Der chinesische Haval H6 bietet viel Platz und Komfort zum fairen Preis. Abzüge gibt es für Traktionsschwächen und teils nervige Assistenzsysteme.

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Wow-Wertung
7/10
Felix Reek
Freier Redakteur, Journalist, Texter
Zuletzt aktualisiert am:
26/02/2026

Was gut ist

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Gutes Platzangebot
  • Hoher Fahrkomfort

Was nicht so gut ist

  • Traktionsprobleme
  • Nervige Assistenzsysteme
  • Eingeschränktes maximales Kofferraumvolumen

GWM WEY H6: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?

Unser Fazit zum Haval H6

Der Haval H6 positioniert sich in unserem Test als souveräner Cruiser, der Komfort klar über Sportlichkeit stellt. Er überzeugt mit einem für diese Fahrzeugklasse sehr guten Platzangebot und einem sänftenartigen Fahrwerk, zeigt aber auch Schwächen bei der Traktion und den teils nervigen und bevormundenden Assistenzsystemen. Unschlagbar ist das chinesische SUV bei seinem Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Basismodell für unter 30.000 Euro nennt sich nicht ohne Grund “Premium”. Hier gibt es bereits eine umfangreiche Ausstattung. Für den geringen Aufpreis von 2.500 Euro wird aus “Premium” die Variante “Luxury” und der Hersteller spendiert Highlights wie Sitzlüftung, Head-up-Display und Massagesitze. Ein echtes Schnäppchen im Vergleich zur Konkurrenz.

In Deutschland startet der H6 direkt als Facelift, der Vorgänger war hierzulande nicht erhältlich. Zwar fehlen noch spezifische europäische Crashtests, das Modell erhielt aber im vergleichbaren australischen Verfahren die Höchstwertung von fünf Sternen. Während die Reisenden fürstlich sitzen, ist das Gepäckabteil nur Durchschnitt. 560 bis 1.445 Liter fasst der H6 insgesamt. Die Variabilität leidet dabei deutlich. Es fehlt eine Durchladevorrichtung für Skier und nutzbarer Stauraum unter dem Ladeboden, da dort die Hybridtechnik verbaut ist.

Als Motor steht aktuell nur ein 243 PS starker Vollhybrid zur Verfügung, der durch sein spezielles Getriebe innerorts für ein Fahrgefühl fast wie in einem Elektroauto sorgt. Das hohe Drehmoment des SUVs überfordert das Fahrzeug aber bei Nässe oder starken Beschleunigungen. Dann quittiert der H6 das Gasgeben mit durchdrehenden Rädern. 

Von anderen Bewerbern setzt sich der Haval H6 nicht nur durch seine Ausstattung ab, sondern auch durch seinen reduzierten Innenraum, der von einem 14,6 Zoll Touchscreen dominiert wird, über den fast alles inklusive der Klimaanlage gesteuert wird. Das wirkt modern, erfordert aber Gewöhnung und lenkt ab.

Wie viel kostet der Haval H6?

Der Haval H6 zeigt sich bei seinem Unterhalt solide, wobei die Versicherungseinstufungen je nach Region variieren können, sich jedoch auf Klassenniveau bewegen. Die jährlichen Inspektionen bewegen sich zwischen 300 und 500 Euro. Da die Marke hierzulande noch unbekannt ist, müssen Erstbesitzer beim Wiederverkauf mit deutlichen Einbußen rechnen. Nach drei Jahren ist mit einem Restwert von etwa 50% des Listenpreises zu rechnen.

Leistung und Fahrkomfort

Auch wenn es den Haval H6 weltweit in unterschiedlichen Varianten gibt, startet das chinesische SUV in Deutschland zunächst nur als Vollhybrid mit einer Systemleistung von 243 PS. Herzstück dieser Variante ist das Zusammenspiel aus einem 1,5-Liter-Turbobenziner mit 150 PS und einem starken Elektromotor mit 177 PS. Das ergibt ein Systemdrehmoment von 530 Nm, das uns von Anfang an überzeugte. Der Haval H6 ist souverän im Antritt und beschleunigt trotz eines Gewichts von rund 1,8 Tonnen in 8,3 Sekunden auf 100 km/h.

