Audi A1

Individueller Stadtflitzer macht Lust auf mehr

7,8
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Hochwertiger Look
  • Starker Sportmotor
  • Gute Straßenlage
  • Teuer mit Extras
  • Wenig Charme
  • Hohe Sitzposition

16.250 € - 26.400 € Preisklasse

4 Sitze

3,6 - 5,6 l/100km

Test

Sie suchen einen sportiv zu fahrenden Kleinwagen, der nicht MINI heißt? Einen Kompakten mit vier oder fünf Sitzplätzen? Einen mit Premium-Anspruch und edler Verarbeitung? Dann ziehen Sie ruhig den Audi A1 in Ihre Überlegungen mit ein, der mit Kleinen wie dem FIAT 500, Opel Adam, VW Polo, SEAT Ibiza und Toyota Yaris konkurriert.

Auf 3,97 Meter setzt der Audi, dem der Polo die Basis liefert, auf Individualität mit zahlreichen Ausstattungslinien, Paketen, Kits und Farben. Im Infotainment spielt der Audi mit hochklassigen Navigations- und Onlineoptionen in der Kleinwagen-Premiumklasse mit.

Hinter dem selbstbewusst großen Kühlergrill gehen sechs Turbobenziner und zwei Turbodiesel zur Arbeit. Der sparsamste Dieselmotor, der 1.4 TDI mit 90 PS, kommt mit einem Verbrauch von 3,6 l/100 km aus. Rotiert sich der 231 PS starke Zweiliterturbomotor im S1 warm, zeigt der Ingolstädter Mini vielen großen Limousinen das bullige Heck.

Dieser Motor und Extras wie das Sportfahrwerk oder das Fahrdynamiksystem „Audi drive select“ machen den A1 zu einem der sportlichsten Autos seines Segments. Wird ein wenig mehr Platz benötigt, empfiehlt sich dessen Variante Sportback. Die ist beliebter, weil sie einen leichteren Zugang auf die Rücksitzbank und ohne Aufpreis eine fünfsitzige Rücksitzbank bietet.

Wenn Sie ihren Audi A1 auf dem Supermarktparkplatz abstellen, werden Sie wahrscheinlich nie einen baugleichen A1 neben ihrem Auto stehen sehen, so individuell ist er konfigurierbar. Das sieht oft sehr edel aus. Nur Raum bleibt ein bauartbedingt knappes Gut.

Das Interieur

Deshalb setzt man auf den Sportback, weil er besser sitzt und man besser sitzt. Schon das Einsteigen macht den Unterschied. Im dreitürigen A1 steht der Vordersitz im Weg, im fünftürigen Sportback nicht.

Hat man auf den bequemen Vordersitzen Platz genommen, fühlt man sich aber in beiden A1-Versionen nicht wie in einem Kleinwagen. Es herrscht genug Platz. Allein große Fahrer kann das Gefühl beschleichen, einen Tick zu hoch zu sitzen, was etwas mit dem Sitzeinbau und nichts mit mangelnder Kopffreiheit zu tun hat.

Hier trumpft der A1 Sportback nochmals auf, denn sein Dach verläuft hinten herum aufrechter, was der Kopffreiheit zuspielt. Und klar, auch hier sitzen besser nur zwei Insassen auf der Rücksitzbank, aber drei dürfen tatsächlich Platz nehmen, wenn man den A1 Sportback so bestellt – ohne Aufpreis.

Der Kofferraum

Egal, ob man im A1 oder A1 Sportback einpackt, der Kofferraum bleibt klein. Viel mehr geht jedoch auch anderswo in der Kleinwagenklasse nicht hinein. Siehe MINI (211 bis 731 l), FIAT 500 (185 bis 610 l) und VW Polo (280 bis 952 l).

Im direkten Vergleich fällt das Ladevolumen mit 270 bis 920 Litern dann doch ganz ordentlich aus. Auch weil die Ladekante mit 67 Zentimeter Höhe tief ansetzt. Und wenn noch mehr transportiert werden soll, darf hinten eine Tonne an den Haken. Die befinden sich auch im Kofferraum für das Befestigen von Taschen – praktisch.

