Für Vielfahrende und Urlaubsreisen bräuchte es eine größere Batterie mit rund 80 bis 85 kWh nutzbarer Kapazität. Das Ziel sollten mindestens 500 Kilometer WLTP-Reichweite sein. Zum Vergleich: Der größere und höhere ID. Buzz mit langem Radstand erreicht mit seiner 85-kWh-Batterie laut Volkswagen bis zu 474 Kilometer. Ein niedrigerer und leichterer ID. Touran könnte mit einer ähnlich großen Batterie effizienter unterwegs sein.
Entscheidend wäre allerdings nicht allein die maximale Reichweite. Ein Familienvan muss auch schnell wieder weiterfahren können. Mindestens 180 kW DC-Ladeleistung wären deshalb angemessen, bei der großen Batterie besser rund 200 kW. Der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent sollte möglichst nicht länger als 25 Minuten dauern.
Eine Wärmepumpe dürfte gerade bei der großen Batterie nicht in einer teuren Optionsliste versteckt werden. Sie hilft im Winter, den Energiebedarf für die Innenraumheizung zu reduzieren. Auch eine saubere automatische Ladeplanung mit Anzeige der erwarteten Restreichweite am Ziel wäre Pflicht.
Der Preis entscheidet über den Erfolg
Ein ID. Touran dürfte nicht zum Luxusvan werden. Ein Einstiegspreis knapp unter 40.000 Euro wäre wünschenswert, auch wenn eine solche Marke angesichts aktueller Elektroautopreise ambitioniert erscheint. Die größere Batterie mit sinnvoller Familienausstattung müsste möglichst unter 47.000 Euro bleiben.
Würde VW für einen vernünftig ausgestatteten ID. Touran mehr als 50.000 Euro verlangen, käme er dem ID. Buzz zu nahe. Dann würden viele Familien erneut bei einem SUV, einem Hochdachkombi oder einem jungen Gebrauchtwagen landen.
Fazit: Vielleicht genau das Elektroauto, das VW noch fehlt
Unser ID. Touran wäre kein Auto, das mit extremer Leistung, riesigen Rädern oder einer besonders dramatischen Silhouette beeindrucken soll. Seine Stärke wäre, dass bei seiner Entwicklung offenbar jemand an den echten Familienalltag gedacht hat.
Schiebetüren, drei vollwertige Einzelsitze, ein variabler Siebensitzer-Innenraum und bis zu rund 500 Kilometer Reichweite würden ihn zu einer echten Alternative zum Elektro-SUV machen. Die Renderings zeigen, dass ein praktischer Van dabei nicht altmodisch aussehen muss.
Ob Volkswagen tatsächlich einen elektrischen Touran plant, ist derzeit vollkommen offen. Der Abschied des bisherigen Modells hinterlässt jedoch eine Lücke, die weder ein kompakter SUV noch der wesentlich größere und teurere ID. Buzz vollständig schließen kann. Vielleicht wäre ein ID. Touran deshalb nicht das emotionalste neue Elektroauto von VW – aber eines der sinnvollsten.