Volkswagen Polo GTI Test

Flinker Kleinwagen mit ordentlichem Praxisnutzen

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Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Sehr gute Fahrleistungen
  • Sportliches Fahrwerk
  • Hochwertige Verarbeitung
  • Unrealistische Verbrauchsangaben
  • Viele Assistenzsysteme optional
  • Nur zwei Jahre Garantie

23.950 € Preisklasse

5 Sitze

5,9 l/100km

Test

Sie wollen kompakt und mit 200 PS sportlich unterwegs sein und sind bereit 25.000 Euro dafür zu investieren? Dann denken Sie womöglich über die Investition in einen Ford Fiesta ST, Mini Cooper S, Opel Corsa OPC, Peugeot 208 GTi, Renault Clio R.S. oder VW Polo GTI nach.

Soviel vorweg: Der Polo GTI ist eine gute Investition. Und sogar eine einigermaßen vernünftige. Bei einem Volkswagen muss das wohl so sein. Das gilt sowohl für die serienmäßigen fünf Türen, die ausgewogenen Fahreigenschaften als auch für die Platzverhältnisse.

Im Karosseriekleid der auf über vier Meter Länge gewachsenen, im Herbst 2017 präsentierten sechsten Polo Generation hat der GTI im Innen- und Kofferraum deutlich mehr zu bieten. Und nicht nur da, denn der kompaktere Polo GTI nimmt es mit der Modernität seiner Assistenz- und Infotainmentsysteme sogar mit dem größeren Golf GTI auf.

Optisch wandelt er außen und innen auf den Pfaden des Ur-GTI. Am Kühlergrill bemerkt man die typische Wabenstruktur. Darunter verläuft die Frontschürze samt der Spoilerlippe tiefer. Die Seitenschweller sind breiter.

Serienmäßig steht der Polo GTI auf 17-Zoll-Felgen, hinter denen rot lackierte Bremssättel durchschimmern. Am Heck ist der um 1,5 Zentimeter tiefer gelegte GTI am Doppelauspuff, Diffusor, den LED-Rückleuchten und am Dachspoiler in Wagenfarbe erkennbar. Im Innenraum präsentiert sich der Polo mit dem Karomuster der Sitzbezüge ganz in der Tradition des GTI.

Ein GTI ist bei VW traditionell ein Versprechen auf Fahrspaß. Hält sich auch der Polo GTI daran?

Mit 4,07 Meter Länge und 1,75 Meter Breite ist der Polo GTI in der Vier-Meter-Klasse angekommen. Vier Meter lang war früher der VW Golf. Deshalb mutet der GTI im Innenraum und Kofferraum für die Fahrzeugklasse geräumig an.

Der Innenraum

Das Raumgefühl des neuen Polo macht den GTI zu einem Kleinwagen, der sich nicht mehr wie einer anfühlt. Man spürt beim Sitzen, dass die Polo-Karosserie um beträchtliche acht Zentimeter in die Länge und sieben Zentimeter in die Breite gewachsen ist.

Fünf steigen ein, vier sitzen kommod. Die tiefere Sitzposition auf den Sportsitzen passt zur Sportversion wie der sehr gute Seitenhalt. Das unten abgeflachte Sport-Lederlenkrad ist höhen- und längsverstellbar. Es zieren rote Nähte. So muss das im GTI sein.

Das gilt auch für das traditionelle Karomuster der Sitze. Der Dachhimmel ist sportiv schwarz. Die Ambiente-Beleuchtung hat das Polo Topmodell serienmäßig mit an Bord.

Auch im Cockpit des Polo GTI erinnert vieles an den großen Bruder Golf GTI. Erstmals blickt man im Polo GTI auf das eindrucksvolle Digitalcockpit (Option). Die Instrumente sind so einwandfrei ablesbar wie die Schalter drumherum bedienbar. Nicht nur die gute Verarbeitung und der weich geschäumte Kunststoff am Armaturenbrett zeugen von Qualität.

All das lässt die Sportversion des VW Polo so erwachsen erscheinen wie nie zuvor.

Der Kofferraum

Auch der Kofferraum kann sich sehen lassen. Er schluckt 305 Liter. Klappt man die Lehnen der Rücksitze in die Ebene, kommt auf der rund einen Meter breiten und 1,43 Meter langen Ladefläche ein Volumen von 1.079 Liter unter.

430 bis 500 Kilogramm dürfen zugeladen und 1,2 Tonnen gezogen werden. Die meisten Käufer werden mit dem Polo GTI aber keinen Wohnwagen ziehen wollen.

Nimm zwei – Das optionale Sport-Select-System vereint ganz unterschiedliche Charakteristika in einem Fahrzeug. Im Normalmodus steht der Polo GTI lammfromm und leise seinen Alltag und man reist entspannt lange Strecken. Das ändert sich, wenn man den GTI im Sportmodus um die Kurven treibt.

Schnell fahren macht im Sportmodus Laune – Hier gewinnen die Gasannahme des 2.0 Turbo und die Schaltwechsel des DSG (Doppelkupplungsgetriebe) an Rasanz. Die elektromechanische Lenkung, die auch im Normalbetrieb präzise arbeitet, rotiert direkter.

Das Fahrzeug liegt satter und unbeirrter auf der Straße. Der kernigere Auspuffsound, die gekonnt komponierten Fehlzündungen und die Zwischengasstöße beim Gaswegnehmen machen die Sache rund.