Fahren wie in einem Elektroauto

Eine Besonderheit ist das sogenannte Dedicated-Hybrid-Transmission-Getriebe. Bei niedrigen Geschwindigkeiten, z. B. im Stadtverkehr, treibt fast ausschließlich der Elektromotor die Räder an und der Verbrenner fungiert als Generator. Für uns fühlte sich das fast wie bei einem Elektroauto an. Erst ab etwa 70 km/h koppelt sich der Verbrenner direkt an die Antriebsachse. Das sorgt für eine ruckfreie Beschleunigung ohne klassische Schaltvorgänge der Automatik. Im Inneren haben wir das Fahren als sehr leise und entspannt wahrgenommen.

Wie fährt sich der Haval H6?

Im Gegensatz zu strafferen europäischen Konkurrenten liegt der Fokus klar auf Komfort, wir empfanden das Fahrgefühl sogar als sänftenartig. Das SUV ist darauf ausgelegt, Bodenwellen wegzubügeln, statt sportliches Feedback zu geben. Durch die hohe Mittelkonsole und das umschließende Design fühlt man sich sicher eingepackt. Auf der Langstrecke ist der H6 ein idealer Begleiter, weniger Spaß macht er auf kurvigen Landstraßen. Aufpassen sollten Fahrende bei starkem Beschleunigen auf nasser Fahrbahn: Da der H6 nur mit Frontantrieb angeboten wird, drehen die Vorderräder aufgrund des hohen Drehmoments schnell durch, bevor die Elektronik eingreift.

Fazit: Souveräner Cruiser

Mit einem offiziellen Verbrauch von 5,9 Litern auf 100 Kilometer (real 6 bis 7 Liter) bietet der Haval H6 einen soliden Wert. Seine Stärke spielte das SUV im Stadt- und Überlandverkehr aus, wo durch Rekuperation der Elektromotor geladen wird. Insgesamt zeigte sich der Haval H6 Hybrid als komfortabler Cruiser, der eher durch Souveränität als durch sportliche Fahrweise überzeugen konnte.

Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit

Der Haval H6 bietet für seine Klasse ein großes Ladevolumen, muss aber bei der Variabilität kleine Abstriche machen. 560 Liter sind es bei aufgestellten Rücksitzen - ein hervorragender Wert. Mit umgelegter Rückbank, die sich im Verhältnis 60:40 umklappen lässt, sind es nur 1.445 Liter. Das liegt unter dem Schnitt der Klasse. Modelle wie der Toyota RAV4 Hybrid, der Hyundai Tucson oder der Kia Sportage bieten 200 Liter mehr als der der Haval H6.

Da die 12V-Batterie und die Hybridkomponenten unter dem Kofferraumboden verbaut sind, gibt es keinen nennenswerten Stauraum unter der Abdeckung. Auch für ein Reserverad bleibt kein Platz; stattdessen fanden wir dort ein Reifenreparatur-Set. Wer in den Skiurlaub fährt, muss zudem ohne Durchladevorrichtung in der Mittelarmlehne auskommen – ein Punkt, der uns schon bei vielen chinesischen Modellen aufgefallen ist. Der Kofferraum verfügt ansonsten über Haken für Einkaufstaschen sowie eine 12V-Steckdose, ist aber eher einfach gehalten.

Viel Platz im Innenraum des Haval H6

Der Platz im Innenraum ist eines der größten Highlights des SUVs. Selbst Erwachsene über 1,80 Meter haben reichlich Bein- und Kopffreiheit, sogar mit Panorama-Glasdach. Der Boden im Fond ist komplett flach und ohne Mitteltunnel, was das Sitzen auf dem mittleren Platz bequemer macht. Da der Gangwahlhebel am Lenkrad sitzt, bietet die freischwebende Mittelkonsole Platz für ein großes offenes Ablagefach für Handtaschen oder andere sperrige Gegenstände. Außerdem gibt es breite Türfächer und eine induktive Ladeschale für das Smartphone. Im Vergleich zu anderen SUV-Modellen schlägt der H6 viele Konkurrenten beim Platzangebot für Passagiere. 