In den Fahreigenschaften und Optionen unterscheidet sich ein A1 nicht von einem A1 Sportback. Die elektromechanische Servolenkung, deren Direktheit und Lenkwiderstand sich mit dem optionalen drive select-Fahrcharaktersystem verändern lässt, folgt präzise dem Lenkeinschlag.

Der Geräusch- und Federungskomfort ist bekömmlich, obwohl das Fahrwerk etwas straffer abgestimmt ist. Aus dieser Straffheit resultiert jedoch die sichere und satte Straßenlage des Audi A1, die sich mit den adaptiven Dämpfern der S tronic noch sportlicher trimmen lässt.

Noch dynamischer fährt sich der Audi mit dem ebenfalls optionalen S line-Sportfahrwerk. Ob diese Sport-Goodies erstrebenswert sind, hängt davon ab, ob man ein dynamischer oder alltagsorientierter Fahrer ist. Wenn Letzteres der Fall ist, sind Sie mit dem guten Serienfahrwerk besser beraten.

Die Motorenpalette des A1 und A1 Sportback lässt einem die Wahl zwischen acht Motoren. Die sechs Benzin- und zwei Dieselmotoren mit 82 bis 231 PS Leistung werden immer mit der Start-Stopp-Automatik und abhängig vom Motor mit Fünfgang-Schaltgetriebe, Sechsgang-Schaltgetriebe oder mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ausgeliefert.

Die Benziner

Sechs Benziner, aber welchen nehmen? Einen Einstiegsmotor, einen für die Langstrecke oder einen Sportmotor? Der 95 PS starke Dreizylinder im A1 1.0 TFSI ultra ist die Empfehlung für den Einstieg oder wenn man häufig in der Stadt und nicht permanent auf der Autobahn unterwegs ist. Er arbeitet, auch weil die Dämmung im A1 stimmt, relativ leise und kultiviert. Wenn er aber bei höheren Drehzahlen knurrt, knurrt auch sein Magen und der Verbrauch steigt dramatisch über die angegebenen 4,2 bis 4,4 l/100km.

Fahren Sie viel Langstrecke, dann ist der A1 1.4 TFSI mit spritsparender Zylinderabschaltung und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe die erste Wahl. Der High-Tech-Turbomotor kostet zwar 2.000 Euro Aufpreis im Vergleich zum 125 PS starken 1,4-Liter-Turbo mit dem DKG, macht aber mit 250 Newtonmetern Drehmoment und 150 PS noch mehr Freude beim Fahren. Und das mit 4,7 statt 4,9 l/100 km im Verbrauch.

Wer es sportlich mag, dem bieten sich im A1 zwei Alternativen. Der 192 PS starke 1,8-Liter-Turbo-Vierzylinder in Verbindung mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe arbeitet im A1 1.8 TFSI und der 2.0 TFSI im als Dreitürer und Sportback ausgelieferten S1 Quattro. Dieser Heißsporn macht den einzigen A1 mit Allradantrieb zum echten Straßenfeger. Allerdings zu einem Preis, für den man auch in einem Audi A4-Basismodell, was bei rund 31.000 Euro startet, Platz nehmen kann.

Die Diesel

Bei den Dieselmotoren gibt es im Audi A1 weniger zu entscheiden als bei den Benzinern. Entweder man bestellt den 1.4 TDI mit 90 PS oder den 1.6 TDI mit 116 PS. Fällt die Wahl auf den 1.4 TDI, ist das vielleicht schon die beste Entscheidung.

Der moderne 1.4 TDI spart bei der Anschaffung 1.100 Euro und entwickelt mit seinem Dreizylinder-Turbodiesel mit 230 Nm Drehmoment fast so viel Kraft an der Vorderachse wie der 1.6 TDI-Vierzylinder mit 250 Nm, der aber rauer läuft.

