Günstigster vs. teuerster Dacia Jogger – lohnt sich der Aufpreis von 8.400 Euro?

Andreas Heise
Senior Online-Redakteur Test
25. März 2026

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Zweimal Dacia Jogger, über 8.000 Euro Preisunterschied – bekommst du dafür wirklich ein besseres Auto? – Unser Vergleich gibt Antworten.

8.400 Euro liegen zwischen dem günstigsten und dem teuersten Dacia Jogger in der 5-Sitzer-Version. Doch wo sind die Unterschiede? Und ergibt es Sinn, die stolze Summe zusätzlich zu investieren?

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Wir vergleichen den Jogger Eco-G 120 in der Ausstattung Essential mit dem Jogger Hybrid 155 in der Ausstattung Journey – also Minimalismus gegen Komfort-Offensive.

Preis: Ausstattung und Motor machen den Unterschied

Der Einstiegspreis ist typisch Dacia: kompromisslos günstig. Der Eco-G 120 Essential startet bei nur 17.990 Euro, während der Hybrid 155 Journey mindestens 26.390 Euro kostet. Der Unterschied: satte 8.400 Euro. Das lässt sich weniger über die Optik, sondern mehr über die Ausstattung und den Motor erklären. Denn bei diesem Vergleich prallen zwei völlig unterschiedliche Antriebskonzepte aufeinander. Benzin-/LPG-Motor mit Handschaltung gegen Vollhybrid mit Automatik.

Optik: Top-Modell im Detail etwas schicker

Optisch macht der Jogger in der Basis keinen Hehl daraus, dass hier gespart wurde. Stahlräder mit Radkappen, Old-School-Stabantenne – insgesamt ein Auftritt, der eher nach Zweckmäßigkeit schreit als nach Designstatement.

Der Journey (siehe Bilder) wirkt da etwas ansprechender. Dafür sorgen Alufelgen, lackierte Details und die getönten Scheiben hinten. Und die nicht mehr zeitgemäße Stabantenne weicht einer im modernen Haifisch-Look. Trotzdem bleibt auch das Topmodell eher bodenständig als glamourös – ein Dacia will schließlich kein Blender sein.

Ausstattung: Hier trennt sich die Spreu vom Weizen

Richtig deutlich wird der Unterschied bei der Ausstattung. Der Eco-G 120 Essential ist auf das Wesentliche reduziert: manuelle Klimaanlage, Tempomat, Einparkhilfe hinten, ein einfaches Infotainment mit Smartphone-Anbindung sowie LED-Licht. Sagen wir so: Man kann damit leben.

Die Ausstattungslinie Journey dagegen packt einiges obendrauf: Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung, Keyless-System, induktives Laden sowie ein 10,1-Zoll-Touchsreen mit Navigation und 3D Soundsystem. Das fühlt sich plötzlich nicht mehr nach Low Budget an, sondern nach einem ziemlich vernünftigen Familienauto mit allem, was man im Alltag wirklich schätzt.

Sicherheit: Auch im Top-Modell kein Abstandsregeltempomat

Bei der Sicherheit gibt es weniger Unterschiede als man erwarten würde. Hat einen einfach Grund: Mehrere Assistenzsysteme sind mittlerweile Pflicht in Neuwagen, sodass auch der günstigste Jogger damit ausgestattet ist. Zudem ist der Ausstattungsumfang generell begrenzt und Dinge wie teilautomatisiertes Fahren sucht man vergebens. Auch der adaptive Tempopilot (Abstandsregeltempomat), den man beispielsweise aus dem Bigster kennt, ist für den Jogger aktuell nicht erhältlich.

Wichtige Assistenzsysteme, die beide Modelle serienmäßig haben: Tempopilot mit Geschwindigkeitsbegrenzer, aktiver Notbremsassistent, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und Müdigkeitswarner. Der Hybrid 155 Journey kann sich mit einem Toter-Winkel-Warner, einer Multiview-Kamera und einem Fernlichtassistenten nur geringfügig vom Basismodell absetzen.

Motor: Zwei völlig verschiedene Konzepte

Einer der größten Unterschiede ist – neben der Ausstattung – die Motorisierung. Der Eco-G 120 Essential kommt mit 90/kW 122 PS und Handschaltung. Gegen Aufpreis gibt es ihn auch mit einer Automatik (6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe), aber auch erst ab der teureren Variante Extreme.  Von 0 auf 100 km/h benötigt der günstigste Jogger im LPG-Betrieb 10,9 Sekunden, mit Benzin dauert es nochmal eine Sekunde länger. Unter der Haube steckt eben nur ein 1,2-Liter-Dreizylinder.

Beim Hybrid 155 Journey ist es immerhin ein 1,8-Liter-Vierzylinder mit 80 kW/109 PS. Und der ist nicht allein – ihm zur Seite steht ein 36 kW/49 PS starker E-Motor. Hieraus ergibt sich eine Systemleistung von 116 kW/158 PS, die den Jogger aus dem Stand in 8,9 Sekunden auf Landstraßentempo beschleunigt. Das ist nicht nur deutlich schneller als beim Eco-G 120, sondern fährt sich dank Automatik auch komfortabler.

Verbrauch: LPG in Krisenzeiten attraktiv

Beim Verbrauch zeigt sich dann, dass beide Modelle ihre eigene Sparstrategie verfolgen. Der Eco-G kann neben Benzin auch LPG tanken und kommt kombiniert (WLTP) auf 7,4 Liter Autogas beziehungsweise 5,9 Liter Benzin. Der Hybrid 155 dagegen begnügt sich im Schnitt mit 4,5 Litern auf 100 Kilometer.

Unterm Strich heißt das: Der LPG-Jogger punktet über den günstigen Kraftstoffpreis, der Hybrid über die Effizienz – je nach Fahrprofil kann beides Sinn ergeben. Für den Basis-Motor spricht aus aktuellem Anlass (Iran-Krieg) die Möglichkeit, das günstigere Autogas zu tanken – auch wenn der Verbrauch damit höher liegt.

Kofferraum: Keine Abstriche beim Hybrid

Beim Kofferraum gibt es keinen Unterschied zwischen günstigstem und teuerstem Jogger. Mit 708 Litern (dachhoch) bzw. 607 Litern (bis zur Kofferraumabdeckung) bleibt der Jogger in beiden Varianten ein echtes Raumwunder. Der Hybrid frisst also keinen Platz, was ihn im Alltag deutlich praktischer macht als viele andere elektrifizierte Modelle.

Der Vollständigkeit halber: Wird die 2. Reihe umgeklappt, steigt das Kofferraumvolumen auf 1.819 Liter – ebenfalls ein sehr guter Wert.

Fazit: Alles eine Frage der Ansprüche

Am Ende hängt alles davon ab, was du willst. Der Eco-G 120 Essential ist die pure Dacia-DNA: günstig, praktisch, ehrlich. Wer einfach nur ein großes Auto braucht und auf Komfort verzichten kann, wird hier absolut glücklich. Der Hybrid 155 Journey dagegen zeigt, wie weit sich Dacia entwickelt hat. Er ist immer noch vergleichsweise günstig, bietet aber ein deutlich angenehmeres Fahrerlebnis und spürbar mehr Ausstattung.

Die 8.400 Euro Aufpreis lohnen sich also – aber nur dann, wenn du sie auch nutzt. Wenn du einfach nur von A nach B willst, reicht der günstige Jogger völlig. Wenn du aber jeden Tag im Auto sitzt und dir ein bisschen Komfort gönnen willst, dann fühlt sich der teurere plötzlich gar nicht mehr so teuer an.

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