Für wen ist der H6 das richtige SUV?

Interessant ist der H6 vor allem für preisbewusste Familien, die ein geräumiges Auto suchen. Der Wochenendeinkauf passt locker hinein, auf der Rückbank haben selbst Teenager oder sperrige Kindersitze massig Platz. Ebenfalls interessant ist er für Pendler, da das Fahrwerk auf Komfort ausgelegt ist. Der Hybridantrieb spart im Stadt- und Überlandverkehr Benzin, ohne laden zu müssen. Weniger geeignet ist das SUV für sportliche Fahrende und Vielfahrer, die lange mit hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn unterwegs sind.

Innenraum, Infotainment und Ausstattung

Der chinesische Hersteller Great Wall Motor bleibt mit dem Haval H6 dem aktuellen Trend zu sehr klaren und reduzierten Linien im Innenraum treu. Prägend für das gesamte Cockpit ist der riesige, 14,6 Zoll große Touchscreen in der Mitte der Armatur, der in unserem Test erfreulich flüssig und schnell reagierte. Physische Knöpfe wurden fast vollständig aus dem Fahrzeug verbannt, selbst die Klimasteuerung erfolgt primär über den digitalen Bildschirm. Eine permanente Leiste am unteren Rand erleichtert jedoch den direkten Zugriff auf diese wichtigen Funktionen im Alltag. 

Keine Navigationssoftware

Einen klassischen Drehregler für das Radio suchten wir leider vergebens, die Anpassung der Lautstärke erfolgt stattdessen über das Dropdown-Menü des Infotainments oder direkt über die Tasten am Lenkrad. Ein werkseitiges Navigationssystem gibt es nicht, die Navigation läuft kabellos über das Smartphone via Android Auto oder Apple CarPlay. Ergänzend zum Infotainment gibt es ein schmales Display für die zentralen Fahrdaten. In höheren Ausstattungslinien projiziert ein Head-up-Display alle Informationen direkt in die Windschutzscheibe des Fahrers.

Hochwertige Materialien im Innenraum

Die verwendeten Materialien überraschten uns durchweg positiv: Sie sind für diese Preisklasse hochwertig und sauber verarbeitet. Da der Gangwahlhebel an das Lenkrad gewandert ist, bietet die Mittelkonsole viel Platz für große Getränkehalter und eine induktive Ladeschale für Smartphones. Das Armaturenbrett ist mit Soft-Touch-Materialien oder Kunstleder bezogen, während die bequemen Sitze aus einer hochwertigen Ledernachbildung bestehen.

Schon in der Basisvariante gibt es fast Vollausstattung

In Deutschland werden zwei Linien angeboten: Premium und Luxury. Das Einstiegsmodell verdient seinen Namen tatsächlich und ist für einen Preis von unter 30.000 Euro bereits fast voll ausgestattet – inklusive elektrisch verstellbarem Fahrersitz, Keyless Entry und einer 360-Grad-Kamera. Das Topmodell Luxury bietet für nur etwa 2.500 Euro Aufpreis zusätzlich belüftete Vordersitze, eine Memory-Funktion, ein großes Panoramaglasschiebedach sowie das erwähnte Head-up-Display. Besonders die hochgezogene Mittelkonsole sorgt dafür, dass man sich im SUV angenehm sicher eingepackt fühlt. Der Sitzkomfort ist grundsätzlich hoch, wobei die Sitzfläche für sehr große Menschen leider etwas zu kurz sein könnte. Insgesamt ist der H6 durch Features wie Sitzlüftung und Panoramadach ein echtes Schnäppchen.

Wie hoch ist der Verbrauch des Haval H6?

Offiziell gibt GWM für den Haval H6 Vollhybrid mit 243 PS einen Verbrauch von 5,9 Litern auf 100 km an. In unserem Test verbrauchte das SUV etwas mehr, 6 bis 7 Liter. Weniger waren es vor allem bei Fahrten auf der Landstraße und am Stadtrand, wo der Hybrid seine Stärken durch Segeln und den E-Antrieb voll ausspielen konnte. Mit seinem 61-Liter-Tank sind rechnerisch über 1000 km Reichweite möglich.