Schnell fahren funktioniert sicher – Mit der serienmäßigen Differenzialsperre des GTI gelingt das Herausbeschleunigen aus der Kurve mit mehr Grip als im Polo von der Stange. Dass der GTI bei Vollgas nach dem Kurvenscheitel die Beine nicht ganz auf die Straße bekommt, tut auf der Rennstrecke, aber nicht im Alltag etwas zur Sache.

Die 21,5 Zentimeter breiten Reifen an der Vorderachse sorgen für hohe Kurventempi ohne nervöses Versetzen und für hohe Fahrsicherheit.

Serienmäßig rollt der GTI, dessen Karosserie steifer als die des normalen Polo ausfällt, mit 1,5-Zentimeter-Tieferlegung und auf 17-Zoll-Rädern zum Kunden. Optional lässt er sich auch mit 18 Zoll bestellen.

Das Herz in einem sportlichen Fahrzeug bildet der Motor. Der Polo GTI hat mit dem 2.0 TSI einen kräftigen unter der Haube.

Der Motor

Der 1.8 TSI im Vormodell produzierte 192 PS. Der 2.0 TSI, der serienmäßig mit einem Start-Stopp-System verbandelt ist, schafft acht PS mehr. Der 2,0-Liter-Turbo-Benziner leistet zwischen 4.400 und 6.000 Touren 200 PS und liefert im wichtigen Bereich zwischen 1.500 und 4.350 U/min bündig die volle Portion Drehmoment von 320 Nm an die Vorderräder.

Da den 200 PS des Vierzylinders nur 1.355 Kilogramm Gewicht gegenüberstehen, geht es rasant voran. Der Sprint von 0 auf 100 km/h ist in 6,7 Sekunden abgefeiert. Erst bei 237 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Nutzt man dieses Potential, ist die sowieso unrealistische Verbrauchsangabe noch unrealistischer.

Aus den von VW angegebenen 5,9 Liter Super alle 100 Kilometer werden dann schnell drei, vier Liter mehr.

Das ist bei den anderen, einem Mini Cooper S oder Opel Corsa OPC, aber ähnlich. Sport macht eben Durst. Aktuell ist der GTI mit einem DSG gepaart, wobei ein Sechsgang-Schaltgetriebe im Sommer 2018 dazukommt. Letzteres passt sicherlich noch besser zum Charakter des Polo GTI.

Der modulare Querbaukasten des Polo 6 eröffnet viele neue Möglichkeiten bei der Ausstaffierung mit neuen Sicherheits- und Assistenzsystemen. Die kommen auch im GTI zum Einsatz.

Leider muss man neben serienmäßigen Dreingaben wie dem Front Assist mit Stadt-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung zumeist dafür extra bezahlen. Etwa für den auf Langstrecken bequemen Abstandsregeltempomat, den Toter-Winkel-Assistenten, den Spurwechselassistenten oder den Ausparkassistenten.

Der Polo GTI wird im ADAC-Bremstest besser bremsen als der Polo 1.0 TSI im ersten Test (Stillstand nach der Vollbremsung aus 100 km/h nach 37,6 Metern). Das Crashverhalten der Polo Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Zum Marktstart gehören im Polo GTI das Sportfahrwerk, die Sportsitze, die Differenzialsperre, die 17-Zoll-Felgen und das Doppelkupplungsgetriebe (DSG) mit zur Serienausstattung. Wer Geld sparen möchte und mehr vom Handschalten im sportlichen Fahrzeug hält, bestellt den GTI ab Sommer 2018 mit dem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe.

Wer noch nie auf das Karomuster im GTI stand, dem bietet sich im Polo GTI eine gute Option: Ledersitze. Wer nicht genug vom GTI-Mythos haben kann, bestellt die LED-Scheinwerfer, mit denen sich der charakteristische rote Streifen von der Kühlergrillmitte bis ins Scheinwerfergehäuse fortsetzt.

Und mehr geht – sonst wäre es kein VW – immer. Zu den Highlights in der Preisliste zählen die volldigitalen Instrumente (Active Info Display), das Panorama-Schiebedach, die schon erwähnten Assistenzsysteme, das einstellbare Sport Select-Fahrwerk, die 18-Zoll-Leichtmetall­felgen und das 300 Watt-Soundsystem.

Auch im GTI bindet man das Smartphone via Apple CarPlay, Android Auto oder MirrorLink ein und Extras wie die induktive Ladestation und das 8-Zoll-Touchscreen-Infotainment machen den Aufenthalt an Bord angenehmer. Allerdings auch teurer.

Und das Preis-Leistungs-Verhältnis? Im Polo GTI geht es mehr um Leistung, die steht angesichts der sportlichen und sonstigen Qualitäten aber in einem guten Verhältnis zum Preis.

Zusammenfassung

Ein GTI ist ein Versprechen auf Fahrspaß. Der Polo GTI hält sich dran. Mit seinem agilen Fahrwerk, seinen exzellenten Fahrleistungen und dem spaßigen Motorsound. Gepaart ist das gute Platzangebot mit einwandfreier Bedienbarkeit, solider Anmutung und guter Verarbeitung.

Sein Talent, sowohl bequem als auch sportlich unterwegs zu sein, macht den Polo GTI attraktiv. Im Alltag steht er seinen Polo, auf der Piste den GTI.

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