Dein Weg zum neuen Auto
Der neue MG4 EV Urban beweist im Praxistest, dass ein alltagstaugliches Elektroauto mit viel Platz und solider Reichweite kein Vermögen kosten muss.
Wer ein bezahlbares E-Auto sucht, kommt am MG4 EV Urban kaum vorbei. Schon der Einstiegspreis von 24.990 Euro lässt aufhorchen. Und aufgepasst: Mit Prämien kann der Preis bis auf 12.990 Euro sinken.
MG4 EV Urban Testbericht lesen
Wir sind die Version mit 118 kW/160 PS Leistung und der 54-kWh-Batterie gefahren. Im Alltag offenbart der Stromer ein ausgewogenes Gesamtkonzept mit echten inneren Werten. Natürlich merkt man an ein paar Stellen, dass der Rotstift angesetzt wurde, um Kosten einzusparen.

Fahrverhalten: Eher für die Stadt als für die Autobahn
Für die Stadt reicht die von uns getestete, stärkere Version (118 kW/160 PS) des MG4 EV Urban allemal. Auch die schwächere Variante (110 kW/150 PS) sollte hier locker mitschwimmen können. Gut: Per One-Pedal-Drive und der damit verbundenen Rekuperation lässt sich der Wagen bis zum kompletten Stillstand abbremsen. Wer die Fußbremse doch noch tritt, der wird merken: Das Bremsgefühl variiert je nach Rekuperationsstufe stark, was eine Eingewöhnung erfordert.
Das Fahrwerk ist zwar einfach konstruiert, doch meistert es die meisten Bodenwellen gelassen. Selbst auf kurvigen Landstraßen bleibt der Wagen spurtreu – die Lenkung ist angenehm straff abgestimmt und arbeitet besonders um die Mittellage spürbar direkter als bei anderen Modellen. Im benutzerdefinierten Modus lässt sich der Lenkwiderstand in den Stufen Komfort, Normal und Sport individuell anpassen.

Auf der Autobahn wird der Komfort allerdings durch hörbare Windgeräusche eingebremst. Die Dämmung der Karosserie gehört definitiv zu den Sparmaßnahmen. Dafür überzeugt der Autobahn-Assistent mit einer unaufgeregten, selbstständigen Spurführung ohne aggressive Eingriffe, auch wenn er häufig eine Rückmeldung am Lenkrad einfordert.

Innenraum: Viel Hartplastik, intuitive Bedienung
Setzt man sich in den Innenraum, fällt der Blick auf eine funktionale und aufgeräumte Cockpit-Landschaft. Zwar dominiert an den oberen Türbereichen, am Armaturenbrett und an der Mittelkonsole einfaches Hartplastik, das keinerlei Premium-Anmutung verströmt. Schicke silberne Elemente, Kontrastnähte und ein griffiges Lenkrad mit echten Tasten verhindern jedoch erfolgreich den Eindruck einer reinen Plastikwüste.
Die Bedienung über den Touchscreen ist intuitiv aufgebaut und verzichtet auf verschachtelte Untermenüs. Besonders lobenswert sind die echten physischen Tasten für die Klimaanlage bzw. die Lüfterstärke sowie der praktische Lautstärke-Drehregler. In der höheren Ausstattungsvariante Premium sind sogar Komfortfeatures wie eine Lenkradheizung oder eine induktive Smartphone-Ladeschale an Bord.
Enorm viel Platz trotz nur 4,40 Metern Länge
Die große Überraschung wartet in der zweiten Reihe. Dank des langen Radstands (2,75 Meter) und des flachen Bodens ohne Mitteltunnel ist die Beinfreiheit im Fond überraschend groß. Auch die Kopffreiheit fällt großzügig aus.
Die Türen wirken beim Schließen zwar etwas windig, dafür entschädigt der Kofferraum mit 470 Litern Volumen. Ein verstellbarer Boden, seitliche Fächer mit Netzen und ein doppelter Ladeboden machen den Laderaum im Heck extrem flexibel.
Guter Verbrauch, schlechte Ladeleistung
Auf unserer Testrunde beeindruckte der MG4 EV Urban mit seiner Effizienz. In der Stadt glänzte er mit einem Verbrauch von nur 10,5 kWh auf 100 Kilometer – damit würde er die offizielle WLTP-Reichweite von 416 Kilometern locker schaffen. Auf der Landstraße pendelte sich der Energiedurst bei entspannter Fahrweise auf vorzeigbare 14 bis 15 kWh ein. Selbst auf der Autobahn bei einem konstanten Tempo von etwa 130 genehmigte sich der MG zivilisierte 15 bis 16 kWh/100 km.
Dank des niedrigen Verbrauchs wären auch längere Etappen im Alltag eigentlich gut machbar. Wäre da nicht die enttäuschende DC-Ladeleistung von maximal 87 kW. Sprich, für die Ladestopps solltest du Zeit mitbringen. Offiziell braucht der MG4 EV Urban an einem Schnelllader 28 bis 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent – angesichts der geringen Batteriekapazität ein recht hoher Wert.

Preis: Im besten Fall nur 12.990 Euro
Der reguläre Listenpreis von 24.990 Euro für den MG4 EV Urban ist für ein vollwertiges Elektroauto dieser Größe eine echte Kampfansage.
Doch das war’s noch lange nicht: MG selbst gewährt nämlich bis zum 30. Juni 2026 bei Barkauf eine Prämie von 6.000 Euro. Gleichzeitig gibt’s bis zu 6.000 Euro vom Staat für ein E-Auto als offizielle Förderung obendrauf. Wenn man nun beide Prämien nutzt und dabei im besten Fall die volle staatliche Förderung erhält, reduziert sich der Anschaffungspreis um 12.000 Euro auf nur 12.990 Euro.
Für diesen Kurs bekommt man normalerweise nicht einmal einen nackten Kleinstwagen mit Verbrennungsmotor, geschweige denn ein modernes Elektrofahrzeug mit dieser Ausstattung. Einschränkung: Beim MG4 EV Urban für 24.990 Euro handelt es sich natürlich um die Version mit kleiner Batterie (43 kWh). Die einzige Farbe: Rot.

Fazit: Verdammt viel Auto für wenig Geld
Der MG4 EV Urban erweist sich im Test als clever konzipiertes Auto, das den Fokus auf die wichtigen Dinge legt. An weniger wichtigen Stellen wie der Geräuschdämmung oder den verwendeten Innenraummaterialien wurde gespart. Im Gegenzug liefert das Fahrzeug in wichtigen Alltagsdisziplinen voll ab – ob Platzangebot im Fond, Kofferraumvolumen, Bedienung oder Effizienz. Obendrauf gibt es eine 7-jährige Herstellergarantie.
Der MG4 EV Urban ist sicher nicht das geborene Langstreckenauto – allein schon wegen der mickrigen Ladeleistung. Doch wer mit dem unauffälligen Design leben und auf Premium-Features verzichten kann, findet hier ein äußerst geräumiges und sparsames Auto mit hohem Nutzwert. In Kombination mit den beiden Prämien ist das Preis-Leistungs-Verhältnis mehr als attraktiv. Der MG4 EV Urban ist damit der beste Beweis dafür, dass die elektrische Zukunft für alle bezahlbar sein kann.