Bestellt man zum 1.4 TDI das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe statt des Fünfgang-Getriebes, dann passt das noch besser, weil mehr Gänge das Fahren im Einstiegsdiesel noch lebendiger machen. Durchschnittlich fließen alle 100 Kilometer 3,6 bis 4,0 Liter aus dem 45-Liter-Tank. Damit ist der 1.4 TDI der sparsamste A1.

In der Fahrsicherheit bietet der Audi A1, der ab Werk immer mit sechs Airbags, ESP und Bremsassistent ausgeliefert wird, ein mit dem Opel Adam und dem MINI vergleichbares Sicherheitsniveau. Andere Kleinwagen verfügen über weniger Sicherheitsassistenten wie der Audi mit Spurhalteassistent, Notbremssystem und Verkehrsschilderkennung.

Warum allerdings die Bi-Xenon-Scheinwerfer, aber keine LED-Scheinwerfer in Audis Kompaktklasse zum Einsatz kommen, fragt man sich schon, weil der Anspruch ja „Premium“ lautet. Und auch ein adaptiver Tempomat, der den Abstand zum Vorausfahrenden auf der Autobahn komfortabel hält, würde gut zur Philosophie des Audi passen.

Im ADAC-Bremstest stand der A1 bei der Verzögerung aus Tempo 100 nach ordentlichen 37,5 Metern und die Bremsanlage bewies sich als standfest. Im Euro NACP-Crashtest erhielt Audis Kleinster die maximale Wertung von fünf Sternen.

Individualisierung ist Trend. Diesem Trend folgen auch Audi A1 und A1 Sportback. Optionen stehen ohne Ende im Angebot. Dies beginnt bei den Ausstattungslinien, Paketen, Karosseriekits und endet bei der Lackierung. Nicht mit einem einfachen „Blau oder Rot?“ ist die Entscheidung hier getroffen, sondern es muss – nein, darf aus 100 Farben ausgewählt werden.

Dabei sollte aber immer an den Wiederverkauf in einigen Jahren gedacht werden. Das Gleiche gilt auch für die lieferbaren Kontrastfarben für den Dachbogen oder die Dachkuppel sowie die kontrastierenden Töne an Frontspoilerlippe, Schweller und Heckdiffusor.

Mit dem S line Sportpaket und dem Paket Audi design selection sind Extras inklusive, die einzeln bestellt deutlich mehr kosten würden oder einzeln gar nicht angeboten werden. Statt auf 15-Zoll-Rädern steht der Audi A1 dann auf schicken 17-Zoll-Rädern.

In der Sportlinie gehören das Sportfahrwerk, die Sportsitze, das Sportlederlenkrad und das LED-Innenlicht-Paket mit dazu und in der Designlinie ebenfalls Sportsitze und LED-Innenlicht-Paket sowie Lederapplikationen und der feschere Hochglanzlook.

Zu den grundsätzlich empfehlenswerten Extras zählen im A1 die Klimaautomatik, das Panorama-Glasdach, die Sitzheizung und der Tempomat. Multimedial gelingt im Audi A1, wenn mehr als nur das Navigationssystem, die USB-Ports und die Bluetooth-Schnittstelle geplant sind, einiges. Das MMI-Unterhaltungssystem stammt vom A8 – Audis Oberklasse. Online geht es mit Audi connect. Das Soundsystem vom amerikanischen Audiospezialisten Bose sorgt mit Surround-Sound für mehr Stimmung als das serienmäßige Audi Radio.

Zusammenfassung

All das macht den A1 nicht günstig, ist aber gerechtfertigt, denn der kompakte Audi ist ein unheimlich gründlich und edel gefertigter Kleinwagen. Das hat seinen Preis.

Aber in den Disziplinen, die nicht nur mit überragender Qualität, toller Technik und sicherem Fahren zu tun haben, mangelt es dem arg diszipliniert wirkenden Audi A1: an Charme, Emotion und Lässigkeit. Diese drei Disziplinen gehören allerdings nicht zu den objektiven Testkriterien. Daher haben sie in diesem Fazit eigentlich nichts verloren und Sie sitzen im Audi A1 nicht nur sehr gut, sondern genau richtig.

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