Im Konkurrenzvergleich positioniert sich der H6 gut, auch wenn der Toyota RAV4 Hybrid als Benchmark noch etwas sparsamer bleibt. Dafür bietet der Chinese mit 243 PS deutlich mehr Durchzugskraft. Während klassische Diesel auf der Autobahn effizienter sein mögen, schneidet der H6 im Vergleich zu anderen China-SUVs wie dem MG HS harmonischer ab. Ein Allradantrieb wird für dieses Modell aktuell nicht angeboten.

Sicherheit und Assistenzsysteme

Der Haval H6 kommt als Facelift-Modell nach Deutschland. Zwar fehlen bisher europäische Crashtests, doch der Vorgänger SUV erhielt 2021 im verwandten australischen ANCAP-Verfahren die Höchstwertung von fünf Sternen. Besonders der Insassenschutz für Erwachsene und Kinder schnitt mit 88 Prozent hervorragend ab.

Die Sicherheitsausstattung ist bereits serienmäßig umfangreich. Neben sieben Airbags sind eine hochauflösende 360-Grad-Kamera mit transparentem Unterboden, Kollisionsvermeidung und Verkehrszeichenerkennung an Bord. Die Luxury-Linie ergänzt  Totwinkel-Warner und einen Querverkehrsassistenten mit Bremsfunktion. Im Vergleich zu Konkurrenten wie dem VW Tiguan punktet der H6 durch sein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis, da viele Assistenten ohne Aufpreis enthalten sind. Im Test fielen die Systeme jedoch teilweise durch ein sehr aggressives und bevormundendes Eingreifen auf.

Bekannte Probleme und Rückrufe

GWM bietet für den deutschen Markt ein wettbewerbsfähiges Garantiepaket an. Es umfasst fünf Jahre ohne Kilometerbegrenzung, während die Hochvoltbatterie über acht Jahre oder 160.000 km abgesichert ist. Eine fünfjährige Mobilitätsgarantie für Europa ergänzt das Angebot. Da das Modell erst Anfang 2026 eingeführt wurde, liegen noch keine Langzeiterfahrungen oder TÜV-Daten vor. Internationale Testberichte kritisieren die Neigung der Reifen zum Durchdrehen beim Anfahren sowie ein teils verzögertes Ansprechverhalten. Zudem werden die sehr aggressiv eingreifenden Spurhalteassistenten und die bei Geschwindigkeitsüberschreitungen penetrant warnende Verkehrszeichenerkennung als störend empfunden.

Haval H6 FAQs

Haval ist eine reine SUV-Marke des chinesischen Automobilkonzerns Great Wall Motor (GWM). Sie existiert seit 2013 und ist mittlerweile einer der weltweit größten Hersteller von Geländewagen und SUVs.

Der Einstiegspreis für den Haval H6 Hybrid liegt in Deutschland in der Basisvariante knapp unter 30.000 Euro: Die Premium-Linie startet ab 28.990 Euro. Die Vollausstattung Luxury kostet 31.690 Euro.

Der Haval H6 ist das erste Modell der Marke in diesem Segment und startete im Januar 2026. Es ist nach ORA und WEY die dritte Produktlinie von GWM, die hierzulande eingeführt wird.

Den Vertrieb der Fahrzeuge von Great Wall Motor übernimmt die Emil Frey Gruppe aus der Schweiz. Das Unternehmen ist auch offizieller Importeur für Mitsubishi in Deutschland und mit Filialen verschiedener Marken an über 80 deutschen Standorten einer der größten Autohändler.

Die Fahrzeuge von GWM werden zum Großteil in China produziert. Das Unternehmen betreibt aber auch Standorte in Thailand und Brasilien. Für den europäischen Markt wurde in der Vergangenheit zudem eine Produktion in Bulgarien genutzt. Aktuell stammen die Fahrzeuge für Deutschland primär aus chinesischer Fertigung.

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